Übungsleiterpauschale und Ehrenamtspauschale: Steuerfreie Nebenverdienste

Die Steuervergünstigungen für Ehrenamtler sind längst nicht nur auf Vereinsmitarbeit beschränkt. Hier erklären wir Ihnen, wie Sie in der Praxis damit Steuern sparen.

Von: Robert Chromow
Stand: 7. Januar 2013 (aktualisiert)
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Übungsleiter- und die Ehrenamtspauschale sind Steuerfreibeträge, durch die Aufwandsentschädigungen für bürgerschaftliches Engagement bis zu einer bestimmt Höhe steuerfrei bleiben. Die attraktiven Freibeträge sind längst nicht nur auf Vereinsmitarbeit beschränkt. Sie können für ganz unterschiedliche Dienstleistungen und Nebentätigkeiten genutzt werden, wenn der Auftraggeber die Voraussetzungen erfüllt.

Reich werden Sie durch ehrenamtliches Engagement zwar nicht. Ab 2013 dürfen Sie aber immerhin bis zu 2.400 Euro pro Jahr (Übungsleiterpauschale) und 720 Euro im Jahr (Ehrenamtspauschale) steuerfrei hinzuverdienen.

Bitte beachten Sie: Bis einschließlich 2012 lagen die Steuerfreibeträge für ehrenamtliche Tätigkeiten bei 2.100 Euro bzw. 500 Euro. Die Erhöhung ist Teil des "Gesetzes zur Entbürokratisierung des Gemeinnützigkeitsrechts". Zurzeit (21. Januar 2013) ist das "GemEntBG" noch immer nicht nicht beschlossene Sache. Der Bundesrat hat aber bereits Stellung genommen und das Gesetz soll Anfang 2013 verabschiedet werden und dann wie geplant rückwirkend zum 1. Januar 2013 in Kraft treten.

Wir erklären Ihnen in diesem Leitfaden ...

  • wer die Übungsleiterpauschale in Anspruch nehmen darf,

  • für wen die Ehrenamtspauschale infrage kommt und

  • wie sich die steuerbegünstigten Aufwandspauschalen auf Sozialleistungen wie ALG I und II, BAFöG, Kinder-, Wohn- oder Elterngeld auswirken.

Außerdem beantworten wir Praxisfragen wie die folgenden: Sind beide Freibeträge kombinierbar? Darf ich bei mehreren Vereinen tätig sein? Fällt bei Selbstständigen Umsatzsteuer an?

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Sozialversicherung

Hallo,

ich arbeite in einer gemeinnützigen Organisation als Honorardozent. Daher gilt für mich die Übungsleiterpauschale. Wieviel ich weiß, man kann als familienversichert und nicht rentenversicherungpflichtig bleiben, wenn man geringfügig (bis 385Euro) beschäftigt ist. Nun meine Frage ist, ob ich versicherungspflichtig werde, wenn ich am Jahresende 7000Euro verdient habe. 12Monate X 385€ = 4620€, ich zähle dann meine Übungsleiterpauschele dazu, komme auf 7020euro. Somit bin ich nicht versicherungspflichtig. Ist meine Rechnung richtig?
Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus.

Antwort: Sozialversicherung

Hallo,
eine Einzelfallberatung ist auf diesem Weg nicht möglich - daher nur ganz allgemein:

1. Weder auf die Übungsleiterpauschale noch auf die Ehrenamtspauschale fallen Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten-, Unfall- oder Arbeitslosenversicherung an.

2. Die Pauschalen werden grundsätzlich auch nicht auf die Gesamteinkommens-Obergrenze in der GKV-Familienversicherung angerechnet. Insofern scheint mir die geschilderte Sachlage unproblematisch.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Sozialversicherung

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Freundliche Grüße
M.O.

BFD Und ALG 2

Ich habe in Teilzeit meinen BFD als Seniorenbetreuer geleistet und dafür 250,00 Euro erhalten .
Da ich ALG 2 bekomme wurde mir ein Freibetrag von 175,00 Euro gewährt.
Aber müßten es denn nicht 200,00 Euro sein ?
Danach möchte ich für diesen Verein gern weiter ehrenamtlich arbeiten , und werde noch einen Minijob ( 130,00 Euro / Monat ) haben.
Insgesamt arbeite ich dann in der Woche nicht mehr als 15 Stunden.
Was wird dann wie angerechnet ?

