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So werben Sie mit Kurz-URLs

So werben Sie mit sprechenden Internetadressen in Anzeigen, E-Mailsignaturen und auf Visitenkarten

In Zeitungsanzeigen und E-Mail-Signaturen, in Newsletter-Textanzeigen und auf Visitenkarten: Oft muss mit jedem Millimeter und jedem Zeichen gegeizt werden. Dann können Sie mit sprechenden, individuellen Kurz-URLs zusammen mit Verzeichnis-Weiterleitungen viel dafür tun, dass Ihnen die Kurz-Links auch tatsächlich Besucher bringen. Wir zeigen, wie's geht.

Internetseiten sind das ideale Fortsetzungs-Medium für Werbeträger, in denen nur wenig Raum für ausführliche Informationen zur Verfügung steht. Aber haben Sie schon einmal versucht, auf einer Visitenkarte, in einer Kleinanzeige, einer E-Mailsignatur oder einem Newsletter ganz gezielt und werbewirksam URLs unterzubringen, die auf Sonderangebote oder Aktionen, auf neue Produkte, Dienstleistungen oder spezielle Service- und Informationsseiten Ihrer Website verweisen?

Wenn der Link klickbar sein soll, ist mit http://www.ihredomain.de selbst von einer standardmäßig 65 Zeichen breiten E-Mailzeile oft bereits mehr als ein Drittel, manchmal die Hälfte des verfügbaren Platzes verbraucht. Da die aufzurufende Seite noch dazu in den seltensten Fällen mit der Homepage identisch ist, sind mindestens weitere sechs Zeichen (Schrägstrich plus Dateiname) erforderlich: In dem Fall muss dann (beispielsweise) die Zielseite mit den Sonderangeboten oder Arbeitsproben mit einer Kurz-Bezeichnung wie "s.htm" direkt im Wurzelverzeichnis Ihres Webserver liegen.

Automatische Verzeichnis-Weiterleitung

Falls Ihnen das noch zu lang ist und Sie keinen Wert darauf legen, außerhalb Ihrer normalen Datei- und Verzeichnishierarchie einzelne Werbe-Dateien im Root-Directory unterzubringen, dann können Sie Ihren Werbe-Link mit einfachen Mitteln folgendermaßen optimieren:

  • Legen Sie im Wurzelverzeichnis ein neues Unterverzeichnis an - z. B. mit der Bezeichnung "s" (für "Sonderangebot").

  • Speichern Sie dort eine (leere) Index-Datei ("index.htm"), in der Sie eine automatische Weiterleitung auf die "richtige" Sonderangebotsseite installieren. (Das kann dann problemlos ein Hyperlink-Monster von mehreren hundert Zeichen sein.)

  • Für die automatische Weiterleitung genügt ein Eintrag im Head-Bereich der HTML-Datei in folgender Art:
    <meta http-equiv="refresh" content="0; URL=http://...">
    Statt URL=http://... tragen Sie die Adresse des Weiterleitungsziels ein, also zum Beispiel:
    http://www.ihredomain.de/content/vertrieb/sonderangebote/12-2010.htm.

Bild vergrößernSo legen Sie eine automatische Weiterleitung im Head-Bereich einer HTML-Seite an.

Ergebnis: Durch Anklicken des Links ...
http://www.ihredomain.de/s
... wird automatisch (und ohne dass der Besucher eine Verzögerung erkennt) die Datei ...
http://www.ihredomain.de/content/vertrieb/sonderangebote/12-2010.htm
... geöffnet.

Anführungszeichen richtig setzen

Die Stellung des Anführungszeichens ist beim Metatag "refresh" etwas gewöhnungsbedürftig: Achten Sie darauf, dass Sie hinter der Null bei content="0 kein Anführungszeichen eingeben. (Die Null steht übrigens für eine Verzögerungszeit von 0 Sekunden.)

