Übungsleiterpauschale und Ehrenamtspauschale: Steuerfreie Nebenverdienste

Die Steuervergünstigungen für Ehrenamtler sind längst nicht nur auf Vereinsmitarbeit beschränkt. Hier erklären wir Ihnen, wie Sie in der Praxis damit Steuern sparen.

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Stand: 7. Januar 2013 (aktualisiert)

Übungsleiter- und die Ehrenamtspauschale sind Steuerfreibeträge, durch die Aufwandsentschädigungen für bürgerschaftliches Engagement bis zu einer bestimmt Höhe steuerfrei bleiben. Die attraktiven Freibeträge sind längst nicht nur auf Vereinsmitarbeit beschränkt. Sie können für ganz unterschiedliche Dienstleistungen und Nebentätigkeiten genutzt werden, wenn der Auftraggeber die Voraussetzungen erfüllt.

Reich werden Sie durch ehrenamtliches Engagement zwar nicht. Ab 2013 dürfen Sie aber immerhin bis zu 2.400 Euro pro Jahr (Übungsleiterpauschale) und 720 Euro im Jahr (Ehrenamtspauschale) steuerfrei hinzuverdienen.

Bitte beachten Sie: Bis einschließlich 2012 lagen die Steuerfreibeträge für ehrenamtliche Tätigkeiten bei 2.100 Euro bzw. 500 Euro. Die Erhöhung ist Teil des "Gesetzes zur Entbürokratisierung des Gemeinnützigkeitsrechts". Zurzeit (21. Januar 2013) ist das "GemEntBG" noch immer nicht nicht beschlossene Sache. Der Bundesrat hat aber bereits Stellung genommen und das Gesetz soll Anfang 2013 verabschiedet werden und dann wie geplant rückwirkend zum 1. Januar 2013 in Kraft treten.

Wir erklären Ihnen in diesem Leitfaden ...

  • wer die Übungsleiterpauschale in Anspruch nehmen darf,

  • für wen die Ehrenamtspauschale infrage kommt und

  • wie sich die steuerbegünstigten Aufwandspauschalen auf Sozialleistungen wie ALG I und II, BAFöG, Kinder-, Wohn- oder Elterngeld auswirken.

Außerdem beantworten wir Praxisfragen wie die folgenden: Sind beide Freibeträge kombinierbar? Darf ich bei mehreren Vereinen tätig sein? Fällt bei Selbstständigen Umsatzsteuer an?

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Übungsleiterpauschale und Fahrtkosten

Hallo,

ich hätte 2 Fragen:

1) Wenn der Betrag, der im Sinne der Übungsleiterpauschale eingenommen wird, sowieso unter den 2400 € liegt, muss er dann zwingend in der Steuererklärung (Anlage N, Nr. 36)aufgeführt werden?

2) Wenn man aufgrund der Übungsleitertätigkeit Fahrtkosten hatte, die aber von dem e.V. erstattet wurden, muss ich die bei den Einkünften aus der Übungsleitertätigkeit dazurechnen? Weil das doch letztlich kein "Gewinn" ist, sondern meine Ausgaben diesbzgl. ja 1 zu 1 erstattet wurden. (Wenn ich die dazurechnen muss, müsste ich doch umgekehrt auch meine Fahrtkosten wiederum ansetzten dürfen... also z.B. Einnahme aus Tätigkeit wären z.B. 100 €, Fahrtkosten-Erstattung 20 € = macht 120 € abzgl. 20 € Auslagen für die Fahrtkosten... also doch nur 100 € Einkünfte Übungsleiterpauschale?!

Ich bedanke mich im Voraus für eine Antwort!
Mit freundlichen Grüßen

Antwort: Übungsleiterpauschale und Fahrtkosten

Guten Tag,
zu Ihren Fragen:

1.
Ja, Sie sind verpflichtet, steuerfreie Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen bei Ihrer Steuererklärung anzugeben. Die Höhe der Einnahmen spielt keine Rolle.

2.
Zur Übungsleiterpauschale gehören alle Zahlungen des Auftraggebers für ehrenamtliche nebenberufliche Tätigkeiten - das gilt auch für Fahrtkostenerstattungen.