Danke wenn sie mir weiterhelfen können

Antwort: BFD Und ALG 2

Guten Tag,
Sie schreiben:
------------ Zitat ----------------
Ich habe in Teilzeit meinen BFD als Seniorenbetreuer geleistet und dafür 250,00 Euro erhalten .

Da ich ALG 2 bekomme wurde mir ein Freibetrag von 175,00 Euro gewährt. Aber müßten es denn nicht 200,00 Euro sein ?
----------Zitat-Ende --------------
Das sehen Sie m. E. richtig. Das ist in § 1 der ALGII-Verordnung so geregelt:
http://www.gesetze-im-internet.de/algiiv_2008/__1.html

Informationen über die Kombination von BFD, Minijobs und ALGII bekommen Sie z. B. bei der bundesweiten Minijobzentrale
http://www.minijob-zentrale.de/
Dort gibt es unter anderem eine kostenlose Hotline, in der Sie wochentags zwischen 7 Uhr und 17 Uhr unter Tel. 0355-2902-70799 Ihren Fall schildern können.

Viele Grüße
Robert Chromow

Honorardozent (geringfügig, kurzfristig) und Vollzeitstudent

Lieber Herr Chromow,

Ich habe eine Frage bezüglich Sozialversicherungsabgaben und Steuern. Seit Anfang des Jahres arbeite ich als Honorardozent an einer Volkshochschule und höre dort demnächst wieder auf. Ich besitze keinerlei weitere Einkünfte, da ich bei meinen Eltern wohne.

Meine Einkünfte werden 2400 Euro im Jahr nicht überschreiten. Zusätzlich habe ich bei einem Firmenkunden Kurse gegeben(das Honorar ist in den angegebenen 2400 Euro bereits inkludiert). Meine Arbeitszeit in der Woche beläuft sich auf max. 5 -6 Stunden (somit kann ich ja aus zweierlei Gründen den studentischen Tarif bei der gesetzlichen Krankenversicherung behalten; durch die Zeiten, in denen ich die Kurse gebe (max. 3 in der Woche zu je 90 Minuten, abends; zusätzlich das geringfügige Einkommen) kann ich das der Krankenkasse auch belegen.

Mich beschäftigt nun länger schon die Frage, ob ich nicht doch rentenversicherungspflichtig bin (meinen Kenntnisstand ist, dass man 4800 Euro per annum beziehungsweise 400 Euro monatlich verdienen darf, ohne RV zahlen zu müssen.)

Einkommensteuer und Umsatzsteuer fallen ja ohnehin weg, aufgrund des geringen Umsatzes, der sich auch nicht ändern wird.

Ist mein Kenntnisstand bis hierher korrekt?

Nun habe ich die Möglichkeit in einem Nachhilfeinstitut noch für 2 Monate als Nachhilfelehrer zu arbeiten (Honorar wird hier aber 100 Euro monatlich nicht überschreiten). Nun frage ich mich aber, welche Variante man wählen kann für "geringfügige selbstständige Lehrtätigkeiten": Die, in der man in den tatsächlich gearbeiteten Monaten unter 450 Euro verdient, oder die, die auf 50 Tage begrenzt ist (wären bei mir mit VHS Kursen und Firmenkundenkursen 46 Tage bisher)? Da ich die Kurse vorwiegend abends gebe und nur für 90 Minuten ist die Frage, ob das überhaupt als voller Tag gilt.

Würde ich den Job annehmen bei dem Nachhilfeinstitut und nicht mehr als die 100 Euro verdienen, könnte das irgendwelche steuerlichen Konsequenzen haben? Nach dem potentiellen Job in dem Nachhilfeinstitut würde ich mit dem selbstständigen nebenberuflichen Arbeiten ohnehin aufhören.

Über eine Antwort würde ich mich freuen.