Am besten nutzen Sie gleich die folgende "Kopiervorlage":
<meta http-equiv="refresh" content="0; URL=http://...">

Sprechende URLs

Wenn es Ihnen weniger auf die Kürze als vielmehr auf eine prägnante und gut merkbare Internet-Adresse ankommt, können Sie das beschriebene Verfahren natürlich ebenfalls anwenden: In dem Fall geben Sie dem Weiterleitungs-Verzeichnis einfach einen klangvollen Namen. So verweist zum Beispiel die aussagekräftige Internetadresse ...

http://www.akademie.de/workshops
... auf die in der normalen Serverhierarchie weit entfernte Datei ...
http://www.akademie.de/info-bereich/produkte-lernformen/online-workshops/workshops-nach-termin/index.html

Solche Kurz-URL lassen sich leichter merken, ersparen Besuchern Tipparbeit und verhindern Eingabefehler.

Alternative: Externe URL-Abkürzungen

Sie wollen Adress-Bandwürmer auf die Schnelle vor ungewollten Umbrüchen in E-Mails und Newslettern schützen? Oder für den Einsatz bei Twitter & Co. eindampfen? Für diese und ähnliche Zwecke gibt es kostenlose URL-Abkürzungsdienste wie ...

Die lassen jeden beliebigen Link auf rund 20 bis 25 klickbare Zeichen schrumpfen (z. B. http://bit.ly/c2TgT9). Bei manchen Abkürzungsdiensten kann man die kurzen, aber anonymen Links anschließend sogar noch personalisieren.

Bitte beachten Sie: So praktisch Kurzlinks sein mögen - im Phishing-Zeitalter haben viele Menschen - leider nicht ganz zu Unrecht - Vorbehalte gegenüber kryptischen Internetadressen. Sicherheitsexperten warnen vor unbedachten Klicks auf Internetadressen, deren Ziel nicht erkennbar ist: Die vermeintlichen Abkürzungen könnten direkt in die Internethölle führen.

Weiterer Nachteil aus Sicht des Absenders: Externe Adressabkürzungen sind nicht hundertprozentig zuverlässig und haben allzu oft eine kurze Haltbarkeit. Schon so mancher kostenloser Abkürzungsdienst hat sich sang- und klanglos aus dem Netz verabschiedet - und sämtliche Weiterleitungen mit ins Onlinegrab genommen. Millionen Links führen dann von heute auf morgen ins Leere.

Andererseits haben Adressabkürzungen durch die Statusmeldungen sozialer Netzwerke wie Twitter erst in letzter Zeit so richtig Verbreitung gefunden. Wer dem Kidnapping auf zweifelhafte Webseiten vorbeugen will, kann sich mithilfe von Vorschau-Diensten wie LongURL davon überzeugen, wer oder was sich hinter einer Bonsai-URL verbirgt.

Fazit

Es gibt viele gute Gründe, ellenlange Internetadressen auf ein überschaubares Maß zu kürzen. Die Einsatzzwecke sind vielfältig und werden noch längst nicht ausgeschöpft. Für geschäftliche Zwecke sollten Sie dabei nach Möglichkeit auf eigenhändig erzeugte Lösungen setzen. Externe URL-Abkürzungen sind allenfalls kurzfristig, für interne Zwecke und in Online-Netzwerken empfehlenswert.

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Vielen Dank, für den Hinweis. Doch der vom W3C genannte Grund für den empfohlenen Verzicht auf den "refresh"-Metatag fällt bei Verwendung als simpler URL-Shortener doch nicht ins Gewicht: "Why? because it could break the "back" button." Helfen Sie mir weiter: Wo ist das Problem, wenn die "Zurück"-Schaltfläche in diesem speziellen Anwendungsfall (manuelle URL-Eingabe mit anschließender automatischer Weiterleitung) nicht funktioniert!?
Danke für Ihre Unterstützung und freundliche Grüße
Robert Chromow

Das W3C rät von der Verwendung des Meta-Refresh ab: http://www.w3.org/QA/Tips/reback
Eine Alternative kann ein eigener »URL-Shortener« sein. Dafür gibt es fertige Applikationen, die mit einer geeigneten Domain mehr Vertrauen erwecken können als die generischen Dienste und trotzdem weniger Aufwand mit sich bringen, als im bestehenden Web-Angebot Server-Redirects einzutragen.

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