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Business-Etikette: Gute Umgangsformen als Schlüssel zum Erfolg

Begrüßung und Co. - alle Regeln noch parat?

Jede Begegnung beginnt mit einem Gruß. Bleibt es bei einem kurzen Zunicken oder begrüßt man sich per Handschlag? Ab und zu ist jeder von uns unsicher, ob er in der jeweiligen Situation richtig gehandelt hat. Wir fassen die wichtigsten Regeln für Begrüßung und Handschlag im Job zusammen:

1. Wer grüßt zuerst?

Grundsätzlich grüßt derjenige zuerst, der einen Raum betritt. Dies gilt im Geschäftsleben, aber auch im täglichen privaten Umgang. Beispiele sind: Fahrstuhl, Wartezimmer, Besprechungsräume oder am Abend die Sauna.

Im Berufsleben gilt, der Rangniedere grüßt den Ranghöheren. Treffen sich Geschäftsführer und Angestellter auf dem Flur, grüßt der Angestellte verbal den Geschäftsführer zuerst.

Ein Gruß sollte möglichst mit den gleichen Worten entgegnet werden. Es klingt eher belehrend, wenn auf ein süddeutsches "Grüß Gott" mit "Guten Tag" geantwortet wird oder auf einen "Guten Morgen" ein "Guter Tag" gewünscht wird.

Übrigens, der Ausdruck "Mahlzeit" ist zu keiner Tageszeit ein angebrachter Tagesgruß. Mahlzeit ist eine Abkürzung für "Gesegnete Mahlzeit" und wird allerhöchstens in der Kantine oder auf den Weg dorthin gewünscht. Aber selbst dann ist eine Antwort nur schwer möglich. Ein "Danke" oder "Ihnen auch" wäre wohl die richtige Antwort. Aber am besten streichen wir diesen Ausdruck ganz aus unserem Repertoire.

Mehr über richtige Verhaltensregeln im persönlichen Dialog erfahren Sie auch in Teil 2 "Kommunikation mit Stil".

2. Wer gibt wem zuerst die Hand?

Die "physische" Begrüßung des Händegebens birgt bereits die nächste Benimmfalle in sich. Es gilt die Maßgabe: Der Ranghöhere entscheidet, ob er seinem Gegenüber die Hand reicht. Ein Angestellter sollte also darauf warten, ob ihm nach seiner verbalen Begrüßung der Vorgsetzte die Hand entgegenstreckt. Keinesfalls sollte er dies von sich aus in Angriff nehmen. Genauso sollte ein Bewerber, der den Raum betritt "Guten Tag" sagen, aber darauf warten, dass sein eventueller zukünftiger Vorgesetzte ihm die Hand gibt.

Der Kunde in einem fremden Büro gilt als ranghöhere Person - auch beim Vorstand. Hier darf der Gast die Hand als Erster geben. Die Gastgeberrolle darf jedoch auf keinen Fall vernachlässigt werden. Zögert der Gast also, sollte der Gastgeber seine Gäste mit einem Händedruck willkommen heißen.

3. Kein toter Fisch in der Hand

Der Handschlag ist gleichzusetzen mit dem gefühlten ersten Eindruck. Hier kommt zum ersten Mal der direkte Kontakt zwischen zwei Menschen ins Spiel.

Sind meine Hände feucht, kann ich sie schnell und möglichst unauffällig an meinem Stofftaschentuch in der Hosentasche abtrocknen, das ich als stilvoller Mann bei mir trage. Frauen können dies unauffällig am Oberschenkel oder Unterarm erledigen.

Kalte Hände können vorab warm gerieben werden.

Sinn und Zweck eines Händedrucks ist es, Vertrauen zu demonstrieren. Ein Händedruck sollte bestimmt sein. Nicht zu soft, aber auch nicht zu hart. Denn weder der tote Fisch in der Hand noch der Nußknackergriff hinterlassen einen angenehmen Eindruck. Die Dauer beträgt ca. 1 - 2 Sekunden.

Halten Sie Augenkontakt beim Händereichen!

Während des Händedrucks ist der Blickkontakt ein Muss, alles andere wäre unhöflich. Der Blickkontakt wurde schon zu Ritterzeiten sehr ernst genommen. Hier wurde das Visier gehoben, um zu zeigen, dass man in Freundschaft kommt und nicht gegeneinander kämpft. Deshalb sollten auch heute noch die Sonnenbrillen zur Begrüßung angehoben werden.

4. Hände werden gereicht und nicht geschüttelt

Auf jeden Fall wird beim Händedruck die zweite Hand aus der Hosentasche genommen. Diese Geste entspringt auch einer alten Regel. Der Begrüßte sollte beide Hände sehen, so lief er nicht Gefahr, dass aus einer Tasche eine Waffe gezückt werden konnte. Handschuhe sollten vorher ausgezogen werden, wenn der Begrüßte keine Handschuhe trägt.

5. Handschlag bei mehr als einer Person

Was passiert, wenn mehrere Personen im Raum stehen? Wer bekommt zuerst die Hand? Ist in einer Gruppe keine Rangordnung festzustellen, wird jedem der Reihe nach die Hand gegeben, ansonsten dem Ranghöchsten zuerst. Im privaten Bereich wird dem Gastgeber zuerst die Hand gereicht.

Ein Händedruck ist immer eine Aufforderung für ein Gespräch. Es werden zumindest ein paar Worte erwartet. Fehlt die Zeit für ein paar persönliche Worte, verzichtet man besser auf den Handschlag und grüßt nur kurz mündlich im Vorbeigehen.

Und stets sympathisch wirken Sie, wenn Sie den letzen Hinweis beachten: Eine gereichte Hand wird immer entgegengenommen.

Die Grundregeln im Überblick

- Vor dem Betreten eines Raum anklopfen.

- Wer einen Raum betritt, grüßt zuerst.

- Mündlich grüßt der Rangniedere den Ranghöheren zuerst

- Einen Gruß immer mit den gleichen Worten entgegnen.

- Der Ranghöhere entscheidet, ob er seinem Gegenüber die Hand reicht.

- Hände werden 1-2 Sekunden gereicht, nicht geschüttelt.

- Händedruck nur mit Blickkontakt.

- Zweite Hand nicht in der Hosentasche.

- Eine gereichte Hand wird immer entgegengenommen.

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Über die Autorin:

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Anke Quittschau ist Gründer und Inhaberin des Trainingsinstituts korrekt!, das seit 2003 Coachings und Seminare zum Thema "Business-Etikette" als Schwerpunkt hat. Nach ihrem BWL-Studium war sie ...

Über die Autorin:

Auch Christina Tabernig ist Gründer und Inhaberin des Trainingsinstituts korrekt!

Christina Tabernig wuchs in internationalem adligem Familienumfeld auf, studierte BWL und arbeitete viele Jahre ...

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