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Raus aus der Angestellten-Perspektive: Selbstständige Dienstleister brauchen tragfähige Honorare

Stundenätze müssen so berechnet werden, dass sie die Selbstständigkeit auch wirklich tragen.

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Stand: 12. Juli 2016 (aktualisiert)

Ohne realistisch kalkulierte Honorare laufen Selbstständige Gefahr, finanziell eine böse Überraschung zu erleben. Wir erläutern den bemerkenswerten Unterschied zwischen dem Gehalt von Angestellten und Honoraren von Selbstständigen. Und mit unserem Online-Stundensatzrechner können Sie im Handumdrehen eine eigene, belastbare Kalkulation erstellen.

Wenn Dienstleister sich nach Jahren als Angestellte selbstständig machen, verführt sie der Angestellten-Blickwinkel anfänglich oft zu unrealistisch niedrigen Angebotspreisen. Wenn dann die ersten Umsatz- und Einkommensteuerbescheide auf dem Tisch liegen (oft mit großer zeitlicher Verzögerung), reibt sich mancher erstaunt die Augen. Viele Jungunternehmer können froh sein, wenn sie unterm Strich dann wenigstens noch mit schwarzen Zahlen und einem blauen Auge davonkommen.

Stundensatz-Rechner als Web-App: Binnnen Minuten Ihren Stundensatz ermitteln

Mit unserem Online-Stundensatz-Rechner haben Sie im Handumdrehen belastbare Zahlen für Ihre Selbstständigkeit: Sie wissen, welches Netto-Einkommen Sie mit Ihrer Selbstständigkeit erzielen müssen und welcher Stundensatz sich daraus ergibt.

Der Rechner berücksichtigt Ihre Arbeitzeiten, die unterschiedlichen Betriebsausgaben sowie weitere Einkommensquellen und ermittelt auch die überschlägige Steuerbelastung (ohne gleich ein ausgefeiltes Steuerprogramm zu sein).

Nebenbei beantwortet er umgekehrt die Frage: "Welchen Gewinn muss ich erzielen, damit nach Abzug von Einkommensteuer und Solidaritäts-Zuschlag noch das gewünschte steuerliche Netto-Einkommen übrig bleibt?"

Zum Rechner: Online-Stundensatz-Rechner aufrufen

Die Angestellten-Perspektive

Der durchschnittliche Brutto-Monatsverdienst von Angestellten im Bereich Information und Kommunikation betrug zuletzt 4.771 Euro (ohne Sonderzahlungen, Stand: 2016). Weil davon auf dem Girokonto eines Ledigen nach Abzug von Lohnsteuer und Sozialversicherungsabgaben gerade einmal 2.650 Euro landen, ergibt sich bei einer durchschnittlichen 38-Stunden-Woche ein Verdienst von rund rund 18 Euro pro Arbeitsstunde.

Kein Wunder also, dass man sich da über die Rechnung eines IT-Dienstleisters ärgert, der 60 oder 70 Euro pro Stunde veranschlagt. Von "unverschämten" Beraterhonoraren von 100 Euro und mehr ganz zu schweigen ...

Die Selbstständigen-Perspektive

Die entsprechende Berechnung aus Sicht eines Selbstständigen liefert ein anderes Bild: Will der nämlich angesichts der bei abhängig Beschäftigten üblichen 13 Monatsgehälter aufs Jahr gesehen zu den gleichen Einnahmen wie sein angestellter Kollege kommen, muss er zum Jahresgehalt von (13 x 4.771 Euro =) 62.000 Euro zunächst den Arbeitgeber-Anteil zur Sozialversicherung von rund 20 Prozent (hier: 12.400 Euro) hinzurechnen. Schließlich sind Freiberufler und Unternehmer gezwungen, die vollständige Sozialversicherung selbst erwirtschaften. Zwischensumme: rund 74.400 Euro.

