Übungsleiterpauschale und Ehrenamtspauschale: Steuerfreie Nebenverdienste

Die Steuervergünstigungen für Ehrenamtler sind längst nicht nur auf Vereinsmitarbeit beschränkt. Hier erklären wir Ihnen, wie Sie in der Praxis damit Steuern sparen.

4.737705
(61)
Beitrag bewerten
Kommentar schreiben
Stand: 7. Januar 2013 (aktualisiert)

Übungsleiter- und die Ehrenamtspauschale sind Steuerfreibeträge, durch die Aufwandsentschädigungen für bürgerschaftliches Engagement bis zu einer bestimmt Höhe steuerfrei bleiben. Die attraktiven Freibeträge sind längst nicht nur auf Vereinsmitarbeit beschränkt. Sie können für ganz unterschiedliche Dienstleistungen und Nebentätigkeiten genutzt werden, wenn der Auftraggeber die Voraussetzungen erfüllt.

Reich werden Sie durch ehrenamtliches Engagement zwar nicht. Ab 2013 dürfen Sie aber immerhin bis zu 2.400 Euro pro Jahr (Übungsleiterpauschale) und 720 Euro im Jahr (Ehrenamtspauschale) steuerfrei hinzuverdienen.

Bitte beachten Sie: Bis einschließlich 2012 lagen die Steuerfreibeträge für ehrenamtliche Tätigkeiten bei 2.100 Euro bzw. 500 Euro. Die Erhöhung ist Teil des "Gesetzes zur Entbürokratisierung des Gemeinnützigkeitsrechts". Zurzeit (21. Januar 2013) ist das "GemEntBG" noch immer nicht nicht beschlossene Sache. Der Bundesrat hat aber bereits Stellung genommen und das Gesetz soll Anfang 2013 verabschiedet werden und dann wie geplant rückwirkend zum 1. Januar 2013 in Kraft treten.

Wir erklären Ihnen in diesem Leitfaden ...

  • wer die Übungsleiterpauschale in Anspruch nehmen darf,

  • für wen die Ehrenamtspauschale infrage kommt und

  • wie sich die steuerbegünstigten Aufwandspauschalen auf Sozialleistungen wie ALG I und II, BAFöG, Kinder-, Wohn- oder Elterngeld auswirken.

Außerdem beantworten wir Praxisfragen wie die folgenden: Sind beide Freibeträge kombinierbar? Darf ich bei mehreren Vereinen tätig sein? Fällt bei Selbstständigen Umsatzsteuer an?

Beitrag bewerten

Ihre Wertung:

 

Zu viel verdienen

Hallo,

ich arbeite als Übungsleiterin in einem Verein.
Das Problem ist, dass wir momentan zu wenig Übungsleiter haben und ich gefragt wurde, ob ich mehr Kurse übernehmen kann.

So wie es jetzt aussieht, werde ich dann allerdings über den Satz von 2400 Euro im Monat kommen.
Ist das möglich?
Wenn ja, was muss ich dann machen?

Vielen Dank!

Antwort: Zu viel verdienen

Guten Tag,
da haben Sie möglicherweise etwas falsch verstanden: Die 2.400-Euro-Grenze ist ein *Jahres*wert! Sie dürfen den Betrag im Extremfall zwar "en bloc" in einem einzigen Monat verdienen. Darüber hinaus ist aber jeder Cent steuer- und sozialversicherungspflichtig!

Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Nicht sicher ob Tätigkeit unter Übungsleiterpauschale fällt

Guten Morgen,

Ich habe hier eine kleine Ergänzung zur unten stehenden Frage:
Ich habe im Internet folgendes gelesen:
- Begünstigt werden Sie nur, wenn Ihre Tätigkeit eine pädagogische Ausrichtung hat, Sie künstlerisch arbeiten oder alte, kranke oder behinderte Menschen pflegen.

-Um vom Freibetrag zu profitieren, müssen Sie für eine öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Körperschaft tätig sein, in der Sie im mildtätigen, gemeinnützigen oder kirchlichen Bereich arbeiten.

