Übungsleiterpauschale und Ehrenamtspauschale: Steuerfreie Nebenverdienste

Die Steuervergünstigungen für Ehrenamtler sind längst nicht nur auf Vereinsmitarbeit beschränkt. Hier erklären wir Ihnen, wie Sie in der Praxis damit Steuern sparen.

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Stand: 7. Januar 2013 (aktualisiert)

Übungsleiter- und die Ehrenamtspauschale sind Steuerfreibeträge, durch die Aufwandsentschädigungen für bürgerschaftliches Engagement bis zu einer bestimmt Höhe steuerfrei bleiben. Die attraktiven Freibeträge sind längst nicht nur auf Vereinsmitarbeit beschränkt. Sie können für ganz unterschiedliche Dienstleistungen und Nebentätigkeiten genutzt werden, wenn der Auftraggeber die Voraussetzungen erfüllt.

Reich werden Sie durch ehrenamtliches Engagement zwar nicht. Ab 2013 dürfen Sie aber immerhin bis zu 2.400 Euro pro Jahr (Übungsleiterpauschale) und 720 Euro im Jahr (Ehrenamtspauschale) steuerfrei hinzuverdienen.

Bitte beachten Sie: Bis einschließlich 2012 lagen die Steuerfreibeträge für ehrenamtliche Tätigkeiten bei 2.100 Euro bzw. 500 Euro. Die Erhöhung ist Teil des "Gesetzes zur Entbürokratisierung des Gemeinnützigkeitsrechts". Zurzeit (21. Januar 2013) ist das "GemEntBG" noch immer nicht nicht beschlossene Sache. Der Bundesrat hat aber bereits Stellung genommen und das Gesetz soll Anfang 2013 verabschiedet werden und dann wie geplant rückwirkend zum 1. Januar 2013 in Kraft treten.

Wir erklären Ihnen in diesem Leitfaden ...

  • wer die Übungsleiterpauschale in Anspruch nehmen darf,

  • für wen die Ehrenamtspauschale infrage kommt und

  • wie sich die steuerbegünstigten Aufwandspauschalen auf Sozialleistungen wie ALG I und II, BAFöG, Kinder-, Wohn- oder Elterngeld auswirken.

Außerdem beantworten wir Praxisfragen wie die folgenden: Sind beide Freibeträge kombinierbar? Darf ich bei mehreren Vereinen tätig sein? Fällt bei Selbstständigen Umsatzsteuer an?

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Kommt Tätigkeit für Übungsleiterpauschale in Frage?4

Guten Tag!

Mir wurde gerade aus einem Ehrenamt heraus eine bezahlte Tätigkeit (im Umfang von 9 Std./Woche) angeboten als Koordinatorin für Ehrenamtliche bei der Caritas. Das freut mich sehr und ich möchte das Angebot ausgesprochen gern wahrnehmen. Allerdings bin ich noch Studentin und beziehe Bafög. Mit den Einnahmen würde ich jetzt über den (meiner Meinung nach sehr niedrig angesetzten) Freibetrag beim Bafög kommen. Bisher konnte mir niemand so recht weiterhelfen, ob ich mit meiner Tätigkeit, also der Betreuung und Beratung von Ehrenamtlichen, für die Übungsleiterpauschale in Frage komme. Die anderen Auflagen, nämlich dass es sich um eine nebenberufliche Tätigkeit, und um die Arbeit in einem gemeinnützigen Verein handelt, sind ja auf jeden Fall erfüllt.

Ich weiß, Sie nehmen keine Einzelfallprüfung vor. Über Ihre Einschätzung zu meinem Fall wäre ich aber sehr dankbar!

Beste Grüße,

Lisa

Antwort: Kommt Tätigkeit für Übungsleiterpauschale in Frage?

Hallo Lisa,
eine rechtliche oder steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich - daher nur ganz allgemein:

1.
Der Ansatz der _Ehrenamts_pauschale gem. § 3 Nr. 26a EStG
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html
... ist nach meiner Ansicht bei der von Ihnen geschilderten Tätigkeit ohne Weiters möglich. Allerdings dürfte die Obergrenze von 720 Euro schnell erreicht sein.

