Übungsleiterpauschale und Ehrenamtspauschale: Steuerfreie Nebenverdienste

Die Steuervergünstigungen für Ehrenamtler sind längst nicht nur auf Vereinsmitarbeit beschränkt. Hier erklären wir Ihnen, wie Sie in der Praxis damit Steuern sparen.

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Stand: 7. Januar 2013 (aktualisiert)

Übungsleiter- und die Ehrenamtspauschale sind Steuerfreibeträge, durch die Aufwandsentschädigungen für bürgerschaftliches Engagement bis zu einer bestimmt Höhe steuerfrei bleiben. Die attraktiven Freibeträge sind längst nicht nur auf Vereinsmitarbeit beschränkt. Sie können für ganz unterschiedliche Dienstleistungen und Nebentätigkeiten genutzt werden, wenn der Auftraggeber die Voraussetzungen erfüllt.

Reich werden Sie durch ehrenamtliches Engagement zwar nicht. Ab 2013 dürfen Sie aber immerhin bis zu 2.400 Euro pro Jahr (Übungsleiterpauschale) und 720 Euro im Jahr (Ehrenamtspauschale) steuerfrei hinzuverdienen.

Bitte beachten Sie: Bis einschließlich 2012 lagen die Steuerfreibeträge für ehrenamtliche Tätigkeiten bei 2.100 Euro bzw. 500 Euro. Die Erhöhung ist Teil des "Gesetzes zur Entbürokratisierung des Gemeinnützigkeitsrechts". Zurzeit (21. Januar 2013) ist das "GemEntBG" noch immer nicht nicht beschlossene Sache. Der Bundesrat hat aber bereits Stellung genommen und das Gesetz soll Anfang 2013 verabschiedet werden und dann wie geplant rückwirkend zum 1. Januar 2013 in Kraft treten.

Wir erklären Ihnen in diesem Leitfaden ...

  • wer die Übungsleiterpauschale in Anspruch nehmen darf,

  • für wen die Ehrenamtspauschale infrage kommt und

  • wie sich die steuerbegünstigten Aufwandspauschalen auf Sozialleistungen wie ALG I und II, BAFöG, Kinder-, Wohn- oder Elterngeld auswirken.

Außerdem beantworten wir Praxisfragen wie die folgenden: Sind beide Freibeträge kombinierbar? Darf ich bei mehreren Vereinen tätig sein? Fällt bei Selbstständigen Umsatzsteuer an?

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Überleitungspauschale überschritten mit Fahrtkosten

Hallo,

bitte um Unterstützung:

Fall:
Die Einnahmen als Übungsleiter belaufen sich auf 2300 €
(2 staatliche Arbeitgeber (öffentliche Kasse aus underschiedlichen deutschen Bundesländern)
a) 1000 € b) 1300 € = Summe 2300 €
Damit unterhalb der Überleitungspauschale.

Zuzüglich wurden Reisekosten erstattet in Höhe von 150 €.
Damit übersteigt die Summe 2300 € + 150 € = 2450 €.
die Überleitungspauschale von 2400 €.

Wie verhält sich dies steuerrechtlich?
Was muss versteuert werden?
2450 €
50 €
oder nichts, da es sich um Reisekosten handelt.

Bitte um Unterstützung, danke.
MFG

Antwort: Überleitungspauschale überschritten mit Fahrtkosten

Guten Tag,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Bitte beachten Sie, dass eine steuerliche Einzelfallberatung an dieser Stelle nicht möglich ist. Daher nur ganz allgemein:

1.
Die steuer- und sozialversicherungsfreien Übungs- und Ehrenamtpauschalen sind auch und gerade dazu gedacht, die mit der Tätigkeit einhergehenden Aufwendungen (wie Fahrtkosten oder Bürobedarf) zu decken.

2.
Eine darüber hinausgehende Erstattung von Aufwendungen fällt daher nicht unter die Steuerbefreiungen.

3.
Ohne die Details des Einzelfalls beurteilen zu können (und sofern die übrigen Voraussetzungen der Übungseiterpauschale erfüllt sind), wären im geschilderten Fall 2.400 Euro steuerfrei. Die darüber hinausgehenden 50 Euro müssten versteuert werden.