Weitere betriebliche Zuwendungen, wie vermögenswirksame Leistungen, Verpflegungs- und Fahrtkostenzuschüsse oder gar Betriebsrenten, sind darin wohlgemerkt ebenso wenig berücksichtigt wie krankheitsbedingte Fehlzeiten.

Vom Jahreseinkommen zum Stundensatz

Umgelegt auf die Zahl der Arbeitstage heißt das: Ausgehend von 365 Kalendertagen abzüglich Wochenenden (104 Tage), Feiertagen (8 Tage) und dem üblichen Tarifurlaub des Angestellten (30 Tage), bleiben gerade einmal 223 produktive Tage. Vorausgesetzt, er ist nie krank, dann verteilen sich die gewünschten Brutto-Einnahmen folgendermaßen auf den einzelnen Arbeitstag: 74.400 : 223 = 334 Euro.

Wenn man diesen Betrag auf einen achtstündigen Normal-Arbeitstag umlegt, ergibt sich bereits ein Stundensatz von knapp 42 Euro - vernachlässigt aber auch dann noch zwei weitere wichtige Faktoren:

  1. Nicht jede Stunde eines Selbstständigen ist eine "fakturierbare" Stunde, also eine, die einem Kunden in Rechnung gestellt werden kann. Selbst wenn die Auftragslage im Allgemeinen gut ist und längere saisonbedingte Flaute-Zeiten im Laufe des Jahres nicht auftreten, ist ein Auslastungsgrad von 75 Prozent keinesfalls ungünstig. Im Gegenteil: Für die meisten Selbstständigen dürfte das schon eine Traumquote sein. Außerdem müssen neue Aufträge an Land gezogen, Angebote oder Rechnungen geschrieben und die Bücher geführt werden. Das hebt den zu erwirtschaftenden Stundensatz schon auf rund 56 Euro.

  2. Außer der eigenen Arbeitskraft setzen Selbstständige weitere Mittel ein: Sie müssen die Kosten für Räume, Büroausstattung, Computer, Verbrauchsmaterial, Geschäftswagen, eventuelle Aushilfen, betriebliche Versicherungen, Telekommunikation, Weiterbildung, Reisen und so weiter erwirtschaften. Wie hoch die Kosten im Einzelfall sind, ist natürlich abhängig von der jeweiligen Dienstleistung und der dafür erforderlichen Ausstattung. Selbst wenn die anteiligen Betriebsausgaben zurückhaltend mit 15 Prozent kalkuliert werden, liegt der Stundensatz bereits bei rund 64 Euro!

  3. Verschärfend hinzu kommt, dass Selbstständige, die sich an Endverbraucher richten, zu allem Überfluss auch noch die Umsatzsteuer einbeziehen müssen: Schließlich können sich diese Kunden ihre "Vorsteuern" ja nicht vom Finanzamt zurückholen. Auf diese Weise ergibt sich unterm Strich ein Stundensatz von über 76 Euro!

Zusammengefasst: Um auch "nur" auf das Gehalt eines durchschnittlich qualifizierten Angestellten in der IT-Branche zu kommen, muss ein selbstständiger Dienstleister zurückhaltend kalkuliert rund 76 Euro in Rechnung stellen! Dabei ist von einem Unternehmer-Gewinn, mit dem zum Beispiel das höhere Risiko abgegolten wird, ebenso wenig die Rede wie von der Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals.

Und was bringt die Erbsenzählerei?

Vergleicht man die Ergebnisse dieser Betrachtungen mit den Preiskonditionen auf manchen Märkten, dann treibt das vielen Freiberuflern und anderen Selbstständigen die Tränen in die Augen: Denn was hilft es, den eigentlich angemessenen und notwendigen Stundensatz zu kennen, wenn man ihn bei den Kunden nicht durchsetzen kann?

Eine ganze Menge:

  • Wer seine betrieblichen Kosten und den tatsächlichen Zeitaufwand übers Jahr betrachtet kennt und sie den Ist-Erträgen gegenüberstellt, weiß den Wert der eigenen Leistungen oft erst richtig zu schätzen.

