Top10-Tipps für Gründer

Die wichtigsten Empfehlungen für Ihren Start in die Selbstständigkeit

Von: Robert Chromow
Stand: 18. März 2011 (aktualisiert)
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Über den Autor:

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Robert Chromow ist gelernter Industriekaufmann, Betriebswirt und Politologe. Seit über fünfzehn Jahren arbeitet er als freiberuflicher Journalist, Texter und Berater im eigenen Projektbüro. Print- und Online-Medien beziehen dort Fach- und Serviceartikel sowie Lernmaterialien. Außerdem schreibt er Handbücher, Webtexte und Newsletter für Unternehmen.

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Gründer-Tipps, Teil 2

6. Preise: Erbsen zählen lohnt sich

Vor allem Dienstleister tendieren dazu, sich bei ihren Stundensätzen und Honoraren ausschließlich an den am Markt realisierbaren Preisen auszurichten. Als Neueinsteiger orientieren sie sich dabei meistens an Preis-Untergrenzen.

Was sich in den Ohren eines Angestellten nach einem ordentlichen Stundensatz anhört, ergibt aus der Selbstständigen-Perspektive aber oft nicht mehr als einen Hungerlohn. Schließlich fressen betriebliche Kosten, Leerlaufzeiten und Steuern einen großen Teil der Einnahmen wieder auf. Warum es trotz schwieriger Märkte wichtig ist, realistische Angebotspreise zu errechnen, belegt unser Beitrag Dienstleistungs-Kalkulation auf eindrucksvolle Weise. Wenn Sie sich schwer tun, die errechneten Honorare bei Ihren Kunden durchzusetzen, empfehlen wir außerdem einen Blick auf unsere "Argumentationshilfen für Vertragsverhandlungen".

7. Steuern und Buchführung: Kein Mut zur Lücke

Auch wenn Sie sich einen Steuerberater leisten können: Hören Sie beim Thema Buchhaltung, Steuern und Finanzen bloß nicht weg. Sie müssen die Ertragslage Ihres Unternehmens, Ihre Kostenstruktur, die Fälligkeit von Einnahmen und Ausgaben, die Größenordnung des zu erwartenden Jahresgewinns und die anfallenden Steuern höchstpersönlich überblicken. Trennen Sie außerdem betriebliche und private Finanzen möglichst genau.

Nur so vermeiden Sie böse Überraschungen wie die gefürchtete Finanzlücke im Laufe des dritten Geschäftsjahrs. Dann fallen erfahrungsgemäß die ersten Steuernachzahlungen mit einsetzenden Vorauszahlungen für das laufende Jahr zusammen.

Bilden Sie unbedingt Rücklagen oder sorgen Sie auf andere Weise dafür, dass Sie Ihre Steuern (und ggf. betrieblichen Sozialversicherungsbeiträge) pünktlich zahlen können. Der Staat ist ein denkbar unduldsamer Gläubiger: Zwar lassen sich notfalls Stundungen erwirken. Wenn Sie sich für die Vogel-Strauß-Politik entscheiden, sehen Sie sich im Handumdrehen mit Pfändungen und anderen Zwangsvollstreckungen konfrontiert.

Praxistipps und Grundlagen-Infos

Wenn Sie bei Eintreffen des Steuerbescheids keine böse Überraschung erleben möchten, empfehlen wir einen Blick auf unseren Praxistipp "Steuerschätzung, selbst gemacht".

In den Kursen und den Beiträgen der Rubrik Recht und Finanzen finden Sie darüber hinaus zahlreiche Grundlagen-Beiträge zum Thema Steuern und Buchführung - zum Beispiel zu ...

8. Lob des Stehaufmännchens

Klar: Niemand ist gern Versager. Doch das Ausbleiben unternehmerischen Erfolgs muss kein Scheitern sein. Wenn Sie sich mit aller Kraft für Ihr Gründungs-Vorhaben eingesetzt haben und es trotz aller Tests, Planungen und Beratungen nicht zu einer dauerhaft tragfähigen Existenzgrundlage reicht, dann - machen Sie halt etwas anderes.

Vorausgesetzt, Sie haben keine hohen Schulden gemacht oder langjährige Ersparnisse "verschwendet", stehen Sie in vielen Fällen nicht schlechter da als zuvor: Das erworbene Unternehmer-Know-how kann Ihnen niemand nehmen. Ein zweiter Anlauf ist oft erfolgreicher - das wusste schon Henry Ford: "Scheitern ist die einzige Gelegenheit, es noch einmal zu versuchen - und zwar intelligenter." Und selbst wenn Sie wieder als Angestellter arbeiten wollen, werden Ihnen Ihre neu gewonnenen Erfahrungen und Kontakte im Geschäftsleben zugutekommen. Sogar als Arbeitsloser haben Sie - abgesehen vom höheren Alter - wenig zu befürchten: Ihre Ansprüche auf Arbeitslosengeld oder -hilfe bleiben bis zu vier Jahre lang erhalten.