2.
Bei der _Übungsleiter_pauschale kommt es m. E. auf den Schwerpunkt und die konkrete Ausgestaltung der Tätigkeit an: § 3 Nr. 26 EStG
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html
... spricht von
------------ Zitat ----------------
Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbaren nebenberuflichen Tätigkeiten, aus nebenberuflichen künstlerischen Tätigkeiten oder der nebenberuflichen Pflege
----------Zitat-Ende --------------
Liegt der Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit auf der Ausbildung und Qualifizierung der Freiwilligen, könnten die Voraussetzungen für die Übungsleiterpauschale ebenfalls erfüllt sein. Die Personalabteilung der Caritas sollte sich mit solchen Zweifelsfällen aber auskennen. Am besten fragen Sie dort nach.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Kleine Verständnisfrage zum Thema Ehrenamtspauschale

Hallo Herr Chromow,

ich danke Ihnen herzlich für Ihre schnelle Antwort! Sie haben Recht, es ist die beste Idee, mich direkt an die Personalabteilung der Caritas zu wenden.

Aber noch eine Verständnisfrage zum Thema Ehrenamtspauschale: Ich dachte, die würde in meinem Fall nicht in Frage kommen, da ich ja über ein normales Angestelltenverhältnis verfüge und statt einer Aufwandsentschädigung, wie es im Ehrenamt ja üblich ist, tariflich bezahlt werde. In dem Fall ist es doch egal, ob ich nebenberuflich gemeinnützige Arbeit bei einem gemeinnützigen Verein verrichte, oder?

Beste Grüße,

Lisa

Antwort: Kleine Verständnisfrage zum Thema Ehrenamtspauschale

Hallo Lisa,
§ 3 Nr. 26a EStG
https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html
regelt ganz allgemein die Steuerfreiheit von ...

------------ Zitat ----------------
Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten im Dienst oder Auftrag einer juristischen Person des öffentlichen Rechts, [...] oder einer unter § 5 Absatz 1 Nummer 9 des Körperschaftsteuergesetzes fallenden Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke (§§ 52 bis 54 der Abgabenordnung) bis zur Höhe von insgesamt 720 Euro im Jahr.
----------Zitat-Ende --------------

In welcher sozialversicherungsrechtlichen Form die Abrechnung im Einzelfall erfolgt, spielt keine Rolle: Eine sozialversicherungspflichtige oder geringfügige Beschäftigung ist ebenso möglich wie eine selbstständige Tätigkeit - vorausgesetzt natürlich, der Nebenberuflichkeits-Charakter ist unstrittig). Explizite "Aufwandsentschädigungen" sind auch möglich, die sind jedoch in § 3 Nr. 26b EStG geregelt.

Aber wie gesagt: Das alles (und noch viel mehr!? :-)) besprechen Sie am besten mit der Caritas-Personalabteilung.

Viele Grüße
Robert Chromow

_

Lieber Herr Chromow,

ich danke Ihnen vielmals für Ihre Hilfe!

Lisa

ÜL-Pauschale überschritten

Hallo,
Ich bin als ÜL tätig!
Bisher habe ich in der Anlage N meine Einnahmen angegeben und alles was drüber war, mit einer Aufstellung meiner Ausgaben gegengerechnet. So war ich immer +/- 0!
Nun ist meine neue Finanzbeamtin damit nicht einverstanden und möchte die Anlage EÜR?!
Da ich ja nicht Selbstständig bin, gilt für mich doch auch nicht die Anlage S, oder?
Ich gebe 3 Std. in 2 verschiedenen Vereinen und im 3.Verein bin ich auf 450 € Basis angestellt. Greift hier auch eine nichtselbständige Tätigkeit auf Honorarbasis? So habe ich es immer gedacht, in Anlage N eingetragen und es wurde Jahrelang so annerkannt.
Wo trage ich es nun ein und in welcher Zeile?
Jeder erzählt was anderes und ich bin inzwischen total verzweifelt.
Vielen Dank im voraus
Viele Grüße