  • Wer die richtigen Bezugsgrößen kennt, tritt seinen Geschäftspartnern selbstbewusster gegenüber als der "billige Jakob wider Willen", der sich wegen seiner fehlplatzierten Angestellten-Perspektive leicht über den Tisch ziehen lässt.

  • Wer als Profi-Anbieter gegenüber kalkulationserfahrenen Geschäftskunden auftritt, wird mit realistischen Preisangeboten eher überzeugen als mit Studenten-Tarifen. Schließlich ist der Preis nicht das einzige Kriterium für die Auftragsvergabe. Natürlich kann man am Ende von Verhandlungen preisliche Zugeständnisse machen, aber wer von vornherein mit Dumping-Honoraren zufrieden ist, vermittelt nicht den Eindruck echter Professionalität.

Außerdem: Wer seine Buchhaltung nicht nur notgedrungen macht, um den Auflagen des Finanzamts zu gehorchen, sondern sie auch konsequent zum Kalkulieren nutzt, dem geht der langweilige Verwaltungskram viel leichter von der Hand. Hinzu kommt, dass man die Wirtschaftlichkeit auch auf der Einnahmeseite verbessern kann: Schließlich entpuppen sich viele laufende Ausgaben erst rückblickend als üble Kostentreiber.

Zeitaufwand notieren

Anders als die meisten materiellen Aufwendungen finden sich in der Buchhaltung normalerweise keine Aufzeichnungen über den zeitlichen Aufwand des Unternehmers. Da der jedoch für eine realistische Einschätzung des Werts der eigenen Dienstleistung unverzichtbar ist, sollten Sie in regelmäßigen Abständen - einen Monat lang oder besser über ein Jahr - Ihre investierte Arbeitszeit festhalten. Dafür genügen oft schon kurze tägliche Notizen. Die so ermittelten Durchschnittswerte stellen einen weiteren wertvollen Anhaltspunkt für Ihre "Soll-Preis-Überlegungen" dar.

Tabelle: Steuerliche Belastung

Falls Sie unseren Online-Rechner nicht nutzen wollen, gibt Ihnen die folgende Tabelle einen schnellen Anhaltspunkt, welchen Gewinn vor (Einkommen)Steuern Sie in etwa erzielen müssen, um unterm Strich versteuerte (Netto-)Einkünfte zwischen 20.000 und 50.000 Euro zu haben:

Einkommen

Gewinn (ledig)

Gewinn (verheiratet)

nach Steuern

vor Steuern

vor Steuern

20.000

24.000

20.500

25.000

31.000

27.000

30.000

39.000

33.500

35.000

46.500

40.500

40.000

56.000

47.500

45.000

65.000

55.000

50.000

73.000

62.000

Gewinn auf Gehaltsbasis ermitteln

Es geht auch noch etwas einfacher: Wenn Sie zunächst nur Ihr bisheriges Angestelltengehalt verdienen wollen und mit einer überschlägigen Rechnung zufrieden sind, können Sie als Gewinn-Ziel Ihr bisheriges Jahres-Bruttogehalt nehmen und (mindestens!) mit 1,25 oder besser 1,5 multiplizieren.

Hintergrund: Als Selbstständiger müssen Sie den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung selbst erwirtschaften und zudem Vorsorge für den Fall der Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit treffen. Außerdem tragen Sie allein das wirtschaftliche Risiko und bringen privates Kapital in Ihren Betrieb ein. Zum Beispiel Anschaffung oder Übernahme von Büroausstattung, Computern, Geschäftswagen, für das Sie anderenfalls Zinsen bei der Bank bekämen.

Zum Weiterlesen: Lebenshaltungskosten ermitteln

Der Beitrag "Lebenshaltungskosten ermitteln: So ermitteln Sie Ihren privaten Finanzbedarf" hilft Ihnen, Ihre privaten Kosten exakt festzustellen. Dort finden Sie auch ein Excel-Rechenblatt, das Ihnen bei der genauen Aufstellung hilft.

