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Selbstständigkeit mit Kind an Bord: Gründungskonzept und Finanzplanung speziell für Eltern

Geschäftsideen für Eltern: Tipps für die Suche nach "Ihrer" Geschäftsidee

Geschäftsideen finden

Nicht jeder, der sich selbstständig machen will, hat gleich zu Beginn die zündende Idee auf Lager: Bei rund der Hälfte aller Gründungen entsteht zunächst die Vorstellung, sich selbstständig zu machen, erst dann wird nach der Geschäftsidee gesucht. Menschen mit Kindern haben es aufgrund ihrer privaten Situation noch etwas schwerer, eine passende und realisierbare Geschäftsidee zu finden. Mit ein paar Tipps können Sie aber gezielt an der Entwicklung Ihrer eigenen Geschäftsidee arbeiten.

Dafür ist es sinnvoll, sich zunächst mit den eigenen Fähigkeiten zu beschäftigen. Was können Sie besonders gut? Wofür sind Sie in der Vergangenheit von Kollegen, Bekannten, Freunden oder Familienmitgliedern gelobt worden? Beantworten Sie diese Fragen einfach auf einem Blatt Papier. Gut möglich, dass sich daraus "Ihre" Geschäftsidee entwickeln lässt.

Denken Sie zunächst nicht an die eventuellen Einschränkungen, die durch die Elternschaft entstehen - gehen Sie erst einmal nur daran, Ideen zu finden. Lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf. Schreiben Sie auch Einfälle auf, die auf den ersten Blick fantastisch und unrealistisch erscheinen. Erst im zweiten Schritt - also nach der Sammlung von Ideen und Gedanken - können Sie sich an die Bewertung der Ideen machen.

Ideen, die zunächst nicht realisierbar erscheinen, können Sie eventuell umändern. Schreiben Sie Ihre Einfälle auch dann auf, wenn ihre Realisierbarkeit zweifelhaft scheint, sie vom Ansatz her aber gut wirken. Vielleicht lassen sich Schritt für Schritt daraus Ideen entwickeln, die Ihrer familiären Situation besser gerecht werden.

Binden Sie, wenn möglich, Freunde oder Ihre Familie in die Ideenentwicklung ein. Mehr Menschen haben ganz einfach mehr Ideen und bringen neue Impulse in Ihre Überlegungen.

Halten Sie alle Ideen schriftlich fest; dann können Sie sich Ihre Gedankengänge jederzeit wieder anschauen. So manche Idee scheint auf den ersten Blick nicht brauchbar, auf den zweiten oder dritten Blick können Sie den Vorschlag vielleicht aber doch noch gebrauchen.

Kreativitätstechniken

Um Ideen zu entwickeln können Sie auf verschiedene Kreativitätstechniken zurückgreifen. Sinnvolle Methoden für die Entwicklung von Ideen sind zum Beispiel das Brainstorming, das Brainwriting oder das Mapping. Alexander Osborn, von dem das berühmte Brainstorming stammt, hat außerdem mit der nach ihm benannten Osborn-Checkliste einen Fragenkatalog entworfen, der sowohl im Berufs- als auch im Privatleben eingesetzt werden kann, um Ideen weiterzuentwickeln.

In der Weiterentwicklung der ursprünglichen Osborn-Checkliste, die wir Ihnen präsentieren wollen, sind es zwölf Fragekomplexe. Die Durchführung ist denkbar einfach: Sie halten Ihre Idee zunächst kurz fest und versuchen dann, sie unter folgenden Gesichtspunkten zu analysieren:

  • Wofür kann ich es noch verwenden? Kann ich es anders einsetzen?

  • Weist das Problem auf andere Ideen hin? Ist es etwas anderem ähnlich?

  • Was lässt sich ändern? Welche Eigenschaften lassen sich umgestalten?

  • Lässt sich etwas vergrößern, hinzufügen, vervielfältigen?

  • Lässt sich etwas verkleinern, wegnehmen, verkürzen?

  • Was kann ersetzt werden? Welche Bedingungen können geändert werden?

  • Kann die Reihenfolge oder Struktur geändert werden?

  • Kann die Idee ins Gegenteil gekehrt werden? Kann der Ablauf umgekehrt werden?

  • Können Ideen transformiert werden? Kann es zusammengeballt, ausgedehnt, verhärtet, verflüssigt etc. werden?

  • Können Ideen kombiniert oder Personen verbunden werden?

  • Können andere Wege zum Kunden gefunden werden?

  • Kann aus der Ursprungsidee ein ähnliches oder ein abgeleitetes Produkt bzw. Angebot entwickelt werden?

Das folgende Fallbeispiel zeigt, wie man auf diese Weise vom ersten Einfall zu einer realisierbaren Idee kommen kann:

Beispiel:

Frau Mustermann würde gerne eine Agentur für exklusive Auslandsevents gründen. Das setzt aber voraus, dass sie bei den Events auch anwesend ist. Dies erscheint wenig realistisch.

Sie nimmt sich die Osborn-Checkliste vor. Ihr fällt ein, dass sie einfach "etwas weglassen" kann. So ist sogar eine "Übergangsgründung" möglich.

Um ihre Gedanken aufzuschreiben, benutzt sie eine Mindmap und reduziert das Ganze auf die Vermittlung exklusiver Locations im Ausland. Das ist auch mit wenigen Reisen möglich und für sie realisierbar. Die Gründungsidee kann sie im Laufe der Jahre dann Schritt für Schritt erweitern, bis die geplante Agentur mit Rundum-Service entstanden ist. So schafft sie auch Perspektiven für die Zukunft und kann ihre Leidenschaft für Reisen und Veranstaltungen voll einsetzen.

Bild vergrößernMind-Map Frau Mustermann

Gute Ideen brauchen Zeit

Es ist wichtig, dass Sie für die Entwicklung Ihrer Geschäftsidee ausreichend Zeit einplanen.

Wenn beispielsweise die Frist, die für die Möglichkeit des Gründungszuschusses bleibt, eine "Deadline" darstellt (mehr dazu im "Gründungszuschuss-Leitfaden"), dann sollten Sie rechtzeitig mit der Ideensuche beginnen. Stress blockiert die Kreativität, die Sie für die Ideenfindung brauchen! (Darüber hinaus tun Sie nicht nur sich selbst, sondern auch Ihren Kindern keinen Gefallen, wenn Sie unter Stress stehen und sich um Ihre Zukunft sorgen.)

Lassen Sie die Ideensuche aber auch nicht ausufern: Begrenzen Sie deshalb die Zeit dafür ganz klar. So können Sie z. B. eine halbe Stunde pro Tag daran arbeiten und sich den Rest des Tages beispielsweise mit Informationen rund um die Existenzgründung beschäftigen. Während der Zeit, die Sie für die Ideensuche reservieren, sollte Ihr Nachwuchs gut untergebracht und versorgt sein. Ablenkungen und Störungen unterbrechen den Gedankenfluss und sind wenig hilfreich.

Fund-Stellen für Ihre Ideensuche

Um aus Ihrer Gründungsidee Realität werden zu lassen, brauchen Sie als Nächstes ein genaueres Konzept und schließlich einen detaillierten Geschäftsplan. Um diese Schritte geht es im Folgenden.

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Über die Autorin:

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Andrea Claudia Delp ist Gründungsberaterin aus Berlin. Sie unterstützt angehende und bestehende Unternehmer/innen bei der Ausarbeitung des Businessplans, bei der Finanzierung und bei allen anderen He ...

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