Antwort: ÜL-Pauschale überschritten

Guten Tag,
bitte entschuldigen Sie die verspätete Antwort. Sie schreiben:
------------ Zitat ----------------
Bisher habe ich in der Anlage N meine Einnahmen angegeben und alles was drüber war, mit einer Aufstellung meiner Ausgaben gegengerechnet. So war ich immer +/- 0!
----------Zitat-Ende --------------
Auch wenn das in der Vergangenheit gut gegangen ist: Rechtlich ist Ihr "hemdsärmeliges" Vorgehen m. E. problematisch. Insofern kann ich die Reaktion der Finanzbeamtin grundsätzlich verstehen. Doch der Reihe nach:

1.
Ob Sie Ihre Übungsleiterpauschale in der Anlage N oder der Anlage S (plus Anlage EÜR) eintragen, hängt davon ab, ob es sich um eine selbstständige Tätigkeit oder eine nicht-selbstständige Tätigkeit handelt.

2.
In beiden Fällen gilt, dass die Übungsleiterpauschale auch die mit der Tätigkeit verbundenen Aufwendungen ausgleichen soll. Wenn Ihre Einnahmen also höher sind als die Obergrenze der Pauschale, dann sind die darüber hinausgehenden Einnahmen steuerpflichtig. Sie dürfen zuvor zwar noch Werbungskosten (nicht-selbstständige Tätigkeit) oder Betriebsausgaben (selbstständige Tätigkeit) abziehen - jedoch nur soweit sie die Übungsleiterpauschale übersteigen!

Im einschlägigen BMF-Schreiben vom 21. November 2014 liest sich das so:
------------ Zitat ----------------
Ein Abzug von Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben, die mit den steuerfreien Einnahmen
nach § 3 Nummer 26a EStG in einem unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang stehen,
ist nur dann möglich, wenn die Einnahmen aus der Tätigkeit und gleichzeitig auch die
jeweiligen Ausgaben den Freibetrag übersteigen. I
----------Zitat-Ende --------------
http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben...

3.
Sofern es sich um nicht-selbstständige Tätigkeiten handelt, gehört die steuerfreie Übungsleiterpauschale auf Seite 1 der Anlage "N" in die Zeile 26 ("Steuerfrei erhaltene Aufwandsentschädigungen / Einnahmen").

Der steuerpflichtige Anteil gehört auf Seite 1 der Anlage "N" in die Zeile 20 ("Steuerpflichtiger Arbeitslohn, von dem kein Steuerabzug vorgenommen worden ist (soweit nicht in der Lohnsteuerbescheinigung enthalten)".

Die verbliebenen Werbungskosten tragen Sie auf Seite 3 der Anlage "N" je nach Art der Ausgaben in die passende(n) Zeile(n) ein.

4.
Grund zur "totalen Verzweiflung" gibt es jedenfalls nicht: Falls Ihnen das noch nicht weiterhilft, fragen Sie am besten direkt beim Finanzamt nach.

Viele Grüße und alles Gute
Robert Chromow

Übungsleiterpauschale in Kombination mit einem Honorarjob

Hallo,

ich habe aktuell einen Honorarjob an einer Schule und verdiene dort jählich ca. 4980€ (415*12), damit ich in der Familienversicherung bleiben kann. Nun würde ich gerne als Trainerin arbeiten und somit auf die Übungsleiterpauschale zugreifen wollen, dank der es möglich ist noch 2400€ extra im Jahr zu verdienen.
Können Sie mir sagen, wie das bei der Übungsleiterpauschale läuft und worauf ich achten muss?
Steuerlich würde ich ja immer noch unter dem gesetzlichen Freibetrag von 8472€ bleiben (denn 4980+2400=7380€), sodass ich keine Steuern zahlen müsste.
Muss man die Übungsleitertätigkeit irgendwo anmelden und wie läuft das mit der Versicherung? Läuft die unabhängig von der Familienversicherung oder muss ich was bestimmten beachten?

Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen!
Lieben Gruß,
Nina

Antwort: Übungsleiterpauschale in Kombination mit einem Honorarj

Hallo Nina,
vorweg nur zur Sicherheit: Einzelfallberatungen sind an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Steuerlich sind Sie m. E. auf der sicheren Seite.

