Sie möchten einen alten Flyer auffrischen, aber wissen nicht mehr, welche Schriftart Sie seinerzeit benutzt haben? Sie sind auf eine Ihnen unbekannte Schriftart gestoßen und möchten wissen, wie diese heißt? Kein Problem - zwei Websites helfen dabei, unbekannte Schriften zu erkennen. Lorenz Hölscher stellt sie vor.
MyFont/WhatTheFont: Schriften erkennen
Am einfachsten ist die Schriftarterkennung bei MyFont/WhatTheFont. Hier wird die Schrift mithilfe eines Bildes erkannt. Das ist ausgesprochen praktisch, weil Firmenlogos als JPG, GIF oder in einem ähnlichen Format im Internet auftauchen und auf diese Art schnell ausgelesen werden können.
Rufen Sie WhatTheFont auf:
Startbildschirm für WhatTheFont
Sie können nun wahlweise eine kleine (360*275 Pixel wird empfohlen) und vor allem kontrastreiche Bilddatei uploaden oder - da sich viele Logos ohnehin im Internet finden - lediglich eine URL angeben.
Bild-URL finden
Wie kommen Sie an die URL eines Bildes?
Im Internet Explorer ist das etwas umständlich: Zunächst müssen Sie per Rechtsklick die Eigenschaften auswählen. Dort finden Sie im Dialogfeld die Angabe zur URL, die Sie markieren und mit Strg+C kopieren müssen:
Bild-Eigenschaften im InternetExplorer
In Mozilla Firefox und bei Opera braucht es einen Rechtsklick auf das Bild, Grafikadresse kopieren bzw. Bild-Adresse kopieren.
Am Beispiel der Postbank sehen Sie, wie einfach das geht. Zuerst kopieren Sie die Bild-URL vom Postbank-Logo:
Bild-URL des Postbank-Logos ermitteln
Dann fügen Sie diese bei WhatTheFont ein und klicken auf [Upload Image]:
Danach zeigt WhatTheFont das angegebene Bild an und bietet Ihnen Ausschnitte davon an, die als Buchstaben erkannt werden könnten. Bei vielen Logos werden direkt fast alle richtig erkannt, hier müssen Sie erstaunlicherweise alle nachtragen:
Zerlegung des Logos in Buchstaben
Denken Sie vor allem daran, hier das erste "r" wieder zu löschen und die Eintragung erst mit dem "P" zu beginnen. Leere Felder werden einfach ignoriert.
Alle Buchstaben sind eingetragen
Dann bestätigen Sie mit [Search] und WhatTheFont macht Ihnen Vorschläge, welche Schrift das sein könnte:
Obwohl natürlich per Augenschein sofort zu sehen ist, dass die Schriften 4-6 im obigen Bild wegen des falschen "a" nicht korrekt sind, ist der Algorithmus durchaus brauchbar. Außerdem gehe ich davon aus, dass die Postbank sich eine eigene Hausschrift hat designen lassen, die nicht frei zugänglich ist. Dafür ist der erste Treffer optisch schon sehr dicht am Original dran.
Selbst so exotische Schriften wie diejenige für das Coca-Cola-Logo stehen in der Datenbank und werden sogar anhand eines einzigen Buchstaben erkannt:
Suche nach der Coca-Cola-Schrift ...
Identifont: Schriften beschreiben
Ganz anders arbeitet Identifont. Dort geben Sie zu der gesuchten Schrift die jeweiligen Merkmale als Auswahl unter Optionen ein:
Die Fragen sind zwar in Englisch formuliert, durch die Beispielbilder aber auch ohne Kenntnis des Fachvokabulars zu beantworten. Wenn Sie etwas nicht wissen, können Sie jeweils auf Not sure klicken.
Durch die vielen Antworten engen Sie die mögliche Schrift immer weiter ein, bis am Ende nur noch wenige übrig bleiben und angezeigt werden:
Fazit
Im Vergleich muss man sagen, dass die Klickerei bei Identifont viel mühsamer ist als der Upload an WhatTheFont. Außerdem scheint mir die Trefferquote bei WhatTheFont höher, was vermutlich auch mit der Menge der in der Datenbank enthaltenen Schriften zusammenhängen mag. Dafür ist Identifont gut, wenn Sie den Stil einer Schrift vorgeben wollen, ohne dass Sie ein konkretes Beispiel vorliegen haben.
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