Abwechslungsreiche Geschäfts- und Finanzberichten schreiben

Sachlichkeit muss nicht langweilig sein. Wir zeigen, wie sich Zahlen und Fakten in leserfreundliche Texte verwandeln lassen

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Stand: 17. April 2010

Projektberichte, Finanzberichte, Jahresberichte, Geschäftsberichte - alleine das Wort "Bericht" vergällt vielen bereits die Lust am Lesen. Bei Berichten geht es natürlich um Informationen, die objektiv und sachlich transportiert werden sollen. Sachlichkeit muss jedoch nicht zwangsläufig langweilig sein. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Zahlen und Fakten in leserfreundliche Texte umwandeln.

Viele Finanz- und Geschäftsberichte lesen sich so, als wäre das Schreiben reiner Selbstzweck gewesen. Schließlich mag kein Leser sich durch Satzmonster fräsen, niemand mag einen stocksteifen Stil, in dem "durchgeführt und umgesetzt wird" und "entgegengebrachtes Vertrauen" auf "gewährte Unterstützung" trifft. Machen Sie es anders - machen Sie es dem Leser möglichst leicht, die ohnehin meist schwierige Kost aus Zahlen und Fakten zu verdauen, in dem Sie das Ganze sprachlich apart anrichten.

Aktiv schreiben - Passiv vermeiden

Passive Satzstrukturen haben oft einen faden Beigeschmack. Es klingt dann so, als wäre ein Unternehmen ferngesteuert statt selbstbestimmt, und das Management würde nur geschehen lassen, als selbst aktiv zu werden. Ist das die Wirkung, die man beim potenziellen Investor, dem Aktionär oder der breiten Öffentlichkeit erreichen will? Sicher nicht.

Beispiel:

"Bei den Fondsanlagen wurde ein umfangreicher Umstrukturierungsprozess begonnen. Bisherige Asset Manager wurden teilweise durch neue spezialisierte Asset Manager ersetzt. Unter anderem wurde erstmalig ein Immobilienspezialfonds aufgelegt. Die neuen Asset-Management-Mandate wurden überwiegend in Masterfonds eingebracht."

Besser: "Bei den Fondsanlagen hat das Unternehmen eine umfangreiche Umstrukturierung angestoßen: Spezialisten ersetzen dabei die bisherigen Asset Manager, gleichzeitig wurde erstmalig ein Immobilienspezialfonds aufgelegt. Zusätzlich hat Musterfirma die neuen Asset-Management-Mandate überwiegend in Masterfonds eingebracht."

Sicher, ganz ohne "wurde" geht es nicht. Das muss es auch gar nicht, denn manchmal macht das Passiv durchaus Sinn. Zum Beispiel, wenn man den Akteur nicht explizit nennen will, es der Zusammenhang schlichtweg erfordert oder eine Satzkonstruktion dadurch einfacher und verständlicher wird.

Es gilt: Die gute Mischung zwischen aktiv und passiv macht Texte lebendig und abwechslungsreich.

Wortwiederholungen

Nutzen Sie die sprachlichen Möglichkeit! Der Leser wird sich freuen. Ein Beispiel: Für das Wort "erhöhen" gibt es viele Synonyme: vom simplen "steigen" über "wachsen" bis hin zum schon etwas extravagant anmutenden "klettern".

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Man kann es mit der angestrengten Reinhaltung der deutschen Sprache auch übertreiben.

> manchmal macht das Passiv durchaus Sinn ...

Nicht wirklich, oder? :-(
"Stop Making Sense ... Minderheitensprache Denglisch" Zitat Sebastian Sick (Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod)

> Damit die spätere Wiedereingliederung in das Berufsleben leichter gelingt!

Auch mit Ausrufezeichen wird kein guter ganzer Satz draus.

Ah - hier wird's konkret. Nicht, dass ich als Texterin nicht wüsste, wie's geht. Die konkreten Beispiele sind aber gerade auch für Routiniers interessant und anschaulich. Danke!

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