Hintergrund: Bei Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen handelt es sich nicht um Gehälter oder Gewinneinkünfte: Der Gesetzgeber hat mit den Regelungen lediglich klargestellt, dass Einnahmen im Zusammenhang mit ehrenamtlichen Tätigkeiten nicht steuerpflichtig sind.

Viele Grüße
Robert Chromow

ich meinte Anlage N, Nr. 26

ich meinte Anlage N, Nr. 26 :-)

Übungsleiterpauschale

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe 2014 in einem Tennisverein Kinder- und Jugendtraining gegeben. Die Bezahlung lief allerdings nicht über den Verein, sondern über die Tennisschule, die das Training im Verein koordiniert und organisiert. Steht mir die Übungsleiterpauschale trotzdem zu bzw. unter welchen Bedingungen würde sie mir zustehen? Vielen lieben Dank für Ihre Antwort und viele Grüße,
Philipp

Antwort: Übungsleiterpauschale

Hallo Philipp,
wenn die Abrechnung einer Tätigkeit über eine private Tennisschule läuft, ist eine wichtige Voraussetzung für die Anerkennung als steuerfreie Übungsleiterpauschale _nicht_ erfüllt. Unter welchen Bedingungen Ihnen eine steuerfreie Übungsleiterpauschale zusteht, können Sie im Detail weiter oben im Text nachlesen.
Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Kombination Ehrenamtspauschale und Übungsleiterpauschale

Hallo,

ich bin als Prüfungsaufsicht (Ehrenamtspauschale) und als Dozent (Übungsleiterpauschale) bei einer Körperschaft des öffentlichen Rechts tätig.
Für die Prüfungsaufsicht erhalte ich eine Aufwandsentschädigung.
Für das Unterrichten erhalten ich ein Honorar.
Darf ich beide Beträge voll ausschöpfen? Also 2.400 Euro (fürs Unterrichten) + 720 Euro (für die Prüfungsaufsicht) sprich 3.120 Euro im Jahr?
Oder darf man nicht über 2.400 Euro kommen?

Antwort: Kombination Ehrenamtspauschale und Übungsleiterpauschal

Hallo,
grundsätzlich gilt nach Aussage des Bundesfinanzministeriums:
------------ Zitat ----------------
Die Ehrenamtspauschale darf nicht in Anspruch nehmen, wer bereits für dieselbe Tätigkeit eine Übungsleiterpauschale geltend macht – und umgekehrt.
----------Zitat-Ende --------------
Die Formulierung "dieselbe Tätigkeit" ist zwar interpretationsfähig: Aus meiner Sicht gehören Dozententätigkeit und Prüfungsaufsicht bei ein und derselben Körperschaft des öffentlichen Rechts zusammen - zumal dann, wenn der Dozent auf die Prüfungen vorbereitet, die er später beaufsichtigt.

Wenn die beiden Tätigkeiten hingegen völlig unabhängig voneinander sind und womöglich aus unterschiedlichen Haushaltstöpfen bezahlt und separat abgerechnet werden, wäre die Kombination theoretisch denkbar. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Auftraggeber, wie andere Dozenten/Prüfer das handhaben. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie auch beim Finanzamt nachfragen - oder aber Sie geben die Einnahmen aus beiden Tätigkeiten einfach als Übungsleiter-/Ehrenamtspauschale an und warten ab, was passiert...

Viele Grüße - und lassen Sie uns wissen, was dabei herausgekommen ist.
Robert Chromow

Kombination Ehrenamtspauschale und Übungsleiterpauschale

Vielen Dank für Ihre schnelle und hilfreiche Antwort!:-)

Ich werde einfach mal sehen, was beim Finanzamt herauskommt, wenn ich die Beträge als Übungsleiterpauschale und Ehrenamtspauschale getrennt angebe.

Zwar erhalte ich die Vergütung der beiden Tätigkeiten von ein und der selben Körperschaft, jedoch bezieht sich die Prüfungsaufsicht auf eine Prüfung mit anerkannten Berufsabschluss (Erwachsenenbildung) und die Dozententätigkeit auf einen ganz anderen Lehrgang (mit noch schulpflichtigen Schülern), welcher nicht mit einer Prüfung endet...sprich kein Berufsabschluss zur Folge hat, vielmehr der beruflichen Orientierung dient.

