Heimlich, still und leise hat Microsoft seinen schlichten Bildschirm-Taschenrechner zu einem vielseitigen Kalkulations-Werkzeug aufgerüstet. Damit ist jetzt das Umrechnen von Einheiten, das Rechnen mit Datumsangaben oder auch das Berechnen von Benzinverbrauch, Leasing- und Hypothekenwerten möglich. Besonders praktisch: Ein kopier- und editierbarer "Papierstreifen" macht aus dem Windows7-Tool einen virtuellen Tischrechner. Wir stellen die nützliche Rechenhilfe vor.
Windows-Rechner klassisch / wissenschaftlich?
Auf den ersten Blick unterscheidet sich der eingebaute Windows-"Taschenrechner" nicht von seinen Vorgängern. Die Rechenhilfe konnte ja seit eh und je in einer schlichten Standardvariante und einer erweiterten wissenschaftlichen Version genutzt werden. Das war's dann aber auch schon.
Seit Windows 7 sind unter der Haube des Kalkulations-Werkzeugs jedoch eine ganze Menge nützlicher Funktionen und Optionen versteckt, die teure Zusatzprogramme oder Tischrechner-Hardware überflüssig machen können. Diese erweiterten Programmfunktionen aktivieren Sie im "Ansicht"-Menü:
Windows-Rechner: Ansicht-Menü
Virtueller Papierstreifen - zum Nachschauen oder zur Kontrolle hinterher
Windows-Rechner: Virtueller Papierstreifen
Nachträgliche Kontrolle? Ergebnis nochmal benötigt? Einfach nachschauen: Als ganz besonders hilfreich im alltäglichen Büro-Einsatz erweist sich die unscheinbare "Verlauf"-Funktion: Darin zeichnet das Tool sämtliche Eingaben seit dem letzten Programmstart auf. Wenn Sie in Zukunft wieder einmal einen Haufen Belege zusammenrechnen müssen (zum Beispiel bei Preiskalkulationen, Reisekostenabrechnungen oder Nebenrechnungen von Steuererklärungen), dann können Sie damit hinterher problemlos kontrollieren, ob Sie sich dabei nicht vertippt haben.
Nach einem einfachen Mausklick in das Verlaufs-"Display" können sich mithilfe der Auf- und Abwärtspfeile in der History vor- und zurückzubewegen. Den Mausklick können Sie auch durch "F2" ersetzen. Ein Doppelklick in die betreffende Eingabezeile genügt, um eventuelle Eingabefehler nachträglich zu korrigieren. Dabei können Sie nicht nur die Zahlenwerte ändern, sondern auch die Rechenanweisungen (Operatoren wie Plus, Minus, Division oder Multiplikation).
Ausdruck auf Umwegen:: Eine Druck-Funktion, mit der sich die Berechnungshistorie direkt zu Papier bringen lässt, gibt es leider (noch?) nicht. Über "Bearbeiten" - "Verlauf" - "Verlauf kopieren" können Sie den Inhalt der Eingabe-Historie aber in die Zwischenablage befördern und von dort aus in beliebige andere Anwendungen einfügen und bei Bedarf auch ausdrucken.
Sinnvolle Zifferngruppierung
Wer den Windows-Rechner im kaufmännischen Büro-Alltag nutzt, wird die (schon beim alten Windows-Rechner verfügbare) Zifferngruppierung zu schätzen wissen: Die sogenannten Tausendertrennzeichen erleichtern die Lesbarkeit der Anzeige und senken die Gefahr von Fehleingaben.