2.
Was die Familienversicherung betrifft: Übungsleiter- und Ehrenamtsamtpauschalen sind
* weder Arbeitsentgelt i.S.d. SGB IV (vgl. § 14 Abs. 1 SGB IV
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__14.html)
* noch Arbeitseinkommen (vgl. § 15 SGB IV
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__15.html),
* zählen daher nicht zum Gesamteinkommen (vgl. § 16 SGB IV
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__16.html) und werden daher auch nicht in die Berechnung des Gesamteinkommens für die Familienversicherung gem. § 10 SGB V
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__10.html
... einbezogen.
Das sieht übrigens auch die AOK so:
"Ehrenamtliches Engagement lohnt sich - immer"
http://www.aok-business.de/fachthemen/steuerrecht/ehrenamt-aufgewertet/

3.
Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fallen auf die Übungsleiterpauschale nicht an. Die Kosten der Unfallversicherung trägt die Körperschaft, bei der Sie die Übungsleitertätigkeit ausüben.

4.
Meldepflichtig ist Ihre Übungsleitertätigkeit m. W. auch nicht.

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Honorarjob

Hallo Herr Chromow, (Nur eigene Erfahrung!)

Nina schreibt doch aber, dass sie einen Honorarjob (4980 EUR/Jahr) an einer Schule ausübt.
Dies bedeutet doch aber eigentlich, dass es sich hier um eine selbstständige Tätigkeit (Honorarjob)
und nicht um einen Minijob, für den der AG prozentuale Abgaben für Steuer und Soz.Vers. machen muss, handelt.

Bei einer selbstständigen Tätigkeit wird doch, bzw. muss doch, eigentlich jeder Cent, der an Gewinn anfällt (EÜR), versteuert werden
und die KK interessiert es doch auch, ob hier die Einnahmen (Familienversicherung) über 405 EUR/mlt.= 4860 EUR/Jahr (erst seit 2015, ab 2016 415,-/mtl.= 4980 EUR/Jahr), nicht wie beim Minijob (450 EUR/mtl) liegen.

Und bei eine Trainertätigkeit, die Nina noch zusätzlich ausüben möchte, kommt die Übungsleiterpauschale doch nur bei entsprechenden Einrichtungen (anerkannter Sportverein, VHS ....) in Frage, nicht bei z.B. kommerziellen Fitnessstudios.
Nina hatte hierzu aber doch eigentlich nichts Genaues geschrieben.
Ich kenne nämlich einige selbstständig arbeitende Trainer, die der Meinung sind, dass dieser Übungsleiterfreibetrag auch für kommerzielle Anlagen gelte, nur wegen der Trainertätigkeit.

Viele Grüße

P.S. (zu oben)

Nina: "Steuerlich würde ich ja immer noch unter dem gesetzlichen Freibetrag von 8472€ bleiben (denn 4980+2400=7380€), sodass ich keine Steuern zahlen müsste."

Ich nehme mal an, dass Nina als Ehefrau mit in der Familienversicherung versichert ist.
Dieser beschriebene Steuerfreibetrag von 8472 EUR/Jahr gilt doch aber nicht, für die Ehefrau, wenn der Ehemann (nehmen wir mal an) Normalverdiener oder Arbeitnehmer ist, oder?

Ich musste in jedem Fall als Ehefrau, auch hälftig unter diesem Freibetrag, Steuern bezahlen.

Viele Grüße

Antwort: P.S. (zu oben)

Guten Tag,
Sie sprechen mit Ihren Anmerkungen viele verschiedene Aspekte an. Mir ist nicht ganz klar, was genau Ihre Frage ist - daher nur so viel: Sie schreiben:
------------ Zitat ----------------
Bei einer selbstständigen Tätigkeit wird doch, bzw. muss doch, eigentlich jeder Cent, der an Gewinn anfällt (EÜR), versteuert werden
----------Zitat-Ende --------------
Das ist so nicht richtig:
Ob überhaupt Steuern bezahlt werden und wie hoch der Steuersatz ist, hängt davon ab, wie hoch das zu versteuernde _Gesamt_einkommen ist und wie der / die Steuerpflichtige "veranlagt" wird.

