Vorbereitung
Kennen Sie das? Sie sind Dozent eines (IT-)Kurses und erklären Ihrer Gruppe gerade eine tolle neue Funktion im Programm. Und dann meldet sich ein Teilnehmer und sagt, dass es anders aber doch viel besser geht. Oder er findet, dass Sie das viel zu kompliziert erklären. Oder er macht eine verletzende Bemerkung über die Rückfrage eines anderen Teilnehmers. Wie reagieren Sie jetzt? Lorenz Hölscher zeigt Ihnen Konzepte, wie Sie solche Probleme lösen können.
Wer bin ich und wenn ja, wie viele?
Auch wenn diese Überschrift geklaut ist: Sie sind als Dozent nicht nur der Erklärer einer technischen Funktionalität, sondern haben viele Aufgaben:
Sie sind Gastgeber für die Teilnehmer.
Sie sind Hausherr im Raum.
Sie sind der hilfreiche Freund.
Sie sind uneingeschränkter Meister der Technik.
Sie sind emotionaler Betreuer der Gruppendynamik.
Sie müssen während des Kurses (sowie davor und danach!) laufend zwischen diesen verschiedenen Rollen wechseln und manchmal sogar zwei gleichzeitig erfüllen. Wenn Sie das rechtzeitig beachten, sind Störer viel seltener und auch leichter im Griff zu halten.
Vor allem beginnt Ihr Kurs viel früher, als Sie vielleicht denken. Daher sollten wir mal einen Blick auf den Kursablauf werfen.
Vor Kursbeginn
Bevor der eigentliche Kurs anfängt, sollten Sie schon anwesend sein, um die Technik vorzubereiten, Rechner/Beamer zu starten oder die Video-Anlage einzuschalten. Wenn den Teilnehmern der Raum bekannt ist, kommen sie (oft einzeln oder zu zweit) hereingetröpfelt.
Für die meisten ist der Raum neu. Sie betreten ihn also als Gast und sind entsprechend scheu und vorsichtig. Ihre erste Rolle ist daher die des Gastgebers. Spätestens 15 Minuten vor Kursbeginn müssen Sie die Technik erledigt haben, sodass Sie sich nun uneingeschränkt den Teilnehmern widmen können.
Wenn diese an der Tür stehen, gehen Sie auf sie zu und begrüßen sie freundlich, wenn Sie wollen, mit Handschlag. Sagen Sie ein paar einladende Worte wie "Einen schönen guten Morgen, mein Name ist Lorenz Hölscher, ich bin Ihr Trainer heute. Suchen Sie sich einfach einen Platz aus und machen Sie es sich bequem. Sie dürfen sich gerne noch schnell einen Tee oder Kaffee holen, die Küche ist gleich hier gegenüber."
Die Botschaft in diesen Worten lautet: Sie sind willkommen, Sie dürfen sich entspannen. Ich werde mich um jeden Einzelnen von Ihnen kümmern.
Die Situation ist nur geringfügig anders, wenn Sie (wie das in größeren Schulungszentren gelegentlich der Fall ist) Ihre Teilnehmer von einem zentralen Treffpunkt abholen und zu Ihrem Kursraum bringen.
Da wirkt es übertrieben, wenn Sie jedem einzeln die Hand geben. Sie müssen hier als Leiter einer Gruppe auftreten, was den Teilnehmern wiederum die Sicherheit gibt, als Individuum hinter den anderen erst einmal in Deckung gehen zu können.
Die Botschaft lautet hier ganz ähnlich: Sie werden von mir geführt, Sie müssen sich um nichts kümmern.
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Ich bin bereits Mitglied
Auf Menschen mit tatsächlichem Informatikhintergrund wirkt eine Äußerung wie "Dabei habe ich gar nicht Informatik studiert, wie Sie vielleicht vermuten" eher belustigend, aber die unterrichten Sie vermutlich nicht. Ansonsten ein brauchbarer Artikel.
Nun ist auch im IT Bereich ist ein fehlender Informatik Abschluss ein
mögliches K.O. Kriterium.
Ich fand den Artikel äusserst wirklichkeitsabbildend, vor allem was die Problematik
der Teilnehmer anbelangt.
Während einer neigungsgewählten halbjährlichen Vollzeit Fortbildung bei verschiedenen
Dozenten im IT Bereich stellten sich genau die beschriebenen Teilnehmertypen und
Situationen dar.Das Reslutat war fehlende Förderung der Teilnehmer mit
mittlerem Kenntnisstand , eine Disqualifizierung der problematischen Teilnehmer und
insgesmt ca. 80 % Erfolglosigkeit der (staatlich geförderten) Fortbildungsveranstaltung,
d.h. es konnte kein Zertifikat erteilte werden.
Bewertung : 5 Sterne
"Schwierige Kursteilnehmer"
Ganz schön überheblich, diese Einstufung (auch zahlender) Kursteilnehmer!
Ich war einmal in einem Kurs der D---"Akademie" und fand als "Dozentin für Java" eine arbeitslose Germanistin vor, die den Lehrstoff anscheinend jeweils einen Tag zuvor selber zu verstehen lernte.
Ein anderer "Dozent" wiederum in einer Berufsfindungs-Veranstaltung, in die ich meinen Neffen begleitete, nannte sich selbst als Beispiel für herrvorragende Karrieremöglichkeiten nach einem Studium des Manschinenbaues (!). War er doch zum "Personalchef" eines Unternehmens aufgestiegen....
Es gibt prozentuell mindest so viele Dummschwätzer unter den Dozenten wie unter den Kursteilnehmern. Sogar gymnasiale Geschichtslehrer gibt es, die ich als solche einstufen musste.
Ja, Sie haben Recht
Ja, ich gebe Ihnen völlig Recht, dass es auch unter Dozenten eine Menge Dummschwätzer und Blender gibt. In dem Beitrag ging es mir aber darum, anderen Dozenten beim Umgang mit ihren Teilnehmern zu helfen, da bestimmte Typen immer wieder anzutreffen sind.
Dabei werden Störer ja nicht deswegen besser, weil sie zahlende Störer sind. Die übrigen Teilnehmer haben ebenso bezahlt und ein Recht auf einen guten Kurs.
Es täte mir leid, wenn ich Sie als Kursteilnehmerin gekränkt haben sollte, denn vermutlich ist die Quote der "guten" Teilnehmer sogar bedeutend höher als diejenige der guten Trainer.