Auf dem Boden der Realität

Mehr Klarheit über den Wert der eigenen Leistung hin, größeres Selbstbewusstsein bei der Angebots-Abgabe her: Marktpreise sind Marktpreise. Wer seine Dienstleistungen an den Mann bringen will, tut gut daran, sie auch wirklich zu kennen.

Da aber gerade die Konditionen für Business-Kunden nicht im Anzeigenteil des Wochenblatts (und schon gar nicht bei den Kleinanzeigen) zu finden sind, sollten Sie jede Gelegenheit nutzen, um mit Kollegen, Geschäftspartnern und unter Umständen sogar Kunden darüber zu sprechen. Falls ein Kunde oder Interessent Ihr Angebot mit einem "zu teuer" quittiert, sollten Sie nachfragen. Und das nicht nur, weil Sie damit im Gespräch bleiben.

Für die schnelle Orientierung hat aber auch das Internet eine ganze Menge nützlicher Quellen zu bieten - wie diese hier:

  • Eine Konkurrenzanalyse ermöglichen die Marktbeobachtungen vieler Branchen- und Berufsverbände. Seriöse Anhaltspunkte bieten außerdem oft die Industrie- und Handelskammern oder Handwerksorganisationen.

  • Eine selten genutzte Quelle stellt darüber hinaus die Richtsatzsammlung des Bundesfinanzministeriums dar. Die geben differenziert Auskunft über die Durchschnittsgewinne in zahlreichen Branchen. Allerdings vermisst man dort noch immer die neueren Branchen der Informations- und Kommunikationstechnik.

Fazit

Sicher: Pingelige Kalkulation allein bringt keinen einzigen lukrativen Auftrag. Klarheit über die eigenen Honorar-Erwartungen und Umsatz-Erfordernisse schafft aber die Voraussetzung, um sich künftig teurer und überzeugender verkaufen zu können. Außerdem hilft mehr Transparenz dabei, die richtigen Prioritäten zu setzen, bestimmte Aufträge erst gar nicht anzunehmen und lieber in Ruhe nach zahlungskräftiger Kundschaft zu suchen. Oder einfach einmal die viel gepriesene höhere Selbstbestimmung der Selbstständigkeit zu nutzen - und sich ein wenig mehr Freizeit zu gönnen.

Hinzu kommt: Nicht in jedem Fall sind zu niedrige Erlöse das Problem: Oft stellt sich bei genauerer Untersuchung der Arbeitsabläufe heraus, dass der Verkauf der eigenen hoch qualifizierten und begehrten Arbeitskraft unnötigerweise an zeitliche Grenzen stößt. In solchen erfreulichen Fällen hilft die Beschaffung geeigneter Mitarbeiter oder externer Dienstleister, um sich von Routine-Tätigkeiten zu entlasten und so mehr produktive Zeit für die zahlende Kundschaft zu erübrigen.

Zum Weiterlesen: brutto und netto

Und gleich noch ein Tipp hinterher: Wie Sie die verschiedenen "Brutto"- und "Netto"-Anteile bei der Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Sozialversicherung auseinanderhalten, erfahren Sie im Beitrag "Richtig vom Brutto zum Netto und zurück rechnen"

Zum Weiterlesen: Preiskalkulation

Stundensätze direkt online errechnen: Online-Stundensatz-Rechner aufrufen

Wie Händler ihre Preise Schritt für Schritt kalkulieren, lesen Sie im Beitrag "Preise kalkulieren: Einführung in die Handelskalkulation".

Was Sie tun können, wenn Sie sich zeitlich wie finanziell verschätzt haben, weiß Lorenz Hölscher: "Verkalkuliert? Was Sie tun können, wenn am Ende des Honorars noch so viel Auftrag übrig ist".

Zum Weiterlesen: So lösen Sie die Erfolgsbremse!