Abgesehen davon haben Sie völlig Recht: Wenn Nina selbstständig ist und gemeinsam mit ihrem "normalverdienenden Arbeitnehmer"-Ehemann veranlagt wurde, mussten die beiden zusammen in 2015 ab einem zu versteuernden Gesamteinkommen von (2 x 8.472 Euro =) 16.944 Einkommensteuern zahlen. Ob Nina unter 8.472 Euro geblieben ist oder nicht, spielt dafür keine Rolle.

Viele Grüße
Robert Chromow

Vielen Dank Herr Chromow! Sie

Vielen Dank Herr Chromow!
Sie haben mir sehr geholfen!

MfG
Nina

Übungsleiterpauschale und Fahrtkosten

Hallo,

ich hätte 2 Fragen:

1) Wenn der Betrag, der im Sinne der Übungsleiterpauschale eingenommen wird, sowieso unter den 2400 € liegt, muss er dann zwingend in der Steuererklärung (Anlage N, Nr. 36)aufgeführt werden?

2) Wenn man aufgrund der Übungsleitertätigkeit Fahrtkosten hatte, die aber von dem e.V. erstattet wurden, muss ich die bei den Einkünften aus der Übungsleitertätigkeit dazurechnen? Weil das doch letztlich kein "Gewinn" ist, sondern meine Ausgaben diesbzgl. ja 1 zu 1 erstattet wurden. (Wenn ich die dazurechnen muss, müsste ich doch umgekehrt auch meine Fahrtkosten wiederum ansetzten dürfen... also z.B. Einnahme aus Tätigkeit wären z.B. 100 €, Fahrtkosten-Erstattung 20 € = macht 120 € abzgl. 20 € Auslagen für die Fahrtkosten... also doch nur 100 € Einkünfte Übungsleiterpauschale?!

Ich bedanke mich im Voraus für eine Antwort!
Mit freundlichen Grüßen

Antwort: Übungsleiterpauschale und Fahrtkosten

Guten Tag,
zu Ihren Fragen:

1.
Ja, Sie sind verpflichtet, steuerfreie Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen bei Ihrer Steuererklärung anzugeben. Die Höhe der Einnahmen spielt keine Rolle.

2.
Zur Übungsleiterpauschale gehören alle Zahlungen des Auftraggebers für ehrenamtliche nebenberufliche Tätigkeiten - das gilt auch für Fahrtkostenerstattungen.

Hintergrund: Bei Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen handelt es sich nicht um Gehälter oder Gewinneinkünfte: Der Gesetzgeber hat mit den Regelungen lediglich klargestellt, dass Einnahmen im Zusammenhang mit ehrenamtlichen Tätigkeiten nicht steuerpflichtig sind.

Viele Grüße
Robert Chromow

ich meinte Anlage N, Nr. 26

ich meinte Anlage N, Nr. 26 :-)

Übungsleiterpauschale

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe 2014 in einem Tennisverein Kinder- und Jugendtraining gegeben. Die Bezahlung lief allerdings nicht über den Verein, sondern über die Tennisschule, die das Training im Verein koordiniert und organisiert. Steht mir die Übungsleiterpauschale trotzdem zu bzw. unter welchen Bedingungen würde sie mir zustehen? Vielen lieben Dank für Ihre Antwort und viele Grüße,
Philipp

Antwort: Übungsleiterpauschale

Hallo Philipp,
wenn die Abrechnung einer Tätigkeit über eine private Tennisschule läuft, ist eine wichtige Voraussetzung für die Anerkennung als steuerfreie Übungsleiterpauschale _nicht_ erfüllt. Unter welchen Bedingungen Ihnen eine steuerfreie Übungsleiterpauschale zusteht, können Sie im Detail weiter oben im Text nachlesen.
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Kombination Ehrenamtspauschale und Übungsleiterpauschale

Hallo,

ich bin als Prüfungsaufsicht (Ehrenamtspauschale) und als Dozent (Übungsleiterpauschale) bei einer Körperschaft des öffentlichen Rechts tätig.
Für die Prüfungsaufsicht erhalte ich eine Aufwandsentschädigung.
Für das Unterrichten erhalten ich ein Honorar.
Darf ich beide Beträge voll ausschöpfen? Also 2.400 Euro (fürs Unterrichten) + 720 Euro (für die Prüfungsaufsicht) sprich 3.120 Euro im Jahr?
Oder darf man nicht über 2.400 Euro kommen?