Die Einzelheiten besprechen Sie im Zweifel mit einem Steuerberater. Wenn Sie Ihren Einzelfall überprüfen lassen wollen, können Sie sich aber auch an einen Lohnsteuerhilfeverein wenden. Einen Verein in Ihrer Gegend finden Sie zum Beispiel über die beiden bundesweiten Dachorganisationen:

Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.bdl-online.de/ und

Neuer Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.nvl.de/

Viele Grüße
Robert Chromow

Antwort: Überleitungspauschale überschritten mit Fahrtkosten

Guten Tag Herr Robert Chromow,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Wann ist folgendes anwendbar?siehe Blog:
https://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag/p...

Ist über die Pauschalen hinaus Auslagenersatz zulässig (z. B. für Telefon- oder Reisekosten)?
Ja, der Ersatz notwendiger Aufwendungen ist erlaubt.

MFG

Kombination Ehrenamtspauschale und übungsleiterpauschale

Hallo!
Ich führe eine Honorar Tätigkeit in einer Familienbildungsstätte für Mutter-Kind-Kurse aus und ein Ehrenamt an unserer hiesigen Grundschule im Nachmittagsbereich. Meine Frage: Ich habe für beide Tätigkeiten im Jahr zusammen 4620,--€ bekommen. Kann ich für diese beiden Tätigkeiten einmal die Übungsleiterpauschale 2400€ und die Ehrenamt pauschale 720€ in Anspruch nehmen, so dass ich am Ende nur noch 1500€ versteuern muss?

Vielen Dank im voraus

Antwort: Kombination Ehrenamtspauschale und übungsleiterpauschal

Guten Tag,
eine steuerliche oder sozialversicherungsrechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Grundsätzlich ist der gleichzeitige Bezug von Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale möglich - vorausgesetzt natürlich, die Tätigkeiten erfüllen die im Beitrag genannten Voraussetzungen des § 3 Nr. 26 bzw. 26a EStG.

2.
Da es sich in Ihrem Fall zudem um eindeutig unterschiedliche Tätigkeiten für verschiedene Auftraggeber handelt, spricht m. E. nichts gegen die Kombination aus Ehrenamtspauschale und übungsleiterpauschale.

Aber wie gesagt: Das ist nur meine persönliche und völlig unmaßgebliche Einschätzung.

Viele Grüße
Robert Chromow

Vielen Dank Herr Chromow, für

Vielen Dank Herr Chromow, für Ihre schnelle Antwort! Das FA hat es leider so nicht berücksichtigt. Wo muss ich denn in der Elster Erklärung die jeweiligen Posten eintragen und ist der Rest unter Selbstständigkeit einzutragen? D.h. wohl, dass ich einen Widerspruch einlegen muss oder reicht auch der Antrag auf schlichte Änderung?

Viele Grüße alex

Versteuerung bei Übersteigung des Steuerfreibetrags

Hallo,

ich habe eine Frage und hoffe sie können mir weiter helfen.
Ich arbeite auf 450€ Basis im Büro und könnte bei der Stadtverwaltung als ehrenamtliche Erhebungsbeauftrage für die Verbraucherpreise zusätzlich 400€ im Monat verdienen. im Jahr wären das dann 4.800€. Der Steuerfreibetrag in Höhe von 2400€ wäre somit überschritten. Wie wird dies dann versteuert? der komplette Betrag oder nur die Differenz? Kann man eine Pauschale für die Ausgaben noch in Abzug brinngen oder die tatsächlichen Ausgaben? Parktickets, Benzin usw.? Ich frage, weil ich klären möchte ob es sich für mich überhaupt lohnt diese Tätigkeit anzunehmen?!

Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen!

Liebe Grüße
Stephanie Müller

Antwort: Versteuerung bei Übersteigung des Steuerfreibetrags

Guten Tag, Frau Müller,
eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Die Kombination einer geringfügigen Beschäftigung mit der Ehrenamts- und Übungsleiterpauschale ist möglich.

2.
Ich bin mir aber keineswegs sicher, ob die Tätigkeit einer "ehrenamtlichen Erhebungsbeauftragen für die Verbraucherpreise" tatsächlich unter die Übungsleiterpauschale fällt. Am besten fragen Sie in der Stadtverwaltung nach, um welche Art ehrenamtlicher Tätigkeit es sich handelt und ggf. welche Steuerberfreiung in Ihrem Fall greift.

