Selbsttest für Selbstständige: Wie gesund ist mein Unternehmen?

Anleitung zur schnellen, praktischen Bestandsaufnahme

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Stand: 21. September 2015

Regelmäßige Standortbestimmung: Checkliste

Wie gesund ist Ihr Unternehmen eigentlich? Sind Sie geschäftlich gut aufgestellt? Natürlich haben Selbstständige aus dem Bauch heraus darauf eine Antwort. Aber es gibt gute Gründe, sich diese Frage regelmäßig etwas ausführlicher zu beantworten und dafür auch auf die Zahlen, die Perspektive und die eigene Person zu blicken. Unsere Checkliste hilft bei der geschäftlichen Standortbestimmung.

Sichere Zeiten?

„Unternehmensinsolvenzen sinken auf 15-Jahres-Tief“, schreibt die Creditreform AG auf ihrer Homepage zur Insolvenzstatistik 2014. Danach gab es im Jahr 2014 geschätzte 23.800 Unternehmensinsolvenzen und damit über 2.000 Insolvenzen weniger als im Vorjahr.

Ein gutes Zeichen? Durchaus. Ein Grund zur Entwarnung für Unternehmer, weil die Gefahr einer Pleite sinkt? Das sicher nicht. Und zwar schon deshalb nicht, weil sich nur ein Bruchteil der Geschäftsaufgaben überhaupt in der Insolvenzstatistik widerspiegelt. Die allermeisten Unternehmer, die ihr Geschäft aufgeben, tun dies ohne ein Insolvenzverfahren. Viele melden nicht einmal ihr Gewerbe ab, weil einfach alles zu viel wird, zu viele Probleme auf einmal zu bewältigen sind. Diese Geschäftsaufgaben findet man in keiner Statistik (und eine unbegrenzte Betriebsunterbrechung ist ohnehin oft billiger).

Für das Jahr 2014 meldet das Institut für Mittelstandsforschung in Bonn 348.100 Liquidationen von Unternehmen im gewerblichen Bereich – ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Hinzu kommen die Liquidationen der Freiberufler wie Rechtsanwälte, Architekten oder Steuerberater. Dem standen nur 309.900 gewerbliche Existenzgründungen gegenüber. Es gab im Jahr 2014 also mehr Geschäftsaufgaben als Neugründungen und erheblich mehr Geschäftsaufgaben, als die Insolvenzstatistik erahnen lässt.

Am häufigsten sind Existenzgründer sowie kleine und mittelständische Unternehmen betroffen – genau die Unternehmen also, die das Rückgrat der Wirtschaft bilden und die mit Abstand meisten Arbeitsplätze bereitstellen. Das Statistische Bundesamt rechnete im Jahr 2012 99,3 % der Unternehmen in Deutschland zu den sogenannten KMU (kleine und mittelständische Unternehmen), eine überragende Mehrheit.

Spektakulär sind jedoch nur die großen Firmenpleiten, bei denen der Abbau von Arbeitsplätzen in großem Stil droht. Dann geben sich Politiker und Banker die Klinke in die Hand, um medienwirksam über Rettungsversuche zu reden. Für betroffene KMU gilt das nicht. Dabei ist das, was sich in hunderttausenden Unternehmen jährlich abspielt, volkswirtschaftlich ungleich bedeutsamer. Und für jeden einzelnen Betroffenen mindestens (!) genauso schwierig und möglicherweise auch existenziell bedrohlich wie der Arbeitsplatzverlust von Mitarbeitern in insolventen Großunternehmen.

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Über die Autorin:

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Sandra Bonnemeier blickt auf 20 Jahre Berufserfahrung in der freien Wirtschaft zurück, davon fünf Jahre in hauptberuflich selbstständiger Tätigkeit, sowie vier abgeschlossene Studiengänge (Betriebswi ...

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