Mehr Marketing! Warum Marketing für Einzel- und Kleinunternehmer überlebenswichtig ist

Marketing ist mehr als nur eine Verkaufshilfe. Denn Marketing sichert das Überleben Ihres Unternehmens!

Von: Hans-Jürgen Borchardt
Stand: 14. September 2011
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Über den Autor: Hans-Jürgen Borchardt

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Hans-Jürgen Borchardt ist seit 1967 selbstständiger Marketingberater. Er berät mittelständische Unternehmen, vorwiegend im Handel und Handwerk in Deutschland, Schweiz und den Niederlanden. Seit über 20 Jahren veröffentlicht H.-J. Borchardt zudem Fachbeiträge.

H.-J. Borchardt war Gründer und Präsident des Marketingclubs Nordhessen und war 22 Jahre Beauftragter des Landes Hessen für Ausbildungsfragen für Werbekaufleute. Neun Jahre leitete er die Akademie für Absatzwirtschaft. Parallel dozierte er an der Fachhochschule Fulda und hielt Marketing-Seminare für den RKW Hessen und die IHK Kassel. H.-J. Borchardt erhielt die Ehren-Plakette der IHK Kassel für die Förderung des Nachwuchses.

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5 Unternehmensformen der Zukunft

Für viele Unternehmer ist "Marketing" eine reine Verkaufshilfe und dient lediglich der Absatzsteigerung. Marketing ist aber mehr als das. Marketing heißt vor allem, sich an einer zentralen Strategie auszurichten, die das Überleben des Unternehmens sichert.

Klar ist: Egal welche Branche - die (Qualitäts-) Unterschiede zwischen einzelnen Unternehmen und Anbietern werden immer geringer. Weil das so ist, werden nur fünf Unternehmensformen den Wettbewerb überleben.

  1. Das Universalunternehmen
    Dieses arbeitet mit mindestens 20 Mitarbeiter/innen. Der/die Inhaber/in arbeitet nicht mehr direkt vor Ort mit, sondern konzentriert sich auf die Führung des Unternehmens. Gewinnung und Beratung von Interessenten, Kundenpflege sowie Führung und Motivation der Mitarbeiter sind seine wichtigsten Aufgaben. Qualitätskontrolle, Buchhaltung, Terminplanung etc. sind primär Aufgaben seiner Mitarbeiter. Das gut geführte Unternehmen erwirtschaftet ausreichend Gewinn. Die technische Ausrüstung und die Auswahl der Mitarbeiter sind so ausgelegt, dass möglichst viele unterschiedliche Arbeiten bewältigt werden können.

  2. Das Familienunternehmen
    Diese Unternehmensform ist nicht ausrottbar, da hier betriebswirtschaftliches Denken nicht verbreitet ist/nicht zwingend angewendet wird (werden muss). Die Familienmitglieder arbeiten nicht nach Tariflohn, sondern "leben" (meistens eher recht und schlecht) von den Erlösen. Die fortlaufende Modernisierung des Unternehmens wird nicht systematisch geplant, sondern ergibt sich je nach Auftragslage und Gewinn. Da Zeit keine Rolle spielt, sondern am Ende immer nur der Rechnungsbetrag gesehen wird, können diese Unternehmen bei Bedarf in fast jeden Preis einsteigen und trotzdem Krisen überstehen.

  3. Der Spezialist
    Spezial- oder Nischenunternehmen wird es immer geben. Dabei spielt es keine Rolle, worin der Schwerpunkt liegt. Entscheidend ist, dass sich das Unternehmen im Bewusstsein der Interessenten/Kunden als Spezialist positioniert hat. Ob das eine Schreinerei als Treppenbaubetrieb oder ein Restaurant für Vegetarier oder ein Einzelhandelsgeschäft für PCs und Laptops ist, spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass das Unternehmen seine Kompetenz überzeugend vermarktet und als Spezialist akzeptiert wird. Entscheidend ist, ob die angestrebte oder besetzte Nische genügend Marktpotential bietet. Wenn das der Fall ist und die vorhandenen Alternativen deutlich dargestellt werden, ist permanent genügend Nachfrage vorhanden. Unternehmen dieser Art verfügen über den entscheidenden Vorteil, dass der Preis nicht das Argument ist. Wird ein Unternehmen als Spezialist anerkannt, ist der Preis von untergeordneter Bedeutung. Der Kunde will eine besonders qualifizierte Leistung und ist bereit, dafür überdurchschnittlich zu zahlen.

  4. Das Hochpreisunternehmen
    In jedem Marktsegment gibt es mindestens einen Preisführer. Er hat sich den Ruf erworben, besonders gute Arbeit zu leisten oder eine ausgezeichnete Beratung oder einen perfekten Service zu bieten; Leistungen, die Wettbewerber nicht bieten wollen oder können. Kunden, die diese Unternehmen beauftragen, wissen, dass sie mehr zahlen müssen. Dieser Mehrpreis wird akzeptiert, weil man diese Mehr-Leistung will. Beispiele gibt es in Hülle und Fülle und jeder kennt diese Unternehmen, die Preise realisieren, die man selbst nicht erzielt.

  5. Der Zulieferer
    Zulieferer sind im Allgemeinen hoch spezialisierte und automatisierte Unternehmen, die sich auf wenige Produkte für große Hersteller konzentrieren. Diese Firmen sind dann erfolgreich und kaum austauschbar, wenn sie sich vom Teile-Lieferanten zum System-Lieferanten entwickeln.

Hinzu kommt die immer größer werdende Zahl der Franchiseangebote und Franchiseunternehmen. Aber auch hier ist, wie die Zahl der Liquidationen zeigt, die Situation nicht sehr viel besser. Den Existenzgründern bzw. den Firmeninhabern wird zwar die Unternehmensführung in vielen Bereichen erleichtert, ob aber das Unternehmen an dem gewählten Standort, mit dem vorgegebenen Angebot und den vorhandenen Mitarbeitern erfolgreich ist, ist eine völlig andere Frage.

Wie auch immer: Je eher Sie sich entscheiden, zu welchem Typ Unternehmenstyp Sie gehören wollen, desto größer wird Ihr Vorsprung vor den Anderen sein.

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