LG

Josep

Antwort: Honorardozent (geringfügig, kurzfristig) und Vollzeitst

Hallo Josep,
vielen Dank für die vertrauensvolle Anfrage. Eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur so viel:

1. Analog zu geringfügigen Beschäftigungen sind gemäß § 8 SGB IV
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__8.html
auch geringfügige selbstständige Tätigkeiten bis zur Geringfügigkeitsgrenze von monatlich 450 Euro versicherungsfrei.

2.
Allgemeine Informationen zur Rentenversicherungspflicht bei Lehrtätigkeiten bietet der Beitrag
"Rentenversicherungspflicht für Selbstständige"
http://www.akademie.de/wissen/rentenversicherungspflicht-fuer-selbststae...

3.
Informationen über die verschiedenen Formen der geringfügigen Beschäftigung und geringfügigen selbstständigen Tätigkeiten finden Sie auf den Seiten der bundesweiten Minijob-Zentrale:
http://www.minijob-zentrale.de/
Dort gibt es auch eine telefonische Hotline, bei der Sie Fragen zu den Details Ihres Einzelfalls stellen können.

Viele Grüße
Robert Chromow

Vielen lieben Dank..für die

Vielen lieben Dank..für die Zeit, die Sie sich zur Beantwortung der Fragen genommen haben.

Liebe Grüße,

Josep

Einkommensdurchschnitt

Ich habe noch eine weitere Frage zur Berechnung eines Durchschnittseinkommen als Honorardozent an der VHS. Wenn ich von Ende März bis Ende September (50 Tage Frist für kurzfristige selbstständige Beschäftigung wird nicht überschritten in der Addition aller Unterrichtstage, ergo fallen RV Beträge weg) Kurse gegeben habe und aber nicht monatlich bezahlt werde, sondern alles auf einmal bekomme, errechne ich das durchschnittliche Monatseinkommen dann folgendermaßen:

Gesamtbetrag X: 7 (Ende März bis Ende September: Summe 7 Monate) = Durchschnittseinkommen

Liebe Grüße,

Josep

Antwort: Einkommensdurchschnitt

Hallo Josep:
Informationen über die verschiedenen Formen der geringfügigen Beschäftigung und geringfügigen selbstständigen Tätigkeiten finden Sie auf den Seiten der bundesweiten Minijob-Zentrale:
http://www.minijob-zentrale.de/
Dort gibt es auch eine telefonische Hotline, bei der Sie Fragen zu den Details Ihres Einzelfalls stellen können.
Viele Grüße
Robert Chromow

Übungsleiterpauschale

Hallo,

ich bin als Musiker an einem Theater angestellt und verdiene nebenbei noch ca 4000 Euro im Jahr.

Nun habe ich von der Übungsleiterpauschale gehört.
Da ich manchmal auch Ensembles für Kirchen und Vereine leite nehme ich ca 1600 quasi als Übungsleiter ein.

Meine Frage: Gebe ich den Betrag nun bei Anlage N oder Anlage S ein?
Kann ich von diesen 1600 Euro auch noch Fahrtkosten und Verpflegungsmehraufwendungen wegrechnen? Also dann ca 1000 Euro als Summe eintragen?

Viele Grüße, Thomas

Antwort: Übungsleiterpauschale

Hallo Thomas,
ob Sie die Übungsleiterpauschale auf der Anlage "N" oder der Anlage "S" angeben, hängt davon ab, ob es sich um eine selbstständige Tätigkeit oder eine abhängige Beschäftigung handelt. Bei einem Dirigenten vermute ich eher eine selbstständige Tätigkeit. Von Bedeutung ist die Unterscheidung m. W. aber nicht - also tragen Sie die Pauschale da ein, wo sie in Ihrem Fall am besten passt.

Was die Höhe der Einkünfte betrifft: Hier kommt es auf die tatsächlich gezahlte Pauschale an - ohne Abzug von Betriebsausgaben oder Werbungskosten. Da als Pauschale 2.400 Euro pro Jahr möglich sind, ist es in Ihrem Fall ja auch gar nicht erforderlich, den Betrag "zu drücken".

