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Feststell-Taste abschalten - so geht's

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Der Nutzen der Feststell-Taste auf der PC-Tastatur steht in keinem Verhältnis zu dem Ärger, den sie verursacht: Die wenigsten Anwender setzen den Großschreib-Modus bewusst ein. Dafür erfordert eine versehentlich gedrückte CapsLock-Taste im Alltag oft mühselige Korrekturen, und beim Eintippen von Passwörtern und anderen "Blindeingaben" drohen unbemerkte Fehleingaben. Unser Tipp: Machen Sie Schluss mit dem Festelltasten-Ärger. Wir stellen vier verschiedene Möglichkeiten der Tastatur-Umbelegung vor.

Wann haben Sie zum letzten Mal die Großschreib-Feststelltaste auf der PC-Tastatur bewusst eingesetzt? Wahrscheinlich ist das - wenn überhaupt - ewig her. Dass Sie versehentlich SOLCHE eINGABEN MACHEN, kommt hingegen bestimmt häufiger vor. Wer das 10-Finger-Blindschreiben nicht beherrscht, bemerkt die ungewollte Tastatur-Umstellung manchmal erst nach einem oder mehreren Sätzen. Die Folge sind ärgerliche Neu-Eingaben.

Noch problematischer wird die Angelegenheit durch die gefährliche Nähe der CapsLock-Taste zur Tabulatortaste: Wer daran gewöhnt ist, sich per TAB-Taste ("zum nächsten Feld") durch Eingabemasken zu hangeln und dabei unbemerkt die darunter liegende Feststelltaste erwischt, kennt bestimmt die überraschenden Fehlermeldungen bei Passwort-Eingaben: Durch die Sternchen-Darstellung fällt die Umschaltung nicht auf. Auch noch so konzentriertes Eintippen des Geheimworts führt in solchen Fällen unweigerlich zu wiederholten Fehlermeldungen. Oft dauert es ewig, bevor man auf die banale Fehlerursache kommt. Im schlimmsten Fall ist inzwischen sogar der Zugang gesperrt.

Lösung I: Hardware-Eingriff

Tiefer gelegte CapsLock-TasteBei manchen Zeitgenossen geht der Ärger so weit, dass sie die CapsLock-Taste entweder

  • ganz abziehen,

  • sie "tiefer legen" oder

  • den Kontakt durch Unterlegen eines Papier- oder Plastikstreifens unterbrechen

Abgezogene CapsLock-Taste

Bevor Sie nun aber daran gehen, die "Taste des Anstoßes" auszubauen oder gar Ihre Tastatur aufzuschrauben, möchten wir Ihnen zunächst einmal einige weniger aufwendige Manipulations-Möglichkeiten vorstellen.

Lösung II: (Office-)Kommando zurück!

Fangen wir mit dem einfachsten und häufigsten Fall an: der Texterfassung in Office-Anwendungen. Angenommen Sie arbeiten mit Microsoft Word und haben im Satz "fRANZ JAGT IM KOMPLETT VERWAHRLOSTEN tAXI QUER DURCH bAYERN:" die Groß- und Kleinschreibung gründlich durcheinander gebracht, dann können Sie das im Handumdrehen korrigieren: Im "Format"-Menü von Word verbirgt sich der Befehl "Groß-/Kleinschreibung" mit dessen Hilfe Sie Ihre Eingaben mit zwei Mausklicks richtig stellen:

Bild vergrößernSo korrigieren Sie mit Word im Handumdrehen die verkehrte Groß-/Kleinschreibung.

Mit Hilfe der Tastatur geht es sogar noch ein wenig schneller:

  • Markieren Sie den falsch dargestellten Text,

  • halten Sie die (einfache) Umschalttaste (= "Shift"-Taste) fest und

  • drücken Sie mehrfach die "F3"-Taste: Dann werden nacheinander die möglichen Groß-/Kleinschreib-Varianten angezeigt - darunter auch die gewünschte 1:1-Umkehrung.

Schließlich bietet Word sogar noch eine spezielle Korrektur-Automatik für die Feststelltaste: Dafür aktivieren Sie im Menü "Extras" - "Autokorrekturoptionen" im Register "Autokorrektur" die Option "Unbeabsichtigtes Verwenden der fESTSTELLTASTE korrigieren":

Bei Bedarf ignoriert Word die Feststelltaste.

Damit diese Einstellung Wirkung zeigt, muss unter "Extras" - "Optionen" im Register "Rechtschreibung und Grammatik" außerdem ein Häkchen vor der Funktion "Rechtschreibung während der Eingabe prüfen" gesetzt sein:

So aktivieren Sie die Word-Rechtschreibprüfung während der Eingabe

Open Office 'Writer'

Die Open-Office-Textverarbeitung bietet ebenfalls eine Umschaltung zwischen Groß- und Kleinschreibung eingegebener Texte. Allerdings ist sie nicht ganz so ausgefeilt wie die von Word: Der Befehl "Groß-/Kleinschreibung" im "Format"-Menü von "Writer" kennt nur zwei Möglichkeiten: alles groß oder alles klein.

