Übungsleiterpauschale und Ehrenamtspauschale: Steuerfreie Nebenverdienste

Die Steuervergünstigungen für Ehrenamtler sind längst nicht nur auf Vereinsmitarbeit beschränkt. Hier erklären wir Ihnen, wie Sie in der Praxis damit Steuern sparen.

Von: Robert Chromow
Stand: 7. Januar 2013 (aktualisiert)
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Übungsleiter- und die Ehrenamtspauschale sind Steuerfreibeträge, durch die Aufwandsentschädigungen für bürgerschaftliches Engagement bis zu einer bestimmt Höhe steuerfrei bleiben. Die attraktiven Freibeträge sind längst nicht nur auf Vereinsmitarbeit beschränkt. Sie können für ganz unterschiedliche Dienstleistungen und Nebentätigkeiten genutzt werden, wenn der Auftraggeber die Voraussetzungen erfüllt.

Reich werden Sie durch ehrenamtliches Engagement zwar nicht. Ab 2013 dürfen Sie aber immerhin bis zu 2.400 Euro pro Jahr (Übungsleiterpauschale) und 720 Euro im Jahr (Ehrenamtspauschale) steuerfrei hinzuverdienen.

Bitte beachten Sie: Bis einschließlich 2012 lagen die Steuerfreibeträge für ehrenamtliche Tätigkeiten bei 2.100 Euro bzw. 500 Euro. Die Erhöhung ist Teil des "Gesetzes zur Entbürokratisierung des Gemeinnützigkeitsrechts". Zurzeit (21. Januar 2013) ist das "GemEntBG" noch immer nicht nicht beschlossene Sache. Der Bundesrat hat aber bereits Stellung genommen und das Gesetz soll Anfang 2013 verabschiedet werden und dann wie geplant rückwirkend zum 1. Januar 2013 in Kraft treten.

Wir erklären Ihnen in diesem Leitfaden ...

  • wer die Übungsleiterpauschale in Anspruch nehmen darf,

  • für wen die Ehrenamtspauschale infrage kommt und

  • wie sich die steuerbegünstigten Aufwandspauschalen auf Sozialleistungen wie ALG I und II, BAFöG, Kinder-, Wohn- oder Elterngeld auswirken.

Außerdem beantworten wir Praxisfragen wie die folgenden: Sind beide Freibeträge kombinierbar? Darf ich bei mehreren Vereinen tätig sein? Fällt bei Selbstständigen Umsatzsteuer an?

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Übungsleiterpauschale

In vielen Einzelfällen war das nicht bekannt bei meinen Nachfragen. Beim Arbeitsamt (Alogeld I) hiess es nur, das berechnet die Leistungsabteilung, grundsätzlich würde alles zählen, keiner wusste was Konkretes, auch nicht bei emailanfragen.
(Frage: ist damit der "Freibetrag" beim ALG I eigentlich aufgebraucht oder zählt die ÜL garnicht, dh ich darf im Minijob noch 165 EUR dazuverdienen?).

Auch bei der Familienkrankenversicherung (AOK)wurde mir ständig erzählt, das zähle durchaus alles als Einkommen!

Antwort: Übungsleiterpauschale

Guten Tag,
Hinweise auf die gesetzlichen Grundlage zur (Nicht-)Anrechnung der Übungsleiter- und Ehrenamtsamtpauschalen finden Sie auf der Seite "Auswirkung auf Sozialleistungen"
http://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag/so...

Rechtliche Einzelfallberatungen sind an dieser Stelle nicht möglich - daher nur ganz allgemein:

1. Was den ALG-I-Freibetrag betrifft: Da die Übungsleiterpauschale insgesamt anrechnungsfrei ist, wird sie auch nicht auf den Freibetrag angerechnet.

2. Was die Familienversicherung betrifft: Übungsleiter- und Ehrenamtsamtpauschalen sind weder Arbeitsentgelt i.S.d. SGB IV (vgl. § 14 Abs. 1 SGB IV
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__14.html) noch Arbeitseinkommen (vgl. § 15 SGB IV
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__15.html), zählen daher nicht zum Gesamteinkommen (vgl. § 16 SGB IV
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__16.html) und werden daher auch nicht in die Berechnung des Gesamteinkommens für die Familienversicherung gem. § 10 SGB V
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__10.html.

