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Suchmaschinenoptimierung

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Stand: 11. August 2008

Analyse

Quelltext und Code

Browser sind meistens sehr tolerant: Sie zeigen Webseiten auch oft dann noch mehr oder weniger richtig an, wenn teilweise schwerwiegende Fehler im Code enthalten sind. Die Parser der Webcrawlersysteme sind dagegen nicht so fehlertolerant. Für seriöse Webdesigner, Webmaster etc. gehört es zum guten Ton, einen wirklich fehlerfreien Quellcode online zu stellen. Fehlerfreier Quellcode ist übrigens nicht nur im Hinblick auf die Suchmaschinenoptimierung entscheidend, sondern auch für die Barrierefreiheit einer Website.

Webcrawler

Webcrawler, auch als Spider, Robot oder kurz Bot bekannt, sind Computerprogramme, die automatisch, unermüdlich und ununterbrochen das World Wide Web nach neuem und geändertem Content durchforsten, diesen analysieren und speichern. Dabei nehmen sie Befehle vom sogenannten Scheduler entgegen und berichten direkt an den Storeserver. Eine Indexsuchmaschine, wie es Google ist, wäre ohne ihren Webcrawler, den Googlebot, nicht funktionsfähig.

Mit robots.txt, Meta-Tags oder im HTML-Header hat man die Möglichkeit, mit den Webcrawlern in gewisser Weise zu kommunizieren um ihnen mitzuteilen, welche Bereiche der Webpräsenz besucht werden dürfen und welche nicht.

Um den Webcrawlern die Arbeit nicht unnötig zu erschweren, ist ein valider und fehlerfreier (X)HTML- und CSS-Code notwendig: Der (X)HTML- und CSS-Quellcode unterliegt einem Standard, der vom World Wide Web Consortium (W3C) festgelegt wird. Er sollte dringend eingehalten werden.

Aber auch wenn der Quellcode valide ist, ist zusätzlich eine manuelle Kontrolle nötig. Für einen Crawler kann eine Website trotz sauberer und fehlerfreier (X)HTML-Programmierung suchmaschinentechnisch trotzdem suboptimal aussehen. Deshalb muss eine Website genau unter die Lupe genommen werden, wofür vor allem (X)HTML-Kenntnisse sowie Grundkenntnisse von CSS und Javascript von Vorteil sind.

Test mit dem W3C Markup Validation Service

Ob der Quellcode Ihrer Seiten den Test besteht, also ob das HTML "valide" ist, können Sie mit einem kostenlosen Service direkt vom World Wide Web Consortium überprüfen, dem Online-Validator des W3C. Daneben gibt es gibt es auch einen CSS-Validator für Stylesheets. Ein Validator ist eine automatische Software, die die Syntax des Quellcodes auf formale Korrektheit prüft.

Geben Sie für den Test einfach die gewünschte URL in das Adressfeld ein und klicken Sie anschließend auf "Check". Das gelieferte Ergebnis zeigt, wie viele Fehler und/oder Warnungen gefunden wurden. Zu den jeweiligen Warnungen und Fehlern werden detailliert die Zeile, Spalte sowie die Fehlerbeschreibung im Quellcode angezeigt. Mit "Validate by File Upload" können Sie auch Dateien von der Festplatte hochladen und überprüfen. Mit "Validate by Direct Input" können Sie den Quelltext oder Teile davon direkt einfügen und überprüfen.

Bild vergrößernDer W3C Markup Validation Service

Überprüfung der Website mit der Web-Developer-Toolbar

Schalten Sie zunächst mit der Web-Developer-Toolbar die Anzeige von CSS sowie alle Bilder und Multimediainhalte aus, damit die Website so aussieht, wie sie von einem Crawler gesehen wird. Nun gilt es, zu prüfen, ob potenzielle Suchbegriffe (Keywords), die User zum Auffinden der Website verwenden könnten, im Inhalt (Content) der Website auch tatsächlich enthalten sind. Achten müssen Sie auch darauf, ob wichtige Textelemente auf der Website untergehen und ob Überschriften (h1, h2, etc.) vorhanden sind. Die Überschriften werden oft durch das Ausschalten der Stylesheets erst in ihrer "eigentlichen" Größe ersichtlich, da sie ohne sehr viel größer dargestellt werden. All dies sind ausschlaggebende Faktoren, um von Suchmaschinen gut positioniert zu werden.

Ansicht von spiegel.de mit deaktivierten Bildern und Stylesheets

Überprüfung der Website mit dem Lynx-Browser

Um eine Website so zu sehen, wie sie von Suchmaschinen gesehen wird, rufen Sie den Lynx-Browser auf und klicken auf den Buchstaben "g", um eine neue URL einzugeben. Nach Betätigung der Return-Taste sieht man das Ergebnis.

Surfen Sie ein wenig auf der Website und versuchen Sie, zu verschiedenen Inhalten zu gelangen. Sollte dies nur schwierig möglich sein, liegt das an einer Programmierung, die Barrierefreiheit und Usability zu wenig berücksichtigt hat.

Ansicht von spiegel.de mit dem Lynx-Webbrowser

Manuelle Kontrolle des Quelltexts

Um den Quelltext zu überprüfen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereich der Website und wählen "Seitenquelltext anzeigen" aus. Um zum Quelltext eines einzelnen Frames zu gelangen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereich im Frame und wählen aus dem Kontextmenü "Aktueller Frame" > "Frame-Quelltext anzeigen".

Dabei sollten Sie vor allem den Titel-Tag der jeweiligen Seite (<title></title>) überprüfen. Achten Sie darauf, dass er sich dem Content entsprechend verändert, also nicht auf jeder (Unter-)Seite gleich ist.

Neben dem Titel sollte auch der Meta-Tag (<meta... />) "description" (Kurzbeschreibung) der Website kontrolliert werden - auch der Inhalt dieses Attributes sollte sich auf jeder Seite nach dem Content richten.

Wichtige Textelemente sollten in reinem HTML dargestellt werden (Überschriften, wichtige Texte) und nicht in Grafiken oder sonstigen Multimediainhalten inkludiert sein. Zudem sollten suchmaschinenunfreundliche Techniken wie etwa Javascript, Adobe Flash oder auch Frames so wenig wie möglich eingesetzt werden.

Achten Sie außerdem auf offensichtliche "schwarze" (sprich anrüchige) Methoden, wie Keyword-Spam (übertriebene Auflistung von Keywords), versteckte Texte (weißer Text auf weißem Hintergrund) oder versteckte Links, denn Websiteinhalte sollten nicht in erster Linie für Suchmaschinen, sondern für Menschen optimiert werden.

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Über den Autor:

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Rainer Lemmerer arbeitet seit acht Jahren professionell im EDV-Umfeld. Vor fünf Jahren hat er sich auf den Bereich Suchmaschinen-Optimierung und Online-Marketing spezialisiert.

Bei "Geomix" ist er fü ...

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