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Ehrenamtspauschale

Guten Tag,

ich habe eine Frage zu folgendem Sachverhalt:
Ich schreibe (nebenberuflich) Rechnungen für Tätigkeiten, die als freiberuflich zählen (z.B. Pressemitteilungen schreiben) als auch gewerbebetreibend (z.B. Veranstaltungsorganisation). Entsprechend gebe ich in der Einkommensteuererklärung auch Anlage S und G ab. Nun erhalte ich von einem Verein eine pauschale Aufwandsentschädigung, auf Rechnung, für ehrenamtliche "Büroassistzenz im Rahmen der Veranstaltung XY". Normalerweise würde ich diese Tätigkeit im Rahmen meines Gewerbes angeben, da es sich nicht um eine freiberufliche Tätigkeit handelt. Aber ich finde in der Einkommensteuererklärung nur die Möglichkeit, dies als Arbeitsnehmer oder in der Anlage S anzugeben (Hier werden in der Defintion des Selbstständigen § 18 jedoch Gewerbeinkünfte ausgeschlossen). Habe ich etwas missverstanden oder wo gebe ich meine Einkünfte aus der ehrenamtlichen Tätigkeit an?

Und eine zweite Frage: für die Aufwandsenschädigung ist ja ein steuerfreier Betrag von 720 EUR festgesetzt, wenn ich Ausgaben über diesen Betrag habe, muss ich alle Ausgaben belegen. Wie verhält es sich aber in Zusammenhang mit den "normalen" Einnahmen und Ausgaben? Wird es getrennt betrachtet oder nicht? Kann ich ganz normal Betriebsausgaben absetzen, ohne den Freibetrag des Ehrenamts berücksichtigen zu müssen?

Ich danke schonmal im Voraus für Ihre Antwort und hoffe, das ich mit meinen Fragen bei Ihnen richtig bin.

Viele Grüße

Antwort: Ehrenamtspauschale

Guten Tag,
eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich - daher nur ganz allgemein:

Ich persönlich würde an dieser Stelle nicht zu kompliziert denken: Wenn Sie ohnehin eine Anlage "S" abgeben, tragen Sie die Ehrenamtspauschale dort einfach in Zeile 36 ein - fertig. Eine steuer- oder gewerberechtliche Unterscheidung zwischen selbstständigen und gewerblichen Tätigkeiten findet bei der Ehrenamtspauschale m. W. nicht statt.

Auch über die anteilige Kürzung der Betriebsausgaben würde ich mir keine grauen Haare wachsen lassen. Wenn für die Erbringung der ehrenamtlichen Tätigkeit tatsächlich relevante Betriebsausgaben vonnöten sind und eine verursachungsgerechte Zuordnung nicht möglich ist, teilen Sie die Ausgaben halt anteilig im Verhältnis nichtehrenamtliche zu ehrenamtliche _Ein_nahmen auf. Angesichts der geringen ehrenamtlichen Gesamteinnahmen von 720 Euro pro Jahr würde ich hier nicht päpstlicher als der Papst (bzw. fiskalischer als der Fiskus :-)) sein.

Aber wie gesagt: Das ist nur meine ganz persönliche Einschätzung. Im Zweifel sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater oder fragen direkt beim Finanzamt nach.

Viele Grüße
Robert Chromow

Honorar aber über Freigrenze ?!

Guten Tag,

meine Frau hat bisher über die Diakonie durch Leitung von Mutter Kind Kursen Honorarbezüge erhalten (unter Freigrenze). Nun besteht die Möglichkeit mit zusätzlichen Kursen für einen weiteren Träger (Abrechnung erfolgt ebenfalls über die Diakonie) aber die Freigrenze deutlich zu übersteigen.
Ist die Abrechnung und Ausstellung einer so hohen Honorarbescheinigung dann überhaupt noch zulässig und falls ja, gehe ich recht in der Annahme das der übersteigende Betrag steuerpflichtig wird dann aber Werbungskosten geltend gemacht werden könnten (bei gemeinsamer Veranlagung)?
Wird dann nur der übersteigende Betrag bei der Steuererklärung angegeben?

Vielen Dank für jeglichen Hinweis !