(Unten hatte ich kirchlich geschrieben, hatte das falsch im Kopf...)

Das Unternehmen für das ich die Dozententätigkeit ausgeübt habe, ist ein zertifizierter Bildungsträger; fällt das dann unter eine gemeinnützige Körperschaft oder öffentlich-rechtliches Unternehmen?

Das bereitet mir gerade wirklich Sorge..

Danke und viele Grüße

Nicht sicher, ob Tätigkeit unter Übungsleiterpauschale fällt

Guten Morgen,

Ich habe letztes Jahr eine Dozententätigkeit ausgeübt, habe allerdings den Betrag ein wenig überschritten und habe nun eine Steuererklärung eingereicht.
Allerdings bin ich mir nun nicht mehr sicher, ob das Unternehmen ein öffentliches Bzw kirchliches ist, bei dem man dann als Übungsleiter arbeiten kann (Sie haben mir das aber damals versichert, trotzdem bin ich skeptisch).
Was, wenn nun die Angabe in der Steuererklärung so nicht stimmt? Was müsste ich denn korrigieren, falls ich die Tätigkeit nicht als Übungsleiterpauschale geltend machen kann?
Drohen mir Strafen? Hätte ich dann ein gewerbe o.ä. anmelden müssen?

Viele Grüße und Danke für Ihre Antwort!

Antwort: Nicht sicher, ob Tätigkeit unter Übungsleiterpauschale

Guten Morgen,
eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Solange Sie sämtliche Einkünfte bei der Einkommensteuererklärung angeben, haben Sie vom Finanzamt grundsätzlich nichts zu befürchten. Strafen drohen nicht.

2.
Sollten die Voraussetzungen für einen Steuerfreibetrag im Einzelfall wider Erwarten nicht gegeben sein, müssen Sie das erzielte Einkommen schlimmstenfalls versteuern.

3.
Eine Gewerbeanmeldung ist auch nicht erforderlich - zumal die Tätigkeiten, für die ein Übungsleiterfreibetrag infrage kommt, normalerweise keine "Einkünfte aus Gewerbebetrieb" darstellen, sondern "Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit" (vorausgesetzt, sie werden überhaupt selbstständig erbracht).

4.
Ein "zertifizierter Bildungsträger" ist in aller Regel ein privatwirtschaftliches Unternehmen. Die Übungsleiterpauschale kommt in dem Fall nicht infrage.

5.
Wenn Ihnen das "damals versichert" worden ist, sollten Sie Kontakt mit der betreffenden Stelle aufnehmen und den Sachverhalt klären.

6.
Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein. Oder Sie wenden sich direkt ans Finanzamt.

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Antwort: Nicht sicher...

Lieber Herr Chromow,

Danke für die Antwort.
Das heißt ich kläre das nun nochmal ab und muss dann im schlimmsten Fall alles verdiente versteuern Bzw. die Steuererklärung korrigieren, indem ich alle Einkünfte als "Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit" eintrage?
Wie gesagt, ich habe Deutschkurse u.A. für Flüchtlinge gegeben und die Stunden in Rechnung gestellt. Das sind dann also selbstständige Tätigkeiten?

Herzlichen Dank

Antwort: Antwort: Nicht sicher...

Guten Tag,
eine korrigierte Steuererklärung ist m. E. nicht erforderlich: Wenn das Finanzamt den Übungsleiterfreibetrag nicht anerkennt, werden die Einnahmen automatisch als "Einkünfte aus selbstständigen Tätigkeiten" behandelt und entsprechend versteuert. Sie können dann überlegen, Einspruch gegen den Bescheid einzulegen - und sei es nur, um nachträglich noch Betriebsausgaben geltend zu machen.

Aber wie gesagt: Ich bin kein Steuerberater. Die Einzelheiten besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein.