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Ihre Wertung:

 

Hallo Herr Reinhardt,
dass die (Einkommen-)Steuer in unserem Honorarrechner den betrieblichen Ausgaben zugeordnet werden, trifft nicht zu.
Davon abgesehen ist es natürlich ausgesprochen sinnvoll, auch die privaten Sozialversicherungsaufwendungen in die erweiterte Betrachtung mit einzubeziehen. Dabei hilft unser folgender Beitrag:
"Lebenshaltungskosten: So ermitteln Sie Ihren privaten Finanzbedarf"
http://www.akademie.de/direkt?pid=36052
Dort finden Sie übrigens auch ein Rechenblatt, in das Sie die privaten Lebenshaltungskosten (darunter selbstverständlich auch die Sozialversicherungsaufwendungen) je nach Fälligkeit wahlweise täglich, wöchentlich, monatlich oder jährlich eintragen können.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung und freundliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de

Sehr geehrter Herr Chromow,

ich wollte Ihnen noch meine ergänzte Exceltabelle senden, aber unter feedback@akademie.de wurde meine Mail immer abgelehnt.

--
mit freundlichem Gruss

Dipl.-Ing. V. Reinhardt
Sachverständiger für
Heizung, Lüftung, Sanitär

Dänholmweg 6
18442 Negast

tel.: 038327/654-12

Sehr geehrter Herr Chromow,

ich komme noch einmal auf den Honorarrechner zurück. Das Argument, Krankenkasse usw. gehören nicht in den betrieblichen Bereich ist zwar richtig, Steuern aber auch nicht. Auch ist vielen Angestellten und Beamten, mit denen man ja in dieser Richtung zu tun hat, keineswegs klar, das Gewinn und Bruttolohn bzw. zu versteuerndes Einkommen nicht identisch sind. Schon gar nicht, das kein Krankenkassenanteil als Kosten geltend gemacht werden kann. Ich glaube, viele Freiberufler lernen das auch erst im Laufe einiger Jahre. Ich habe eine kleine Hilfstabelle angefügt, die macht dies klarer und ermittelt übersichtlich das erforderliche oder besser gesagt das gewünschte Nettoeinkommen. Vieleicht können Sie die Hilfstabelle mit in den rechner aufnehmen. Die Steuertabelle habe ich eingefügt, um für mich einen schnelleren Zugriff zu haben. Allerdings habe ich mir auch eine Tabelle angefertigt, die die Gesamtabgaben, Steuern, Soli und Kirchensteuer enthält. Aus meinem Gewinn, diesen ermittele ich in einer Exceltabelle, kann dann gleich das Netto angezeigt werden. Die Einnahmen rechnen sich laufend auf das Jahr hoch, so das ständig ein Überblick über das zu erwartende Ergebnis vorhanden ist. Die Kosten übernehme ich der Einfachheit halber aus dem Vorjahr.

--
mit freundlichem Gruss

Dipl.-Ing. V. Reinhardt
Sachverständiger für
Heizung, Lüftung, Sanitär

Dänholmweg 6
18442 Negast

tel.: 038327/654-12

Danke

Hallo Halli,
das Beispiel handelt von einem Freelancer, der keine festen Mitarbeiter beschäftigt, sondern im Durchschnitt pro Monat 350 Euro für Aushilfen etc. ausgegeben hat. Bitte denken Sie nicht zu kompliziert: Rechnen Sie einfach mit Ihren Zahlen. Wie gesagt: Es handelt sich um eine Jahresbetrachtung.
Viel Erfolg und schöne Grüße
Robert Chromow

Hallo, aber wie kann das sein, dass die in dem Bsp. bei den Personalkosten nur 4200€ haben??
Wenn ich es ausrechne, komme ich immer auf einen Satz von über 100 € und das kann ja wohl nicht sein?
Wäre jemanden echt dankbar wenn mir einer das hier mal genauer erklären könnte. Brauch ganz dringend Hilfe wie ich den Satz berechnen muss.
Entweder hier oder auf E-Mail. halli112000@yahoo.de
Danke schon mal im voraus.