3.
Sofern es tatsächlich die Übungsleiterpauschale gem. § 3 Nr. 26 EStG handelt, gelten damit alle Aufwendungen als abgedeckt. Steuerpflichtig ist nur der Teil der Einkünfte, der über 2.400 Euro hinausgeht (d. h. weitere 2.400 Euro). Aufwendungen dürfen Sie nur dann geltend machen, soweit sie höher als 2.400 Euro waren.

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

geringfügige Beschäftigung + Tätigkeit als Lehrkraft

Hallo Herr Chromow,

ich habe folgendes Problem und würde mich freuen, wenn Sie mir weiterhelfen könnten.

Ich bin Student und übe eine geringfügige Beschäftigung bei einem Discounter aus und verdiene ca. 400€ im Monat.

Nun fange ich ab November eine weitere geringfügige Beschäftigung als Lehrkraft in der Stadt an (nur 2 Std. die Woche) und verdiene hierbei 250€. Die Stadt hat mich bereits informiert und gesagt, dass ich die Übungsleiterpauschale nutzen kann.

Meine Frage lautet nun: Darf ich beide Tätigkeiten weiterhin ausführen, um unter der 450€ Grenze zu bleiben, oder muss ich evtl. meinen Stunden, die ich im Discounter arbeite herunterschrauben, oder ist dies überhaupt nicht möglich, da ich ja im Prinzip 650€ im Monat verdienen würde.

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Hilfe.

Viele Grüße
Florian Meyr

Antwort: geringfügige Beschäftigung + Tätigkeit als Lehrkraft

Hallo Herr Meyr,
die Antwort auf Ihre Frage können Sie auf der Seite ...
https://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag/p...
... nachlesen. Dort heißt es:

------------ Zitat ----------------
Ja, laut Minijob-Zentrale ist eine Kombination von Übungsleiter- oder Ehrenamtspauschale mit einer geringfügigen Beschäftigung zulässig.
----------Zitat-Ende --------------

Das gilt sogar dann, wenn beide Tätigkeiten beim selben Auftraggeber erbracht werden.

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Fahrkosten

Kann ich vom Verein eine Spendenquittung bekommen für die Fahrten als Trainer (Übungsleiter) zum Training sagen wir mal 0,30 Euro x km. Und diese dann von meinen Steuer absetzen.

Bekomme zusätzlich vom Verein 2,60 Euro pro Stunde Trainervergütung.

Vielen Dank schönmal im Vorraus.

Antwort: Fahrkosten

Guten Tag,
wenn Sie von dem Verein 2,60 Euro Stundenlohn in Form der Übungsleiterpauschale erhalten, sind damit Ihre Fahrtkosten abgedeckt. Fahrtkosten und andere Aufwendungen für ehrenamtliche Tätigkeiten werden nur dann steuerlich als Werbungskosten anerkannt, wenn Sie insgesamt höher sind als die gezahlte Übungsleiterpauschale. Deren Zweck ist es ja gerade, die Aufwendungen ehrenamtlicher Tätigkeiten zu ersetzen.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

nachbarschaftshilfe

Habe heute erfahren das ich als überleiterpauschale
Nur noch bei Patienten die selbstzahler sind Arbeiten.Stimmt das oder nicht? ??
Ist heute bei der dienstbesprechung gesagt worden
Bin auf 2400€ im Jahr eingestellt
liebe grüße
Monika

Antwort: nachbarschaftshilfe

Hallo Monika,
leider kann ich Ihre Frage nicht beantworten: Es geht daraus nicht hervor, welche Tätigkeit sie für welchen Auftraggeber ausüben und was Ihre "überleiterpauschale" mit Selbstzahlern und Nachbarschaftshilfe zu tun hat. Helfen Sie mir weiter?

Viele Grüße
Robert Chromow

Übungsleiterpauschale auch als Rückenschultrainer

Hallo,

Ich würde gerne einmal wissen wollen, ob ich als Rückenschultrainer die Übungsleiterpauschale in Anspruch nehmen darf?