Alles Gute und viele Grüße
Robert Chromow

Hallo, ich bin

Hallo, ich bin Physiotherapeutin in Elternzeit. Nach meiner Pause würde ich mich gerne beruflich verändern. Ich würde gerne weg von der Behandlungsbank und eher in Richtung Gruppentherapie ( Osteoporose, Rückenschule...) und dies vor allem nicht als Angestellte. Nun meine Frage und ich hoffe sehr, dass sie mir weiterhelfen können, muss ich da ein Gewerbe anmelden und wie läuft das versicherungstechnisch / steuerrechtliche und muss ich sonst noch was beachten ? Ich würde die Kurse gerne in Sportvereinen, Fitnessstudios, Kindergärten, Volkshochschule etc. anbieten. Ich hoffe auf eine Rückmeldung Mit freundlichen Grüßen

Antwort: Hallo, ich bin

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre vertrauensvolle Anfrage. Eine steuerliche, allgemein rechtliche und sozialversicherungsrechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Ja, wenn Sie sich selbstständig machen, müssen Sie zahlreiche steuerliche und rechtliche Aspekte beachten, die für ArbeitsnehmerInnen keine Rolle spielen.

2.
Ausführliche Informationen dazu finden Sie zum Beispiel in unserem Leitfaden:
"Selbstständig als Trainer, Übungsleiterin, Dozent? Steuern, Sozialversicherung, Rechtsstatus"
https://www.akademie.de/wissen/selbststaendig-trainer-dozent
(Bitte beachten Sie, dass die Angaben auf dem Rechtsstand des Jahres 2013 basieren.)

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Monatlicher Freibetrag

Wenn eine ehrenamtliche Tätigkeit nur über einen begrenzten Zeitraum stattfindet, kann trotzdem der gesamte Jahresfreibetrag ausgezahlt werden? Beispiel:
Bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit die über 6 Monate läuft, kann die monatliche Aufwandsentschädigung 120€ betragen oder darf der Freibetrag die 60€/Monat nicht übersteigen?

Antwort: Monatlicher Freibetrag

Guten Tag,
bei der Ehrenamts- und Übungsleiterpauschale handelt es sich um jährliche Freibeträge. Es gibt keine monatliche Deckelung.

Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Übungsleiterpauschale überschritten

Sehr geehrter Herr Chromow,

noch während meines Studiums habe ich Anfang 2015 zusätzlich zu meinem Nebenjob (ca. 350€) eine Dozententätigkeit für Flüchtlinge ausgeübt, die unter die Übungsleiterpauschale gefallen ist.

Ich habe hierbei extra darauf geachtet, nicht über den zulässigen Betrag zu kommen.
Allerdings ist mir beim Durchgehen der Rechnungen und Zahlungen aufgefallen, dass eine Rechnung, die ich Mitte Dezember 2015 gestellt habe, erst am 15. Januar 2016 überwiesen wurde mit der Info im Verwendungszweck: Vergütung vom 18.12.2015. Das waren ca. 2000€.

1) Nun meine erste Frage: zählt der Tag der Leistungs- und Rechnungserstellung oder der der Überweisung?

Falls der Betrag dem Jahr 2016 zugerechnet wird, dann hätte ich nämlich in 2016 den zulässigen Betrag überschritten, da ich in 2016 weitere Stunden übernommen habe mit dem Gedanke, dass ich in 2016 ja noch nichts verdient habe.

Hinzu kommt, dass ich die Tätigkeit meist auf Abruf ausgeübt habe, ich habe meistens erst einige Tage vorher Anfragen bekommen, ob ich gewisse Stunden übernehmen kann.

Nach meinem Studium im Sommer 2016 habe ich mich, da ich nur meinen Nebenjob noch weiterhin hatte, selbst versichern müssen. Ich hatte noch keinen festen Job (erst seit diesem Jahr) und musste somit 170€ im Monat für meine KV zahlen. Auf Nachfrage der KK, ob ich denn arbeite und Geld verdiene, antwortete ich mit Nein - da, wie gesagt, der Dozentenjob nichts regelmäßiges war und ich nicht wusste,ob ich noch Stunden übernehmen werde. Dies habe ich dann allerdings getan,die KK wusste davon dann aber nichts, weil ich das schlicht vergessen habe,zu melden.