Komfortable Umrechnungen und Datumsberechnungen
Neben dem Basismodus stellt der Windows-Rechner neuerdings mehrere praktische Um- und Berechnungsmodule zur Verfügung. Auch die Zusatzfunktionen lassen sich über das "Ansicht"-Menü aktivieren. Sie öffnen sich als Extra-Fenster rechts neben dem eigentlichen Rechner:
Windows-Rechner: Umrechnungs-Modus
Fahrenheit in Celsius, Stunden in Wochen, Liter in Gallonen ... - wenn Sie Flächen-, Temperatur-, Zeit-, Geschwindigkeits- und andere internationale Maßangaben in hierzulande übliche Größen umwandeln müssen, erspart Ihnen das Modul "Einheitenumrechnung" umständliche Internetrecherchen oder die Installation von Hilfsprogrammen:
Windows-Rechner: Temperaturumrechnung
Auch die komfortable "Datumsberechnung" kann sich als nützlich erweisen: Mit deren Hilfe berechnen Sie wahlweise die Differenz zwischen zwei bestimmten Datumsangaben und addieren oder subtrahieren eine vorgegebene Zahl von Tagen zu oder von einem bestimmten Datum:
Windows-Rechner: Datumsberechnung
Auf diese Weise ermitteln Sie zum Beispiel im Handumdrehen ...
taggenaue Zahlungsziele,
Endzeitpunkte von Fristen oder auch den
Zeitraum von Verzugszinsen.
Zugabe: "Arbeitsblätter"
Hinter dem Menüpunkt "Arbeitsblätter" schließlich verbergen sich zusätzliche "fertige" Berechnungsmodule für speziellere Kalkulationsaufgaben, für die man ansonsten beispielsweise ein passendes Excel-Tabellenblätter benötigen würde. Solche Windows-Rechner-Arbeitsblätter gibt es für
das Rechnen mit Hypothekenzinsen, -laufzeiten oder -raten
die Nachkalkulation von Leasingkonditionen
die Ermittlung des durchschnittlichen Benzinverbrauchs
Arbeitsblätter: Gut versteckte Zusatzfunktionen
Der Vollständigkeit halber seien noch die Programmier- und Statistik-Module erwähnt: Die sind zwar nur für vergleichsweise wenige Anwender von Bedeutung. Experten ersparen sich mit deren Hilfe aber möglicherweise Umwege über Spezialsoftware.
Blitzstart und Umschalten per Tastenkombinationen
Erleichtert wird die Handhabung des aktuellen Windows-Rechners durch Tastenkombinationen. So ...
... wechseln Sie mit "ALT + [1 ... 4]" zwischen den vier verschiedenen Rechen-Modi,
.... schließen mit "STRG+F4" geöffnete Zusatzfenster am rechten Fensterrand (= Rückkehr in den "Basis-Modus"),
... aktivieren mit "STRG+U" das Umrechnungs-Modul und
... mit "STRG+E" die Datumsberechnung.
Mit dem bewährten Windows-Kürzel "STRG+C" kopieren Sie Rechenergebnisse in die Zwischenablage, um sie von dort aus in andere Programme zu übernehmen ("STRG+V").
Windows-Tischrechner bequem starten
Apropos Tastaturkürzel: Standardmäßig startet die Kalkulationshilfe über "Alle Programme" - "Zubehör" - "Rechner":
"Klick-klick-klick": Umständlicher Rechner-Start per Maus.
Wer die Windows-Rechenhilfe bei Bedarf schneller zur Hand haben möchte, erstellt wahlweise ...
-
eine Desktop-Verknüpfung (mit deren Hilfe das Programm anschließend vom Windows-Desktop aus per Mausklick gestartet werden kann)
-
oder ein Tastenkürzel eigener Wahl (z. B. "STRG+ALT+R")
Ganz gleich, ob Mausfreund oder Tastaturliebhaber: Auf die eine oder andere Weise können Sie die übliche Startprozedur spürbar verkürzen.
Fazit
Auch wenn man es ihm auf Anhieb nicht ansieht: Die jüngste Version des Windows-"Bildschirmtaschenrechners" hat sich unverhofft zu einem elektronischen Tischrechner gemausert. Wer sich mit dem unscheinbaren Werkzeug erst einmal vertraut gemacht hat, wird im betrieblichen Alltag kaum noch darauf verzichten wollen. Das Tool erspart in vielen Fällen die Anschaffung spezieller Rechenwerkzeuge und umständliche Internetrecherchen.
Dieser Beitrag ist öffentlich.
