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Selbstständig als Trainer und Dozent

So klingelt dabei der Geldbeutel

Zunächst einmal die gute Nachricht: Bildung ist in Deutschland immer noch ein geschätztes Gut und auch der Dozent wird durch die Übungsleiterpauschale steuerlich gefördert. 2.100 Euro pro Jahr können Sie als Trainer im Rahmen eines Freibetrages verdienen, ohne dafür einen Cent Steuern zu zahlen! Mehr dazu im Beitrag: "Die Übungsleiterpauschale: Unterschätztes Steuerprivileg für Nebenjobber".

Normalerweise werden Ihre Stunden als Unterrichtsstunden (= Unterrichtseinheit, UE) von 45 min. abgerechnet. In dem Stundensatz dafür ist auch die Vorbereitung enthalten, die zu Anfang wirklich zeitintensiv sein kann. Wenn Sie diese mit einrechnen, verringert sich der Stundensatz z.T. auf ein Minimum.

Mit mehr Erfahrung und einer anfänglichen Konzentration auf ein bis zwei Themen wird die Vorbereitungszeit aber abnehmen und der Ertrag pro Stunde steigt. Sehen Sie die intensive Vorbereitungszeit auf Ihre ersten Schulungen am besten als Investition in Ihre berufliche Zukunft an!

Die Stundensätze sind übrigens sehr unterschiedlich. Am leichtesten startet man im Weiterbildungsbereich in der nächsten Volkshochschule oder in kleineren, örtlichen Weiterbildungsinstituten. Hier sind Stundensätze von 12-25 Euro pro UE die Regel. Dabei wird oft in den westlichen und südlichen Bundesländern mehr bezahlt als im Norden oder Osten Deutschlands. Hier einige Beispielrechnungen:

Bildungsträger

Stunden-
satz pro UE in

Anzahl der UE

Vor-
bereitungs-
zeit

Realer Stunden-
satz für 60 min.

VHS (Samstagsschulung im EDV-Bereich)

16,50 Euro

8 x 45 min.

5 x 60 min.

12,00 Euro

lokale Sprachenschule (2 Abende Sprachkurs)

22,00 Euro

5 x 60 min.

3 x 60 min.

13,75 Euro

lokaler Bildungsträger

(2 Tage Rechnungswesen-Unterricht)

20,00 Euro

18 x 45 min.

6 x 60 min.

18,46 Euro

größerer Bildungsträger (2,5 Tage Unterricht im technischen Bereich)

35,00 Euro

20 x 45 min.

8 x 60 min.

30,43 Euro

größerer Bildungsträger (5 Tage Projektmanagement- Unterricht)

45,00 Euro

40 x 45 min.

20 x 60 min.

36,00 Euro

Viele Weiterbildungsträger zahlen für "Trainer-Anfänger" zunächst einen geringeren Stundensatz, der sich im Laufe der Zeit erhöht. Fragen Sie am besten bei den jeweiligen Bildungsinstituten in Ihrer Nähe nach, welche Stundensätze dort bezahlt werden. Da sie diese Info meist nicht am Telefon erhalten werden, bietet es sich an, ein Informationsgespräch vor Ort auszumachen.

Parallel lohnt es sich im Freundes- und Verwandtenkreis nachzufragen, ob es dort jemanden gibt, der selbst schon neben- oder hauptberuflich unterrichtet und Ihnen für ein Gespräch zur Verfügung stehen könnte. Dabei können Sie nicht nur die lokalen Trainerpreise erfahren, sondern gleichzeitig auch weitere Aspekte über Ihre gewünschte Tätigkeit als Dozent erfahren.

Besonders interessant wäre auch die Möglichkeit bei diesem "Kollegen" zunächst einmal zu hospitieren, um sich mit dem Ablauf vertraut zu machen. Manchmal ergibt sich daraus auch eine spätere Zusammenarbeit, und Sie können z.B. für diesen Trainer als Urlaubs- oder Krankheitsvertretung einspringen.

Nebenberuflich als Trainer tätig zu sein bedeutet seine Freizeit dafür zu investieren - sowohl für den Unterricht, als auch für die Vorbereitungszeit und die Bürotätigkeiten wie Abrechnung etc.

Seien Sie dabei ehrlich mit sich selbst, wie viel Zeit Sie investieren können und wollen! Ganze Schulungstage innerhalb der Woche sind z.B. meist nur im (Erholungs-)Urlaub möglich, die Vorbereitungszeit werden Sie i. d. R. am Wochenende leisten müssen - das klingt in der Theorie einfach, erfordert jedoch in der Praxis ein gutes Zeitmanagement! Auch als hauptberuflicher Dozent sollten Sie immer die Vorbereitung- und Bürozeit realistisch einplanen, sonst wird aus einer 40-Stunden-Woche schnell eine mit 60 bis 70 Stunden!

Nicht zu unterschätzen sind auch die "indirekten monetären Vorteile" als Trainer und Dozent! Dazu zählen:

  • Bei nebenberuflicher Dozenten-Tätigkeit eventuell Vorteile bei Gehaltsverhandlungen im Hauptberuf - so mancher Chef weiß Ihr Engagement und Ihre (durch die nebenberufliche Tätigkeit als Trainer nachgewiesenen) Qualifikationen zu schätzen und Sie haben damit eine bessere Verhandlungsbasis, wenn es ums Gehalt geht. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie vor Ihrem Nebenjob als Trainer Ihren Vorgesetzten von dieser Tätigkeit informiert haben bzw. bei entsprechendem Passus im Arbeitsvertrag "um Erlaubnis gebeten" haben.

  • Kostenlose oder im Preis reduzierte Teilnahme an Trainerschulungen - der Volkshochschulverband Bayern hat z.B. ein eigenes Weiterbildungssystem namens kursif. Das modular aufgebaute System bietet von Einführungsseminaren bis zu sehr spezialisierten Themen für Profis eine gute Möglichkeit sich kostengünstig und mit Zertifikat als Trainer weiterzubilden.

  • Einige Weiterbildungsinstitute bieten den Kauf von deutlich vergünstigter Software über Portale wie Cobra-Shop an. Die Ersparnis liegt dabei bei bis zu 80% des Originalpreises! Bitte beachten Sie hier immer die jeweiligen Lizenzbedingungen. Aber auch durch eine einfache Bestätigung des Bildungsinstitutes, dass Sie für dieses als Dozent tätig sind, können Sie schon bei Computern und Software bei speziellen Angeboten für Lehrer/Trainer eine Menge Geld sparen. Ein Vergleich lohnt sich!

  • Manche Läden bieten auf Nachfrage Rabatt (oft 5-10 %) für Lehrer/Trainer und Selbstständige an. Fragen Sie einfach mal im nächsten Copy-Shop oder Geschäft für Büromaterial nach!

Jetzt haben Sie eine erste Vorstellung von Ihren Verdienstmöglichkeiten als Dozent und Trainer. Leider entspricht der Umsatz nicht Ihrem Gewinn, und erst nach Abzug der Ausgaben für Fahrtkosten, Bücher, Software etc. und der z.T. sehr kostenintensiven Sätze für die Sozialversicherungen und die Abgaben für das Finanzamt können Sie wirklich abschätzen, ob sich die ganze Arbeit auch für Sie lohnen wird.

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Über die Autorin:

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Andrea Winckler ist Informatikerin und arbeitet freiberuflich als Dozentin im Bereich IT, Projektmanagement, Business Englisch und Bewerbungsmanagement. Außerdem betreut sie mit Begeisterung IT-Proje ...

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