Einfache URLs
Grundregel Nummer 1: Einfache URLs!
Diese Regel besteht aus vier Unterregeln.
Unterregel 1: Einfache URLs haben keine Parameter
Parameter in den URLs sind aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung seit jeher das größte Problem in diesem Bereich. Sie sehen nicht nur hässlich aus und sind unlesbar. Das Schlimmste ist, dass sie ein korrektes Einlesen der Seiten durch die Suchmaschine verhindern können. Wenn Ihre Seiten aber erst gar keine Chancen haben, von den Suchmaschinen aufgenommen zu werden, dann ist klar, dass Sie auch keine Besucher von dort erwarten können.
Beispiel:
Hier ein Beispiel für so eine furchtbare URL mit Parametern:
http://website.xy?seite=123&kategorie=artikel&modul=cms
So wäre es besser:
http://website.xy/cms/artikel/123/
Das liest sich auch besser. Überhaupt müssen CMS-Entwickler endlich verstehen, dass die Verwendung von sogenannten GET-Parametern in der URL schon seit vielen Jahren tabu ist - wenigstens für Seiten, die von den Suchmaschinen indiziert werden sollen.
Trotzdem werden immer noch fast alle CM-Systeme so ausgeliefert, dass die GET-Parameter standardmäßig aktiviert sind, suchmaschinenfreundliche URLs müssen erst aktiviert werden. Das vereinfacht zwar die Installationsroutine, die der Programmierer entwickeln muss, das ist aber vom Prinzip her falsch. GET-Parameter sollten von vornherein gar nicht möglich sein - so wie es genausowenig möglich sein sollte, ein Passwort nur aus 3 Buchstaben zu definieren.
Google selbst behauptet zwar immer wieder, dass die Verwendung von GET-Parametern heutzutage egal sei, weil sie beim Erkennen von URLs immer besser werden. Die Praxis zeigt aber, dass das oft genug eben nicht so prima klappt. Was Google mit solchen Aussagen wirklich meint, ist, dass es die meiste Zeit klappt - vielleicht in über 90 Prozent der Fälle. Fast zehn Prozent der Fälle entspricht aber Millionen von Websites im Internet. Warum sollte man dieses Risiko also eingehen? Auch hier gilt die Maxime, die die Amerikaner gerne anführen: "Better safe than sorry"..
Tipps für CMS-Entwickler
Nutzen Sie als Entwickler zur Pfad- und Parametererkennung die PATH_INFO oder REQUEST_URI Variable in PHP (andere Sprachen haben vergleichbare Variablen) im Zusammenhang mit positionellen Parametern. Anstatt
http://website.xy?seite=123&kategorie=artikel&modul=cms
wie oben also
http://website.xy/cms/artikel/123/
Dabei definieren Sie eben in Ihrem Quellcode, dass der erste Parameter der Variable $modul, der zweite Parameter der Variable $funktion und der dritte Parameter der Variable $id zugeordnet wird. Die Reihenfolge bestimmt den Inhalt, daher "positionelle" Parameter.
Das könnte dann beispielhaft so aussehen:
[phpcode]
# einfacher Pseudocode, fehlenden Funktionen und die Fehlerbehandlung bitte selbst ergänzen
$url = hole_url_mit_relevanten_pfadanteilen($_SERVER['REQUEST_URI']);
list($modul, $funktion, $id) = explode('/', $url);
if (existiert_modul($modul) && existiert_funktion($funktion))
{
$inhalt = rufe_modulfunktion_mit_id($modul, $funktion, $id);
echo $inhalt;
}
[/phpcode] Unter dem Apache-Webserver erreichen Sie mithilfe von mod_rewrite, dass solche URLs an Ihr Skript übergeben werden. In etwa so:
[code]
# Folgende Logic sagt aus:
RewriteBase /
# Wenn in der URL kein Punkt (.) ist
RewriteRule \.+ - [L]
# Wenn die URL keine Datei oder ein Ordner ist
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-d
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-f
# Dann schicke die URL an mein Skript index.php
RewriteRule ^(.*)$ index.php [QSA,L]
[/code]Unterregel 2: Einfache URLs bestehen nur aus einfachen Zeichen
In den URLs sollten am besten nur Kleinbuchstaben, Ziffern und der Bindestrich (das Minuszeichen "-", nicht zu verwechseln mit dem Unterstrich "_") auftauchen, auch keine Sonderzeichen wie Ä, Ö, Ü, ä, ö, ü, ß beziehungsweise andere akzentuierte Buchstaben.
Beispiel:
Schlecht:
http://website.xy/Au%DFerordentliche_K%FCndigung/
Besser:
http://website.xy/ausserordentliche-kuendigung/
Kleinbuchstaben sind aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung zwar streng genommen nicht unbedingt erforderlich, sie können jedoch dabei helfen, Problemen bei der Verlinkung oder Umleitung von Seiten vorzubeugen.
Unterregel 3: Einfache URLs enthalten die wichtigsten Suchbegriffe
Viele Content-Management-Systeme erstellen URLs, die lediglich eine Identifikationsnummer beinhalten. Etwa so:
http://website.xy/artikel/123
So eine Adresse ist nicht wirklich aussagekräftig. Wir wissen hier nur, dass es sich um den Artikel mit der Identifikationsnummer 123 handelt. Sehr viel aussagekräftiger ist es, wenn wir die Suchbegriffe direkt in der URL unterbringen. Und Google findet das auch toll.
http://website.xy/artikel/123/anleitung-pferde-satteln/
Beispiel:
Ihr CMS sollte Sie idealerweise bei der Erstellung dieser URL-Schnipsel unterstützen. Angenommen Ihre Seite hat den Titel:
<title>Skifahren in und um Österreich</title>
Dann sollte Ihr CMS daraus automatisch eine URL wie die folgende generieren:
http://website.xy/artikel/345/skifahren-in-und-um-oesterreich/
Das CMS wandelt Titel in URLs um, die die wichtigen Keywords dann schon enthalten.
Grundregel 4: Einfache URLs sind kurz und knapp!
Wenn Sie Ihre Suchbegriffe in der URL unterbringen, dann achten Sie bitte darauf, dass diese nicht zu lang wird.
Bis zu 100 Zeichen ist schon in Ordnung. Wenn es in seltenen Fällen mal 150 Zeichen werden oder in Ausnahmefällen sogar vielleicht 200 Zeichen, dann ist das gerade noch akzeptabel. Aber bitte nicht mehr!
Außerdem: Je weiter vorne die Begriffe stehen, desto besser.
Tipp: Um Ihre URLs automatisch zu kürzen, kann das CMS die für die Suchmaschine irrelevanten Stopwörter aus dem Pfad entfernen. Typische Stopwörter wie und, oder, in, um, der, die, das, aus, für etc. fliegen raus.
Beispiel:
Aus der URL
http://website.xy/artikel/345/skifahren-in-und-um-oesterreich
macht das CMS
http://website.xy/artikel/345/skifahren-oesterreich/
Stoppwörter entfernt das CMS automatisch aus der URL
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