Schöne Grüße und...super hilfreiche und interessante Seite!

ÜL Pauschale überschritten, was tun

Hallo liebes Akademie-Team und ein gesundes neues Jahr,
ich habe Ihre Anmerkungen und Erläuterungen mit viel Interesse gelesen.
Jedoch habe ich immer noch einige Fragen.
Mein Status derzeit:
Angestellt in Vollzeit
Nebenberuflich Freiberufler als Heilpraktikerin
ÜL seit 2013 mit 1 Std wöchentl.
Hin und wieder Vertretungsstunden, jedoch bis Ende 2015 kein Überschreiten der ÜL Pauschale.
ab 2016 ÜL mit insgesamt 6,5 Std wöchentl.
alles in allen überschritte ich die ÜL Pauschale satt.
Das der Betrag oberhalb des Pauschbetrags zu versteuern ist, ist klar.
Was jedoch ist mit der Sozialversicherung?
Werde ich sozialversicherungspflichtig? Gibt es dafür eine Bemessungsgrenze?
Kann ich die ÜL pauschale auch in Anspruch nehmen, wenn ich sie über Honorarabrechnung meiner freiberuflichen Tätigkeit abrechne? oder wäre eine private Abrechnung sinnvoller?
Sollte diese ÜL Abrechnung dann einen eigenen Rechnungskreis haben?
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen
PB

Antwort: ÜL Pauschale überschritten, was tun

Hallo PB,
vielen Dank für Ihre freundliche Nachricht und die guten Wünsche!
Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Tätigkeiten, die Sie im Rahmen Ihrer freiberuflichen Tätigkeit als Heilpraktikerin abrechnen, fallen aus meiner Sicht (in voller Höhe) _nicht_ unter die Steuerbefreiung gem. § 3 Nr. 26 EStG
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html.

2.
Sofern Sie Ihre Übungsleitertätigkeit als Selbstständige erbringen, müsste sie eindeutig von den Tätigkeiten als Heilpraktikerin abgetrennt sein. Ob dafür ein separater Rechnungsnummernkreis genügt, wage ich nicht zu beurteilen. Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater oder Sie wenden sich direkt ans Finanzamt.

3.
Einkünfte oberhalb der Übungsleiterpauschale sind grundsätzlich steuer- und sozialversicherungspflichtig.

4.
Da Sie jedoch bereits in Ihrem Hauptberuf sozialversichert sind, brauchen Sie bei selbstständig erbrachten Übungsleitertätigkeiten keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zu zahlen.

5.
Rentenversicherungsbeiträge wiederum könnten fällig werden, da selbstständig tätige Lehrer und Erzieher in vielen Fällen rentenversicherungspflichtig sind. Mehr dazu im Beitrag:
"Rentenversicherungspflicht für Selbstständige"
http://www.akademie.de/wissen/rentenversicherungspflicht-fuer-selbststae...

Und noch ein Hinweis zum Schluss: Bei zunehmendem Umfang Ihrer nebenberuflichen Tätigkeiten sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Ihre Angestelltentätigkeit unterm Strich auch tatsächlich der Hauptberuf bleibt (und zwar in zeitlicher und finanzieller Hinsicht.) Ausführlichere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Beitrag
"Selbstständigkeit als Hauptberuf oder als Nebenberuf"
http://www.akademie.de/wissen/haupt-oder-nebenberuf

Viele Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Definition Auftraggeber

Hallo,

ich übe als Nebenjob eine pädagogische Betreuertätigkeit auf Honorarbasis für eine GmbH aus, diese ist allerdings von der Stadt beauftragt und die Arbeit findet an Schulen im Rahmen einer Landesinitiative (KAOA) statt.

Also ist es quasi als Subunternehmerin möglich, dass meine Honorartätigkeit unter die Übungsleiterpauschale fällt, wenn die GmbH "im Auftrag einer öffentlichen oder öffentlich-rechtlichen Institution" arbeitet und es sich um eine pädagogische, dem Gemeinwohl dienende Tätigkeit handelt, auch wenn die GmbH keine gGmbH ist?