--> Muss ich hier was nachzahlen? Wäre der monatliche Betrag dann über den170€ gewesen?

und 2)
--> Wie ist nun vorzugehen? Reicht es, meine Tätigkeit und das, was ich zu viel verdient habe, einfach in der Steuererklärung abzugeben (ich habe zuvor noch nie eine abgegeben)?

--> Drohen einem evtl. Strafzahlungen? Oder schickt einem das Finanzamt oder die Krankenkasse einen Bescheid mit Infos zur Höhe der Nachzahlungen (es fallen dann ja auch SV-Beiträge an)

Ich würde außerdem aus anderen Tätigkeiten noch einige Beträge von FA zurück bekommen. Würde das dann mit den Nachzahlungen verrechnet werden, sodass evtl. keine Kosten nachzuzahlen sind?

Ich hoffe, Sie können mir bei diesem Anliegen weiterhelfen.

Besten Dank und einen schönen Abend,
NM

Antwort: Übungsleiterpauschale überschritten

Guten Tag, NM,
eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Bei der Einkommensteuer gilt das Zu- und Abflussprinzip: Zahlungen werden grundsätzlich dem Jahr zugerechnet, in dem Sie tatsächlich geflossen sind. Entscheidend ist der Zeitpunkt der Konto-Gutschrift.

2.
Wenn Sie Rechnungen geschrieben haben, gehe ich davon aus, dass Sie die Tätigkeit als Selbstsdtändige(r) ausgeübt haben. Das über die Übungsleiterpauschale hinausgehende Einkommen gilt dann als Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit (= "Anlage S").

3.
Strafzahlungen müssen Sie nicht befürchten.

4.
Die letztlich fällige Einkommensteuer wird auf Basis sämtlicher steuerpflichtiger Einkünfte errechnet und mit allen bereits geleisteten Lohnsteuer-Zahlungen (und ggf. Einkommensteuer-Vorauszahlungen) verrechnet.

5.
Grundlegende Informationen zum Thema Lohn- und Einkommensteur finden Sie im Beitrag
"Steuererklärung ausfüllen, Geld zurückbekommen: Eine Einführung in das Prinzip 'Einkommensteuererklärung'"
https://www.akademie.de/wissen/steuererklaerung-lohnsteuer-jahresausgleich

6.
Mit den steuerlichen Aspekten nebenberuflicher Selbstständigkeit befasst sich das Kapitel "Steuer und Buchführung" unseres Nebenberufs-Leitfadens:
"Nebenberuflich selbstständig: Tipps und Informationen für Ihre Gründung im Nebenerwerb"
https://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig/steuern-buc...

Bitte beachten Sie: Alle Artikel entsprechen dem Rechtsstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

7.
Wenn Sie Ihren Einzelfall überprüfen lassen wollen, können Sie sich zum Beispiel an einen Lohnsteuerhilfeverein wenden. Einen Verein in Ihrer Gegend finden Sie zum Beispiel über die beiden bundesweiten Dachorganisationen:

Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.bdl-online.de/ und

Neuer Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.nvl.de/

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Sozialversicherungspflicht oberhalb des Freibetrags

Sehr geehrter Herr Chromow,

vielen Dank für Ihr Engagement und Ihren Beiträgen auf dieser Internetseite!

Aufgrund Ihrer Erklärungen konnte ich bislang schon einige nützliche Informationen sammeln, die zur Beantwortung meiner Frage bereits dienlich waren.

Ich hoffe Sie können mir bei meiner Frage auch behilflich sein.

