Versicherungspflicht von Studenten: Werkstudenten und Sozialversicherung

Was Sie wissen müssen, wenn Sie Studierende beschäftigen - als Werkstudenten, im Rahmen eines dualen Studiengangs oder für den Studienabschluss.

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Stand: 11. März 2013 (aktualisiert)

Lohnsteuer

Studenten, die neben ihrem Studium eine Beschäftigung ausüben, gelten als Arbeitnehmer mit steuerpflichtigem Arbeitslohn. In der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung sind die Studierenden in den meisten Fällen von der Versicherungspflicht befreit. Für die Rentenversicherung befreit sind sie dagegen nur, wenn es sich um eine entgeltlich oder zeitlich geringfügige Beschäftigung handelt. Wir erläutern, in welchen Fällen was zutrifft - inklusive Merkblatt zum Download.

Die Regelungen für geringfügig entlohnte (Dauer-)Beschäftigungsverhältnisse gelten auch für Studenten. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber für einen Studenten, der ab 2013 einen sog. 450-Euro-Job ausübt, einen pauschalen Arbeitgeberbeitrag zur Rentenversicherung in Höhe von 15 Prozent und einen pauschalen Arbeitgeberbeitrag zur Krankenversicherung in Höhe von 13 Prozent zahlen muss. Der pauschale Beitrag zur Krankenversicherung in Höhe von 13 Prozent entfällt nur dann, wenn der Student nicht in einer gesetzlichen Krankenversicherung (mit)versichert ist.

Wird ein Student im Rahmen der sog. 20-Stunden-Grenze gegen ein Arbeitsentgelt von mehr als 450 Euro monatlich beschäftigt, so ist der Student in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei, wohingegen in der Rentenversicherung die Versicherungspflicht eintritt, das heißt, Arbeitgeber und Arbeitnehmer tragen den Beitrag zur Rentenversicherung je zur Hälfte. Gleiches gilt, wenn der Student mehrere 450-Euro-Jobs nebeneinander ausübt und deshalb die 450-Euro-Grenze überschreitet.

Lohnsteuerliche Behandlung

Studenten, die als sog. Werkstudenten neben ihrem Studium arbeiten, sind Arbeitnehmer. Sie unterliegen mit ihrem Arbeitslohn dem Lohnsteuerabzug nach den allgemeinen Vorschriften. Zur Durchführung des Lohnsteuerabzugs benötigt der Arbeitgeber die individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmale des Arbeitnehmers (Steuerklasse, Zahl der Kinderfreibeträge, Religionszugehörigkeit, Steuerfreibetrag usw.). Studenten, die im Kalenderjahr 2013 erstmals eine Beschäftigung aufnehmen, müssen ihrem Arbeitgeber eine amtliche "Bescheinigung für den Lohnsteuerabzug 2013" vorlegen. Diese Bescheinigung stellt das Wohnsitzfinanzamt auf Antrag aus. Die Bescheinigung weist im Regelfall die Steuerklasse I und die Religionszugehörigkeit (z. B. "rk") aus. Eine Ausnahme von der Besteuerung nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen des Studenten ist nur dann möglich, wenn es sich um eine Aushilfs- oder Teilzeitbeschäftigung handelt, für die eine Pauschalierung der Lohnsteuer in Betracht kommt. Aber auch bei einer Pauschalierung der Lohnsteuer mit 2-% für Minijobs ist bei Studenten der Lohnsteuerabzug nach Steuerklasse I der Regelfall, weil bei Anwendung der Steuerklasse I im Kalenderjahr 2013 ein Monatslohn in Höhe von 920 € steuerfrei bleibt. Der Student spart sich damit die 2 %ige pauschale Lohnsteuer.

Bei höheren Monatslöhnen führt die Anwendung der Steuerklasse I zum Lohnsteuerabzug. Dies ist aber in den meisten Fällen kein Problem, weil die einbehaltene Lohnsteuer nach Ablauf des Kalenderjahrs vom Finanzamt wieder erstattet wird, wenn die Jahresarbeitslohngrenze, bis zu der bei einer Veranlagung zur Einkommensteuer nach Ablauf des Kalenderjahrs keine Einkommensteuer anfällt, nicht überschritten wird. Die Jahresarbeitslohngrenze, bis zu der bei Studenten im Kalenderjahr 2013 keine Einkommensteuer anfällt, errechnet sich wie folgt:

Ein Student arbeitet im Juni, Juli, August und September des Kalenderjahres 2013 für einen Monatslohn von 2.000 Euro. Er legt dem Arbeitgeber eine Lohnsteuerkarte mit der Steuerklasse I vor. Der Arbeitgeber hat nach der Monatstabelle an Lohn- und Kirchensteuer sowie Solidaritätszuschlag einzubehalten:

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Über den Autor:

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Josef Ellenrieder, Jahrgang 1943, Diplom Betriebswirt FH, lehrt an diversen Fachhochschulen, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern die Themen: Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Rechnungs ...

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