Vielleicht hilft das ja weiter!?
Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Übungsleiterpauschale

Hallo,
ich erhalte die ÜL-Pauschale aus dem Bereich gemeinnützige Körperschaft (Pflege).
In welchem Elster Formular trage ich das wo ein?
Anlage N - Zeile 26 ist ohne Auswirkung bei der Berechnung.

Danke
vg-jh

Antwort: Übungsleiterpauschale

Hallo JH,
sofern Sie die Tätigkeit in Form einer (abhängigen) Beschäftigung erbracht haben, ist "Anlage N - Zeile 26" völlig richtig. Übungsleiterpauschalen für selbstständig erbrachte Leistungen gehören in die Anlage S.

Ganz gleich, ob Anlage N oder Anlage S: Dass Übungsleiterpauschalen keine "Auswirkung bei der Berechnung" haben, ist durchaus im Sinne des (Gesetz-)Erfinders. :-) Welche Auswirkung haben Sie denn erwartet?

Viele Grüße
Robert Chromow

Übungsleiter Nebenamt

Hallo,

Eine junge Frau möchte in unserem gemeinnützigen Verein (Kinder- und Jugendhilfe) in Vollzeit für 8 Monate ehrenamtlich tätig werden. Wir würden ihr gerne die Übungsleiterpauschale bezahlen, da sie Betreuungsaufgaben übernehmen würde. Diese Pauschale ist aber nur nebenamtliche Betreuungsaufgaben möglich. Tatsächlich wäre sie ja in Vollzeit bei uns. Wie kann man das lösen?

Übungsleiter Nebenamt

Guten Tag Herr Chromow,

herzlichen Dank für Ihre Antwort, diese Information hatte ich bereits auf Ihrer Seite gefunden. Mein Problem ist nur die Tatsache, dass die junge Frau auch außerhalb der nebenamtlichen Tätigkeit bei uns noch ehrenamtliche Betreuungsaufgaben übernehmen würde, also nicht im "Hauptamt" z.B. Hausfrau oder Studentin wäre.

Herzliche Grüße
Rutha

Antwort: Übungsleiter Nebenamt

Hallo Rutha,
danke für die Zusatzinformationen: Wenn die Bedingung der Nebenberuflichkeit auch auf diesem Weg nicht erfüllt werden kann, fällt mir keine rechtskonforme Möglichkeit mehr ein, die Übungsleiterpauschale zu zahlen. Ein Steuerberater weiß aber bestimmt mehr. :-)

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Antwort: Übungsleiter Nebenamt

Guten Tag,
vielleicht hilft ja unser Hinweis auf der Seite "Praxisfragen und Sonderfälle":
http://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag/pr...
------------ Zitat ----------------
Apropos Nebenberuf: Dürfen auch Hausfrauen, Studenten, Rentner oder Arbeitslose die Ehrenamts- oder Übungsleiterpauschale in Anspruch nehmen? Wann ist bei dieser Personengruppe das Kriterium der "Nebenberuflichkeit" erfüllt?
Auch wer im steuerlichen Sinne keinen Hauptberuf ausübt, kann nebenberuflich tätig sein. In diesem Fall gilt die Tätigkeit als nebenberuflich, wenn sie pro Jahr nicht mehr als ein Drittel der Arbeitszeit eines vergleichbaren Vollzeiterwerbs in Anspruch nimmt.
----------Zitat-Ende --------------

Viele Grüße
Robert Chromow

Überschreitung Übungsleiterpauschale und Rückspende

Hallo!
Unser Verein hat einen nebenberuflichen Übungsleiter (Beamter im Hauptberuf) mit einem Stundenvertrag (x Eur/Stunde vereinbart). Für ein Jahr kommen 700-800 Stunden zusammen mit einer Übungsleiterentschädigung von 4000-5000 Eur. Ausgezahlt werden ca.1000 EUR. Auf den Rest verzichtet der Übungsleiter und er bekommt eine Spendenquittung. Sind wir als Verein verpflichtet Lohnsteuer abzuführen? Nein, weil mit den ausgezahlten 1000 EUR die ÜL-Pauschale nicht überschritten wird? Wenn ja, dann auf die abgerechneten 5000€? Laut Stundenanzahl ist es eigentlich aus steuerlicher Sicht auch keine nebenberufliche Tätigkeit mehr. Hat das eine Relevanz?
Über eine Antwort würde ich mich freuen.
Mit freundlichen Grüßen Nonoo