Guten Tag,
es handelt sich um eine Jahresbetrachtung. Wenn Sie weiter oben im Beitrag auf das Bild zum Honorarrechner klicken, sehen Sie ein Beispiel.
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo, muss ich beim benötigtem Netto-Einommen denn von mir gewünschten Gewinn im Jahr oder im Monat eintragen?
Im heruntergeladenen Datenblatt steht bei den betrieblichen Ausgaben ja pro Jahr, muss ich auch hier z. B. die Miete für das gesamte Jahr eintragen oder doch nur für das Monat?

Dieser Artikel sollte Pflichtlektüre für alle Selbständigen werden, die meinen, dass 20 € doch schon ein guter Stundensatz sei; aber auch Auftraggeber, die sich über solche Preise freuen, sollten ihn dringend lesen!

Sehr gut! Vielen Dank auch für die vielen Links!
D.S.

Sehr hilfreich!

Habe die Seite mal besicht, um meine bisherigen (teils noch aus 1997 stammenden) Preise als IT-Berater, Projektmanager, Admin und Entwickler durchzurechnen. Dabei war insbesondere der GULP-Rechner sehr hilfreich (solche Daten kosten sonst richtig Geld).

Interessant ist, das das Excel Tool wie der GULP-Rechner auf die selben Ergebnisse kommt - d.h. die Kalkulation hier ist in meinem Fall wirklich gut. Aktuell verhandele ich neu mit einem mehrjährigen Vertragspartner (der mir als "guter" Geschäftsmann natürlich gern erzählen möchte, ich sei ihm zu teuer als "Angestellter"). O.g. Argumente dazu fand ich für mich konkret hilfreich... Bin doch häufiger Techniker als Geschäftsmann. Aber nur selbstständig habe ich die Freiheiten, mich den projekten anzunehmen, die mich interessieren und weiterentwickeln (wovon auch der Kunde mehr hat, weil ich "rund um die Uhr" sein Projekt im Kopf haben kann). Ich arbeite gern gut und hochqualitativ - das geht aber nur, wenn man auch davon leben kann (ohne große Ansprüche dabei zu stellen) -> das habe ich in nunmehr 11 Jahren lernen dürfen (lerne dabei zuweilen immer noch)...

Mich ärgern auch die versch. Ich-AG Leutz, die mir selbst über mehrere jahre das leben nicht einfach machten. Viele Kunden sind dorthin gewechselt - stehen heute wieder da, wo sie vorher schon waren (nur mit weniger Budget). Mit dem Restbudget möchten viele Kunden dann das retten, was zuvor "billige Jakobs" (nach Preis-/Leistung fand ich die sehr teuer) hingefrickelt haben. "...Warum denn ich nicht einfach so billig sein - dann hätte ich den Auftrag schon vorher bekommen - ich bin doch ein ganz guter Techniker..." Die letzten Auftragnehmer gibt es heute nicht mehr. ich möchte aber noch in 10 Jahren meinen Job tun und tun können - kann daher nicht jedem Hype hinterherrennen.

In Deutschland ist jeder 4 ein IT-Experte - die anderen drei kennen einen...

Häufig wurde auch den Kunden im Kopf herumgefrickelt - d.h. einige der üblichen IT-Märchen aus Comouter-Blöd & Co. erzählt. Meine Arbeit dort erfolgt an der Technik wie am Bewusstsein des Kunden. Wer wirklich nur wenig Geld als Kunde ausgeben kann - dafür fair bleibt - der lässt mir auch die Wahl der Mittel und kommt mir entgegen. Tut er es nicht, kann ich ihm nicht helfen...

Nicht wenige Kunden gingen über die Jahre weg - kamen wieder - gingen erneut - kamen nochmal wieder... Das Hin- und her hat nur mehr Geld gekostet. In der IT aber wissen viele ganz genau Bescheid - "kompetente" Empfehlungen und "Tips" sind offenbar das "Katzengold" auf dem durchschnittlichen IT-Markt.