Lieben Dank :-)

Viele Grüße

Lisa

Antwort: Definition Auftraggeber

Hallo Lisa,
die einschlägige Auftraggeber-Definition in § 3 Nr. 26 EStG
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html
... lautet:
------------ Zitat ----------------
Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten als Übungsleiter, [etc...] im Dienst oder im Auftrag einer juristischen Person des öffentlichen Rechts, [...] oder einer unter § 5 Absatz 1 Nummer 9 des Körperschaftsteuergesetzes fallenden Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke (§§ 52 bis 54 der Abgabenordnung)
----------Zitat-Ende --------------
Die dort angesprochenen weiterführenden Regelungen finden Sie hier:
§ 5 Absatz 1 Nummer 9 KStG
http://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__5.html
§§ 52 bis 54 AO
http://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__52.html

Meine völlig unmaßgebliche Vermutung lautet, dass Einnahmen aus einer (mittelbaren) Tätigkeit als "Subunternehmerin" einer nicht gemeinnützigen GmbH _nicht_ unter die Steuerbefreiung des § 3 Nr. 26 EStG fallen. Aber wie gesagt: Das ist nur eine Vermutung. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater oder fragen direkt beim Finanzamt nach.

Viele Grüße
Robert Chromow

Danke für die Information und

Danke für die Information und Einschätzung.

Und frohes neues Jahr.

2 Nebenjobs, einer mit Übungsleiterpauschale

Guten Tag,

ich habe zur Zeit einen Nebenjob bei der Caritas, bei welchem die Übungsleiterpauschale geltend gemact wird. Dadurch, dass ich dort aber nicht so viele Stunden arbeiten kann, bin ich momentan bei 357,30 Euro im Monat.
Da ich gerade umgezogen bin suche ich nach einem zweiten Nebenjob und habe jetzt von einem Dozenten das Angebot als Hilfskraft für 5 Stunden in der Woche zu machen. Damit wäre ich aber insgesamt schon bei 566,10 im Monat. Gilt da denn dann noch die Übungsleiterpauschale, ist das Geld dann immer noch steuerfrei für mich? Und vor allem, macht da die Krankenversicherung überhaupt mit, oder müsste ich dann da auch einzahlen? (Ich bekome Kindergeld, kein BaFög.)
Vielen Dank für Ihre Antworten.
Mit freundlichen Grüßen,
Lisa Müller

Antwort: 2 Nebenjobs, einer mit Übungsleiterpauschale

Guten Tag,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

Zu Ihrer Frage heißt es weiter oben im Text (im Kapitel "Übungsleiterpauschale"
http://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag/ue...
unter der Überschrift "Kombination aus Übungsleiterpauschale und Minijob"):

------------ Zitat ----------------
Erlaubt ist auch die Kombination eines Minijobs mit der Übungsleiterpauschale. Durch das Zusammenlegen der beiden Entgeltmodelle kann man für eine öffentliche, öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Institution deutlich mehr Geld erhalten, ohne über die Minijob-Pauschale hinaus Steuern und Sozialabgaben abführen zu müssen.

Sie und Ihr Auftraggeber haben sogar die Wahl, ob Sie den Jahresbetrag von 2.400 Euro "pro rata" (monatlich mit 200 Euro) oder en bloc (jeweils zum Jahresbeginn bzw. zu Beginn der Beschäftigung) in Ansatz" bringen. So steht es in den "Richtlinien für die versicherungsrechtliche Beurteilung von geringfügigen Beschäftigungen" der Spitzenverbände, die von der "Minijob-Zentrale" zum Download (PDF, 500 KB) bereitgestellt wird.
[https://www.minijob-zentrale.de/DE/Service/03_service_rechte_navigation/DownloadCenter/4_Rundschreiben_etc/1_AG_rundschreiben_AG_versicherung/PDF01_Geringfuegigketisrichtlinien_12112014.pdf]
Durch Inanspruchnahme des monatlichen Freibetrags für Übungsleiter steigt die Minijob-Verdienstgrenze unter dem Strich also von 450 Euro auf 650 Euro. Wenn Sie sich dafür entscheiden, zunächst den ganzen Freibetrag auszuschöpfen, beginnt die geringfügige Beschäftigung offiziell erst im fünften Monat.
----------Zitat-Ende --------------

Je nachdem, wie die Caritas mit Ihnen abrechnet, können Sie in einem zweiten Minijob demnach also rechnerisch noch 292,70 Euro dazuverdienen (357,30 Euro minus 200 Euro Übungsleiterpauschale = 157,30 Euro Minijob I; 450 Euro minus 157,30 Euro = 292,70 Euro im Minijob II).

