ELSTER mit Signatur: Steueranmeldungen und Steuererklärungen ans Finanzamt übermitteln

Schritt für Schritt: So übertragen Sie Ihre Steuerdaten elektronisch signiert ans Finanzamt

Von: Robert Chromow
Stand: 2. März 2015 (aktualisiert)
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Auch Solo-Selbstständige und Kleinunternehmer sind inzwischen verpflichtet, ihre Steuerdaten auf elektronischem Weg ans Finanzamt zu übertragen. Mehr noch: Steuer(vor)anmeldungen, Einnahmenüberschussrechnungen und alle wichtigen Jahressteuererklärungen müssen mittlerweile "authentifiziert übermittelt" werden. Wir zeigen, wie das authentifizierte Elstern funktioniert.

Finanzämter erkennen elektronische Steuerdatenübermittlungen grundsätzlich nur noch "in authentifizierter Form" an. Für Freiberufler und Kleingewerbetreibende gilt das zum Beispiel für die folgenden Steuerdatenübermittlungen:

  • Umsatzsteuer-Voranmeldungen,

  • Anträge auf Dauerfristverlängerung, Anmeldungen von Sondervorauszahlungen und zusammenfassende Meldungen,

  • Lohnsteuer-Anmeldungen

  • Einnahmenüberschussrechnungen (= "Anlage EÜR"),

  • Einkommen- und Umsatzsteuererklärungen.

Die Authentifizierung erfolgt mithilfe einer elektronischen Signatur. Handschriftliche Bestätigungen elektronischer Übermittlungen sind in den genannten Fällen nicht mehr vorgesehen. Eine dreiseitige Tabelle mit sämtlichen Steuerdaten-Übermittlungen, die eine elektronische Authentifizierung erfordern, steht im bundesweiten Finanzamts-Portal "ElsterOnline" zum Download bereit (PDF, 35 KB).

Anerkannte Signaturverfahren

Als elektronische Signatur akzeptiert der Fiskus

  • sowohl die amtlichen Elster-Zertifikate

  • als auch qualifizierte Chipkarten-Signaturen anerkannter Zertifizierungsdiensteanbieter wie "S-Trust" (der Sparkassen), "D-Trust" (der Bundesdruckerei) oder auch die der Steuerberater-Organisation DATEV. Sofern die Signaturfunktion freigeschaltet ist, können Sie Ihre Steuererklärungen sogar mit der Geldkarte elektronisch signieren.

Mit dem elektronischen Personalausweis können Steueranmeldungen und Steuererklärungen hingegen nicht direkt signiert werden. Vorausgesetzt, die Signaturfunktion ist freigeschaltet, verkürzt der elektronische Personalausweis lediglich die Beantragung des Elsterzertifikats.

Wichtig: Bevor Sie mit einer bereits vorhandenen Signatur-Chipkarte anderer Zertifizierer Steuerdaten-Übermittlungen authentifizieren können, ist eine Registrierung bei ElsterOnline erforderlich. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite "Vorhandene Signatur-Hardware nutzen".

Bitte beachten Sie: Von der Finanzverwaltung nicht anerkannt sind einfache digitale Signaturen auf Basis der Public-/Private-Key-Technik (wie die auf Basis von PGP bzw. GnuPG). Schon gar nicht ausreichend sind einfache Text-"Signaturen", wie sie häufig am Ende von E-Mails zu finden sind.

Welcher Übermittlungsweg mit welcher Signatur?

Ein Patentrezept für den besten Übermittlungsweg und das beste Signaturverfahren gibt es nicht. Daher nur so viel:

  • Falls Sie noch keine elektronische Signatur haben, sind Sie mit dem kostenlosen ElsterBasis-Signaturzertifikat gut bedient.

  • Wenn Sie bereits über ein ElsterBasis-Signaturzertifikat verfügen, können Sie damit selbstverständlich auch die Datenübermittlungen ans Finanzamt authentifizieren.