Folgende Informationen über meine Situation sollte ich Ihnen natürlich mitteilen:

- ich gehe einer hauptberuflichen Beschäftigung nach
- zudem übe ich eine Lehrtätigkeit (Übungsleiter eines Praktikums an der Fachhochschule) aus
- die Lehrtätigkeit wurde letztes Jahr begonnen und nach Abschluss des Praktikums (dieses Jahr) im Kalenderjahr 2017 mit 1624 € vergütet
- da mir die Tätigkeit ziemlich viel Spaß bereitete, wollte ich sie in diesem Jahr (sofern es sich auch finanziell lohnt, s.u.) im doppelten Umfang weiter fortsetzen, wobei ich letzten Endes Nebeneinkünfte als Übungsleiter in Höhe von 4.872 € für das Jahr 2017 erhalte
- mir ist bekannt (oder zumindest habe ich es so verstanden), dass nur die Differenz zum Freibetrag (also 2.472 €) steuerpflichtig sind

Nun meine Frage:
Ist dieser Differenzbeitrag auch sozialversicherungspflichtig? (Sie erwähnten in einem anderen Beitrag, siehe http://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig/sozialversic... , dass die Gruppe der Übungsleiter/ Dozenten davon immer betroffen seien) Wenn ja, wie hoch ist der Satz, der dafür berechnet wird? Und an wen sollte/ muss ich mich wenden? - Deutscher Rentenversicherungsbund?

Noch eine kleine Frage zur abgeführten Einkommenssteuer: Wird der steuerpflichtige Anteil (2.472 €) auf das Bruttoeinkommen meiner Hauptbeschäftigung dazu addiert und entsprechend der Steuerklasse (III) berechnet?

Bitte verzeihen Sie mir die vielen Fragen, ich hoffe Sie können mir weiterhelfen.

Vielen Dank im Voraus und Grüße aus Kerpen,
Manuel

Antwort: Sozialversicherungspflicht oberhalb des Freibetrags

Hallo Manuel,
vielen Dank für die freundliche Rückmeldung. Sie haben recht, das sind wirklich viele Fragen - aber mal schaun, was sich machen lässt. :-)

Vorweg: Wie Sie wissen, ist eine steuerliche oder sozialversicherungsrechtliche Einzelfallberatung an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Ob Ihre - über den Übungsleiter-Freibetrag hinausgehenden - Einkünfte rentenversicherungpflichtig sind, kann ich nicht beurteilen. Sie sollten aber darauf vorbereitet sein, dass Sie früher oder später Post von der Deutschen Rentenversicherung bekommen.

2.
Der Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung beträgt derzeit m. W. 18,7 %.

3.
Am besten fragen Sie in der Personalabteilung Ihrer Fachhochschule nach: Hochschulen und andere Bildungsträger, die externe Dozenten beauftragen, kennen das Problem (und oft auch die Lösung... :-)).

4.
Ob Ihre nebenberuflichen Einkünfte auf dem Weg der Lohnsteuer versteuert werden, hängt davon ab, ob Sie die Tätigkeit selbstständig oder als Arbeitnehmer ausüben. Beides ist möglich:

4a.
Wenn Sie als Arbeitnehmer arbeiten, werden Sie bei Ihrem zweiten Arbeitnehmer grundsätzlich mit Steuerklasse VI geführt: Diese Lohnsteuerklasse kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein Arbeitnehmer einer zweiten (oder weiteren) Tätigkeit nachgeht. In der Regel führt das zu einer unverhältnismäßig hohen Steuerbelastung, die Sie aber im Rahmen Ihrer Einkommensteuererklärung wieder erstattet bekommen.

4b.
Wenn Sie als Selbstständiger arbeiten, müssen Sie in jedem Fall eine jährliche Einkommensteuererklärung abgeben. Angesichts des vergleichsweise geringen Umfangs der selbstständigen Einkünfte fallen (die von Selbstständigen normalerweise analog zur Lohnsteuer verlangten vierteljährlichen) Einkommensteuervorauszahlungen bei Ihnen vermutlich nicht an.

