Methoden und Parameter der Unternehmenswert-Ermittlung
Discounted Cash-Flow
Während das Ertragswertverfahren im deutschen Raum am häufigsten Verwendung findet, dominiert in den angelsächsischen Ländern, jedoch auch bei Unternehmen mit internationaler Ausrichtung das Discounted Cash-Flow-Verfahren (DCF). Es wird in Deutschland bspw. bei größeren, börsennotierten Gesellschaften angewandt.
Im Unterschied zum Ertragswertverfahren werden hier nicht die zukünftigen Gewinne, sondern der zukünftige Cash-Flow (der Zahlungsmittelüberschuss aus laufender Umsatztätigkeit) zu Grunde gelegt. Der Cash-Flow zeigt an, wie viel eigenerwirtschaftetes Geld dem Unternehmen für Investitionen, Kredittilgung, Steuern, für den Ausgleich von Liquiditätsengpässen usw. zur Verfügung steht.
Die DCF-Methode ähnelt dem Ertragswertverfahren, da sie auf dem gleichen investitionstheoretischen Fundament - der Diskontierung zukünftiger Erfolge - basiert. Der Unterschied: Als Diskontierungsrate wird ein gewichteter Kapitalkostensatz verwendet, in den auch die tatsächliche Finanzierungsstruktur des Unternehmens einfließt (dies ist beim Ertragswertverfahren nicht der Fall!).
Der Cash-Flow wird mit einem gewogenen, also keinem festen, sondern einem gewerteten Kapitalkostensatz abgezinst, um den Gesamtkapitalwert zu erhalten. Den Unternehmenswert erhält man, indem man vom Gesamtkapitalwert den Wert des Fremdkapitals abzieht.


