Steuern sparen - Arbeitszimmer "vermieten"

Vermieten Sie Ihr Arbeitszimmer an Ihren Arbeitgeber!

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Stand: 20. August 2010 (aktualisiert)

Ersetzt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Kosten für ein Arbeitszimmer in dessen Wohnung, so ist das steuer- und beitragspflichtiger Arbeitslohn. Vermietet der Arbeitnehmer hingegen ein Zimmer in der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus an seinen Arbeitgeber, so handelt es sich um Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung - und eben NICHT um Arbeitslohn! Alle mit dem Büroraum zusammenhängenden Aufwendungen können als Werbungskosten abgezogen werden. Vorteil: Die für ein häusliches Arbeitszimmer geltende Obergrenze von 1.250 Euro hat in diesem Fall keine Bedeutung.

Abzugsverbot teilweise verfassungswidrig

(30.07.2010) Das Bundesverfassungsgericht hat die rigiden Regelungen über die steuerliche Absetzbarkeit eines häuslichen Arbeitszimmers teilweise für verfassungswidrig erklärt. Wer also seine Arbeitszimmerkosten ungeachtet der Gesetzeslage in den Steuererklärungen für die Jahre 2007 bis 2009 eingetragen hat, darf sich auf eine ordentliche Steuererstattung freuen. Unter Umständen können Ansprüche sogar noch nachträglich geltend gemacht werden: "Bundesverfassungsgericht kippt Abzugsverbot für häusliche Arbeitszimmer: Was Sie jetzt tun sollten".

Arbeitgeberersatz

Ersetzt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Kosten für ein Arbeitszimmer in dessen eigener oder gemieteter Wohnung, so ist dieser Betrag Bestandteil des steuer- und beitragspflichtigen Arbeitslohns.

Ersetzt der Arbeitgeber nicht nur die Kosten für das Arbeitszimmer (Miete, Heizung, Strom, Einrichtung), sondern auch die Aufwendungen für das Telefon, Faxgerät, Computer mit Internetanschluss, Kopiergerät, so gilt Folgendes:

  • Telefon/Faxgerät: Inwieweit der Arbeitgeberersatz steuer- und beitragsfrei ist, richtet sich nach den im Beitrag "Private und berufliche Nutzung von Telefon, Handy & Co." dargestellten Grundsätzen.

  • Computer mit Internetanschluss: Bei einem vom Arbeitgeber leihweise überlassenen Computer mit Internetanschluss ist nicht nur die berufliche, sondern auch die private Nutzung steuerfrei.

    Übereignet der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer einen Computer, so gehört der Wert dieses Sachbezugs zum steuer- und beitragspflichtigen Arbeitslohn und zwar auch dann, wenn der Computer zu 100 % beruflich genutzt wird.

    Der Arbeitgeber kann den Wert des übereigneten Computers pauschal mit 25 % versteuern. Die Pauschalversteuerung löst Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung aus. Durch die Pauschalierung der Lohnsteuer mit 25% verliert der Arbeitnehmer den Werbungskostenabzug. Wird der Wert des "geschenkten" Computers dagegen nicht pauschal, sondern durch Hinzurechnung zum laufenden Arbeitslohn "normal" versteuert, kann der Arbeitnehmer Werbungskosten bei seiner Veranlagung zur Einkommensteuer geltend machen.

  • Fotokopiergerät: Ersetzt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Aufwendungen für ein Fotokopiergerät, ist der Arbeitgeberersatz steuer- und beitragspflichtig. Der Arbeitnehmer kann Werbungskosten bei seiner Veranlagung zur Einkommensteuer geltend machen, soweit er das Fotokopiergerät beruflich nutzt.

  • Zinsloses Arbeitgeberdarlehen: Gibt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer ein unverzinsliches Darlehen zur Beschaffung der Einrichtung für ein häusliches Arbeitszimmer, so ist der geldwerte Vorteil aus der Unverzinslichkeit des Darlehens steuer- und beitragsfrei, solange das Darlehen 2.600 Euro nicht übersteigt.

Mietverhältnis mit dem Arbeitgeber

Um die Abzugsbeschränkung des häuslichen Arbeitszimmers auf 1.250 Euro zu umgehen, werden verschiedentlich Mietverträge mit dem Arbeitgeber über das häusliche Arbeitszimmer abgeschlossen. Die Mieteinnahmen werden als Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung erklärt, als Werbungskosten bei Vermietung und Verpachtung werden die vollen Kosten des häuslichen Arbeitszimmers - also ohne Berücksichtigung der Abzugsbeschränkung auf 1.250 Euro - geltend gemacht.

Begrenzter Abzug bis zu 1.250 Euro

Der Gesetzgeber hat für zwei Fälle einen begrenzten Abzug bis zur Höhe von 1.250 Euro zugelassen:

  • Die berufliche Nutzung des Arbeitszimmers beansprucht mehr als 50 Prozent der gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit.

  • Der Arbeitgeber hat den für die berufliche Tätigkeit erforderlichen Arbeitsplatz nicht zur Verfügung gestellt.

Die Finanzverwaltung hat früher Mietverträge, die der Arbeitgeber mit seinen Arbeitnehmern zur Überlassung von häuslichen Arbeitszimmern abgeschlossen hatte, nicht anerkannt. Das galt auch dann, wenn der Ehegatte des Arbeitnehmers Miteigentümer oder Alleineigentümer des häuslichen Arbeitszimmers (also der Wohnung) war. Der Bundesfinanzhof hat hierzu Folgendes entschieden:

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Über den Autor:

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Josef Ellenrieder, Jahrgang 1943, Diplom Betriebswirt FH, lehrt an diversen Fachhochschulen, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern die Themen: Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Rechnungs ...

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