Ausgangsposition: ich arbeite als Gymnastiklehrerin in einem Gesundheitszentrum und würde gerne ein Mal in der Woche an einem anderen Ort über einen anderen Anbieter (Physiopraxis) eine Rückenschultrainer leiten. Ich läge monatlich bei 120 Euro an zusätzlichen Einkünften (alle 10 Wochen 300 euro).
Geht das so?

Über eine Antwort wäre ich dankbar!

Beste Grüße
A. Breuer

Antwort: Übungsleiterpauschale auch als Rückenschultrainer

Guten Tag, Frau A.,
vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage: Nein, eine Tätigkeit als Rückenschultrainerin für eine Physiopraxis kann nicht mit der steuerfreien Übungsleiterpauschale entgolten werden.

Wie Sie im Leitfaden zur Übungsleiterpauschale
https://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag/u...
nachlesen können, ist die Vergünstigung unter anderem an die Voraussetzungen geknüpft, dass die Tätigkeit ...

------------ Zitat ----------------
im Auftrag einer öffentlichen oder öffentlich-rechtlichen Institution (z. B. Städte und Gemeinden, (Hoch-)Schulen, Volkshochschulen, Kammern etc.) oder eines gemeinnützigen Vereins, einer Kirche oder vergleichbaren Einrichtung
----------Zitat-Ende --------------
... ausgeübt wird.

Viele Grüße
Robert Chromow

Halbtagsstelle als Sportfachkraft plus ÜL-Tätigkeit

Ich bin bisher davon ausgegangen, dass ich meine Übungsleitertätigkeit über die Übungsleiterpauschale laufen lassen kann. Dann war ich eine Zeitlang als Sportfachkraft tätig und habe im Nachhinein erfahren, dass die Übungsleiterpauschale nur dann gilt, wenn sich "Hauptberuf" und Nebentätigkeit unterscheiden.
Wie muss oder kann ich in so einem Fall vorgehen? Wenn sich Hauptberuf und Nebentätigkeit nicht wirklich unterschieden?

Danke und liebe Grüße

Antwort: Halbtagsstelle als Sportfachkraft plus ÜL-Tätigkeit

Guten Tag,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Wenn ich Sie recht verstehe, ist die hauptberufliche Tätigkeit als Sportfachkraft beendet. Insofern gibt es aus meiner Sicht für Sie nichts zu tun.

2.
Lassen Sie sich bloß keine grauen Haare deswegen wachsen. Solange Haupt- und Nebenberuf eindeutig voneinander getrennt sind (d. h. Arbeitgeber bzw. Auftraggeber der beiden Tätigkeiten verschieden sind), gibt es normalerweise ohnehin keine Probleme.

3.
Schwierig wird es vor allem bei Selbstständigen, die (zum Beispiel) tagsüber bei einer Volkshochschule Kurse als hauptberuflicher Dozent / Trainer geben und abends als ehrenamtlicher Übungsleiter auftreten.

Viele Grüße
Robert Chromow

Übungsleiterpauschale plus Ehrenamt plus Minijob (450 Euro)

Hallo!

Ich habe folgende Frage: Ich bin in der Kirch tätig (Ehrenamt, 720 Euro im Jahr) und habe einen Minijob (ca. 300 Euro im Monat) und wurde gefragt ob ich eine Übungsleitung an der VHS übernehmen möchte (2400 Euro Freibetrag im Jahr).

Da es alles grundlegend verschiedene Jobs sind ist meine Frage ob es möglich ist, Minijob mit Ehrenamt plus Übungsleiterpauschale zu kombinieren? Übrigens studiere! Es sind also alles nur Nebenbeschäftigungen.

Ich freue mich über eine Rückmeldung!:)

LG

Antwort: Übungsleiterpauschale plus Ehrenamt plus Minijob (450 E

Guten Tag,
auf der Seite "Praxisfragen und Sonderfälle"
https://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag/p...
... finden sich folgende Antworten auf Ihre Fragen:

------------ Zitat ----------------
Kann ich sowohl die Übungsleiterpauschale als auch die Ehrenamtspauschale bekommen?
Grundsätzlich ja: Sofern es sich eindeutig um zwei verschiedene Tätigkeiten handelt, spricht nichts gegen den gleichzeitigen Bezug von Ehrenamts- und Übungsleiterpauschale.
----------Zitat-Ende --------------

