Grundkurs Textgestaltung und Layout

Von: Sibylle Mühlke
Stand: 1. Januar 2006
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Lesbarkeit und ästhetische Wirkung

Hervorgehoben: Überschriften, Zwischentitel, Textauszeichnung

Auch die inhaltliche Textgliederung sollte in der typografischen Gestaltung einen optischen Widerhall finden. Dabei muss ein einmal angewandtes Prinzip in der ganzen Publikation durchgehalten werden - daher sind Planung und die Übersicht über das zu gestaltende Textvolumen besonders wichtig.

  • Wie viele inhaltliche Hierarchie-Ebenen müssen durch die Textgestaltung abgebildet werden? Wie sollen deren Überschriften aussehen? Hier ist Klarheit und Eindeutigkeit ein besonders wichtiges Gebot - schliesslich sollen Überschriften den Leser orientieren und nicht verwirren.
    Deshalb sollten Sie nicht zu viele Schriftgrößen und Schriftschnitte mischen. Eine zu große Zahl solcher visuellen Signale kann vom Lesenden gar nicht mehr differenziert erkannt werden.

    Bild vergrößernBeispiel einer Überschriftenhierarchie

    Mehr Freiheiten als bei einem wissenschaftlichen Text hat man bei der Gestaltung einer Broschüre oder Ähnlichem. Auch hier ist es oberstes Gebot, dass die inhaltliche Gliederung des Textes in seinem grafischen Ausdruck eindeutig erkennbar werden soll.
    Jeder Schriftschnitt ruft auch besondere Assoziationen auf, und ob man eine Kursive oder Fette anwendet oder den Schriftschnitt (zusätzlich) vergrößert, hängt vom Ziel ab, das erreicht werden soll. Eine Kursivschrift mit ihrem kalligrafischen Charakter wirkt eher sensibel, eine Fette wichtig, die Normalschrift meist eher seriös-sachlich. Versalien können wichtigtuerisch aussehen. Vergleichen Sie die Beispiele im Bild unten selbst!

    Bild vergrößernBeispiel für zwei Überschrift-Typografien

  • Machen Sie sich auch Gedanken, mit welcher Auszeichnung Sie arbeiten wollen, wie also einzelne Wörter im Text betont werden sollen. Es gibt verschiedene, unterschiedlich stark auffallende Möglichkeiten. Auf keinen Fall dürfen Auszeichnungen wild gemischt werden, weil sich deren Sinn sonst schlecht erschließt!

    Bild vergrößernTextauszeichnungen - Beispiele

    Der Fettsatz (1) ist recht auffällig, während sich die Kursive (2) besser in den Text integriert. Sie sieht aber am Monitor nicht immer gut aus. Vor allem in HTML-Text, der keiner Glättung unterzogen wird, können Kursive schnell häßlich ausgefranst aussehen.
    Elegant und ebenfalls gut integriert sind Kapitälchen (3). Besonders bei Serifenschriften sehen Sie gut aus und sorgen für eine edle, festliche Anmutung. Versalien (4) springen stark nach vorne. Wenn Sie mit Versalien als Auszeichnung arbeiten, sollte der Schriftgrad des so hervorgehobenen Worts für bessere Integration etwas verkleinert werden und auch eine leichte Sperrung - die Vergrößerung der Zeichenabstände - kann hier ausnahmsweise angeraten sein (in der Regel sind gute Schriften so eingerichtet, dass am Zeichenabstand nichts mehr geändert werden muss. Ausnahmen: besonders große Schriftgrade oder eben Versalien.) Aber Achtung: Sperren mittels L e e r z e i c h e n wirkt oft viel zu hart!
    Unterstreichungen (5) erfordern weite Zeilenabstände und sind im Web ohnehin verboten (sie sind reserviert für Hyperlinks). Im Zusammenhang mit Unterlängen sind sie problematisch.
    Farbige Schrift (6) muss oft zusätzlich gefettet werden, wenn sie mit dem Textschwarz konkurrieren soll.
    In vielen Profi-Schriften stehen noch weitere Schriftschnitte (7) zur Verfügung. Für Alltags-Schriftsachen kommt man meist auch ohne sie aus. Sorgfältige Planung ist wichtiger als ein übergroßes Arsenal von Schriften!

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