Mehr Mut zum Scheitern

Vom erfolgreichen Umgang mit Misserfolgen handelt unser beruhigender Beitrag "Mehr Mut zum Scheitern!" Wenn Sie es nach einem Misserfolg erneut ein Unternehmen gründen oder eine freiberufliche Tätigkeit aufnehmen wollen, helfen Ihnen Sandra Bonnemeiers Empfehlungen im Beitrag "Restarter - der zweite Start in die Selbstständigkeit" bestimmt weiter.

9. Abschied von der Staatsfixierung

Deutschland gilt als überreguliert und gründungsfeindlich. Das liegt aber nicht nur an unverständlichen Gesetzen, "verkrusteten Strukturen" oder unfähigen Bürokraten und Politikern: Vollkasko-Mentalität und Obrigkeitshörigkeit führen hierzulande eine friedliche Koexistenz in den Köpfen vieler vermeintlich mündiger Bürger.

Das gilt auch für Gründungswillige: Mehr als es kaufmännische Vorsicht gebietet, legen sie allzu oft ohne Not vorauseilenden Gehorsam an den Tag, fragen nach Vorschriften, Verordnungen und Eventualitäten. Statt einfach anzupacken, loszulegen und Erfahrungen zu sammeln. Erfolgreiche Unternehmer hingegen kümmern sich nicht in erster Linie um Paragrafen und Auflagen, sondern nutzen konsequent die vorhandenen Gestaltungsspielräume.

Und die sind wesentlich größer als landläufig angenommen: Sieht man einmal vom Handwerk und einigen "gefahrengeneigten" Branchen ab, gilt in Deutschland eine erstaunlich weitgehende Gewerbefreiheit. Wenn Sie Unternehmer werden wollen, sollten Sie also zunächst einmal das Meinungslager wechseln: Verabschieden Sie aus dem Chor der hilflosen Opfer, schlagen Sie sich auf die Seite der mutigen Macher und Gestalter und - legen Sie los!

10. Die etwas andere Gründer-Lektüre

Gründungs- oder Selbstmanagement-Ratgebers gibt es in großer Zahl - wir möchten Ihnen an dieser Stelle einmal zwei eher ungewöhnliche, aber umso lohnendere Lese-Empfehlungen geben:

  • Mut zu mehr Markt macht Günter Faltins "Buch Kopf schlägt Kapital". Der Autor berichtet darin, von einer ganz anderen Art, ein Unternehmen zu gründen und: Von der Lust, ein "Entrepreneur" zu sein. Zahlreiche kostenlose Hörproben des 250-seitigen Ratgebers gibt es auf der Website des Autors.

  • Ermutigung in ausgesprochen belletristischer Form finden alte und neue Selbstständige auch in dem unterhaltsamen Bändchen "Lehmanns Erzählungen oder So schön war mein Markt". Siegfried Lenz hat die Hommage an den Schwarzmarkt der Nachkriegszeit vor fast 50 Jahren geschrieben. Das Buch macht selbst Menschen mit Beamtenmentalität Lust auf unternehmerische Initiative.

  • Wenn Sie doch lieber einen "richtigen" Gründungsratgeber suchen, empfehlen wir das bewährte dtv-Taschenbuch "Praxisratgeber Existenzgründung" von Sandra Bonnemeier.

Ihre Tipps und Meinungen

Fehlen aus Ihrer Sicht wichtige Empfehlungen für Nachwuchsunternehmer? Wir freuen uns auf Ihre Ergänzungen, Kritiken und Kommentare an redaktion@akademie.de oder in der "Kommentar"-Box weiter unten auf dieser Seite.

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Ist das die Reaktion auf den Beitrag von Freelancer-Blog.de?
http://www.freelancer-blog.de/in-10-schritten-zum-freelancer/

Nein, dieser Artikel hier ist keine "Reaktion" auf den genannten Artikel. So ein Schritt-für-Schritt-Beitrag ("In vier Wochen von Null auf Hundert") wäre aber eine prima Ergänzung zu unserer Tipp-Top10. Mal schaun, was sich machen lässt. ;-)
Danke für den Hinweis und schöne Grüße
Robert Chromow
PS: Nur damit wir uns richtig verstehen: Ich weiß nicht, wann genau der Artikel im Freelancer-Blog erschienen ist - dieser hier ist jedenfalls seit über 5 Jahren online, genau genommen seit dem 29. Januar 2004:
http://tinyurl.com/dekpde

Wer mehr von Günter Faltin im Netz sucht, dem empfehle ich www.entrepreneurship.de . Hier finden sich weitere kostenlose Texte und Videos des Entrepreneurship-Professors aus Berlin.

Seit Dezember gibts "Kopf schlägt Kapital" auch als Hörbuch. http://bit.ly/d1w7mp