------------ Zitat ----------------
Ich habe einen 450-Euro-Job (= "Minijob"/"geringfügige Beschäftigung") in meinem Verein: Kann ich stattdessen (oder zusätzlich) die Übungsleiter- oder Ehrenamtspauschale in Anspruch nehmen?
Ja, laut Minijob-Zentrale ist eine Kombination von Übungsleiter- oder Ehrenamtspauschale mit einer geringfügigen Beschäftigung zulässig.
----------Zitat-Ende --------------

Und, ja: Auch die Dreifach-Kombination aus Übungsleiterpauschale, Ehrenamtspauschale und Minijob ist zulässig - zumal, wenn es sich, wie Sie schreiben, um "grundlegend verschiedene Jobs" handelt.

Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Übungsleiterpauschale

Hallo ich habe folgendes Problem:

Mit wird die Übungsleiterpauschale gewährt. Allerdings muss hier ein Denkfehler vorliegen.

Ich nehme jetzt pauschal Werte an. Für meine Übungsleitertätigkeit bekomme ich 5000 EUR Honorar p.a. dazu erhalte ich 1500 EUR von der Akademie Fahrt- und Übernachtungskosten. Das Hotel bezahle ich dann jeweils mit meiner Karte, so dass +- 0 eigentlich rauskommt. Die Fahrtkosten (0,3 EUR je KM) gebe ich ja aus, indem ich Tanke und sich das Auto ja abnutzt sprich auch +- 0. Jetzt errechnet die Dame vom Finanzamt Folgendes:
Einnahmen 5000€+1500€= 6500€ davon 2400€ abgezogen= 4100 €. als BMG meine tatsächlichen Ausgaben belaufen sich auf 2500€ also zieht sie von den 6500€ 2500€ ab = 4000 BMG

Ich denke aber, dass ich 2400 steuerfrei verdienen darf. So nützt mir doch die Pauschale nix. Hotel zahle ich selbst und die Fahrtkosten ja auch. Man kann das doch nicht als Einnahme verbuchen.

Habe ich einen Denkfehler?
Vielen Dank für Ihre Hilfe

Liebe Grüße
Marie

Antwort: Übungsleiterpauschale

Hallo, Marie,
eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Bei der Übungsleiterpauschale handelt es sich nicht um eine Gewinn-Einkunftsart: Sie ist sogar ausdrücklich dazu gedacht, anfallende Aufwendungen des / der Steuerpflichtigen zu ersetzen.

2.
In Kombination mit steuerpflichtigen Einkünften für dieselbe Tätigkeit bedeutet das, dass die Pauschale zunächst einmal die entstandenen Aufwendungen ersetzt. Nur der darüber hinausgehende Teil der Aufwendungen kann als Betriebsausgabe / Werbungskosten geltend gemacht werden.

3.
Rechtliche Grundlage ist § 3c Abs. 1 EStG
https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3c.html
Dort heißt es:
------------ Zitat ----------------
(1) Ausgaben dürfen, soweit sie mit steuerfreien Einnahmen in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang stehen, nicht als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden;
----------Zitat-Ende --------------

4.
Insofern erscheint mir die Ermittlung der Bemessungsgrundlage durch Ihr Finanzamt nachvollziehbar.

Wie gesagt: Das ist nur die allgemeine Rechtslage, wie sie sich aus meiner Sicht darstellt. Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie mit Ihrem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein.

Mit freundlichen Grüße
Robert Chromow

Moderation und Tagungsleitung, Übungsleiterpauschale

Hallo,

ich führe im Auftrag eines gemeinnützigen Dachverbandes Seminare zu medizinischen Themen durch. Meine Aufgabe ist die Moderation der Seminare und die Seminarleitung. 2014 und 2013 habe ich für die Tätigkeit die Übungsleiterpauschale und den Freibetrag bei der Steuererklärung geltend gemacht. Beide Jahre hat das Finanzamt das akzeptiert. In 2015 nicht mehr. Begründung: "Der Freibetrag gem. § 3 Br. 26 EStG kann nicht gewährt werden, da die ausgeübte Tätigkeit als Moderator und Tagungsleiter nicht zu den begünstigten Tätigkeiten zählt." Wie kann es sein, dass 2013 und 2014 die Tätigkeit anerkannt wurde, 2015 aber nicht? Was kann ich tun? Können Sie mir einen Tipp geben, was ich machen kann?

