Gute Mütter sind berufstätig!

Kann man als erfolgreiche Unternehmerin eine gute Mutter sein? Man kann!

Von: Ann Yacobi
Stand: 7. März 2007
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Über die Autorin: Ann Yacobi

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Ann Yacobi arbeitet als freiberufliche Texterin und Autorin in München. Sie schreibt prägnante Texte für Webseiten, Broschüren, Kundenzeitschriften und Pressemitteilungen. Mittelständische Unternehmen, Agenturen und gemeinnützige Organisationen gehören zu ihren Kunden. Daneben konzipiert und entwickelt sie Webseiten für Unternehmen.

Die Politologin war vorher in der Öffentlichkeitsarbeit der Vereinten Nationen tätig und hat für Unternehmen und Agenturen PR-Maßnahmen konzipiert und Texte verfasst. Für mehrere Tageszeitungen hat sie freiberuflich geschrieben.

Ann Yacobi engagiert sich in der Rolf Buscher Stiftung für Bildungsprojekte in Entwicklungsländern. Mehr über Ann Yacobi und ihre Arbeit erfahren Sie auf ihrer Webseite www.text-erfahren.de.

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Bye, bye, Perfektionismus

Bye, bye, Perfektionismus

Es allen recht machen zu wollen, ist ein typisch weibliches Phänomen. Leider sind wir Selbstständigen nicht frei davon. Familie, Beruf und das bisschen Haushalt - alles soll tipptopp sein. Das dauernde Streben nach Perfektionismus führt aber fast zwangsläufig zu Unzufriedenheit und schlechtem Gewissen und manchmal sogar in die Arztpraxis.

Höchste Zeit, delegieren zu lernen und sich vom Perfektionismus zu verabschieden - und zwar am besten, bevor uns alles über den Kopf wächst. Welche Aufgaben im Haushalt können wir abgeben? Wo ist der Partner gefragt? Wo können die Kinder mit anpacken? Es hat noch keinem (größeren) Kind geschadet, den Müll wegzubringen oder die Spülmaschine auszuräumen. Besonderer Einsatz wird vielleicht mit einem Bonus zum Taschengeld oder einer kleinen Überraschung versüßt.

Der gewünschte Nebeneffekt: Unsere Kinder begreifen die Familie früh als Team und die Hausarbeit als gemeinsame Aufgabe. Und das ist sie auch. Sie ist nämlich nicht unser Solo-Stunt vor staunendem Publikum. Wer es sich leisten kann: Das Geld für eine Haushaltshilfe ist gut investiert. In drei Stunden pro Woche erledigt sie das Gröbste. Und wir verbringen die gewonnene Freizeit mit unserer Familie.

Vielleicht müssen wir auch die Einstellung zu bestimmten Arbeitsbereichen ändern. Den Idealzustand gibt es nicht; irgendetwas bleibt immer auf der Strecke. Wenn es die Bügelwäsche ist - nicht schlimm. Wir können getrost unsere Ansprüche an eine perfekte Hausfrau und Mutter herunterschrauben und dieses Idealbild durch das einer erfolgreichen, selbstständigen Mutter ersetzen.

"Heimchen am Herd" - eine Alternative?

Wir Rabenmütter bekommen wenig gesellschaftliche Anerkennung für das, was wir leisten. Im Gegenteil: Wir werden sogar damit konfrontiert, dass wir unsere Kinder ("Die Zukunft unserer Gesellschaft!") vernachlässigen. Was sind die Alternativen? Zu Hause bleiben und sich ausschließlich um Kinder und Haushalt kümmern? Den ganzen Tag mit der Bastelschere hinter dem Kind stehen?

Das Problem: Vollzeitmütter werden meist noch weniger anerkannt. Der Ausdruck "Heimchen am Herd" ist kein Kompliment. Natürlich gibt es Frauen, die in dieser Rolle aufgehen. Wir gehören nicht dazu. Wir wären unzufrieden, weil wir eigentlich lieber arbeiten würden. Wollen wir unseren Kindern eine ständig unzufriedene und missgelaunte Mutter zumuten? Ich glaube nicht. Dann schon lieber eine Rabenmutter.

Unsere größten Kritiker sind meist selbst Mütter. Und da spricht oft der Neid. Wer "Dann muss ich doch keine Kinder in die Welt setzen" über die gespitzten Lippen bringt, ist vielleicht selbst unzufrieden und nicht gut zu sprechen auf eine Mutter, die für ihre Familie sorgt und trotzdem beruflich erfolgreich ist. Wir müssen uns nicht dafür schämen, dass wir in der Selbstständigkeit neben allem Stress auch Anerkennung, finanzielle Unabhängigkeit und soziale Kontakte finden, auf die wir nicht verzichten wollen.