Bild vergrößernDie Groß-/Klein-Korrektur beim Open Office "Writer"

Immerhin: Zumindest bei umfangreicheren Fehleingaben über die CapsLock-Taste lohnt sich die Umwandlung in die Kleinschreibung und das anschließende manuelle Korrigieren der Anfangsbuchstaben von Substantiven, Eigennamen und Satzanfängen. Eine eigene Funktionstasten-Belegung für die Groß-/Klein-Umschaltung gibt es beim "Writer" nicht.

Lösung III: Scancode-Mapping in der Registry

Wenn Sie die übliche Funktion der Feststelltaste ganz entbehren können, schalten Sie den Störenfried mit Hilfe der Windows-Registry ab oder belegen sie mit einer sinnvolleren Alternative (zum Beispiel mit der einfachen Umschalt- oder der Steuerungs-Taste).

Seit Windows 2000 und XP bietet Microsoft dafür den praktischen Scan Code Mapper, dessen Bedienung allerdings nicht besonders komfortabel ist. Einzelheiten finden Sie auf der Seite "Tasten mittels ScanCode umbelegen". Das Konfigurationswerkzeug sorgt dafür, dass sich Standard-Tastatenbelegungen beeinflussen lassen.

Registry-Backup nicht vergessen!

Das "Scancode Mapping" setzt einen Eingriff in die Windows-Registry voraus. Sofern Sie noch gar keine Erfahrung mit manuellen Registry-Eingaben haben, greifen Sie lieber auf eine der weiter unten beschriebenen "Instant-Lösungen" zurück. Aber auch erfahrene Registry-Bearbeiter sollten daran denken, sicherheitshalber eine Komplettsicherung der Windows-Registrierung zu machen.

Um die Feststelltaste zu deaktivieren oder mit einer anderen Funktion zu belegen, gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Rufen Sie den Registrierungs-Editor von Windows auf ("Start"- "Ausführen" - "regedit")

  • Wechseln Sie zum Registrierungsschlüssel

    [HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\ Control\Keyboard Layout]

    Wichtig: Achten Sie auf die Einzahl-Form "Keyboard Layout". Die darunter stehenden "Keyboard Layouts" haben eine andere Funktion!

  • Markieren Sie den Eintrag "Keyboard Layout" mit der rechten Maustaste und klicken Sie auf den Befehl "Neu" - "Binärwert" im sich öffnenden Kontextmenü:

    Bild vergrößernSo legen Sie einen neuen "Binärwert" im Registrierungsschlüssel "Keyboard Layout" an.

  • Geben Sie dem neuen Eintrag die Bezeichnung "Scancode Map".

Anschließend öffnen Sie das Eingabefenster durch einen Doppelklick auf den neuen Binärwert-Eintrag und geben eine der folgenden Ziffernfolgen ein:

  • Feststelltaste ganz abschalten:

    CapsLock deaktivieren

  • Feststelltaste zur zusätzlichen Umschalttaste machen:

    CapsLock zur Umschalttaste

  • Feststelltaste zur zusätzlichen linken STRG-Taste machen:

    CapsLock zur STRG-Taste

Soll der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt werden, löschen Sie den Binärwert "Scancode Map" aus der Registry.

Ein- und Ausschalter per Export

Wenn Sie "Ihren" eigenhändig angelegten Registrierungsschlüssel "Keyboard Layout" vor dem Löschen exportieren (rechter Mausklick auf "Keyboard Layout" und als Registrierungsdatei-Datei ".REG" abspeichern), können Sie jederzeit wieder punktgenau zur gewünschten CapsLock-Umbelegung zurückkehren:

Bild vergrößernSo exportieren Sie den Inhalt einer fertigen "Scancode Map"

Möchten Sie eine andere Funktion als die linke Umschalttaste ("2A 00") oder die linke Steuerungstaste ("1D 00") auf Ihre Feststelltaste legen, dann sollten Sie einen Blick auf eine Scancode-Tabelle werfen.

Lösung IV: Scancode-Mapping per REG-Datei

Sie können es sich selbstverständlich auch einfacher machen und Ihre Registry per Doppelklick auf fertige REG-Dateien anpassen. Solange diese Erweiterungen aus seriöser und sicherer Quelle stammen, spricht grundsätzlich auch nichts dagegen. Bevor Sie das tun, sollten Sie sich aber erstens vergewissern, dass auf Ihrem System bislang noch keine "Scan Code Map" eingerichtet ist. Und zweitens empfiehlt es sich, zuvor mit einem Editor (z. B. dem Windows-"Notepad") einen Blick auf den Inhalt der betreffenden REG-Datei zu werfen.

Die folgenden REG-Dateien wurden von uns unter WindowsXP Home erzeugt und sorgfältig getestet. (Die Benutzung erfolgt trotzdem auf eigene Gefahr: Für Fehler oder Fehlbedienung übernehmen wir keine Verantwortung!)