Vielen Dank im Voraus

Harald

Antwort Moderation und Tagungsleitung, Übungsleiterpauschale

Hallo Harald,
eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Die Auffassung des Finanzamts, dass die Tätigkeit als Moderator und Tagungsleiter nicht zu den durch § 3 Nr. 26 EStG
https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html
begünstigten Tätigkeiten gehört, kann ich durchaus nachvollziehen: Die Übungsleiterpauschale ist demnach für ...
------------ Zitat ----------------
Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbaren nebenberuflichen Tätigkeiten
----------Zitat-Ende --------------
... gedacht.

2.
Dass dass Finanzamt in den Vorjahren zu einem anderen Ergebnis gekommen ist, liegt vermutlich daran, dass Ihre Steuererklärung für 2015 genauer geprüft worden ist. Einen Rechtsanspruch auf die Gewährung des Freibetrags können Sie durch die abweichenden Vorjahresbescheide m. W. nicht ableiten.

3.
Alternativ bietet es sich an, die in § 3 Nr. 26a EStG geregelte _Ehrenamts_pauschale in Anspruch zu nehmen. Die Vorschrift enthält keine explizite Tätigkeitsliste. Mit 720 Euro beträgt dieser Freibetrag zwar nur ein Drittel der Übungsleiterpauschale, könnte von Ihnen aber evtl. hilfsweise in Anspruch genommen werden.

4.
Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater oder Sie wenden sich an einen Lohnsteuerhilfeverein. Den nächsten Verein in Ihrer Nähe finden Sie über eine der beiden Dachverbände:

Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.bdl-online.de/ und

Neuer Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.nvl.de/

Viele Grüße
Robert Chromow

Moderation und Tagungsleitung, Übungsleiterpauschale

Hallo Herr Chromow,

ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihre Antwort.

Viele Grüße

Harald

Muss man die Ü-Pauschale zurückzahlen?

Hallo,
meine Frau arbeitet als Erzieherin und hat bislang mit 13 Wochenstunden als Minijob gearbeitet und dazu 200 € Übungsleiterpauschale erhalten.
Nun wechselt sie den Job und arbeitet 32 Wochenstunden. Daraufhin wurde ihr jetzt die komplette Pauschale rückwirkend zum 01.01. abgezogen mit dem Hinweis, dass das nur für jahreweise Tätigkeiten gelte.

Ist das korrekt oder liegt hier evtl. ein Fehler vor und ihr hätte die Pauschale trotzdem zugestanden?

Wäre super, wenn ich eine kurze Rückmeldung bekommen könnte.

Gruß

Antwort: Muss man die Ü-Pauschale zurückzahlen?

Hallo,
eine rechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Der rückwirkende Abzug der Übungsleiterpauschale ist aus meiner Sicht nicht rechtens.

2.
Zwar fällt die Voraussetzung der Nebenberuflichkeit mit dem Wechsel in eine Vollzeit-/Zweidrittel-Tätigkeit weg. Sofern die Voraussetzungen für die Übungsleiterpauschale jedoch bis zu diesem Zeitpunkt vorgelegen haben, darf die ehrenamtlich Tätige den ausgezahlten Betrag selbstverständlich behalten!

3.
Die Pauschale darf sogar in beliebiger Form mit Minijobs kombiniert werden, wie Sie auf der Website der bundesweiten Minijobzentrale nachlesen können:
https://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/01_mj_im_gewerblichen_bereich/...

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Betriebskosten ansetzen oder nicht? Übungsleiterpauschale

Mein Mann ist im Hauptjob (Vollzeit) im Handel angestellt. Nebenberuflich gibt er seit einiger Zeit Tischtennistraining in gemeinnützigen Vereinen.

1) Der erste gemeinnützige Verein, in dem er bereits länger das Vereinstraining durchführt, wollte dies jedoch von Beginn an nicht über die Übungsleiterpauschale abrechnen. Das Kontingent dort ist anscheinend bereits ausgelastet. Die Rechnungen meines Mannes werden immer von einem Privatkonto eines Vereinsmitglieds bezahlt. (maximal 3 Stunden/Woche)
Hierfür und für ein paar Privatunterrichtsstunden haben wir bislang immer eine Einnahmeüberschussrechnung & Anlage "S" beim Finnanzzamt abgegeben. Wir haben also bislang alles nach Abzug der tatsächlichen Betriebskosten versteuert.

