Vermögensschäden richtig versichern

Vermögensschadenhaftpflichtversicherung: Braucht man eine? Und was kostet die?

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Von: Ann Yacobi
Stand: 14. Oktober 2010 (aktualisiert)

Vermögensschäden und Haftpflicht

Eine falsche Beratung, eine Terminverzögerung, ein fehlerhaftes Gutachten oder ein einfaches Versehen - schnell entstehen hohe Schäden für Ihre Kunden oder Mandanten. Solche finanziellen Schäden deckt eine spezielle Haftpflichtpolice ab: die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung. Sie ist für Selbständige, Freiberufler und Firmen wichtig, die beratend tätig sind oder beruflich die Interessen ihrer Kunden vertreten und ihnen durch ihre Leistungen wirtschaftliche Einbußen beibringen können. Wir geben Informationen, ob der Abschluss einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für Sie sinnvoll ist und worauf Sie bei der Auswahl des Versicherers und beim Aushandeln der Police achten sollten.

Vermögensschäden, Haftung und Vermögensschadenhaftpflichtversicherung

Auch wenn weder Menschen verletzt noch Dinge beschädigt werden, können durch eine berufliche Unachtsamkeit große Schäden entstehen: sogenannte Vermögensschäden. Das sind Schäden, die das Vermögen des Kunden betreffen, wie etwa finanzielle Nachteile, ein entgangener Gewinn oder Ersatzansprüche. Freiberufler, Selbstständige und Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, einen vorsätzlich oder fahrlässig verursachten Schaden zu ersetzen - und zwar in unbegrenzter Höhe! Diese umfassende Haftung kann man auch mit allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) nicht umgehen. Besser, als sich auf das Glück zu verlassen: die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung.

Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung ist eine spezielle Police für Freiberufler, Selbstständige und Firmen, die in ihrem Beruf beraten, begutachten, prüfen, verwalten, vollstrecken, beurkunden oder fremde Vermögensinteressen vertreten. Dazu gehören etwa Rechtsanwälte, Sachverständige, Wirtschaftsprüfer, Notare, Unternehmensberater, aber auch IT-Spezialisten, Verwalter und Werbeagenturen. Je komplizierter ein Sachgebiet, um so eher sucht man bei Problemen den Rat eines Spezialisten. Aber auch sie machen Fehler und müssen dann für die finanziellen Folgen aufkommen.

Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung kommt für den wirtschaftlichen Schaden am Vermögen Dritter auf, den der Versicherte durch eine Fehlentscheidung oder ein berufliches Versehen verursacht. Der Versicherungsschutz gilt auch dann, wenn der Schaden erst lange nach dem beruflichen Versehen eintritt. Personen- und Sachschäden sind nicht versichert. Auch Vermögensschäden, die aus einem Personen- oder Sachschaden entstehen (sogenannte "unechte" Vermögensschäden), sind nicht abgedeckt.

Der Unterschied zwischen der Betriebshaftpflicht- und der Vermögenshaftpflichtversicherung

Im Rahmen Ihrer beruflichen Tätigkeit entstandene Personenschäden, Sachschäden sowie diejenigen Vermögensschäden, die sich als direkte Folge aus einem Sach- oder Personenschaden ergeben, werden durch eine "normale" Betriebshaftpflichtversicherung versichert.

Zwei Beispiele:

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Frage zu Vermögensschadenhaftpflicht

haftet die Vermögensschadenhaftpflicht auch, wenn ich unternehmenseigene Immobilien verkaufe und schadenersatzpflichtig verklagt werden wegen Falschberatung oder verdeckter Mängel?

Welche Tätigkeit war versichert? Welche Ausschlüsse greifen?

Das kann Ihnen so allgemein kein Mensch sagen, denn das hängt von einigen Dingen ab: Zunächst vom genauen Wortlaut der Police (einschließlich aller AGB und des Kleingedruckten). Aber auch Ihr Tätigkeitsprofil ist dafür wichtig (gehört der Immobilienverkauf zu Ihren typischen beruflichen Aufgaben?) und natürlich, wie das konkrete Schadenszenario aussieht (wurde der Mangel arglistig verschwiegen oder nicht, etc.)

