Selbstständig statt arbeitslos: Gründungszuschuss nutzen oder lieber ALG I ganz ausschöpfen?

Die Arbeitsagenturen legen bei der Vergabe des Gründungszuschusses immer strengere Maßstäbe an. Lohnt sich also die Beantragung überhaupt?

5
(2)
Kommentar schreiben
Stand: 27. August 2010 (aktualisiert)

Die Zahl der geförderten Gründungen aus der Arbeitslosigkeit war zuletzt trotz vergleichsweise günstiger Konjunkturaussichten wieder rückläufig. Viele Gründer und Gründungsberater berichten, dass die Arbeitsagenturen bei der Vergabe des Gründungszuschusses immer strengere Maßstäbe anlegen. Grund genug der Frage nachzugehen, ob sich die Mühe überhaupt lohnt und welche Alternativen es zum Gründungszuschuss gibt.

Sinkende Förder-Zahlen beim Gründungszuschuss

Die Zahl der von der Arbeitsagentur per Gründungszuschuss geförderten Neugründungen ist schon wieder gesunken. Zwar stieg die Anzahl der Neubewilligungen im ersten Halbjahr 2010 vorübergehend wieder auf über 17.000 - mit rund 13.000 Zuschüssen war sie zuletzt jedoch wieder deutlich rückläufig. Mit aktuell 146.800 Geförderten ist die Zahl der Zuschussempfänger gegenüber dem Jahr 2005 auf weniger als die Hälfte gesunken!

Dazu beigetragen hat zweifellos die zuletzt spürbar verschärfte Vergabepraxis vieler Arbeitsagenturen. Kein Wunder: Schließlich soll die Bundesagentur für Arbeit nach dem Willen der Regierung in den nächsten Jahren bis zu 3 Milliarden Euro einsparen.

Bild vergrößernStatistik: Gründungsförderung im freien FallDas war mal anders: In den Hochzeiten der "Ich-AG" wurden im Schnitt dagegen mehr als 20.000 Gründer monatlich aus der Arbeitslosigkeit in die Selbstständigkeit entlassen. Insgesamt lag die Zahl der im Jahr 2005 geförderten Gründer bei weit über 300.000. Nachdem die Ich-AG-Förderung mit dem Überbrückungsgeld zum einheitlichen "Gründungszuschuss" zusammengelegt worden war, sank die Zahl vorübergehend auf unter 4.000 neue Förderungen pro Monat.

Zuschuss-Verzicht, statt dessen ALG I als "Gründungsvorbereitungsförderung"?

Angesichts wachsender bürokratischer Antragshürden drängt sich ein Alternativ-Szenario auf: sich während der Arbeitslosigkeit von vornherein informell ("heimlich, still und leise") auf eine Gründung nach Auslaufen des ALG I vorzubereiten. Der monatliche Gründungszuschuss fällt ja ohnehin genauso hoch (oder gering) aus wie das ALG I.

Diese Überlegung mag naheliegend sie, sie kann sich aber schnell als kurzsichtig erweisen.

Als Mitglied können Sie diesen Beitrag weiterlesen!

Werden Sie Mitglied und testen Sie akademie.de 14 Tage lang kostenlos!

In den ersten 14 Tagen haben Sie Zugriff auf alle Inhalte auf akademie.de, außer Downloads. Sie können in dieser Zeit ohne Angabe von Gründen stornieren. Eine E-Mail an service@akademie.de genügt. Nur wenn Sie Mitglied bleiben, wird der Mitgliedsbeitrag nach Ende der 14tägigen Stornofrist abgebucht.

Ich bin bereits Mitglied
Jetzt Mitglied werden und akademie.de 14 Tage kostenlos testen
Ich entscheide mich für folgende Zahlungsweise:
14 Tage Stornorecht:
Ich kann meine Mitgliedschaft in den ersten 14 Tagen jederzeit formlos stornieren, z.B. per E-Mail an service@akademie.de.

Genau so sollte man es machen, und alle Möglichkeiten, die bestehen, voll ausschöpfen. Absurder Sparwahnsinn auf der einen und Raffgier auf der anderen Seite. Allen, die ernsthaft den Weg in die Freiheit suchen oder sonst keinen menschenwürdigen Job finden und die deshalb auf diese verbleibenden Möglichkeiten angewiesen sind, wünsche ich maximalen Mut! Bitte dranbleiben und alle diese Register ziehen. Danke für den klaren Artikel.

Hallo Herr Chromow,

ist sehr lobenswert, wie Sie hier einiges geraderücken und den Leute Mut machen, Selbstsändigkeit zur Arbeitslosigkeit (oder umgekehrt) zu wagen. In meiner Branche muß man freiberuflich weiter machen, wenn man seinen Job verliert, sonst bekommt man nie wieder einen, was die Arbeitsagenturen bei mir immer verstanden haben und wozu es auch die Regel gibt, wenn man angestellt bereits zusätzlich selbstständig/freiberuflich tätig war, so muß man dieses wegen der Arbeitslosigkeit nicht einschränken oder aufgeben. Allerdings gibt es dann auch Leute, die im Monat über 100.000,- verdienen und dennoch auf einen neidisch sind, einen für einen Großunternehmer halten und in Millionenhöhe verklagen, wenn man sich zwischen zwei Jobs selbstständig als Freier durchschlägt...

DL2MCD, Bewerbung.net

Downloads zu diesem Beitrag

Newsletter abonnieren