  • Wer bereits eine Signatur-Chipkarte oder eine signaturtaugliche Geldkarte besitzt, sollte den Versuch einer Registrierung bei ElsterOnline durchaus wagen. Versteifen Sie sich aber nicht darauf: Falls dabei (wie zu erwarten) Probleme auftreten, beantragen Sie einfach zusätzlich ein kostenloses ElsterBasis-Signaturzertifikat. Sobald die absehbaren Kinderkrankheiten behoben sind, können Sie Ihre Steuerdatenübermittlungen immer noch auf die Chipkarten- oder Geldkarten-Signatur umstellen.

Bleibt noch die Frage nach dem optimalen Übermittlungsweg:

  • Falls Sie mit einer Steuer- oder Buchführungssoftware arbeiten, mit der authentifizierte Steuerdaten-Übermittlungen ans Finanzamt möglich sind, halten Sie daran sinnvollerweise fest. Das ElsterOnline-Portal nutzen Sie dann nur einmalig dafür, um das erforderliche Elster-Signaturzertifikat zu beantragen oder eine bereits vorhandene Signatur-Chipkarte zu registrieren.

  • Wenn Sie noch keine Steuer- oder Buchführungssoftware einsetzen und Ihnen die Vorstellung widerstrebt, Ihre sensiblen Einkommens- und Finanzdaten einem Online-Portal anzuvertrauen, nutzen Sie die amtliche Steuersoftware "ElsterFormular".

  • In allen anderen Fällen sind die sichere Datenerfassung und Datenübermittlung aber auch über den "Privaten Bereich" der "ElsterOnline"-Plattform möglich. Am besten probieren Sie's am Beispiel der nächsten Umsatzsteuervoranmeldung einfach einmal aus.

Kapitel-Übersicht

Damit Sie sich auf den folgenden Seiten besser zurechtfinden, hier die wichtigsten Inhalte im Überblick:

  • Sie haben noch keine elektronische Signatur? Im ersten Kapitel erfahren Sie, wie Sie das kostenlose ElsterBasis-Signaturzertifikat beantragen.

  • Im zweiten Kapitel erklären wir den häufigsten Signaturfall: die Umsatzsteuervoranmeldung. Je nachdem, welche Signatur Sie verwenden und auf welchem Weg Sie Ihre Umsatzsteuervoranmeldungen übermitteln wollen, unterscheiden wir dort die folgenden Szenarien:

    • UStVA mit ElsterBasis-Zertifikat über das Finanzamts-Portal "ElsterOnline",

    • UStVA mit ElsterBasis-Zertifikat mithilfe der Finanzamts-Software "ElsterFormular" und

    • UStVA mit Signatur-Chipkarte via ElsterFormular.

  • Im dritten Kapitel ist das Signaturverfahren exemplarisch für weitere Steueranträge und Steueranmeldungen beschrieben. Auch hier wird unterschieden zwischen der Übermittlung via "ElsterOnline" und "ElsterFormular".

  • Im vierten Kapitel erfahren Sie, wie Sie Ihr Signatur-Zertifikat nutzen, um private und/oder betriebliche Steuererklärungen elektronisch signiert ans Finanzamt zu übermitteln.

  • Links zu weiterführenden Artikeln rund um die erwähnten Steuer(vor)anmeldungen und Steuererklärungen finden Sie im fünften und letzten Kapitel.

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Elster

Bei Elster Online kann man eine Steuerberechnung durchführen, bevor man die Erklärung online versendet. Eine steuerberatende Funktion hat es leider nicht. Das ist ein kleiner Nachteil. Die Plausibilitätsprüfung ist keine wirkliche beratende Funktion, sondern macht nur auf "formelle Fehler" aufmerksam.

Elster ist nur für Personen geeignet, die Steuererklärungsvordrucke auch ohne detaillierte Hilfe ausfüllen können. Es gibt aber auch Steuerprogramme, bei denen die Steuererklärung online über Elster übertragen wird und zusätzlich noch beim Ausfüllen der Formulare unterstützen.

