Das freut das Finanzamt: Wenn Selbstständige geschäftliche Handys und Internetzugänge auch privat nutzen

Ein Privathandy kann Ihnen viel Geld sparen – auch wenn Sie es gar nicht verwenden.

4
(4)
Kommentar schreiben
Stand: 5. April 2013 (aktualisiert)

Telefonkosten

Ein privates Zweit-Handy hilft Selbstständigen, Geld zu sparen – auch wenn sie es gar nicht nutzen. Wenn Sie dagegen Mobiltelefon, Fax und Internet über Ihr Unternehmen abrechnen und gleichzeitig auch privat nutzen, dann freut sich das Finanzamt. Wir sagen Ihnen, wie Sie die Kostenfalle umgehen.

Dass Selbstständige und Unternehmer einen Teil ihrer Bewirtungskosten selber tragen und Privatfahrten mit dem Geschäftswagen versteuern müssen, ist bekannt. Wie aber verhält es sich mit privaten Telefonaten über den Büroanschluss oder der Nutzung des betrieblichen Internetzugangs beispielsweise zum Einkaufen oder für Urlaubsbuchungen?

Immer wenn bei der steuerlichen Gewinnermittlung die Privatsphäre ins Spiel kommt, ist der Fiskus besonders neugierig und misstrauisch. Ganz gleich, ob bei Bewirtungen, Geschäftswagen oder auch den Kosten für das Arbeitszimmer in der heimischen Wohnung: Entweder das Finanzamt

  • zieht einen bestimmten Anteil der Kosten von vornherein als "privat veranlasst" ab (wie bei Restaurantquittungen, die nur zu 70 Prozent als betrieblicher Aufwand geltend gemacht werden dürfen),

  • stellt die Steuerpflichtigen vor die Wahl zwischen unattraktiven Pauschalen und aufwendigen Aufzeichnungen (wie bei der Einprozentregelung bzw. dem Fahrtenbuch beim Geschäftswagen) oder

  • versucht, der Anerkennung als Betriebsausgaben gleich ganz die Grundlage zu entziehen (wie bei den Arbeitszimmerkosten). Auch die oft erheblichen Ausgaben für ein professionelles Outfit können nur ausnahmsweise als Aufwand geltend gemacht werden.

Wen wundert es da, dass dem Fiskus im Informations- und Kommunikationszeitalter auch die pure Möglichkeit (!) der Privatnutzung betrieblicher Telefone und Internetzugänge ein Dorn im Auge ist.

BFH für Ungleichbehandlung

Während Angestellte laut § 3 Nr. 45 EStG am Arbeitsplatz privat telefonieren und ins Internet gehen dürfen, ohne auf diesen Vorteil Steuern bezahlen zu müssen, ist das bei Freiberuflern und Gewerbetreibenden anders: Der Bundesfinanzhof hat vor einigen Jahren in letzter Instanz entschieden, dass es sich dabei nicht um eine Ungleichbehandlung handelt. Tenor: Die Kontrolle durch Arbeitgeber oder Vorgesetzte sorge dafür, dass die Beschäftigten ihr Steuerprivileg nicht übermäßig ausnutzen. Eine vergleichbare Kontrolle fehle bei Selbstständigen.

Als Mitglied können Sie diesen Beitrag weiterlesen!

Werden Sie Mitglied und testen Sie akademie.de 14 Tage lang kostenlos!

In den ersten 14 Tagen haben Sie Zugriff auf alle Inhalte auf akademie.de, außer Downloads. Sie können in dieser Zeit ohne Angabe von Gründen stornieren. Eine E-Mail an service@akademie.de genügt. Nur wenn Sie Mitglied bleiben, wird der Mitgliedsbeitrag nach Ende der 14tägigen Stornofrist abgebucht.

Ich bin bereits Mitglied
Jetzt Mitglied werden und akademie.de 14 Tage kostenlos testen
Ich entscheide mich für folgende Zahlungsweise:
14 Tage Stornorecht:
Ich kann meine Mitgliedschaft in den ersten 14 Tagen jederzeit formlos stornieren, z.B. per E-Mail an service@akademie.de.

Wie Existenz Privathandy belegen || Und Tablets?

Was ich nicht verstehe ist wie das Finanzamt überhaupt nachvollzieht, ob ich ein oder zwei Handyrufnummern/Handys habe. Also klar, von dem einen, dessen Kosten ich wegen beruflicher Nutzung absetzen will erbringe ich ja freiwillig die Nachweise in Form von Rechnungen. Aber im Einkommensteuerformular heißt es doch nirgends haben Sie noch ein privates Handy? Wie findet also die Darlegung statt, dass dem so ist und nicht nur 80%, sondern 100% der Nutzung des ersten Handys gewinnmindernd anerkannt werden sollen?

Was ist wenn ich ein gewerbliches Handy habe, ein Privates und dann noch eine Daten-Flat-Rate für ein Tablet für Demonstrationen beim Kunden? Alles jeweils getrennte Verträge. Kann ich dann das eine Handy und das Tablet mitsamt zugehörigen Verträgen als 100% gewerblich ansetzen?

Antwort: Wie Existenz Privathandy belegen || Und Tablets?

Guten Tag,
eine spezielle Nachweispflicht für private Handys und / oder Tablets existiert m. W. nicht. Sie geben in Ihrer EÜR einfach alle betrieblich veranlassten Telekommunikationsaufwendungen an. Wenn es tatsächlich keine private Nutzung geschäftlicher des geschäftlichen Handys und Tablets gegeben hat, brauchen Sie auch keinen privaten Nutzungsanteil zu buchen.

Für den Fall, dass das Vorgehen bei einer Betriebsprüfung moniert wird, machen Sie die ausschließlich betriebliche Nutzung Ihres Geschäfts-Handys und -Tablets mit den gleichzeitig vorhandenen privaten Geräten und Flatrates plausibel. Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater.

Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Wie im Beitrag gesagt: Entweder Sie legen plausible Einzelabrechnungen vor (z. B. in Form von Einzelverbindungsnachweisen oder eines "Telefon-Logbuchs") oder Sie müssen mit Pauschalaufteilungen rechen.
Freundliche Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de
Kostenlose Newsletter-Abonnements:
http://www.akademie.de/direkt?pid=14334

Wie ist bei Geschäfts-Telefon und Geschäfts-Handy mit Privatnutzung zu verfahren, wenn man bei beiden Telefonarten Verträge mit Freiminuten hat, bei denen grundsätzlich für dieses Freiminuten-Kontingent ein fester Betrag zu zahlen ist und Telefonate insgesamt auch innerhalb dieses Rahmens genutzt werden?

Inhalt

Downloads zu diesem Beitrag

Newsletter abonnieren