"Sind Sie noch wach?" - Spannung und Dramaturgie in Vorträgen

Von: Lorenz Hölscher
Stand: 18. August 2011
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Spannungsbogen aufbauen

Tipp 3: Visualisierung

Dies ist zuallererst ein Plädoyer für die Rede; aber der Einwand an dieser Stelle mag lauten, dass gerade Ihr Thema unbedingt Folien zur Visualisierung braucht. Kann sein, dann aber bitte auch zur Visualisierung - und nicht nur als Aufzählung.

Wie finden Sie denn beispielsweise auf einer Folie die folgenden Argumente für mehr Sicherheit im Betrieb?

  • Schutzmaßnahmen gesetzlich vorgeschrieben

  • Verletzungsrisiko geringer für Arbeitnehmer

  • Kostenreduktion durch weniger Krankmeldungen

Sind Sie noch wach? Sie könnten es auch so vermitteln:

Besorgen Sie sich aus der Produktion einen Schutzhelm und eine Rohrzange sowie vom Wochenmarkt zwei Wassermelonen. Die beiden Melonen legen Sie auf den Boden, eine davon mit dem Helm. Dann lassen Sie aus 1,50 m Höhe die Rohrzange erst auf die behelmte Melone und dann auf die andere fallen (Sie sollten wegen der Sauerei eine Folie unterlegen). Jetzt können Sie beide Melonen hochheben mit der Erläuterung "So sieht Ihr Kopf aus, wenn Sie keinen Helm tragen!"

Statt einer PowerPoint-Folie haben Sie vor allem eine Plastik-Folie gebraucht. "Das macht mehr Arbeit", sagen Sie? Ja, macht es. Aber es macht auch mehr Spaß. Und genau deswegen kommt es bei den Zuschauern wirklich an. Ein Vortrag geht nämlich nicht über das Ohr ins Gehirn, sondern über alle Sinne in Gehirn und Bauch.

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