Antwort: Kombination Ehrenamtspauschale und Übungsleiterpauschal

Hallo,
grundsätzlich gilt nach Aussage des Bundesfinanzministeriums:
------------ Zitat ----------------
Die Ehrenamtspauschale darf nicht in Anspruch nehmen, wer bereits für dieselbe Tätigkeit eine Übungsleiterpauschale geltend macht – und umgekehrt.
----------Zitat-Ende --------------
Die Formulierung "dieselbe Tätigkeit" ist zwar interpretationsfähig: Aus meiner Sicht gehören Dozententätigkeit und Prüfungsaufsicht bei ein und derselben Körperschaft des öffentlichen Rechts zusammen - zumal dann, wenn der Dozent auf die Prüfungen vorbereitet, die er später beaufsichtigt.

Wenn die beiden Tätigkeiten hingegen völlig unabhängig voneinander sind und womöglich aus unterschiedlichen Haushaltstöpfen bezahlt und separat abgerechnet werden, wäre die Kombination theoretisch denkbar. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Auftraggeber, wie andere Dozenten/Prüfer das handhaben. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie auch beim Finanzamt nachfragen - oder aber Sie geben die Einnahmen aus beiden Tätigkeiten einfach als Übungsleiter-/Ehrenamtspauschale an und warten ab, was passiert...

Viele Grüße - und lassen Sie uns wissen, was dabei herausgekommen ist.
Robert Chromow

Kombination Ehrenamtspauschale und Übungsleiterpauschale

Vielen Dank für Ihre schnelle und hilfreiche Antwort!:-)

Ich werde einfach mal sehen, was beim Finanzamt herauskommt, wenn ich die Beträge als Übungsleiterpauschale und Ehrenamtspauschale getrennt angebe.

Zwar erhalte ich die Vergütung der beiden Tätigkeiten von ein und der selben Körperschaft, jedoch bezieht sich die Prüfungsaufsicht auf eine Prüfung mit anerkannten Berufsabschluss (Erwachsenenbildung) und die Dozententätigkeit auf einen ganz anderen Lehrgang (mit noch schulpflichtigen Schülern), welcher nicht mit einer Prüfung endet...sprich kein Berufsabschluss zur Folge hat, vielmehr der beruflichen Orientierung dient.

Schöne Grüße und...super hilfreiche und interessante Seite!

ÜL Pauschale überschritten, was tun

Hallo liebes Akademie-Team und ein gesundes neues Jahr,
ich habe Ihre Anmerkungen und Erläuterungen mit viel Interesse gelesen.
Jedoch habe ich immer noch einige Fragen.
Mein Status derzeit:
Angestellt in Vollzeit
Nebenberuflich Freiberufler als Heilpraktikerin
ÜL seit 2013 mit 1 Std wöchentl.
Hin und wieder Vertretungsstunden, jedoch bis Ende 2015 kein Überschreiten der ÜL Pauschale.
ab 2016 ÜL mit insgesamt 6,5 Std wöchentl.
alles in allen überschritte ich die ÜL Pauschale satt.
Das der Betrag oberhalb des Pauschbetrags zu versteuern ist, ist klar.
Was jedoch ist mit der Sozialversicherung?
Werde ich sozialversicherungspflichtig? Gibt es dafür eine Bemessungsgrenze?
Kann ich die ÜL pauschale auch in Anspruch nehmen, wenn ich sie über Honorarabrechnung meiner freiberuflichen Tätigkeit abrechne? oder wäre eine private Abrechnung sinnvoller?
Sollte diese ÜL Abrechnung dann einen eigenen Rechnungskreis haben?
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen
PB

Antwort: ÜL Pauschale überschritten, was tun

Hallo PB,
vielen Dank für Ihre freundliche Nachricht und die guten Wünsche!
Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Tätigkeiten, die Sie im Rahmen Ihrer freiberuflichen Tätigkeit als Heilpraktikerin abrechnen, fallen aus meiner Sicht (in voller Höhe) _nicht_ unter die Steuerbefreiung gem. § 3 Nr. 26 EStG
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html.