Antwort: Überschreitung Übungsleiterpauschale und Rückspende

Hallo Nonoo,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:
1. Die Obergrenze der steuerfreien Übungsleiterpauschale beträgt 2.400 Euro.
2. Ob für darüber hinausgehende Entgelte Lohnsteuer und ggf. Sozialversicherungsbeiträge anfallen, hängt davon ab, ob es sich bei der Tätigkeit um eine (abhängige) Beschäftigung oder eine selbstständige Tätigkeit handelt.
3. Die Abgrenzung zwischen Haupt- und Nebenberuf ist keine steuerliche, sondern eine sozialversicherungsrechtliche Frage. Grundsätzlich kann auch eine Tätigkeit vom zeitlichen Umfang von 800 Std./Jahr durchaus nebenberuflichen Charakter haben. Hauptberuflich ist die Tätigkeit, die in der Gesamtschau des Einzelfalls "von der wirtschaftlichen Bedeutung und dem zeitlichen Aufwand her die übrigen Erwerbstätigkeiten zusammen deutlich übersteigt und den Mittelpunkt der Erwerbstätigkeit darstellt."
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie zum Beispiel im Beitrag
http://www.akademie.de/wissen/haupt-oder-nebenberuf

Die Details Ihres Abrechnungsmodells kann ich darüber hinaus nicht beurteilen - am besten sprechen Sie mit einem Steuerberater oder fragen direkt beim Finanzamt nach.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Sozialversicherung

Hallo,

ich arbeite in einer gemeinnützigen Organisation als Honorardozent. Daher gilt für mich die Übungsleiterpauschale. Wieviel ich weiß, man kann als familienversichert und nicht rentenversicherungpflichtig bleiben, wenn man geringfügig (bis 385Euro) beschäftigt ist. Nun meine Frage ist, ob ich versicherungspflichtig werde, wenn ich am Jahresende 7000Euro verdient habe. 12Monate X 385€ = 4620€, ich zähle dann meine Übungsleiterpauschele dazu, komme auf 7020euro. Somit bin ich nicht versicherungspflichtig. Ist meine Rechnung richtig?
Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus.

Antwort: Sozialversicherung

Hallo,
eine Einzelfallberatung ist auf diesem Weg nicht möglich - daher nur ganz allgemein:

1. Weder auf die Übungsleiterpauschale noch auf die Ehrenamtspauschale fallen Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten-, Unfall- oder Arbeitslosenversicherung an.

2. Die Pauschalen werden grundsätzlich auch nicht auf die Gesamteinkommens-Obergrenze in der GKV-Familienversicherung angerechnet. Insofern scheint mir die geschilderte Sachlage unproblematisch.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Sozialversicherung

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Freundliche Grüße
M.O.

BFD Und ALG 2

Ich habe in Teilzeit meinen BFD als Seniorenbetreuer geleistet und dafür 250,00 Euro erhalten .
Da ich ALG 2 bekomme wurde mir ein Freibetrag von 175,00 Euro gewährt.
Aber müßten es denn nicht 200,00 Euro sein ?
Danach möchte ich für diesen Verein gern weiter ehrenamtlich arbeiten , und werde noch einen Minijob ( 130,00 Euro / Monat ) haben.
Insgesamt arbeite ich dann in der Woche nicht mehr als 15 Stunden.
Was wird dann wie angerechnet ?

Danke wenn sie mir weiterhelfen können

Antwort: BFD Und ALG 2

Guten Tag,
Sie schreiben:
------------ Zitat ----------------
Ich habe in Teilzeit meinen BFD als Seniorenbetreuer geleistet und dafür 250,00 Euro erhalten .