Kann selbst nur beste Qualität liefern, wenn ich genug Zeit und Mittel dafür bekomme. Möchte von mir keine halben Sachen verkaufen - damit verschenke ich meinen Ruf (den bezahlt mir ja auch keiner). "Unternehmer", die solche Konditionen eingehen - nur um einen Auftrag zu bekommen - töten sich auf dauer /oder auch schneller) selbst.

Ich wünsche allen hier viel Erfolg und gutes Geld für beste Qualität!

Niels.

SEHR GUt

erst das fressen, dann die moral,..
kurzbeschreibung meiner erfahrungen als selbstaendiger

so jetzt wurde ich raus geschmissen, weil ich es für 15 nicht machen wollte. 40- dafür mach ich es.

Sehr guter Artikel. Allerdings sind die Hälfte der Links "tot".

Hallo,
wenn Sie als Selbstständiger im Winter nichts und im Sommer ca. 110 Euro am Tag verdienen (abzüglich 25 Euro für "auswertige Übernachtung" plus sämtliche anderen Kosten), dann stellt das aus meiner Sicht Ausbeutung dar. Wenn es sich um einen Dauerzustand ohne Aussicht auf deutlich verbesserte Einkünfte handelt, würde ich mir an Ihrer Stelle wenn irgend möglich eine halbwegs erträgliche heimatnahe Beschäftigung als Angestellter suchen.
Ich weiß, das klingt leichter gesagt als getan - aber Sie haben mich gefragt:
+++++++++++++ Z I T A T +++++++++++++
Was mache ich fallsch?
+++++++++ Z I T A T - E N D E +++++++
Meiner Meinung nach ist es falsch, als Selbstständiger unter solchen Bedingungen zu arbeiten...
Alles Gute und schöne Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de
Kostenlose Newsletter-Abonnements:
http://www.akademie.de/direkt?pid=14334

Seit letztem Jahr arbeite ich monatzweise mit Werkverträgen. Bei der Preispokerei weiß ich jedoch nie, was ich verlangen soll. Zusätzliche Kosten, wie Büromiete habe ich nicht, dafür im Schnitt 25 Euro für auswertige Übernachtung. Im Winter habe ich keine Aufträge und melde mich arbeitslos da ich keine Rücklagen bilden kann. Ich habe ungefähr vier Sommermonate in denen ich 13-15 Euro die Stunde verdiene. Was mache ich fallsch?

Hallo,
wie hoch der Stundensatz bei 500 Arbeitsstunden pro Jahr aussieht, lässt sich nur in jedem Einzelfall anhand der konkreten Kosten und Gewinnerwartungen errechnen. Den erforderlichen Honorarrechner steht auf dieser Seite zum Download bereit.
Freundliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de
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Wie würde der der Stundensatz eigentlich bei 500 Stunden im Jahr aussehen?

Sehr hilfreich!

Wirklich sehr gut geschrieben!

Ich musste auch selbst alles berechnen und mit dem Marktpreissen vergleichen. Die Ergebnisse waren für mich überrachend, aber - wie schon gesagt - man bekommt selbstbewusster bei der Kunde, weil man genau weiss, wo die reale Verhandlungsgrenzen liegen.

Guter Artikel.

Die Ich - AG – Welle ist endlich vorbei, im Moment jedenfalls. Diese „Mitbewerber“ haben fast alle mit 12,00 - 20,00 Euro pro Stunde kalkuliert, nach einem halben Jahr aufgegeben (für sie ohne Folgen) und Existenzen vernichtet. Leistung oft dementsprechend, hinzu kamen rechtliche Probleme für die Kunden , z.B. wegen frech installierten Raubkopien, fehlendem Impressum und Urheberrechtsverstößen. Das Haftungspotential aller Preisdumper ist meist gleich 0,00.
Nach meiner Erfahrung kommen die Kunden natürlich zurück, um aus dem *zensiert* noch irgend etwas herauszuholen. Fast immer unmöglich. Oftmals waren hinterher noch Frickler am Werk, die gegen gutes Geld alles verschlimmbessert haben. Ärgerlich war, dass meine Kunden straff budgetieren. Der verbliebene Rest an Euro reichte oft nicht aus, um dann meine Leistungen fair zu entlohnen.