5.
Die Details Ihres Einzelfalls besprechen Sie am besten mit einem Steuerberater oder Sie fragen direkt beim Finanzamt nach. Sie können aber auch an einen Lohnsteuerhilfeverein wenden. Einen Verein in Ihrer Gegend finden Sie zum Beispiel über die beiden bundesweiten Dachorganisationen:

Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.bdl-online.de/ und

Neuer Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.nvl.de/

Viel Erfolg und freundliche Grüße
Robert Chromow

Kombination studentischer Freibetrag und Übungsleiterfreibetrag

Hallo,

ich führe zurzeit als Student eine Beschäftigung mit Übungsleiterfreibetrag aus. Ich werde nächsten Monat einen weiteren Nebenjob in Teilzeit ausüben auf den jährlichen Freibetrag für Studenten, d.h. ein Verdienst von ca. 720 € pro Monat.
Kann ich den Übungsleiterfreibetrag und den jährlichen Freibetrag von ca. 8600 € miteinander kombinieren, oder fallen Steuerabgaben an?

MFG User10

Kombination studentischer Freibetrag und Übungsleiterfreibetrag

Guten Tag, User10,
eine steuerliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Der steuerfreie Grundfreibetrag von zurzeit 8.820 Euro (2017) sorgt dafür, dass das Existenzminimum nicht durch Steuern gemindert wird. Der Freibetrag steht allen Steuerpflichtigen zu. Mit dem Studentenstatus hat das nichts zu tun.

2.
Da die Übungsleiterpauschale ebenfalls steuerfrei ist, können Sie bis zu 11.220 Euro pro Jahr verdienen, ohne Steuern zahlen zu müssen.

3.
Genau genommen liegt die Obergrenze in den meisten Fällen noch höher, weil vom tatsächlichen Einkommen noch eine Reihe von Werbungskosten, Sonderausgaben und ggf. weiteren Belastungen abgezogen wir, bevor das "zu versteuernde Einkommen" feststeht.

Alles Gute und freundliche Grüße
Robert Chromow

Übungsleiter-und Ehrenamtspausch. bei einem Lohnsteuerhilfeverei

kann ein Lohnsteuerhilfeverein e.V. eine Übungsleiterpauschale oder Ehrenamtspauschale an
den Berartungsstellenleiter zahlen oder muß ein Minijobb angemeldet werden. Der Beratungsstellenleiter ist gleichzeitig Rentner.

Für Ihre Antwort bedanke ich mich vielmals im voraus

Mit freundlichen Grüße

Antwort: Übungsleiter-und Ehrenamtspausch. bei einem Lohnsteuerh

Guten Tag,
eine steuerliche oder sozialversicherungsrechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Anspruch auf die Übungsleiterpauschale hat der "Berartungsstellenleiter" eines Lohnsteuerhilfevereins mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht, da sich die Tätigkeit nicht in der Aufzählung des § 3 Nr. 26 EStG
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html
... wiederfindet. Dort werden "Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbaren nebenberuflichen Tätigkeiten" sowie pflegerische Tätigkeiten aufgezählt.

2.
Ob die Ehrenamtspauschale infrage kommt, hängt davon ab, ob der Lohnsteuerhilfeverein die Voraussetzungen des § 3 Nr. 26a EStG
http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html
... erfüllt - insbesondere, ob es sich um eine "Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke (§§ 52 bis 54 der Abgabenordnung)" handelt.

3.
Weitere Informationen zur Ehrenamtspauschale finden Sie in diesem Leitfaden im Abschnitt
"Ehrenamtspauschale für Vereins-Mitarbeit"
https://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag/r...

Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Übungsleiterpauschale > 2.400 € bei 2+ Vereinen

4 Fragen:

a) Gibt es eine ÜB-Pauschale für ehrenamtliche Tätigkeit, wenn kein Hauptberuf beim ÜB-Leiter vorliegt (1/3 Voraussetzung)?

b) Wenn mehr als 2 Vereine zahlen und sie zusammen über 2.400 €/Jahr kommen, was sollen die Vereine machen?

c) und wenn der monatliche Gesamtbetrag unterhalb 450 € liegt?

d) Was bedeutet das für die Vereine bzgl. Sozialversicherungspflicht?

Vielen Dank

Antwort: Übungsleiterpauschale...