Auch bei der Anlage KAP (Einkünfte aus Kapitalvermögen)ist das nicht anders. Auf der Seite http://www.geld-tipps.org/lexikon/nv-bescheinigung.html kann man sich über Nichtveranlagungsbescheinigungen informieren.

Elster online = bescheidene Usability

Leider ist es um die Benutzbarkeit des Elsterportals nicht sonderlich gut bestellt. Eingabehilfen sind auf das absolute Minimum reduziert. Das hat seit Jahren Tradition. Die Finanzbehörden beschäftigen zwar ausreichend Programmierer, leisten sich aber offensichtlich keinen UI-Experten. Immerhin ist man 2012 von Java abgerückt. Man kann seitdem auch mit dem Mac rein. Vorher gab es da viel Ärger. Empfehlen würde ich das aber nach wie vor nur für den Notfall. Gute Gründe finden sich zu hauf für eine ordentliche Software, vgl. u.a. http://www.ratgeber-geld-sparen.de/finanzen/steuererklaerung.html - Zertifikat besorgen und fertig. Das hat auch den Charme, dass die Software hinterher auch beim Interpretieren des Bescheids hilft: Seit 2 Jahren stellt die Behörde den Steuerbescheid zum elektronischen Abruf bereit. Sofern man das in der Erklärung angekeuzt hat. Das sollte man nutzen!

Was ist mit den AGB?

Um Elster nutzen zu können, müssen die AGB akzeptiert werden.
Was, wenn man sich weigert?

Das ist Nötigung!

Signatur mit Personalausweis

Diese Funktion ist (heute, am 3.1.2013) noch immer Zukunftsmusik, wie mir soeben vom BMI bestätigt wurde. Auf der CeBIT wird vielleicht ein Pilotprojekt vorgestellt werden. Es wird hier noch erbärmlicher gemanaged als bei der eGK - Murks und Pfusch, wohin man sieht...

Antwort: Signatur mit Personalausweis

Hallo,
vielen Dank für die Rückmeldung und die Zusatzinformation.
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

ElsterApp und ElsterCloud

Vielen Dank für die Erklärungen, die kann man ja mal tatsächlich nachvollziehen Übrigens soll schon ab 2014 komplett alles über ElsterOnline laufen verpflichtend, alles auch alle Steuererklärungen Und zum Belege-Sammeln gibt es eine Handy-App damit lässt sich alles in so eine Art Dropbox rein sammeln, vorher fotografieren, also jeden Kassenzettel gleich an der Kasse einscannen per iPhone. Also wie ein Schuhkarton quasi nur eben im Internet. Heise.de hat dazu geschrieben http://www.heise.de/newsticker/meldung/Steuererklaerung-Elster-fliegt-in... Ohne iPhone kann man bald nicht mal mehr Steuern zahlen und ist dann echt nicht mehr gesellschaftsfähig.

Und was genau hat das Ganze

Und was genau hat das Ganze jetzt mit einem _iPhone_ zu tun? *kopfschüttel*

Antwort: Und was genau hat das Ganze

Guten Tag,
ich weiß nicht, worauf sich Ihre Frage bezieht: Im Elster-Artikel ist an keiner Stelle von iPhones oder anderen Smartphones die Rede. Soweit ich es erkennen kann, taucht das Stichwort "iPhone" nur im Gast-Kommentar "ElsterApp und ElsterCloud" vom November 2012 auf:
http://www.akademie.de/wissen/steueranmeldung-steuererklaerung-elster-si...
Dort ging es um Sinn und Unsinn des (vermeintlich obligatorischen) Beleg-Scannens per Smartphone. Aber keine Sorge: Dass man ohne iPhone "bald nicht mal mehr Steuern zahlen" kann, ist wenig wahrscheinlich. Da ist Schäuble vor. :-)

Viele Grüße
Robert Chromow

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