Bitte beachten Sie: Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit Ihren Arbeitgebern und / oder fragen direkt bei der Hotline der Minijobzentrale nach:
Tel.: 0355 2902-70799
montags bis freitags
7:00 bis 17:00 Uhr
https://www.minijob-zentrale.de/DE/Service/03_service_rechte_navigation/...

Viele Grüße
Robert Chromow

Vielen Dank für die schnelle

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
L. Müller

Übungsleiterpauschale deutlich überschritten

Guten Tag, mal angenommen folgender fall.

Person A ist haubberuflich angestellt und ist somit in der GKV.
Nebenberuflich arbeitet er als Betreuer für einen sozialen jugendhilfeträger und rechnet die Stunden über Renungen ab.
Das zu erwartene Jahres Einkommen beträgt ca. 15.000€ aus dieser Tätigkeit.

Diesen Betrag abzüglich der Pauschale 2400€ würde dann in der Anlage V eingetragewn und als Gewinn. ABER wie sehe es mit den Beiträgen der Krankenkassen und RV aus???????
mit freundlichen Grüssen

Antwort: Übungsleiterpauschale deutlich überschritten

Guten Tag,
vorweg: "Anlage V" ist für Einkünfter aus Vermietung und Verpachtung gedacht - ich vermute mal, das war ein Tippfehler? Passender wäre die "Anlage S" für Einkünfte aus selbstständigen Tätigkeiten (vorausgesetzt, es handelt sich um eine selbstständige Tätigkeit).

Was die Frage der Sozialversicherung betrifft: Sofern Person A zweifelsfrei hauptberuflich beschäftigt im Sinne des § 7 SGB IV ist
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__7.html
... und die zweite Tätigkeit damit ebenso eindeutig nebenberuflich ausgeübt wird, besteht für die zweite Tätigkeit grundsätzlich keine Sozialversicherungspflicht. Ausführliche Informationen zu diesem Thema mit Blick auf die gesetzliche Krankenversicherung finden Sie im Beitrag
"Selbstständigkeit als Hauptberuf oder als Nebenberuf"
http://www.akademie.de/wissen/haupt-oder-nebenberuf

Bitte beachten Sie: Trotz allgemeiner Sozialversicherungsfreiheit sind manche (auch nebenberuflich ausgeübten) selbstständigen Tätigkeiten rentenversicherungspflichtig. Mehr dazu unter
"Rentenversicherungspflicht für Selbstständige"
http://www.akademie.de/wissen/rentenversicherungspflicht-fuer-selbststae...

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

nachfrage

Vielen, vielen dank für dien Antwort.
Ja es handelte sich um einen Tippfehler und sollte Anlage S sein.
Ja sowohl hauptberuf als auch nebenberuf sind eindeutig abzugrenzen.
Hauptberuf 39 Std./woche und ca. 3000€ brutto und Nebenberuf ca. 10-12 std. Wöchenlich und 1000€ monatlich brutto.
Bei dem Nebenberuf handelt es sich um eine i.s.d. §3 Nr.26 EstG begünstigte Tätigkeit.

also bleibe es in dem oben geschilderten Fall einfach bei der Steuer die ab dem freibetrag von 2400€ anfiele und Keine zusätzlichen Sozialabgaben (KV, RV,....)?
mit freundlichen Grüssen

Antwort: nachfrage

Danke für die nette Rückmeldung.

Zu Ihrer Nachfrage: Wenn die genannten Voraussetzungen tatsächlich erfüllt sind, fallen aus meiner Sicht keine Sozialversicherungsbeiträge an. Eine steuer- und sozialversicherungsrechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle allerdings weder möglich noch zulässig.