In meinem Wirkungsbereich ist Preisdumping in den letzten Monaten auf ein normalen / gut erträglichen Umfang zurückgegangen, aus Richtung „sponsored by Agentur für Arbeit“ eigentlich nicht mehr vorhanden.

Die Stundensätze gehen zurück? Finde ich nicht. Seit September 2005 deutlich weniger Diskussionen um Preise, ich kann seit dem fühlbar mehr verlangen.

Als ich mich selbständig gemacht habe, gab es eine Regel: weniger als 50.000 Euro Eigenkapital und Umsatzerwartung weniger 50.000 Euro im Jahr -> bleibe besser Angestellter. Scheint heute noch zu gelten.

Bin seit 18 Jahren als Projektleiter/ Programmierer und IT – Fachdozent selbständig, nur B2B.

Habe gerade bei einer Ausschreibung eine Absage bekommen, weil meine Preise angeblich um 300 Prozent (!) höher lägen als die eines Mitbewerbers. Meine Preise waren jedoch bereits am untersten Limit dessen kalkuliert, was überhaupt machbar, also noch einigermaßen wirtschaftlich ist. Derjenige, der hier den Zuschlag bekommen hat, wird also AUF JEDEN FALL Verluste machen, von der Qualität der Arbeit ganz zu schweigen. Um so schlimmer, dass es sich um einen öffentlichen Auftraggeber handelt. In einem anderen Fall hat mir jemand aus meinem Bekanntenkreis einmal durch einen Dumpingpreis versucht, einen Kunden abzujagen. Das hat leider funktioniert – aber bereits nach einem Auftrag kam der reuige Kunde zu mir zurück. Man hat es wirklich immer schwerer, akzeptable Preise durchzusetzen, weil diese dämliche Schnäppchenmentalität mittlerweile alle Kreise und Berufsgruppen erreicht hat. Ihre Infos haben mich jedenfalls wieder mit ein paar Argumenten und Fakten versorgt. Der Kampf kann weiter gehen! Vielen Dank.

Der Kalkulationsrechner hat die Richtigkeit meiner eigenen Kalkulation bestättigt.

Für potentielle Einsteiger ein wertvoller Leitfaden. Den Rest wird wohl doch der Markt entscheiden.
P. Sorglos

Sehr gut! Jedoch schreckt der hohe Stundenpreis ab. Man bekommt ihn wahrscheinlich selten.

Tja Anonym vom 13.09.05, Sie haben recht! Ohne Rücklage für 'Flautenzeiten' geht es auch bei mir nicht. Gerade Schulungsunternehmen die Freiberufler beschäftigen sind in letzter Zeit DERART UNVERSCHÄMT geworden, dass sie den FB direkt erpressen - entweder du arbeitest für 30 oder ich werde jemand anderen beauftragen!
Vor 6 Monaten hatte ich 30 noch als lächerlich bezeichnet; jetzt flatterte mir wieder ein Angebot ins Haus, Großunternehmen sucht NW-Administrator - Honorar 37,50!!! Haben die sie noch alle?

gut

Dieser Artikel sollte von der Bundesagentur für Arbeit zur Pflichtlektüre für jeden Existenzgründer gemacht werden! Ohne diesen Artikel zu kennen bin ich, auf dieselben Kostenverursacher gestoßen. Zusätzlich spare ich jeden Monat einen Betrag, um eine Rücklage für Flautenzeiten zu bilden. Durch diese Berechnung weiß ich, wieviel ich fordern muß, um zu überleben und wieviel ich ausgeben darf, um nicht über meine Verhältnisse zu leben.

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