2.
Sofern Sie Ihre Übungsleitertätigkeit als Selbstständige erbringen, müsste sie eindeutig von den Tätigkeiten als Heilpraktikerin abgetrennt sein. Ob dafür ein separater Rechnungsnummernkreis genügt, wage ich nicht zu beurteilen. Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater oder Sie wenden sich direkt ans Finanzamt.

3.
Einkünfte oberhalb der Übungsleiterpauschale sind grundsätzlich steuer- und sozialversicherungspflichtig.

4.
Da Sie jedoch bereits in Ihrem Hauptberuf sozialversichert sind, brauchen Sie bei selbstständig erbrachten Übungsleitertätigkeiten keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zu zahlen.

5.
Rentenversicherungsbeiträge wiederum könnten fällig werden, da selbstständig tätige Lehrer und Erzieher in vielen Fällen rentenversicherungspflichtig sind. Mehr dazu im Beitrag:
"Rentenversicherungspflicht für Selbstständige"
http://www.akademie.de/wissen/rentenversicherungspflicht-fuer-selbststae...

Und noch ein Hinweis zum Schluss: Bei zunehmendem Umfang Ihrer nebenberuflichen Tätigkeiten sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Ihre Angestelltentätigkeit unterm Strich auch tatsächlich der Hauptberuf bleibt (und zwar in zeitlicher und finanzieller Hinsicht.) Ausführlichere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Beitrag
"Selbstständigkeit als Hauptberuf oder als Nebenberuf"
http://www.akademie.de/wissen/haupt-oder-nebenberuf

Viele Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Definition Auftraggeber

Hallo,

ich übe als Nebenjob eine pädagogische Betreuertätigkeit auf Honorarbasis für eine GmbH aus, diese ist allerdings von der Stadt beauftragt und die Arbeit findet an Schulen im Rahmen einer Landesinitiative (KAOA) statt.

Also ist es quasi als Subunternehmerin möglich, dass meine Honorartätigkeit unter die Übungsleiterpauschale fällt, wenn die GmbH "im Auftrag einer öffentlichen oder öffentlich-rechtlichen Institution" arbeitet und es sich um eine pädagogische, dem Gemeinwohl dienende Tätigkeit handelt, auch wenn die GmbH keine gGmbH ist?

Lieben Dank :-)

Viele Grüße

Lisa

Antwort: Definition Auftraggeber

Hallo Lisa,
die einschlägige Auftraggeber-Definition in § 3 Nr. 26 EStG
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html
... lautet:
------------ Zitat ----------------
Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten als Übungsleiter, [etc...] im Dienst oder im Auftrag einer juristischen Person des öffentlichen Rechts, [...] oder einer unter § 5 Absatz 1 Nummer 9 des Körperschaftsteuergesetzes fallenden Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke (§§ 52 bis 54 der Abgabenordnung)
----------Zitat-Ende --------------
Die dort angesprochenen weiterführenden Regelungen finden Sie hier:
§ 5 Absatz 1 Nummer 9 KStG
http://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__5.html
§§ 52 bis 54 AO
http://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__52.html

Meine völlig unmaßgebliche Vermutung lautet, dass Einnahmen aus einer (mittelbaren) Tätigkeit als "Subunternehmerin" einer nicht gemeinnützigen GmbH _nicht_ unter die Steuerbefreiung des § 3 Nr. 26 EStG fallen. Aber wie gesagt: Das ist nur eine Vermutung. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater oder fragen direkt beim Finanzamt nach.

Viele Grüße
Robert Chromow

Danke für die Information und

Danke für die Information und Einschätzung.

Und frohes neues Jahr.