Da ich ALG 2 bekomme wurde mir ein Freibetrag von 175,00 Euro gewährt. Aber müßten es denn nicht 200,00 Euro sein ?
----------Zitat-Ende --------------
Das sehen Sie m. E. richtig. Das ist in § 1 der ALGII-Verordnung so geregelt:
http://www.gesetze-im-internet.de/algiiv_2008/__1.html

Informationen über die Kombination von BFD, Minijobs und ALGII bekommen Sie z. B. bei der bundesweiten Minijobzentrale
http://www.minijob-zentrale.de/
Dort gibt es unter anderem eine kostenlose Hotline, in der Sie wochentags zwischen 7 Uhr und 17 Uhr unter Tel. 0355-2902-70799 Ihren Fall schildern können.

Viele Grüße
Robert Chromow

Honorardozent (geringfügig, kurzfristig) und Vollzeitstudent

Lieber Herr Chromow,

Ich habe eine Frage bezüglich Sozialversicherungsabgaben und Steuern. Seit Anfang des Jahres arbeite ich als Honorardozent an einer Volkshochschule und höre dort demnächst wieder auf. Ich besitze keinerlei weitere Einkünfte, da ich bei meinen Eltern wohne.

Meine Einkünfte werden 2400 Euro im Jahr nicht überschreiten. Zusätzlich habe ich bei einem Firmenkunden Kurse gegeben(das Honorar ist in den angegebenen 2400 Euro bereits inkludiert). Meine Arbeitszeit in der Woche beläuft sich auf max. 5 -6 Stunden (somit kann ich ja aus zweierlei Gründen den studentischen Tarif bei der gesetzlichen Krankenversicherung behalten; durch die Zeiten, in denen ich die Kurse gebe (max. 3 in der Woche zu je 90 Minuten, abends; zusätzlich das geringfügige Einkommen) kann ich das der Krankenkasse auch belegen.

Mich beschäftigt nun länger schon die Frage, ob ich nicht doch rentenversicherungspflichtig bin (meinen Kenntnisstand ist, dass man 4800 Euro per annum beziehungsweise 400 Euro monatlich verdienen darf, ohne RV zahlen zu müssen.)

Einkommensteuer und Umsatzsteuer fallen ja ohnehin weg, aufgrund des geringen Umsatzes, der sich auch nicht ändern wird.

Ist mein Kenntnisstand bis hierher korrekt?

Nun habe ich die Möglichkeit in einem Nachhilfeinstitut noch für 2 Monate als Nachhilfelehrer zu arbeiten (Honorar wird hier aber 100 Euro monatlich nicht überschreiten). Nun frage ich mich aber, welche Variante man wählen kann für "geringfügige selbstständige Lehrtätigkeiten": Die, in der man in den tatsächlich gearbeiteten Monaten unter 450 Euro verdient, oder die, die auf 50 Tage begrenzt ist (wären bei mir mit VHS Kursen und Firmenkundenkursen 46 Tage bisher)? Da ich die Kurse vorwiegend abends gebe und nur für 90 Minuten ist die Frage, ob das überhaupt als voller Tag gilt.

Würde ich den Job annehmen bei dem Nachhilfeinstitut und nicht mehr als die 100 Euro verdienen, könnte das irgendwelche steuerlichen Konsequenzen haben? Nach dem potentiellen Job in dem Nachhilfeinstitut würde ich mit dem selbstständigen nebenberuflichen Arbeiten ohnehin aufhören.

Über eine Antwort würde ich mich freuen.

LG

Josep

Antwort: Honorardozent (geringfügig, kurzfristig) und Vollzeitst

Hallo Josep,
vielen Dank für die vertrauensvolle Anfrage. Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur so viel:

1. Analog zu geringfügigen Beschäftigungen sind gemäß § 8 SGB IV
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__8.html
auch geringfügige selbstständige Tätigkeiten bis zur Geringfügigkeitsgrenze von monatlich 450 Euro versicherungsfrei.

2.
Allgemeine Informationen zur Rentenversicherungspflicht bei Lehrtätigkeiten bietet der Beitrag
"Rentenversicherungspflicht für Selbstständige"
http://www.akademie.de/wissen/rentenversicherungspflicht-fuer-selbststae...

3.
Informationen über die verschiedenen Formen der geringfügigen Beschäftigung und geringfügigen selbstständigen Tätigkeiten finden Sie auf den Seiten der bundesweiten Minijob-Zentrale:
http://www.minijob-zentrale.de/
Dort gibt es auch eine telefonische Hotline, bei der Sie Fragen zu den Details Ihres Einzelfalls stellen können.