Antwort: Honorar aber über Freigrenze

Guten Abend,
über die Übungsleiterpauschale hinausgehende Einkünfte sind grundsätzlich zulässig. Der über die Übungsleiterpauschale hinausgehende Betrag ist aber steuerpflichtig. In der Steuererklärung muss Ihre Frau sowohl die steuerfreien als auch die steuerpflichtigen Einkünfte angeben. Informationen über die passenden Formularfelder finden Sie im Kapitel "Praxisfragen und Sonderfälle"
http://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag/pr...
Ach so: Beim steuerpflichtigen Anteil der Einnahmen dürfen Sie durchaus Werbungskosten geltend machen - allerdings ebenfalls nur anteilig.

Angenommen, ein Steuerpflichtiger verdient insgesamt 3.000 Euro pro Jahr: Dann sind 600 Euro (= 20%) steuerpflichtig. Angenommen, ihm sind insgesamt Fahrtkosten in Höhe von 500 Euro entstanden, dann werden davon nur 100 Euro (= 20%) als Werbungskosten anerkannt. Weitere Details Ihren Einzelfalls besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater - oder Sie fragen direkt beim Finanzamt oder einem Lohnsteuerhilfeverein vor Ort nach.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Satzungsänderung bei Übungsleiterpauschale erforderlich?

Guten Tag,

ich bin ehrenamtlich als Jugendleiter in einem gemeinnützigen Verein und als 2. Vorstand in einem anderen Verein tätig. Ich bin jetzt einmal über die Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen gestolpert. Bei uns im Verein wurden bisher noch nie Tätigkeitsvergütungen ausbezahlt. Die Frage ist jetzt ob die Satzungsänderung nur für die Ehrenamtspauschale notwendig ist, da die Vorstandschaft laut Satzung keine Vergütung erhalten darf, oder ist dies auch zur Anwendung der Übungsleiterpauschale erforderlich? Die Übungsleiter gehören laut Satzung zum erweiterten Vereinsausschss.

Vielne Dank im Vorraus!

Antwort: Satzungsänderung bei Übungsleiterpauschale erforderlich

Guten Tag,
die generelle Pflicht zur Satzungsänderung bezieht sich m. W. auf die steuerfreie Ehrenamtspauschale, die Angehörigen der Vereinsorgane für ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten erhalten können. Wenn eine Vereinssatzung ein Vergütungsverbot enthält, darf die Ehrenamtspauschale nicht gezahlt werden.

Je nachdem, wie der "erweiterte Vereinsausschuss" in den Vorstand eingebunden ist, welche satzungsmäßigen Aufgaben er hat und wie die Formulierungen der Satzung zum Vergütungsverbot lauten, kann aber auch eine Klarstellung zur Zulässigkeit der Übungsleiterpauschale erforderlich sein. Die Details besprechen Sie am besten mit einem Rechtsanwalt - oder Sie fragen bei Ihrem Dachverband oder direkt beim Finanzamt nach.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Übungsleiterpauschale richtig angeben

Sehr geehrter Herr Chromow,
zunächst meinen Glückwunsch zu diesem gelungenen und informativen Onlineportal und vielen Dank für Ihr Engagement bei der Beantwortung von den vielen Fragen.

Ich bin für einen Verein in der Jugendarbeit nebenberuflich tätig und erhalte dafür die Übungsleiterpauschale. Es ist vereinbart, dass ich am Ende eines jeden Quartals ausgezahlt werden. In der Regel komme ich auf 600,--€ pro Quartal so dass am Ende des Jahres die 2.400,-- Grenze erreicht ist. Allerdings wurde mir das Geld für das 4. Quartal 2013 nicht Ende Dezember überwiesen, sondern erst Mitte Februar 2014. Meine Frage ist nun, zu welchem Jahr kann ich diese 600,-- zählen?
A) noch zum vergangenen Jahr 2013 weil ich ja auch da tätig war (die Steuererklärung ist noch nicht gemacht)
B) zum Jahr 2014 weil hier das Geld geflossen ist.

Falls B) Im Jahr 2014 plane ich, wieder so oft im Einsatz zu sein, dass ich die 2.400,-- voll ausschöpfe. Würde es nun bedeuten, dass ich durch die verzögerte Zahlung aus 2013 schon 600,-- erhalten habe und mit der Zahlung am Ende des ersten Quartals 2014 nicht 600,-- sondern 1.200,-- von dem Freibetrag "verbraucht" habe?