Die Vermögensschadenshaftpflichtversicherung gibt es in vielen unterschiedlichen Spielarten. Der Begriff selbst sagt zunächst nur aus, dass der Versicherer für den Vermögensschäden eintritt, falls ein Dritter vom Versicherungsnehmer Schadenersatz verlangt. Vermögensschäden sind, vereinfacht gesagt, Schäden, die weder Personen- noch Sachschaden sind.

Ganz entscheidend ist die Frage, was versichert ist bzw. welche Tätigkeit versichert ist. Ein Steuerberater beispielsweise ist versichert für den Fall einer Fehlberatung oder einer fehlerhaft ausgefertigten Bilanz. Der IT-Berater ist versichert, wenn er eine Software falsch installiert, der Manager für falsche Managemententscheidungen ... und letztere können auch Fehler im Rahmen von Immobilienverkäufen umfassen.

Ebenso entscheidend ist die Frage: Was ist ausgeschlossen? Die Versicherer haben in ihren Bedingungen und Klauseln diverse Ausschlusskataloge.

Allein schon dieser Umstand ist ein Grund dafür, betriebliche Versicherungen über einen Versicherungsmakler abzuschließen - und zwar einen, der seinen Namen verdient: Ein Versicherungsmakler ist per Gesetz dazu verpflichtet, im Interesse des Kunden zu beraten, auch wenn er von der Versicherungsgesellschaft bezahlt wird, bei der es zum Abschluss kommt. Er sollte Fachmann genug sein, um genau zu wissen, welche Tätigkeiten genau unter den Versicherungsschutz fallen und welche Ausschlüsse in Ihrem konkreten Fall greifen.

Beste Grüße
Frank Schwandt
Fachmakler für Cyber-Versicherungsschutz
acant.service GmbH

Kann mir jemand einen Tipp geben welche Höhe die Deckungssumme bei einem Richter am AG haben sollte? 200.000, 250.000 ? Als Berufsanfänger kann ich das so gar nicht einschätzen....

hallo,
dieser artikel ist inzwischen 2 jahre alt. sind die fakten noch gültig?
herzliche grüße,
d.b.

Ob der Makler haftbar zu machen ist, und ob darüberhinaus eine Vermögenschadenhaftpflichtversicherung zahlt, lässt sich beim besten Willen nicht generell abklären. Handelte der Makler vorsätzlich, als er einen zahlungsunfähigen Käufer vermittelte, oder grob fahrlässig? Wieso hätte er um dessen mangelhafte Bonität wissen können oder überhaupt sich um solche Auskünfte bemühen müssen? Kurz und gut: Diese Fragen zu Ihrer konkreten Situation sollten Sie mit einem Rechtsanwalt besprechen - wir können für Einzelfälle weder Beratung leisten noch dürfen wir das überhaupt.

Meine Frage:

Greift diese Vermögensschadenhafpflicht auch bei Maklern, die eine Immobilie an Käufer mit schlechter Boni vermittelt haben ?

Folgender Fall: IMMOBILIENVERKAUF

der Käufer wußte schon vor Unterzeichnung des Kaufvertrages, dass er das Kapital zur Zahlung des Kaufpreises nicht aufbringen konnte. Der Verkäufer hat von der schlechten Bonität des Käufers nichts gewußt, da er sich auf die Vermittlung des Maklers verlassen hat. Der Kaufvertrag ist unterzeichnet, Geld fließt nicht! Eine Vermietung und ein weiterer Verkauf der Immobilie ist z.Zt. nicht möglich.

Schaden: mind. Mietausfall und Umzugskosten + laufende Mietkosten des Verkäufers,da dieser bereits nicht mehr im verkauften Objekt wohnt. Kann der Makler haftbar gemacht werden? Zahlt hier so eine Vermögensschadenhafpflichtversicherung?

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