Steuerzahlungen ungefähr kalkulieren: Was kommt an Steuern auf mich zu?

So schätzen Sie Ihre Steuerlast und behalten Steuervorauszahlungen und Steuernachzahlungen im Blick.

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Stand: 19. Januar 2015 (aktualisiert)

Das Steuerrisiko

Steuernachzahlungen und nachträglich erhöhte Steuervorauszahlungen sorgen bei Selbstständigen immer wieder für ein böses Erwachen. Drohende Steuerbescheide führen mancherorts sogar zu Panikreaktionen. Dabei sind die meisten Finanzamtsforderungen alles andere als unkalkulierbar. Wir zeigen, wie Sie mit minimalem Aufwand Ihre persönliche Steuerschätzung vornehmen – um rechtzeitig ein ausreichendes finanzielles Polster anlegen zu können.

Viel zu oft werden Selbstständige von Umsatz- und Einkommensteuer-Nachzahlungen sowie nachträglich erhöhten Steuervorauszahlungen überrascht. Und das nicht etwa nur, weil das Finanzamt die Anerkennung wichtiger Steuerabzüge verweigert hat: Angesichts schwankender Ertragslage tun sich viele Geschäftsleute einfach schwer damit, die Fälligkeit von Steuern zu überwachen.

Denn anders als bei Angestellten ist die Steuerschuld mit den meist knapp kalkulierten Einkommensteuer-Vorauszahlungen noch nicht abgegolten. Die mit zum Teil mehrmonatiger Verzögerung fälligen Umsatzsteuerzahlungen erschweren die Sache zusätzlich.

Risiko Steuernachzahlungen: Wechselbad der Steuergefühle

Beispiel: Max Mustermann und die Steuernachzahlungen

Angenommen, Max Mustermanns Auftrags- und Ertragslage hat sich 2014 im Vergleich zum Vorjahr ausgesprochen gut entwickelt, dann steht ihm Mitte 2015 nahezu unvermeidlich eine happige Steuernachzahlung ins Haus: Sofern er seine Steuererklärung fristgerecht bis Ende Mai 2015 einreicht, muss er im Laufe des Sommers unter Umständen auf einen Schlag

  • die Einkommensteuer-Nachzahlung 2014 leisten,

  • die Umsatzsteuer-Abschlusszahlung 2014 zahlen

  • die nach oben angepassten Einkommensteuer-Vorauszahlungen für 2015 überweisen und obendrein

  • die laufende Umsatzsteuerzahllast abführen.

Mit dieser Erfahrung steht Max Mustermann nicht alleine da: Vor allem Quartalszahler sehen dann plötzlich auf einen Schlag all ihre Guthaben und Rücklagen im fiskalischen Bermuda-Dreieck verschwinden. Um Steuerverbindlichkeiten begleichen zu können, müssen oftmals Kontokorrent- oder gar Überziehungskredite in Anspruch genommen werden – bei Zinssätzen von zwölf Prozent und mehr ist das auch in vermeintlichen Niedrigzinszeiten alles andere als ein billiges Vergnügen.

Wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist und die Nachzahlung ansteht, sollten Sie aber auch nicht gleich verzweifeln. Selbst mit dem Finanzamt lässt sich reden. Worauf Sie dabei achten sollten, erfahren Sie im Beitrag "Steuerstundung: So bekommen Sie für Ihre Steuerschulden Aufschub vom Finanzamt".

Steuervorauszahlungen, Vorauszahlungskorrektur und Zahlungsaufschub

Besonders groß ist die Finanzlücke, wenn der Steuerbescheid nach einem außergewöhnlich guten Vorjahr eintrifft. Denn dann ist nicht nur die saftige Nachzahlung für das Vorjahr fällig: Auch die Steuervorauszahlungen für das laufende Jahr werden nachträglich nach oben korrigiert – und an den verbliebenen Vorauszahlungsterminen kassiert.

Die Anpassungsautomatik greift auch dann, wenn die Zahlen des gerade laufenden Jahres dafür überhaupt keinen Anlass mehr bieten. In dem Fall brauchen Sie die unverhältnismäßig hohen Vorauszahlungen selbstverständlich nicht hinzunehmen: Meist reicht ein kurzer Anruf beim zuständigen Finanzamts-Sachbearbeiter, um auf Basis Ihrer tatsächlichen Zahlen einen korrigierten Vorauszahlungsbescheid zu erhalten.

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Dieser Artikel ist gut, leider zu spät für mich. Ich habe 2008 gut verdient und dabei nicht beachtet, das das Finanzamt auch ein Teil vom Gewinn wollte. Jetzt läuft es nicht mehr so gut und ich muss die Einkommenssteuer für 2008 nachzahlen und dann auch noch die Vorauszahlungen für 2009 leisten. So ein Mist! Jetzt passe ich aber besser auf.

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