Zugriff auf alle Inhalte haben Sie als Mitglied
Werden Sie Probemitglied - kostenlos.
Ohne finanzielles Risiko haben Sie Zugriff auf alle Inhalte auf akademie.de, außer Downloads. Die Anmeldung dauert drei Minuten. Sie können während der ersten 14 Tage ohne Angabe von Gründen stornieren. Eine E-Mail genügt.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Infoseite zur Mitgliedschaft und in unseren AGB.
Ich bin bereits Mitglied
Hallo Herr Chromow,
der Verlauf ist _die_ Besserung schlechthin, aber die Arbeitsblätter sind bestenfalls ein guter Anfang und werden hoffentlich noch erweitert. Bei der Darlehensberechnung vermisse ich bspw. Angaben wie Gesamtkosten oder die rechnerische Unterscheidung von absolutem und effektivem Zins - vielleicht gibt es ja bald sogar Plugins…
Noch mehr wirkt der Windows 7 Rechner wie ein "virtueller Tischrechner", wenn man mit ihm die Eingaben einfach auf dem Zahlenfeld der Computertatstur macht. Manch eine kaufmännisch bewanderte Kraft ist da viel schneller als mit der Maus auf dem virtuellen Zahlenfeld des Rechners. Zusammen mit Strg+C, Alt+Tab (Task-/Fensterwechsel) und Strg+V "fasst" man den Rechner an langen Abrechnungsabenden so kaum noch an zwischen dem Öffnen und dem Schließen und kümmert sich mehr um die Dokumente, in denen die Berechnungen ausgegeben werden sollen.
Als schnelle Zugriffsmöglichkeit bietet sich die Anzeige der guten alten Quick Launch Leiste auf der Taskleiste neben dem Infobereich (Tray) an. Verknüpfungen hierauf zum Rechner, Standard-Textprogramm, E-Mail-Client etc. halten so alles bereit, ohne (an der Taskleiste angeheftet) üblicherweise zwischen den offenen Tasks zu stören, und man kommt doch mit einem Klick an alles Wesentliche / Alltägliche heran.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Neelmeyer
PS:
Statt der Quick Launch Leiste gäbe es natürlich auch noch die Symbolleiste "Links" zum Einblenden auf der Taskleiste. Hat man allerdings eine Verknüpfung zu einem Programm-Download aus dem Internet darin, wird man jedes Mal gefragt, ob man das Verknüpfungsziel tatsächlich öffnen möchte.
Beim Ausführen von Verknüpfungen auf der Quick Launch Leiste lässt sich dieser Sicherheitshinweis nach dem ersten Ausführen effektiv abwählen - daher mein Hinweis auf die Quick Launch Leiste, deren referenzierter Ordner sich unter Windows 7 im Benutzerverzeichnis befindet: "C:\Users\Anwender\AppData\Roaming\Microsoft\Internet Explorer\Quick Launch".
Der Referenzordner zur Leiste "Links" findet sich unter "C:\Users\Anwender\Favorites\Verknüpfungen", was den Bezug zum "Netz" und die damit einhergehenden höheren Sicherheitsvorkehrungen erahnen lässt.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Neelmeyer
Hallo Herr Neelmeyer,
vielen Dank für die nette Rückmeldung und Ihre zusätzlichen Anregungen!
Herzliche Grüße
Robert Chromow
Hallo Herr Neelmeyer,
hier auf Akademie.de bin ich schon vor Jahren auf DeskCalc gestoßen. Wo der Windows Rechner erste gute Ansätze als Tischrechner-Ersatz zeigt, ist das bei DeskCalc schon wirklich eine sehr sehr runde Sache.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Sommerleitner
hallo Herr Sommerleitner,
es stimmt, DeskCalc ist als virtueller Tischrechner eine schicke Sache, allerdings auch kostenpflichtig. Wobei rund 35 Euro (momentan) vielleicht nicht unangemessen sind, wenn man dafür ein Werkzeug erhält, das einem Zeit und Nerven spart. http://www.deskcalc.de/
beste Grüße
Simon Hengel