Viele Grüße
Robert Chromow

Vielen lieben Dank..für die

Vielen lieben Dank..für die Zeit, die Sie sich zur Beantwortung der Fragen genommen haben.

Liebe Grüße,

Josep

Einkommensdurchschnitt

Ich habe noch eine weitere Frage zur Berechnung eines Durchschnittseinkommen als Honorardozent an der VHS. Wenn ich von Ende März bis Ende September (50 Tage Frist für kurzfristige selbstständige Beschäftigung wird nicht überschritten in der Addition aller Unterrichtstage, ergo fallen RV Beträge weg) Kurse gegeben habe und aber nicht monatlich bezahlt werde, sondern alles auf einmal bekomme, errechne ich das durchschnittliche Monatseinkommen dann folgendermaßen:

Gesamtbetrag X: 7 (Ende März bis Ende September: Summe 7 Monate) = Durchschnittseinkommen

Liebe Grüße,

Josep

Antwort: Einkommensdurchschnitt

Hallo Josep:
Informationen über die verschiedenen Formen der geringfügigen Beschäftigung und geringfügigen selbstständigen Tätigkeiten finden Sie auf den Seiten der bundesweiten Minijob-Zentrale:
http://www.minijob-zentrale.de/
Dort gibt es auch eine telefonische Hotline, bei der Sie Fragen zu den Details Ihres Einzelfalls stellen können.
Viele Grüße
Robert Chromow

Übungsleiterpauschale

Hallo,

ich bin als Musiker an einem Theater angestellt und verdiene nebenbei noch ca 4000 Euro im Jahr.

Nun habe ich von der Übungsleiterpauschale gehört.
Da ich manchmal auch Ensembles für Kirchen und Vereine leite nehme ich ca 1600 quasi als Übungsleiter ein.

Meine Frage: Gebe ich den Betrag nun bei Anlage N oder Anlage S ein?
Kann ich von diesen 1600 Euro auch noch Fahrtkosten und Verpflegungsmehraufwendungen wegrechnen? Also dann ca 1000 Euro als Summe eintragen?

Viele Grüße, Thomas

Antwort: Übungsleiterpauschale

Hallo Thomas,
ob Sie die Übungsleiterpauschale auf der Anlage "N" oder der Anlage "S" angeben, hängt davon ab, ob es sich um eine selbstständige Tätigkeit oder eine abhängige Beschäftigung handelt. Bei einem Dirigenten vermute ich eher eine selbstständige Tätigkeit. Von Bedeutung ist die Unterscheidung m. W. aber nicht - also tragen Sie die Pauschale da ein, wo sie in Ihrem Fall am besten passt.

Was die Höhe der Einkünfte betrifft: Hier kommt es auf die tatsächlich gezahlte Pauschale an - ohne Abzug von Betriebsausgaben oder Werbungskosten. Da als Pauschale 2.400 Euro pro Jahr möglich sind, ist es in Ihrem Fall ja auch gar nicht erforderlich, den Betrag "zu drücken".

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Ehrenamtspauschale

Guten Tag,

ich habe eine Frage zu folgendem Sachverhalt:
Ich schreibe (nebenberuflich) Rechnungen für Tätigkeiten, die als freiberuflich zählen (z.B. Pressemitteilungen schreiben) als auch gewerbebetreibend (z.B. Veranstaltungsorganisation). Entsprechend gebe ich in der Einkommensteuererklärung auch Anlage S und G ab. Nun erhalte ich von einem Verein eine pauschale Aufwandsentschädigung, auf Rechnung, für ehrenamtliche "Büroassistzenz im Rahmen der Veranstaltung XY". Normalerweise würde ich diese Tätigkeit im Rahmen meines Gewerbes angeben, da es sich nicht um eine freiberufliche Tätigkeit handelt. Aber ich finde in der Einkommensteuererklärung nur die Möglichkeit, dies als Arbeitsnehmer oder in der Anlage S anzugeben (Hier werden in der Defintion des Selbstständigen § 18 jedoch Gewerbeinkünfte ausgeschlossen). Habe ich etwas missverstanden oder wo gebe ich meine Einkünfte aus der ehrenamtlichen Tätigkeit an?

