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Stressfrei ins Vorstellungsgespräch

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Stand: 16. Juli 2007

Ablauf des Vorstellungsgesprächs in der Praxis

Gesprächsverlauf in acht Phasen

Diesen Themengebieten werden Sie in Ihrem Vorstellungsgespräch begegnen, wobei eines klar ist: Die einzelnen Phasen werden sich durchaus überschneiden oder nicht in der Reihenfolge kommen, wie sie hier aufgeführt sind.

  1. Kontaktphase und "Warm-up"

    Kennenlernen und erste Einschätzung: In Form eines Smalltalks erfolgt das erste "Abtasten", die erste Einschätzung, wir wirken die Gesprächspartner aufeinander, ist man sich sympathisch, ein positiver (oder negativer) erster Eindruck entsteht. Typische Fragen in dieser Phase sind:

    • "Haben Sie gut hergefunden?" "Sind Sie mit dem Auto angereist?" Immer positiv antworten, denn natürlich haben Sie sich gut vorbereitet und souverän den Weg gefunden.

    • "Wie gefällt Ihnen unsere Stadt, unsere Region, unser neues Gebäude?" Antworten Sie positiv, ohne zu übertreiben.

    • "Möchten Sie gerne etwas trinken?" Dieser Frage sollten Sie zustimmen, alkoholische Getränke sind tabu.

  1. Kurzvorstellung des Unternehmens

    In der Regel beginnt das Vorstellungsgespräch damit, dass Ihnen etwas zum Unternehmen erzählt wird. Hören Sie aufmerksam zu, machen Sie sich ggf. Notizen. Diese Informationen können Sie anschließend in Ihrer Selbstpräsentation nutzen, denn Anforderungen und Erwartungen an Sie werden mit Sicherheit zur Sprache kommen. Notieren Sie sich ebenfalls alle Punkte, die Ihnen nicht klar sind und die Sie vertiefen möchten. Diese können Sie später als Fragen einbringen.

  2. Selbstvorstellung des Bewerbers

    Klassische Eröffnung für diese Phase ist der Satz: "Erzählen Sie doch mal was über sich". Dies ist nun keinesfalls die Aufforderung, dass Sie berichten, wie groß Sie sind, wie viel Kinder und Haustiere Sie haben. Geben Sie Ihrem Gesprächspartner die Informationen, die für ihn wichtig sind, sprich: Was ist Ihre Qualifikation, was haben Sie drauf, wo haben Sie welche beruflichen Erfahrungen gemacht? Beginnen Sie bei Ihrem Lebenslauf dort, wo Sie meinen, dass er ab diesem Zeitpunkt für Ihren Gesprächspartner von Bedeutung ist. Die Grundschule ist uninteressant. Stellen Sie einen Bezug zur Position her, für die Sie sich bewerben. Führen Sie Beispiele für Ihre Aussagen an. Es reicht nicht zu behaupten, dass Sie teamfähig sind. Finden Sie Beispiele dafür. Begründen Sie wichtige Entscheidungen in Ihrem Leben und stehen Sie auch zu eventuellen Fehlentscheidungen.

  3. Vertiefende Fragen

    In dieser Phase wird man Ihnen auf den Zahn fühlen. Bestimmte Aspekte werden vertieft. Oft gibt es Fragen zur Motivation, sich für diese Stelle zu bewerben oder Fragen zum bisherigen Arbeitgeber, bisherigen Aufgaben, Fragen zu beruflichen Zielen, aber auch zur Persönlichkeit, zur Familie, zu persönlichen Werten. Es geht für Sie darum, Ihren Gesprächspartner davon zu überzeugen, dass Sie der/die richtige Mitarbeiter/in für das Unternehmen sind. Antworten Sie präzise und gezielt.

  4. Detaillierte Darstellung der Position

    Jetzt geht es ganz konkret um die Position, für die Sie sich bewerben. Hören Sie gut zu, notieren Sie sich die wichtigsten Punkte bzw. die Dinge, die Ihnen unklar sind.

  5. Ihre Fragen an das Unternehmen

    Auf diesen Teil des Vorstellungsgesprächs haben Sie sich ja gut vorbereitet und kommen deshalb nicht ins Schleudern. Schreiben Sie sich Ihre Fragen auf und nehmen Sie diese Notizen mit ins Gespräch, es ist keine Schande, wenn Sie immer wieder mal darauf schauen.

  6. Informationen zum Beschäftigungsvertrag

    Es kann durchaus sein, dass dieser Punkt erst in einem zweiten Gespräch ausführlich behandelt wird. Werden Sie nach Ihren Gehaltsvorstellungen gefragt, antworten Sie. Sie haben sich schon im Vorfeld Gedanken dazu gemacht und müssen sich darum nicht hilflos herumdrucksen.

  7. Abschluss

    Am Ende des Gesprächs sollte geklärt werden, wie das weitere Vorgehen aussieht bzw. wann Sie mit weiteren Entscheidungen rechnen können. Sie können fragen, wann Sie bezüglich einer Entscheidung oder wegen eines zweiten Termins anrufen sollen. Einen Satz wie "Über eine Zusage von Ihnen freue ich mich" dürfen Sie an dieser Stelle ruhig fallen lassen. Setzen Sie das Unternehmen aber keinesfalls unter Druck. Bedanken Sie sich für das Gespräch, verabschieden Sie sich freundlich von allen.

Nachbereitung eines Vorstellungsgesprächs

Notieren Sie Ihre Eindrücke und die Informationen, die Sie bekommen haben, möglichst noch am selben Tag. Das hilft Ihnen, einen klaren Eindruck vom Unternehmen zu erhalten. Folgende Fragen können dafür leitend sein:

  • Welchen Eindruck hat das Unternehmen auf mich gemacht (Räumlichkeiten, Atmosphäre, Mitarbeiter, die mir begegnet sind, was ist mir positiv, was negativ aufgefallen)?

  • Wie war die Gesprächsatmosphäre?

  • Wie ist das Gespräch insgesamt verlaufen?

  • Was ist gut gelaufen?

  • Was ist nicht so gut gelaufen?

  • Welche Fragen waren für mich schwierig zu beantworten?

  • Welche meiner Fragen sind noch nicht befriedigend beantwortet?

  • Gab es Situationen, in denen ich mich unsicher gefühlt habe?

  • Was kann und will ich das nächste Mal anders/besser machen?

Dank für das Gespräch

Bedanken Sie sich in jedem Fall noch einmal schriftlich per Post oder E-Mail bei Ihren Gesprächspartnern für das Gespräch. Betonen Sie darin, was Sie an der Position, für die Sie sich beworben haben, besonders reizt und warum Sie besonders gut für diese Position geeignet sind.

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Über die Autorin:

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Dorothee Köhler M.A. ist Germanistin und betreibt seit 1997 das Redaktionsbüro Scriptics. Thematische Schwerpunkte ihrer Arbeit als Autorin verschiedener Bücher und Fachartikel sind Beruf und Karrie ...

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