Guten Tag,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Bitte beachten Sie, dass eine steuerliche Einzelfallberatung an dieser Stelle nicht möglich ist. Daher nur ganz allgemein:
Zu a) Es gibt immer einen Hauptberuf (das kann auch der einer Studentin oder eines Hausmanns sein). Die Übungsleitertätigkeit darf nur nicht der sozialversicherungspflichtige Hauptberuf sein.
Zu b) Jeder Veren kann (und sollte) sich bestätigen lassen, dass der Übungsleiter die Pauschale nicht bereits bei einem anderen Verein in Anspruch genommen hat. Falls doch darf die Pauschale nicht gezahlt werden.
Zu c) ??? (Falls sich die Frage auf die Vereinbarkeit von Übungsleiterpauschale und geringfügiger Beschäftigung bezieht: Ja, die Kombination ist zulässig.)
Zu c) Sofern die Voraussetzungen der Übungsleiterpauschale nicht gegeben sind und die Geringfügigkeitsgrenze überschritten ist, besteht grundsätzlich Sozialversicherungspflicht.
Mit freundlichen Grüßen
Robert Chromow

Überleitungspauschale überschritten mit Fahrtkosten

Hallo,

bitte um Unterstützung:

Fall:
Die Einnahmen als Übungsleiter belaufen sich auf 2300 €
(2 staatliche Arbeitgeber (öffentliche Kasse aus underschiedlichen deutschen Bundesländern)
a) 1000 € b) 1300 € = Summe 2300 €
Damit unterhalb der Überleitungspauschale.

Zuzüglich wurden Reisekosten erstattet in Höhe von 150 €.
Damit übersteigt die Summe 2300 € + 150 € = 2450 €.
die Überleitungspauschale von 2400 €.

Wie verhält sich dies steuerrechtlich?
Was muss versteuert werden?
2450 €
50 €
oder nichts, da es sich um Reisekosten handelt.

Bitte um Unterstützung, danke.
MFG

Antwort: Überleitungspauschale überschritten mit Fahrtkosten

Guten Tag,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Bitte beachten Sie, dass eine steuerliche Einzelfallberatung an dieser Stelle nicht möglich ist. Daher nur ganz allgemein:

1.
Die steuer- und sozialversicherungsfreien Übungs- und Ehrenamtpauschalen sind auch und gerade dazu gedacht, die mit der Tätigkeit einhergehenden Aufwendungen (wie Fahrtkosten oder Bürobedarf) zu decken.

2.
Eine darüber hinausgehende Erstattung von Aufwendungen fällt daher nicht unter die Steuerbefreiungen.

3.
Ohne die Details des Einzelfalls beurteilen zu können (und sofern die übrigen Voraussetzungen der Übungseiterpauschale erfüllt sind), wären im geschilderten Fall 2.400 Euro steuerfrei. Die darüber hinausgehenden 50 Euro müssten versteuert werden.

Die Einzelheiten besprechen Sie im Zweifel mit einem Steuerberater. Wenn Sie Ihren Einzelfall überprüfen lassen wollen, können Sie sich aber auch an einen Lohnsteuerhilfeverein wenden. Einen Verein in Ihrer Gegend finden Sie zum Beispiel über die beiden bundesweiten Dachorganisationen:

Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.bdl-online.de/ und

Neuer Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.
http://www.nvl.de/

Viele Grüße
Robert Chromow

Antwort: Überleitungspauschale überschritten mit Fahrtkosten

Guten Tag Herr Robert Chromow,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Wann ist folgendes anwendbar?siehe Blog:
https://www.akademie.de/wissen/uebungsleiterpauschale-steuerfreibetrag/p...

Ist über die Pauschalen hinaus Auslagenersatz zulässig (z. B. für Telefon- oder Reisekosten)?
Ja, der Ersatz notwendiger Aufwendungen ist erlaubt.

MFG

Antwort: Überleitungspauschale überschritten mit Fahrtkosten

Guten Tag,
und vielen Dank für Ihre kritische Nachfrage. Sie haben völlig recht:

Soweit es sich um die Erstattung von Sachaufwendungen in tatsächlich entstandener Höhe handelt, darf der Auslagenersatz zusätzlich zu den Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen gezahlt werden.

