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Gründen im Team? Auf die Unternehmensvision kommt es an!

Was tun bei kontroversen Vorstellungen?

Optimal ist es, wenn Sie feststellen, dass Sie sich mit Ihren Fähigkeiten wunderbar ergänzen, Sie die gleichen Werte und eine gemeinsame Unternehmensvision besitzen.

Doch was können Sie machen, wenn es an einer Stelle scheinbar unüberwindbare Differenzen gibt? Unterschiedliche Vorstellungen sind keinesfalls gleich ein Ausschlusskriterium für eine gemeinsame Zusammenarbeit. Die Diskrepanzen sollten aber auf jeden Fall thematisiert und geklärt werden, um herauszufinden, ob es eine gemeinsame Vision geben kann und wie diese konkret aussieht.

Fehlende Fähigkeiten

Problem: Niemand besitzt fundierte Fähigkeiten im Bereich Steuern, Finanzen, Recht.

Mögliche Lösungen:

  • einen gleichberechtigten Teilhaber, der diesen Part abdecken kann

  • ein Teilhaber mit Affinitäten zu den Themen macht eine Fortbildung

  • Outsourcing der Bereiche

  • Mitarbeiter für diese Bereiche einstellen etc.

Konkurrierende Werte

Problem: Was versteht Robert unter Sicherheit?

Problem: Was meint Sabine mit "die Welt verbessern"?

Problem: Um welche Macht geht es Martin?

Es ist sehr wichtig, darüber zu reden, was mit dem jeweiligen Wert gemeint ist. Was steckt genau dahinter? Und wie könnte dieser Wert innerhalb des Unternehmens für jeden Einzelnen zufriedenstellend erfüllt werden?

Bitte überprüfen Sie für sich, welchen eigenen Wert Sie in der Zusammenarbeit eventuell gefährdet sehen oder welche Schwierigkeit Sie mit bestimmten Werten Ihrer Geschäftspartner haben könnten.

Robert meint mit "Sicherheit": "Ich möchte mir keine Sorgen um meine Existenz machen müssen. Ich habe eine Familie zu versorgen. Ich kann es mir nicht leisten, kein Geld zu verdienen. Ich muss mit dieser Tätigkeit möglichst schnell meine Existenz sichern. Dies ist meine oberste Priorität.

Mögliche Lösungen

Die Anderen können keine Garantie dafür geben, dass es mit dem Unternehmen funktioniert und möchten hier auch nicht die Verantwortung für die Existenz von Robert übernehmen. Dies machen sie Robert unmissverständlich klar. Er muss für sich eine Entscheidung treffen, ob er sich für oder gegen die Firmengründung und die damit verbundenen Risiken entscheidet. Die Anderen können - als Single - aber seine Sorgen verstehen und haben folgenden Vorschlag:

Robert kündigt seinen alten Job noch nicht, fährt die Arbeitszeit aber herunter und macht auf zwei Jahre hin gesehen einen "fließenden Übergang".

Sabine meint mit "die Welt verbessern": "Ich stehe auf der Sonnenseite des Lebens und möchte mit meiner Tätigkeit gerne etwas Sinnvolles tun, um auch wieder etwas zurückgeben zu können."

Mögliche Lösungen

Die Anderen möchten sich als verantwortungsbewusste Unternehmer auch engagieren und stimmen darin mit Sabine überein. Sie machen ihr aber auch klar, dass Sie Qualitätsanbieter werden wollen und das Ziel des Unternehmens das Erwirtschaften hoher Gewinne ist. Das soziale Engagement liegt dabei nicht im Fokus. Sie müssen mit ihr genau abklären, ob sie z. B. ethische Bedenken bei bestimmten Kunden (Existenzgründung im Bereich Chemie, Rüstung, Tabak etc.) haben könnte. Robert und Martin könnten sich als soziales Engagement folgendes vorstellen:

  • Wir machen zu Weihnachten eine Spendenaktion für einen guten Zweck.

  • Wir bieten unsere Dienstleistungen zwei mal im Jahr kostenfrei für einen gemeinnützigen Verein/Projekt an.

  • Wir organisieren regelmäßig eine Veranstaltung/Wettbewerb und der Erlös wird gespendet.

Martin meint mit "Macht": "Ich möchte in unserer Branche etwas bewegen und als der Marktführer gelten. Ich möchte als Unternehmen eine machtvolle Position ausüben können. Macht ist unerlässlich für mich, um Gehör zu finden und Dinge umsetzen zu können."

Mögliche Lösungen

Die Anderen sind beruhigt, da sie seine Macht zuerst als "ich will im Unternehmen das Sagen haben" verstanden haben. Sie haben aber jetzt erkannt, dass Martin sein Machtstreben für das Unternehmen einsetzen will. Sie sind mit den ambitionierten Zielen von Martin einverstanden, möchten dahingehend für die Zusammenarbeit noch gewisse Regeln aufstellen. Sie schlagen folgendes vor:

  • Als machtorientierter Typ soll Martin zum Beispiel den Part Vertrieb übernehmen. Dort liegen seine Stärken und er kann diese voll ausleben.

  • Eine klare Rollen- und Aufgabenverteilung im Unternehmen sorgt auch dafür, dass es zu keinen Machtkämpfen im Unternehmen kommt.

  • Entscheidungen werden mehrheitlich getroffen. Dies gilt vor allem für das Auftreten der Firma nach Außen.

Konkurrierende Vision

Problem: Internationale Ausrichtung des Unternehmens - Ja/Nein?

Martin ist dagegen, Sabine und Robert dafür.

  1. Als erstes gilt es zu hinterfragen, warum eine Ablehnung bzw. Befürwortung vorliegt, um daraufhin verschiedene Lösungen zu erarbeiten.

    Es stellt sich heraus, dass die Sprachkenntnisse von Martin rudimentär sind, er aber für Vertrieb und Verkauf zuständig sein wird. Er fühlt sich unsicher und möchte sich deswegen ausschließlich auf den deutschen Markt konzentrieren.

  2. Mögliche Lösungen:

    - Sprachkurs für Martin

    - Mitarbeiter (nur) für internationalen Vertrieb einstellen

Fazit

Viele Konflikte können durch genaues Hinterfragen und Klären der einzelnen Vorstellungen beseitigt werden.

Sollte es unausweichliche, essentielle Kontroversen geben und Sie merken, dass Sie und Ihre Ansichten überhaupt nicht zu denen der anderen Geschäftspartner passen, kann ich Ihnen persönlich nur empfehlen, sich auf dieses (finanzielle) Abenteuer nicht einzulassen. Sie verlieren jede Menge Nerven, kostbare Zeit, den Glauben an Ihre Werte und schlimmstenfalls Geld.

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Über die Autorin:

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Mareike gr. Darrelmann ist Kommunikationswissenschaftlerin und zertifizierte Trainerin sowie Coach aus Düsseldorf. Seit 2008 ist sie als Business Coach und Begleiterin in Veränderungs-, Erkenntnis- u ...

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