Nach dem Herunterladen fügen Sie die gewünschte "Scancode Map" Ihrer Windows-Registry per Doppelklick auf die REG-Dateien hinzu:

Bild vergrößernInstallation der Instant-Lösung: Doppelklick auf die

Fazit

Die Nervereien der Feststell-Taste lassen sich mit geringem Aufwand abstellen: Je nach Gusto können Sie zwischen der Hardware-Blockade, einem Software-"Reset" sowie manuellen oder automatischen Registry-Manipulationen wählen. So oder so: Sie werden bald feststellen, dass es sich ohne Feststelltaste besser lebt.

Wie halten Sie's?

Kennen Sie andere, womöglich einfachere Möglichkeiten, Tastenbelegungen zielgerichtet zu beeinflussen? Welchen anderen alltäglichen Software-Ärgernissen haben Sie geschickt den Garaus gemacht? Bei welchen könnten Sie unsere Unterstützung brauchen? Wir freuen uns über Ihre E-Mails mit Erfahrungen, Ideen und Wünschen an redaktion@akademie.de.

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Gibt es auch eine Möglichkeit, die Capslock-Taste(oder eine andere Taste, z.b: die Numlock-taste zum starten eines Programmes zu benutzen? Wäre interessant zu wissen =)

Sehr gut erklärt.

sUPER bEITRAG! eNDLICH EINE vERNÜNFTIGE lÖSUNG FÜR DAS LEIDIGE pROBELEM1

Bisher nutzte ich (seit Jahren) das Tool "CapsLockOff" ... Dank dieses Tipps spare ich mir so dieses Tool und habe wieder ein Programm weniger im Arbeitsspeicher :-)

super Beitrag! Ich habe schon seit Jahrzehnten diese verschissene Drecksttaste verflucht und immer wieder aus der Tastatur gerissen.

Wer um Himmelswillen konnte diese Taste jemals gebrauchen? Das wäre eine Umfrage wert, oder?

Das Problem mit der Feststelltaste wird eben nicht nur durch das Verfehlens der Tabulatortaste ausgelöst sondern eben sehr häufig dadurch, dass der Schreiber meint, durch Druck auf die Umschalttaste die Feststelltaste ausgelöst zu haben, dies aber tatsächlich wegen fehlerhafter Konfiguration nicht geschieht. Und ab da haben wir dann den Zeichensalat, und zwar trotz korrekten Tippens.

Guter Artikel!
Allerdings bevorzuge ich, die Caps-Lock-Taste in ihrer Funktion zu behalten, aber ihre Betätigung durch ein akustisches Signal zu Gehör zu bringen. Dadurch kann ich ein versehentliches Drücken bereits im Keim erennen.

Bei Funktion der Tastatur nach DIN/IEC wird spätestens ab dem nächsten, großgeschriebenen Buchstaben wieder richtig geschrieben und es sind nicht gleich ganze Sätze zu korrigieren. Außerdem funktioniert die Tastatur dann so, wie es jemand erwartet, der mit 10 Fingern schreibt. Bei vielen 10-Fingern-Schreibern beobachtet man während Schreib- und Denkpausen (unbewußt) auch ein Drücken der Umschalttasten. Auch das bewirkt dann ein Zurücksetzen in den normalen Tastaturzustand.
Man verzeihe mir weitere Fehler (Gefächt statt Gefecht).

Korrektur: Im Eifer des Gefächts ist mir ein Fehler unterlaufen. Es muss aktiviert werden: o Umschalttaste drücken.

Helfen Sie mir bitte weiter: Was ändert der DIN/IEC-Umschaltmodus daran, dass ich die Feststelltaste im Alltag versehentlich aktiviere!? :-)
R.Chromow

Und z.B. auch die Normal.dot, und die automatischen Gliederungsfunktionen in MS Word für Windows.

Jepp, und dabei kann er dann auch gleich das lange und das kurze Datumsformat, das Uhrzeitformat (nix a.m., p.m., automatische Sommerzeit) usw. richtig einstellen!

Das ganze Problem dieses Artikels reduziert sich auf ein Minimum wenn Windows richtig installiert wurde und die Feststelltaste nach DIN-Standard (wie bei europäischen Schreibmaschinen) funktioniert und nicht nach IBM-Standard, wie dies häufig bei flächmatischen Installationen geschieht. Bei richtiger Installation löst die Feststelltaste beim Betätigen einer der Hochstelltasten aus, so dass nicht ganze Absätze mit verdreht gemischter Schreibweise geschrieben werden können. Bei der Windowsinstallation wird nämlich gefragt: Zur Deaktivierung der Feststelltaste o Feststelltaste drücken / o Umschalttaste drücken. Ersteres muss aktiviert werden. Die gleiche Einstellung kann per Rechtsklick auf das "DE"-Symbol in der Task-Leiste geändert werden. Hat die EDV-Abteilung bei der Installation geschlampt und dann auch noch die Korrektur der Systemeinstellungen verboten, dann sollte man seinen Administrator anweisen, den PC auf europäische Einstellungen nach DIN/IEC zu konfigurieren.

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