Und eine zweite Frage: für die Aufwandsenschädigung ist ja ein steuerfreier Betrag von 720 EUR festgesetzt, wenn ich Ausgaben über diesen Betrag habe, muss ich alle Ausgaben belegen. Wie verhält es sich aber in Zusammenhang mit den "normalen" Einnahmen und Ausgaben? Wird es getrennt betrachtet oder nicht? Kann ich ganz normal Betriebsausgaben absetzen, ohne den Freibetrag des Ehrenamts berücksichtigen zu müssen?

Ich danke schonmal im Voraus für Ihre Antwort und hoffe, das ich mit meinen Fragen bei Ihnen richtig bin.

Viele Grüße

Antwort: Ehrenamtspauschale

Guten Tag,
eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich - daher nur ganz allgemein:

Ich persönlich würde an dieser Stelle nicht zu kompliziert denken: Wenn Sie ohnehin eine Anlage "S" abgeben, tragen Sie die Ehrenamtspauschale dort einfach in Zeile 36 ein - fertig. Eine steuer- oder gewerberechtliche Unterscheidung zwischen selbstständigen und gewerblichen Tätigkeiten findet bei der Ehrenamtspauschale m. W. nicht statt.

Auch über die anteilige Kürzung der Betriebsausgaben würde ich mir keine grauen Haare wachsen lassen. Wenn für die Erbringung der ehrenamtlichen Tätigkeit tatsächlich relevante Betriebsausgaben vonnöten sind und eine verursachungsgerechte Zuordnung nicht möglich ist, teilen Sie die Ausgaben halt anteilig im Verhältnis nichtehrenamtliche zu ehrenamtliche _Ein_nahmen auf. Angesichts der geringen ehrenamtlichen Gesamteinnahmen von 720 Euro pro Jahr würde ich hier nicht päpstlicher als der Papst (bzw. fiskalischer als der Fiskus :-)) sein.

Aber wie gesagt: Das ist nur meine ganz persönliche Einschätzung. Im Zweifel sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater oder fragen direkt beim Finanzamt nach.

Viele Grüße
Robert Chromow

Honorar aber über Freigrenze ?!

Guten Tag,

meine Frau hat bisher über die Diakonie durch Leitung von Mutter Kind Kursen Honorarbezüge erhalten (unter Freigrenze). Nun besteht die Möglichkeit mit zusätzlichen Kursen für einen weiteren Träger (Abrechnung erfolgt ebenfalls über die Diakonie) aber die Freigrenze deutlich zu übersteigen.
Ist die Abrechnung und Ausstellung einer so hohen Honorarbescheinigung dann überhaupt noch zulässig und falls ja, gehe ich recht in der Annahme das der übersteigende Betrag steuerpflichtig wird dann aber Werbungskosten geltend gemacht werden könnten (bei gemeinsamer Veranlagung)?
Wird dann nur der übersteigende Betrag bei der Steuererklärung angegeben?

Vielen Dank für jeglichen Hinweis !

Antwort: Honorar aber über Freigrenze

Guten Abend,
über die Übungsleiterpauschale hinausgehende Einkünfte sind grundsätzlich zulässig. Der über die Übungsleiterpauschale hinausgehende Betrag ist aber steuerpflichtig. In der Steuererklärung muss Ihre Frau sowohl die steuerfreien als auch die steuerpflichtigen Einkünfte angeben. Informationen über die passenden Formularfelder finden Sie im Kapitel "Praxisfragen und Sonderfälle"
http://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag/pr...
Ach so: Beim steuerpflichtigen Anteil der Einnahmen dürfen Sie durchaus Werbungskosten geltend machen - allerdings ebenfalls nur anteilig.

Angenommen, ein Steuerpflichtiger verdient insgesamt 3.000 Euro pro Jahr: Dann sind 600 Euro (= 20%) steuerpflichtig. Angenommen, ihm sind insgesamt Fahrtkosten in Höhe von 500 Euro entstanden, dann werden davon nur 100 Euro (= 20%) als Werbungskosten anerkannt. Weitere Details Ihren Einzelfalls besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater - oder Sie fragen direkt beim Finanzamt oder einem Lohnsteuerhilfeverein vor Ort nach.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Satzungsänderung bei Übungsleiterpauschale erforderlich?