Nun sind 2 Anstellungen dazu gekommen:
2) ein weiterer gemeinnütziger Verein, der die Trainingsstunden als Übungsleiterpauschale vom Vereinskonto bezahlt (maximal 3 Stunden / Woche)

3)und eine Anstellung als Übungsleiter für Kadertraining, mit entsprechendem Anstellungsvertrag über einen Tischtennisverband > die Zahlung erfolgt auch durch diesen Verband (maximal 9 Stunden im Monat)

Die Übungsleiterpauschale wird durch unterjährigen Beginn für 2) und 3) zusammen nicht voll ausgeschöpft (insg. ca. 900 Euro). Wöchentliche Stundenanzahlen liegen für 1),2)und 3)zusammen bei maximal 14 Stunden.

Nun haben wir ein Problem. Denn wir fragen uns, ob wir nun die Betriebskosten für den ersten Verein und für die gelegentlichen Privatstunden bis zu Höhe der Einnahmen aus ÜL-Pauschale nicht mehr ansetzen dürfen. Somit hätte mein Mann seinen Mehreinsatz unter dem Strich fast "umsonst" geleistet.

Hat er nur diese 2 Optionen?
x)Entweder er verzichtet auf die ÜL-Pauschale und listet alles in der EÜR auf, zieht Betriebskosten ab und versteuert seinen Gewinn oder
y)er setzt keine Betriebskosten bei der Gewinnermittlung für 1)an, und gibt 900 Euro als steuerfreie Erstattungen entsprechend in Anlage "N" und/oder "S" an

Es wäre toll, wenn ich hier eine Antwort fände. Die bereits angerufenen Steuerberater halfen mir bislang nicht weiter. Ich nenne es mal: Ich wurde "abgewimmelt".

Besten Dank

Sabine

Antwort: Betriebskosten ansetzen oder nicht? Übungsleiterpauscha

Hallo Sabine,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Wenn Ihr Mann die Übungsleiterpauschale beansprucht, darf er dafür keine Betriebsausgaben geltend machen: Die Übungsleiterpauschale ist ja gerade dafür gedacht, die mit der Tätigkeit verbundenen Aufwendungen auszugleichen!

2.
Wenn seine Einnahmen höher sind als die Obergrenze der Pauschale, dann sind die darüber hinausgehenden Einnahmen steuerpflichtig. Dann darf er Werbungskosten (nicht-selbstständige Tätigkeit) oder Betriebsausgaben (selbstständige Tätigkeit) abziehen - jedoch nur soweit sie die Übungsleiterpauschale übersteigen!

Im einschlägigen BMF-Schreiben vom 21. November 2014 liest sich das so:
------------ Zitat ----------------
Ein Abzug von Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben, die mit den steuerfreien Einnahmen
nach § 3 Nummer 26a EStG in einem unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang stehen,
ist nur dann möglich, wenn die Einnahmen aus der Tätigkeit und gleichzeitig auch die
jeweiligen Ausgaben den Freibetrag übersteigen. I
----------Zitat-Ende --------------
http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben...

Vielleicht hilft Ihnen das ja schon ein wenig weiter.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Rückfrage

Sehr geehrter Herr Chromow,

danke für Ihre Antwort. Ich verstehe, dass man für steuerfreie Pauschalen nicht auch noch Betriebskosten ansetzen darf -solange diese die steuerfreie Pauschale nicht überschreiten-.

Allerdings werden die Rechnungen für die geleisteten Stunden im Falle des ersten Vereins von einer Privatperson überwiesen. Ist der Zahlende dann nicht als Auftraggeber zu sehen und somit kommt für meinen Mann ein Abzug der (ggf.anteiligen) steuerfeien Übungsleiterpauschale hierauf nicht mehr in Betracht. Die Abwicklung diesbezüglich ist mir leider noch nicht klar.

Dann dürfte mein Mann wohl nur den genutzten Anteil der Pauschale i.H.v. 900 Euro steuerfei ansetzen und müsste den gesamten Rest komplett versteuern - richtig -?

Vielen Dank

Sabine

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