Vielen Dank für Ihre Antwort und viele Grüße
D.E.

Antwort: Übungsleiterpauschale richtig angeben

Hallo D.E.,
vielen Dank für Ihre nette Rückmeldung!

Zu Ihren Fragen: Richtig ist "Antwort B". :-) Bei der Einkommensteuer gilt grundsätzlich der Zahlungszeitpunkt von Einnahmen und Ausgaben. Insofern haben Sie in 2014 bereits die Hälfte des Freibetrags "verbraucht".

Bei regelmäßig wiederkehrenden Zahlungen ist das normalerweise aber kein Problem: Zwar wird in Ihrem Fall die Zahlung für das letzte Quartal 2013 erst im Jahr 2014 berücksichtigt. Die Zahlung für das letzte Quartal 2014 erfolgt dafür ja voraussichtlich auch erst in 2015. Sollte das nicht der Fall sein, laufen Sie tatsächlich Gefahr, die Höchstgrenze für den Übungsleiterfreibetrag zu überschreiten.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Privater Instrumentalunterricht

Guten Tag,

ich habe eine Frage, da ich mir nicht sicher bin:
Ich möchte neben meiner hauptberuflichen Bürotätigkeit (Sachbearbeiter) nebenbei gerne privaten Instrumentalunterricht (Schlagzeug) geben.
Fallen die Einnahmen daraus (monatlich ca. 180 €) unter die Übungsleiterpauschale?
Meine Unsicherheit ist daraus begründet, dass ich in allen Artikeln lese, dass man von einer gemeinnützigen oder kirchlichen Organisation beauftragt sein muss. Andererseits lese ich oft dass Musiklehrer die Übungsleiterpauschale in Anspruch nehmen können..

Über eine kurze Antwort würde ich mich sehr freuen.
Vielen Dank und viele Grüße
KL

Antwort: Privater Instrumentalunterricht

Guten Tag, KL,
ja, Musiklehrer können die Übungsleiterpauschale in Anspruch nehmen. Und, ja, dieser Musiklehrer muss dafür von einer gemeinnützigen oder kirchlichen Organisation beauftragt werden. Genauer gesagt: Die Übungsleiterpauschale ist an die Voraussetzungen geknüpft, dass die Tätigkeit ...
1. nicht im Hauptberuf und
2. im Auftrag einer öffentlichen oder öffentlich-rechtlichen Institution (z. B. Städte und Gemeinden, (Hoch-)Schulen, Volkshochschulen, Kammern etc.) oder eines gemeinnützigen Vereins, einer Kirche oder vergleichbaren Einrichtung
... ausgeübt wird. Die gesetzliche Grundlage dieser Steuerbefreiung finden Sie in § 3 Nr. 26 EStG
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html

Viele Grüße
Robert Chromow

Ein Arbeitgeber Minijob/Übungsleiterpauschale

Hallo guten Tag,
zu Beginn, vielen Dank für die vielen Informationen auf Ihrer Seite.
Meine Frage:
Ich bin im Minijob 450,-€ (familienversichert)
Darf ich beim selben Arbeitgeber zusätzlich auf Übungsleiterpauschale noch "Erste Hilfe" Kurse geben?

Vielen Dank im Voraus.

Ursula

Antwort: Ein Arbeitgeber Minjob / ...

Hallo Ursula,
ja, laut Minijob-Zentrale ist eine Kombination von Übungsleiter- oder Ehrenamtspauschale mit einer geringfügigen Beschäftigung (= Minijob) beim selben Arbeitgeber zulässig.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Ehrenamtspauschale und Übungsleiterpauschale

Hallo
Ich arbeite für die EV.Kirche eimal in der Eltern- Kind- Arbeit und bekomme dort max 2400€ Übungsleiterpauschale.
Kann ich beim selben Träger für eine andere Tätikeit die 720€ Ehrenamt frei bekommen.
Mfg P.S.

