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Fesseln statt faseln! So halten Sie eine überzeugende Rede

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Stand: 18. August 2011

Authentisch bleiben

Im Internet und in Buchhandlungen werden Sie von Redenberatern überschwemmt, die Ihnen fertige Reden für alle Gelegenheiten verkaufen wollen. Darin wimmelt es von Plattitüden, deren Beliebigkeit fast schon eine Beleidigung der Zuhörer ist.

Wenn Sie keine Lust haben, eine Rede zu halten, dann sollten Sie es ehrlicherweise auch lassen. Wenn Sie aber reden, seien Sie ebenso ehrlich und tragen Sie auch einen eigenen Text vor.

Reden selbst schreiben

Der frühere stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Friedrich Merz hatte 2006 eine Rede zur Entgegennahme des Aachener Ordens wider den tierischen Ernst zu großen Teilen aus dem Internet entliehen. Es dauerte damals nur Stunden, bis er damit bundesweit peinliche Berühmtheit erlangte.

Eine Rede muss einen eigenen Gedanken verfolgen. Haben Sie nichts zu sagen, helfen Ihnen auch fremde Textbausteine nichts.

Sicherlich können Sie sich von solchen Beispielen inspirieren lassen, aber viele davon sind so furchtbar ausgelutscht, dass sie eher als abschreckende Vorbilder taugen:

Eine Firma ist wie ein Schiff und der Kapitän gibt den Kurs vor...

Liegt Ihr Standort wenigstens am Wasser? Wollen Sie auch die diktatorische Befehlsgewalt eines Kapitäns auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit im Unternehmen übertragen?

Wir sind eine Fußballmannschaft wie der FC Bayern, die mit gemeinsamer Spitzenleistung immer in der 1. Liga spielen wird...

Da haben Sie schon mal alle Fans anderer Clubs gegen sich und ob dort statt gemeinsamer Leistung nicht eher elf Selbstdarsteller einfach zusammengekauft werden, ist auch eine Diskussion wert.

Auch beim Rudern (Segeln, Staffellauf, sonstige Sportart) müssen alle gemeinsam anpacken, damit das Ziel erreicht wird...

Erzählen Sie das besser nicht auf Familienfeiern, sonst fragt sich jeder, wer den Kurs angeben will (das Familienoberhaupt?) und warum nur ein Ziel für alle vorgesehen sein soll.

Es spricht nichts dagegen, solche Beispiele zu nutzen, wenn sie zu Ihnen passen. Aber es ist allzu offensichtlich, dass der Text nicht von Ihnen kommt und aufgesetzt wirkt, wenn Sie mit dem Thema eigentlich nichts zu tun haben.

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