Bei Fahrtkosten können das die nachgewiesenen Einzelkosten oder alternativ die steuerlichen Kilometerpauschalen sein.

Wichtig: Werden Ausgaben im Rahmen der Übungsleiter- oder Ehrenamtspauschalen geltend gemacht, dürfen sie nicht gleichzeitig als Werbungskosten oder Betriebsausgaben berücksichtigt werden.

Bitte entschuldigen Sie die gestrige Fehlinformation: Wer (die eigenen Texte) lesen kann, ist klar im Vorteil. :-)

Freundliche Grüße
Robert Chromow

Antwort: Überleitungspauschale überschritten mit Fahrtkosten

Vielen Dank Sie haben mir sehr weitergeholfen.

Mit freundlichen Grüßen

Kombination Ehrenamtspauschale und übungsleiterpauschale

Hallo!
Ich führe eine Honorar Tätigkeit in einer Familienbildungsstätte für Mutter-Kind-Kurse aus und ein Ehrenamt an unserer hiesigen Grundschule im Nachmittagsbereich. Meine Frage: Ich habe für beide Tätigkeiten im Jahr zusammen 4620,--€ bekommen. Kann ich für diese beiden Tätigkeiten einmal die Übungsleiterpauschale 2400€ und die Ehrenamt pauschale 720€ in Anspruch nehmen, so dass ich am Ende nur noch 1500€ versteuern muss?

Vielen Dank im voraus

Antwort: Kombination Ehrenamtspauschale und übungsleiterpauschal

Guten Tag,
eine steuerliche oder sozialversicherungsrechtliche Einzelfallberatung ist an dieser Stelle nicht möglich. Daher nur ganz allgemein:

1.
Grundsätzlich ist der gleichzeitige Bezug von Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale möglich - vorausgesetzt natürlich, die Tätigkeiten erfüllen die im Beitrag genannten Voraussetzungen des § 3 Nr. 26 bzw. 26a EStG.

2.
Da es sich in Ihrem Fall zudem um eindeutig unterschiedliche Tätigkeiten für verschiedene Auftraggeber handelt, spricht m. E. nichts gegen die Kombination aus Ehrenamtspauschale und übungsleiterpauschale.

Aber wie gesagt: Das ist nur meine persönliche und völlig unmaßgebliche Einschätzung.

Viele Grüße
Robert Chromow

Vielen Dank Herr Chromow, für

Vielen Dank Herr Chromow, für Ihre schnelle Antwort! Das FA hat es leider so nicht berücksichtigt. Wo muss ich denn in der Elster Erklärung die jeweiligen Posten eintragen und ist der Rest unter Selbstständigkeit einzutragen? D.h. wohl, dass ich einen Widerspruch einlegen muss oder reicht auch der Antrag auf schlichte Änderung?

Viele Grüße alex

Versteuerung bei Übersteigung des Steuerfreibetrags

Hallo,

ich habe eine Frage und hoffe sie können mir weiter helfen.
Ich arbeite auf 450€ Basis im Büro und könnte bei der Stadtverwaltung als ehrenamtliche Erhebungsbeauftrage für die Verbraucherpreise zusätzlich 400€ im Monat verdienen. im Jahr wären das dann 4.800€. Der Steuerfreibetrag in Höhe von 2400€ wäre somit überschritten. Wie wird dies dann versteuert? der komplette Betrag oder nur die Differenz? Kann man eine Pauschale für die Ausgaben noch in Abzug brinngen oder die tatsächlichen Ausgaben? Parktickets, Benzin usw.? Ich frage, weil ich klären möchte ob es sich für mich überhaupt lohnt diese Tätigkeit anzunehmen?!

Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen!

Liebe Grüße
Stephanie Müller

Mitglied werden, Vorteile nutzen!

  • Sie können alles lesen und herunterladen: Beiträge, PDF-Dateien und Zusatzdateien (Checklisten, Vorlagen, Musterbriefe, Excel-Rechner u.v.a.m.)
  • Unsere Autoren beantworten Ihre Fragen

Downloads zu diesem Beitrag

Newsletter abonnieren