Viele Grüße
Robert Chromow

Einnahmen übersteigen 2400€

Sehr geehrter Herr Chromow,

ich bin Vollzeit in einem Angestelltenverhältnis als Controllerin tätig, freiwillig GKV-versichert und zahle den Höchstbeitrag in der RV. Ich unterrichte zweimal im Semester an einer Hochschule (gGmbH). Durch die zusätzliche Vergütung von Klausurkorrekturen, Hausarbeiten etc. übersteigt mein Verdienst dort die 2400€ Übungsleiterpauschale um 600€. Wie ist damit in der Steuererklärung umzusgehen? Müssen Abgaben für den Verdienst über die Übungsleiteroauschale hinaus gezahlt werden oder muss gar der gesamte Betrag einer Versteuerung zugeführt werden. Weitere Einnahmen durch Minijobs etc. liegen nicht vor.

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Antwort: Einnahmen übersteigen 2400€

Guten Tag,
eine steuerliche oder sozialversicherungsrechtliche Einzelberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

Eine Kombination von Übungsleiter- oder Ehrenamtspauschale mit einer geringfügigen Beschäftigung ist grundsätzlich zulässig. Nur der den Grenzbetrag von 2.400 Euro übersteigende Betrag ist Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung. Nur darauf muss der Arbeitgeber die Pauschalsteuer und die Sozialversicherungsbeiträge abführen. Ein Prüfschema der Minijob-Zentrale macht den Sachverhalt gut anschaulich:
"Prüfschema: Liegt eine Beschäftigung im Sinne der Sozialversicherung vor?"
http://www.minijob-zentrale.de/DE/Service/03_service_rechte_navigation/D...

Das Schaubild richtet sich an Vereine, trifft sinngemäß aber auch auf eine gGmbH zu.

Mit weitergehenden Fragen zu diesem Thema können Sie sich an die bundesweite Hotline der Minijob-Zentrale wenden:
Telefon: 0355 2902-70799 (montags bis freitags 7:00 bis 17:00 Uhr)

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Steuererklärung: Gleitzone + Übungsleiterpauschale

Sehr geehrter Herr Chromow,

ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir bei einer (für mich) sehr schwierigen Frage helfen könnten.

Es handelt sich um ein Teilzeit-Arbeitsverhältnis bei einer gemeinnützigen Bildungseinrichtung. Vertraglich ist vereinbart, dass ein Teil des Gehalts "normal" (fällt allerdings unter Gleitzonen-Regelung), und ein Teil als Übungsleiterpauschale ausbezahlt wird.

Wie darf man in diesem Fall (ein und dieselbe Tätigkeit bei einem Arbeitgeber) diesen Übungsleiterpauschalbetrag in der Einkommensteuererklärung behandeln? Gehört die Übungsleiterpauschale in diesem Fall in die Anlage S, Seite 2, Zeile 36 oder Anlage N, Seite 1, Zeile 26? Mir ist leider nicht klar, ob man in dieser Situation als nebenberuflich gilt...

Für Ihre Antwort bedanke ich mich herzlich im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen
Daniela Lell

Antwort: Steuererklärung: Gleitzone + Übungsleiterpauschale

Sehr geehrte Frau Lell,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
In welches Steuerformular die Übungsleiterpauschale eingetragen wird, hängt davon ab, ob die betreffende Tätigkeit selbstständig oder nicht-selbstständig (als "Beschäftigte/r") erbracht wird. Beides ist möglich.

2.
Da die Übungsleiterpauschale nur für _neben_berufliche Tätigkeiten gezahlt werden darf, ist die Kombination der Übungsleiterpauschale mit dem Einkommen aus einem sozialversicherungspflichtigen Hauptberuf beim selben Arbeitgeber m. E. nicht zulässig.

3.
Andererseits ist die Kombination von Minijob und Übungsleiterpauschale beim selben Arbeitgeber zulässig.

Die Personalabteilung Ihres Arbeits-/Auftraggebers sollte sich mit der Status-Abgrenzung auskennen.

Viele Grüße
Robert Chromow

Hauptberuf und Nebenberuf

Was ich nicht verstehe ist die Formulierunng
"Die Tätigkeit darf nicht im Hauptberuf ausgeübt werden, wobei eine Tätigkeit als nebenberuflich gilt, wenn sie zeitlich nicht mehr als ein Drittel eines vergleichbaren Vollzeitberufs in Anspruch nimmt."

