Slack macht Kollaboration schön einfach. Und was ist mit Sicherheit?

Slack, das beliebte Tool für Teams, hat beim Datenschutz Schwächen. Es gibt sichere Alternativen.

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Stand: 19. April 2017

Das Online-Kollaborationstool Slack ist praktisch, angenehm zu benutzen und bietet auch in der kostenlosen Version viele Funktionen. Allerdings erfährt jeder, der Zugriff auf Ihr Slack-Team-Account hat, sehr viel über Sie und Ihre Vorhaben. Wie sicher ist Slack? Gibt es Alternativen? Welche Vor- und Nachteile haben sie? Wir haben Dr. Christina Czeschik, Fachautorin für Sicherheitsfragen und Datenschutz, gebeten, Slack und andere Kollaborationstools genauer unter die Lupe zu nehmen.

Mittlerweile fünf Millionen Menschen weltweit nutzen Slack, um im Team produktiv zu sein – und die meisten davon haben es einen ganzen Arbeitstag lang stets im Hintergrund laufen. Slack hat sich damit nicht nur gegen andere Gruppenchats und Kollaborationstools wie HipChat und Trello durchgesetzt, sondern auch gegen alle nur halb für diesen Zweck geeigneten Lösungen, die Teams zuvor eingesetzt haben: E-Mail und Mailinglisten, Google Hangouts und Skype oder private Facebook-Gruppen.

Unkomplizierte Online-Kollaboration ist vor allem für Teams mit Remote-Mitarbeitern und Home Office sowie für Projekte mit nicht immer vor Ort arbeitenden Freelancern missionskritisch. Aber auch traditionelle Vor-Ort-Teams können vom verbesserten Kommunikationsfluss mithilfe eines solchen Tools profitieren.

Welche Eigenschaften machen Slack so erfolgreich?

  • Einfache Bedienung: Keine Installation von Software nötig – und wie man mit dem Chatraum von Slack umgeht, wissen nicht nur Digital Natives intuitiv.

  • Für mehr Komfort am Desktop sowie mobile Nutzung gibt es Apps für MacOS und Windows sowie Android und iOS.

  • Freundliche und einladende Atmosphäre der Benutzeroberfläche: Von den Glückskeks-Weisheiten, die beim Laden angezeigt werden, bis hin zum niedlichen SlackBot, der Fragen zur Bedienung beantwortet und private Notizen speichert.

  • Niedrige Schwelle zum Einstieg: Slack ist zunächst kostenlos und bleibt es für Teams mit geringen Ansprüchen an Speicherplatz und Integration anderer Apps auch.

  • Einbindung weiterer nützlicher Dienste und Apps: E-Mail, Google Drive, GitHub, Dropbox, Wunderlist, PayPal, Twitter, Trello und viele mehr können in Slack integriert werden. Slack konkurriert somit nicht länger mit diesen Diensten, sondern macht sich ihre Fähigkeiten zunutze.

Slack macht auf vielen Gebieten vieles richtig – bis auf eines: Es bietet keine zuverlässige Verschlüsselung

Dazu ein bisschen Hintergrund: Praktisch jeder Dienst und jede App brüstet sich damit, sicher und datenschutzfreundlich zu sein und die Daten seiner Nutzer zu verschlüsseln. Der Haken: Bei jeder verschlüsselten Kommunikation oder Datenübertragung liegen die Inhalte an bestimmten Stellen unverschlüsselt vor – außer bei der sogenannten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Nur bei dieser ist gewährleistet, dass der Klartext einer Nachricht nur beim Absender und dann wieder beim Empfänger lesbar ist, und dazwischen von niemandem – also auch nicht dem Diensteanbieter – eingesehen werden kann. Wesentlicher Nachteil dabei: Eine Suchfunktion ist nur sehr umständlich zu implementieren und zu nutzen. Bei Gruppenchats kommt noch hinzu, dass hier die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung technisch schwieriger umzusetzen ist als bei Eins-zu-eins-Konversationen.

Slack unterliegt als US-Unternehmen außerdem dem Patriot Act. Die amerikanischen Bundesbehörden können sich also jederzeit die Kommunikation offenlegen lassen, auch ohne richterlichen Beschluss. Auch das Privacy-Shield-Abkommen zwischen USA und EU, dem auch Slack beigetreten ist, ändert daran nichts. Das ist vor allem deshalb bedenklich, weil die NSA auch „technologische Trends verfolgen“ will, im Klartext also Wirtschaftsspionage betreibt.

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Über die Autorin:

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Dr. Christina Czeschik (Serapion.de) ist Ärztin für Medizinische Informatik. Sie arbeitet als Beraterin und Fachautorin für E-Health, Datenschutz und IT-Sicherheit. Dabei unterstützt sie Startups und ...

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