Fazit

Sicherlich sind fehlende Betreuungsplätze ein Problem für alle arbeitenden Mütter. Mit staatlicher Unterstützung wird diese Misere irgendwann hinter uns liegen. Es sind jedoch vor allem überholte Vorstellungen der Mutterrolle - unsere eigenen und die unserer Umgebung - die uns den Alltag unnötig schwer machen. Das schlechte Gewissen entsteht im Kopf.

Wir alle müssen eine gewisse Toleranz lernen und aufhören, andere zu bewerten und zu beurteilen. Es ist weder besser noch schlechter, nach der Geburt eines Kindes zu Hause zu bleiben oder wieder arbeiten zu gehen. Viel wichtiger ist, dass es den Kindern gut geht - mit der einen oder der anderen Lösung. Kinder sind flexibel und können sich gut anpassen. Was sie hingegen nicht gut vertragen, sind unzufriedene Mütter und Väter.

Persönlichkeit und Lebensqualität der Eltern beeinflussen die Kinder mehr als die Dauer der miteinander verbrachten Zeit. Unsere Kinder können nur glücklich sein, wenn wir es sind. Bei uns gehört dazu die berufliche Selbstständigkeit. Bei aller Liebe zum Kind: Unsere Arbeit ist wichtig! Solange die Prioritäten zwischen Familie und Beruf im Gleichgewicht bleiben, wird keine Seite wirklich vernachlässigt.

Übrigens: Die Rabenmutter gehört zu den fürsorglichsten der gesamten Vogelwelt...

  • Bauer, Petra und Matejcek, Karina: Mama im Job. Familie managen. Karriere gestalten. Alltag organisieren. Redline Wirtschaft bei ueberreuter, 2004. Jede Menge praktische Tipps, um die Herausforderungen des Alltags zu bestehen. Checklisten, Erfahrungsberichte, Buch- und Linktipps für angestellte und selbstständige Mütter.

  • Radisch, Iris: Die Schule der Frauen. Wie wir die Familie neu erfinden. DVA, 2007. Ein Essay über die Zukunft der Familie und die Rolle der Frau. Unbequeme Wahrheiten, neue Perspektiven und persönliche Erfahrungen einer der erfolgreichsten Journalistinnen Deutschlands.

  • Herrad Schenk: Wieviel Mutter braucht der Mensch? Der Mythos von der guten Mutter. Rowohlt Taschenbuch, 1998. Historische und aktuelle Aspekte des spezifisch deutschen Mutterbildes.

  • Verband berufstätiger Mütter: Der Verband setzt sich dafür ein, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch für Frauen in Deutschland selbstverständlich zu machen. Tipps, Themen, Foren, Austausch für berufstätige Mütter. (http://www.berufstaetige-muetter.de)

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Entschuldigung, aber ich habe selten so einen gequirlten Blödsinn gelesen. Das ist reine Phantasie. Bitte Quellen!!!

Warum nicht mehr Phantasie und weniger Quellen? Es geht doch um eine Sichtweise, nicht ums Zitieren!

klasse geschrieben! spiegelt genau die Meinung vielen jungen Muttern.

Vielen Dank für diesen tollen Beitrag. Der gibt mir als berufstätige Mutter wieder Mut. Und doch, es steckt viel Wahrheit in diesem Text, bestätige ich aus eigener Erfahrung. Vielen Dank Frau Yakobi!!!!

Perfectionistische ZUHAUSE SITZENDE Mütter sind schlechte Mütter. Sie telefonieren mit der Freundin, gehen einkaufen und so weiter und die Kinder suchen verzweifelt nach aufmerksamkeit. Und das bei NICHT ARBEITENDE Mutter!!!! Diese Frauen haben einfach nichts im Leben erreicht.Sie selber konnten nicht auf die Beine stellen, daher müßen sie andere Frau, die ihren Traum lebt und gut ihre Kinder und Familie versorgt schlecht machen. Das ist reinste neid.

Es ist meistens nicht nur die Meinung der Gesellschaft, die es Frauen im Beruf schwer macht, auch die Firmen selbst wollen meistens keine Mütter. Hab dazu auch einen interessanten Artikel gelesen:http://www.betreutblog.de/2011-05-10-working-mum/
Ich finde auch die Anregung zum Betriebskindergarten sehr wichtig. So könnte man z.B. in der Mittagspause nach dem Kind sehen, wenn man will. Das ist etwas, das an Universitäten bereits praktiziert wird, aber leider in zu wenig Unternehmen.