2 Nebenjobs, einer mit Übungsleiterpauschale

Guten Tag,

ich habe zur Zeit einen Nebenjob bei der Caritas, bei welchem die Übungsleiterpauschale geltend gemact wird. Dadurch, dass ich dort aber nicht so viele Stunden arbeiten kann, bin ich momentan bei 357,30 Euro im Monat.
Da ich gerade umgezogen bin suche ich nach einem zweiten Nebenjob und habe jetzt von einem Dozenten das Angebot als Hilfskraft für 5 Stunden in der Woche zu machen. Damit wäre ich aber insgesamt schon bei 566,10 im Monat. Gilt da denn dann noch die Übungsleiterpauschale, ist das Geld dann immer noch steuerfrei für mich? Und vor allem, macht da die Krankenversicherung überhaupt mit, oder müsste ich dann da auch einzahlen? (Ich bekome Kindergeld, kein BaFög.)
Vielen Dank für Ihre Antworten.
Mit freundlichen Grüßen,
Lisa Müller

Antwort: 2 Nebenjobs, einer mit Übungsleiterpauschale

Guten Tag,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

Zu Ihrer Frage heißt es weiter oben im Text (im Kapitel "Übungsleiterpauschale"
http://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag/ue...
unter der Überschrift "Kombination aus Übungsleiterpauschale und Minijob"):

------------ Zitat ----------------
Erlaubt ist auch die Kombination eines Minijobs mit der Übungsleiterpauschale. Durch das Zusammenlegen der beiden Entgeltmodelle kann man für eine öffentliche, öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Institution deutlich mehr Geld erhalten, ohne über die Minijob-Pauschale hinaus Steuern und Sozialabgaben abführen zu müssen.

Sie und Ihr Auftraggeber haben sogar die Wahl, ob Sie den Jahresbetrag von 2.400 Euro "pro rata" (monatlich mit 200 Euro) oder en bloc (jeweils zum Jahresbeginn bzw. zu Beginn der Beschäftigung) in Ansatz" bringen. So steht es in den "Richtlinien für die versicherungsrechtliche Beurteilung von geringfügigen Beschäftigungen" der Spitzenverbände, die von der "Minijob-Zentrale" zum Download (PDF, 500 KB) bereitgestellt wird.
[https://www.minijob-zentrale.de/DE/Service/03_service_rechte_navigation/DownloadCenter/4_Rundschreiben_etc/1_AG_rundschreiben_AG_versicherung/PDF01_Geringfuegigketisrichtlinien_12112014.pdf]
Durch Inanspruchnahme des monatlichen Freibetrags für Übungsleiter steigt die Minijob-Verdienstgrenze unter dem Strich also von 450 Euro auf 650 Euro. Wenn Sie sich dafür entscheiden, zunächst den ganzen Freibetrag auszuschöpfen, beginnt die geringfügige Beschäftigung offiziell erst im fünften Monat.
----------Zitat-Ende --------------

Je nachdem, wie die Caritas mit Ihnen abrechnet, können Sie in einem zweiten Minijob demnach also rechnerisch noch 292,70 Euro dazuverdienen (357,30 Euro minus 200 Euro Übungsleiterpauschale = 157,30 Euro Minijob I; 450 Euro minus 157,30 Euro = 292,70 Euro im Minijob II).

Bitte beachten Sie: Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit Ihren Arbeitgebern und / oder fragen direkt bei der Hotline der Minijobzentrale nach:
Tel.: 0355 2902-70799
montags bis freitags
7:00 bis 17:00 Uhr
https://www.minijob-zentrale.de/DE/Service/03_service_rechte_navigation/...

Viele Grüße
Robert Chromow

Vielen Dank für die schnelle

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
L. Müller

Übungsleiterpauschale deutlich überschritten

Guten Tag, mal angenommen folgender fall.

Person A ist haubberuflich angestellt und ist somit in der GKV.
Nebenberuflich arbeitet er als Betreuer für einen sozialen jugendhilfeträger und rechnet die Stunden über Renungen ab.
Das zu erwartene Jahres Einkommen beträgt ca. 15.000€ aus dieser Tätigkeit.

Diesen Betrag abzüglich der Pauschale 2400€ würde dann in der Anlage V eingetragewn und als Gewinn. ABER wie sehe es mit den Beiträgen der Krankenkassen und RV aus???????
mit freundlichen Grüssen

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