Guten Tag,

ich bin ehrenamtlich als Jugendleiter in einem gemeinnützigen Verein und als 2. Vorstand in einem anderen Verein tätig. Ich bin jetzt einmal über die Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen gestolpert. Bei uns im Verein wurden bisher noch nie Tätigkeitsvergütungen ausbezahlt. Die Frage ist jetzt ob die Satzungsänderung nur für die Ehrenamtspauschale notwendig ist, da die Vorstandschaft laut Satzung keine Vergütung erhalten darf, oder ist dies auch zur Anwendung der Übungsleiterpauschale erforderlich? Die Übungsleiter gehören laut Satzung zum erweiterten Vereinsausschss.

Vielne Dank im Vorraus!

Antwort: Satzungsänderung bei Übungsleiterpauschale erforderlich

Guten Tag,
die generelle Pflicht zur Satzungsänderung bezieht sich m. W. auf die steuerfreie Ehrenamtspauschale, die Angehörigen der Vereinsorgane für ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten erhalten können. Wenn eine Vereinssatzung ein Vergütungsverbot enthält, darf die Ehrenamtspauschale nicht gezahlt werden.

Je nachdem, wie der "erweiterte Vereinsausschuss" in den Vorstand eingebunden ist, welche satzungsmäßigen Aufgaben er hat und wie die Formulierungen der Satzung zum Vergütungsverbot lauten, kann aber auch eine Klarstellung zur Zulässigkeit der Übungsleiterpauschale erforderlich sein. Die Details besprechen Sie am besten mit einem Rechtsanwalt - oder Sie fragen bei Ihrem Dachverband oder direkt beim Finanzamt nach.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Übungsleiterpauschale richtig angeben

Sehr geehrter Herr Chromow,
zunächst meinen Glückwunsch zu diesem gelungenen und informativen Onlineportal und vielen Dank für Ihr Engagement bei der Beantwortung von den vielen Fragen.

Ich bin für einen Verein in der Jugendarbeit nebenberuflich tätig und erhalte dafür die Übungsleiterpauschale. Es ist vereinbart, dass ich am Ende eines jeden Quartals ausgezahlt werden. In der Regel komme ich auf 600,--€ pro Quartal so dass am Ende des Jahres die 2.400,-- Grenze erreicht ist. Allerdings wurde mir das Geld für das 4. Quartal 2013 nicht Ende Dezember überwiesen, sondern erst Mitte Februar 2014. Meine Frage ist nun, zu welchem Jahr kann ich diese 600,-- zählen?
A) noch zum vergangenen Jahr 2013 weil ich ja auch da tätig war (die Steuererklärung ist noch nicht gemacht)
B) zum Jahr 2014 weil hier das Geld geflossen ist.

Falls B) Im Jahr 2014 plane ich, wieder so oft im Einsatz zu sein, dass ich die 2.400,-- voll ausschöpfe. Würde es nun bedeuten, dass ich durch die verzögerte Zahlung aus 2013 schon 600,-- erhalten habe und mit der Zahlung am Ende des ersten Quartals 2014 nicht 600,-- sondern 1.200,-- von dem Freibetrag "verbraucht" habe?

Vielen Dank für Ihre Antwort und viele Grüße
D.E.

Antwort: Übungsleiterpauschale richtig angeben

Hallo D.E.,
vielen Dank für Ihre nette Rückmeldung!

Zu Ihren Fragen: Richtig ist "Antwort B". :-) Bei der Einkommensteuer gilt grundsätzlich der Zahlungszeitpunkt von Einnahmen und Ausgaben. Insofern haben Sie in 2014 bereits die Hälfte des Freibetrags "verbraucht".

Bei regelmäßig wiederkehrenden Zahlungen ist das normalerweise aber kein Problem: Zwar wird in Ihrem Fall die Zahlung für das letzte Quartal 2013 erst im Jahr 2014 berücksichtigt. Die Zahlung für das letzte Quartal 2014 erfolgt dafür ja voraussichtlich auch erst in 2015. Sollte das nicht der Fall sein, laufen Sie tatsächlich Gefahr, die Höchstgrenze für den Übungsleiterfreibetrag zu überschreiten.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

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