Antwort: Ehrenamtspauschale und Übungsleiterpauschale

Hallo P.S.
grundsätzlich ja: Sofern es sich eindeutig um zwei verschiedene Tätigkeiten handelt, spricht nichts gegen den gleichzeitigen Bezug von Ehrenamts- und Übungsleiterpauschale. Ob das in Ihrem Fall möglich ist, besprechen Sie am besten mit den Personalverantwortlichen des Trägers. Oder Sie sprechen mit einen Steuerberater bzw. fragen direkt beim Finanzamt nach.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Vollzeit plus Kursleiter-Tätigkeit

Hallo Zusammen,

ich arbeite hauptberuflich (40h/Woche) und nebenbei bin ich Kursleiter in einem Kurs an der VHS bei dem ich nicht 450 Euro überschreite (auf 4 Monate). Wie muss ich diese Kursleiter-Tätigkeit in der Steuererklärung angeben?

Vielen herzlichen Dank

Antwort: Vollzeit plus Kursleiter-Tätigkeit

Guten Tag,
eine Einzelfallberatung ist an dieser Stelle leider grundsätzlich nicht zulässig (und ohne Kenntnis der vertraglichen Regelungen und Unterrichtsinhalte auch gar nicht möglich).

Am besten fragen Sie bei Ihrer VHS (oder Ihrem Steuerberater) nach, ob die Voraussetzungen für eine Steuerbefreiung aufgrund der Übungsleiterpauschale oder einer geringfügigen Beschäftigung (= Mini-Job) bzw. geringfügigen selbstständigen Tätigkeit erfüllt sind.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Doppelte freiberufliche Tätigkeit im Nebenjob auf Rechnung

SChönen guten Abend! :)

Ich bin bei meiner diesjährigen Steuererklärung erstmals über die Möglichkeiten der Übungleiterpauschale gestolpert, weiß aber nicht ob und wie ich sie anwenden kann.
Ich arbeite im Hauptberuf mit 20 Std. als Soz.Päd. in Festanstellung und nebenbei mit ca. 5 Std./Wo als Tanzpädagogin in einem Fitnessstudio.
Nun arbeite ich zusätzlich noch ca. 2 Std. monatlich bei einem gemeinnützigen Verein als Tanzpädagogin für Down Syndrom - Teenies. Diese Ausgaben müsste ich doch als ÜL-Pauschale angeben können?! Oder geht das nicht, weil ich in gleicher Tätigkeit auch im Fitnessstudio arbeite??
Ich schreibe für beide Tätigkeiten Rechnungen. Wie gebe ich diese in der STeuererklärung als ÜL-Pauschale an bzw brauche ich eine spezielle Bestätigung vom Verein dafür?

Vielen, vielen herzlichen Dank bereits im Voraus, falls Sie mir hierbei einen Rat geben können!

Mit freundlichen Grüßen
JR

Antwort: Doppelte freiberufliche Tätigkeit im Nebenjob auf Rechn

Hallo JR,
bitte beachten Sie, dass eine steuerliche Einzelfallberatung an dieser Stelle nicht möglich ist. Daher nur ganz allgemein: Sofern die im Beitrag ...
http://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag/ue...
... genannten Voraussetzungen erfüllt sind, kann Ihre Tätigkeit vom gemeinnützigen Verein aus meiner Sicht grundsätzlich in Form der Übungsleiterpauschale honoriert werden. Um jeden Zweifel an der Steuerfreiheit der Einnahmen auszuräumen, sollte die Bezahlung ausdrücklich als "Übungsleiterpauschale gem. § 3 Nr. 26b EStG" gekennzeichnet sein.

Dass Sie an anderer Stelle eine vergleichbare Tätigkeit ausüben, die dort nicht steuerbefreit ist, schadet m. E. nicht. Wie und wo Sie "steuerfreie selbstständige Tätigkeiten im Nebenberuf" bei Ihrer Steuererklärung eintragen, können Sie auf der Seite "Praxisfragen und Sonderfälle" zur Übungsleiterpauschale nachlesen:
http://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag/pr...

Alles Weitere besprechen Sie am besten mit Ihren Auftraggebern und Ihrem Steuerberater - oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

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