Verträge richtig vorbereiten - und Rechtsanwaltskosten sparen

Von: RA Alexander H. Engelhardt
Stand: 27. August 2009
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Schritt 2: Was wollen Sie durch den Vertrag erreichen?

Am Anfang jeder Vertragsgestaltung steht eine Stoffsammlung und -analyse. Was wollen Sie, was will Ihre Vertragspartei wirtschaftlich erreichen? Was vermeiden? Was liegt objektiv in Ihrem Interesse, was im objektiven Interesse Ihrer Vertragspartei? Wie wird sich, was die jeweilige Partei will und was ihr nützlich ist, voraussichtlich im Zeitverlauf ändern? Welches Zugeständnis ist gegen welches andere Zugeständnis in den Verhandlungen eintauschbar? Kann eine Partei der anderen etwas keinesfalls zugestehen, wenn ja, weshalb? Wer hat welche Verhandlungsmacht, ist diese veränderbar, wird sie sich künftig ändern? Welche künftigen Konflikte sind bereits heute absehbar? Wie sind alle diese Gesichtspunkte zu gewichten?

  • Klar denken: Klarer Ausdruck ist unverzichtbar für die zweckrichtige und rechtssichere Vertragsgestaltung. Wer im Vertrag klar formulieren will, muss zuvor klar gedacht haben.

  • Zukunftsoffenheit: Nicht jeder Vertrag hat einen einmaligen Austausch von Gütern oder Dienstleistungen zum Gegenstand. Viele Verträge sehen vor, dass eine Mehrzahl von Leistungen über einen längeren Zeitraum erbracht wird. Bedenken Sie bei längerfristigen Verträgen, welche tatsächlichen Umstände sich während der Vertragslaufzeit ändern könnten, wie wahrscheinlich dies ist und was dies für die Parteien bedeutet. Wenn der Vertrag insofern nicht veränderungsoffen ist, ist er nicht mehr interessengerecht, sobald sich die Umstände ändern. Der durch die tatsächliche Veränderung benachteiligten Partei gelingt oft eine Nachverhandlung des Vertrages nicht, weil die begünstigte Partei freiwillig auf einen Vorteil verzichten müsste, auf den sie schließlich nach dem Vertrag Anspruch hat. Überlegen Sie sich auch, was sich an Ihrer Vertragsbeziehung auf keinen Fall ändern soll, selbst wenn sich tatsächliche Umstände künftig ändern sollten.

  • Visualisieren: Am besten legen Sie sich hierzu eine Tabelle an, getrennt nach Vertragsparteien. In der Tabelle können Sie für einen besseren Überblick die Gewichtung einzelner Punkte durch Schulnoten oder farblich nach dem Ampelsystem hervorheben. Durch die systematische Ordnung des Stoffes wird schnell erkennbar, wo in den Verhandlungen leicht, schwer oder keine Einigung erzielbar sein wird und welchen Punkten bei der Abfassung des Vertrages besonderes Augenmerk geschuldet ist.

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