Bedeutet dies, wenn ich Lehrer an einem Gymnasium bin, mein Hauptberuf also Lehrer ist, und ich Nebenberuflich Lehrer an einer VHS bin, darf ich dieses Honorar der VHS nicht mit der Uebungsleiterpauschale verrechnen, da ich ja auch im Hauptberuf Lehrer bin?

Antwort: Hauptberuf und Nebenberuf

Guten Tag,
und vielen Dank für die Nachfrage: Grundsätzlich haben Sie die Problemlage richtig verstanden. Aus Sicht vieler Finanzbehörden sind die Tätigkeiten eines hauptberuflichen Gymnasiallehrers und eines VHS-Dozenten zwar organisatorisch, nicht aber inhaltlich voneinander abgrenzbar. Das hindert m.W. aber viele LehrerInnen nicht daran, VHS-Einkünfte als steuerfreie Übungsleiterpauschale geltend zu machen.

Probleme entstehen vor allem dann, wenn FachlehrerInnen dasselbe Fach an der VHS unterrichten. Wenn hingegen ein Lateinlehrer Bastel-, Gitarren- oder Meditationskurse gibt, fällt die inhaltliche Abgrenzung hingegen schon leichter. Am besten fragen Sie bei Ihrer VHS nach, wie das bei Ihnen vor Ort gehandhabt wird.

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow
PS: Lassen Sie uns wissen, welche Erfahrungen Sie gesammelt haben? Vielen Dank!

Übungsleiterpauschale nach Stunden abrechnen?

Wir würden bei uns im Verein eine Dame engagieren, die sich um die Kinderbetreuung und Kinderturnen kümmert... je nach Ferien und Feiertagen sind es unterschiedlich viele "Einsätze" im Monat... Wenn man ihr als Übungsleiter dafür ein etwas erstatten möchte, kann man das nach Stunden abrechnen, wenn es unter dem jährlichen Freibetrag bleibt?

Antwort: Übungsleiterpauschale nach Stunden abrechnen?

Guten Tag,
aus meiner Sicht spricht nichts dagegen, die Übungsleiterpauschale auf Stundenbasis abzurechnen. Der Gesetzgeber spricht in § 3 Nr. 26
und 26a, in denen die sogenannten Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen geregelt sind ...
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html
... an keiner Stelle von "Pauschalen". Wichtig ist nur, dass die im Gesetzestext (und im Beitrag weiter oben) genannten Bedingungen erfüllt sind.

Viele Grüße
Robert Chromow

Übungsleiterpauschale

In vielen Einzelfällen war das nicht bekannt bei meinen Nachfragen. Beim Arbeitsamt (Alogeld I) hiess es nur, das berechnet die Leistungsabteilung, grundsätzlich würde alles zählen, keiner wusste was Konkretes, auch nicht bei emailanfragen.
(Frage: ist damit der "Freibetrag" beim ALG I eigentlich aufgebraucht oder zählt die ÜL garnicht, dh ich darf im Minijob noch 165 EUR dazuverdienen?).

Auch bei der Familienkrankenversicherung (AOK)wurde mir ständig erzählt, das zähle durchaus alles als Einkommen!

Antwort: Übungsleiterpauschale

Guten Tag,
Hinweise auf die gesetzlichen Grundlage zur (Nicht-)Anrechnung der Übungsleiter- und Ehrenamtsamtpauschalen finden Sie auf der Seite "Auswirkung auf Sozialleistungen"
http://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag/so...

Rechtliche Einzelfallberatungen sind an dieser Stelle nicht möglich - daher nur ganz allgemein:

1. Was den ALG-I-Freibetrag betrifft: Da die Übungsleiterpauschale insgesamt anrechnungsfrei ist, wird sie auch nicht auf den Freibetrag angerechnet.

2. Was die Familienversicherung betrifft: Übungsleiter- und Ehrenamtsamtpauschalen sind weder Arbeitsentgelt i.S.d. SGB IV (vgl. § 14 Abs. 1 SGB IV
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__14.html) noch Arbeitseinkommen (vgl. § 15 SGB IV
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__15.html), zählen daher nicht zum Gesamteinkommen (vgl. § 16 SGB IV
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__16.html) und werden daher auch nicht in die Berechnung des Gesamteinkommens für die Familienversicherung gem. § 10 SGB V
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__10.html.

Vielleicht hilft das ja weiter!?
Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

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