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Eigenes WordPress-Theme erstellen

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Stand: 16. Juni 2014

Suchmaschinenoptimierung, WP als CMS, Navigations-Alternativen und ein paar abschließende Tipps

Freie bzw. öffentliche Themes erstellen

Sie werden sich jetzt sicherlich fragen warum man sich die Mühe machen sollte ein WordPress-Theme zu erstellen und dieses anschließend zum kostenlosen Download anzubieten. Die Frage ist berechtigt, aber auch schnell zu beantworten.

Warum überhaupt ein freies WordPress-Theme erstellen?

Mit einem kostenlosen WordPress-Theme können Sie recht schnell ein breites Zielpublikum erreichen und beweisen, dass Sie das Thema beherrschen. Sie haben sich eine gute Referenz und eine zusätzliche Übungsgelegenheit geschaffen: also zwei "Fliegen" mit einer Klappe erledigt.

Das Erstellen von Themes für ein breites Publikum unterscheidet sich in einigen Punkten von dem Erstellen eines Themes für einen konkreten Kunden. Im folgenden Abschnitt werde ich Ihnen einige meiner Erfahrungswerte weitergeben.

Internationalisierung (Lokalisierung)

Da Sie ein breites Publikum erreichen wollen, sollten Sie das Theme international machen. Schauen Sie sich am besten dafür das Classic-Theme genauer an. Dort finden Sie an mehreren Stellen folgende Angaben, welche der Lokalisierung dienen:

Code: Erste Methode der Lokalisierung

<?php _e('Leave a comment'); ?>

oder:

Code: Zweite Methode der Lokalisierung

<?php comments_number(__('No Comments'), __('1 Comment'), __('% Comments')); ?>

Die zwei Methoden der Lokalisierung – _e() und __() – unterscheiden sich dadurch, dass die erste Methode eingesetzt wird, wenn der Begriff einfach und ohne Umwege übersetzt werden soll. Die zweite Methode wird eingesetzt, wenn der zu übersetzende Begriff Argument einer Funktion ist. Zum Beispiel als Parameter-Wert eines Template-Tags.

Diese beiden Arten der Lokalisierung dienen den Sprachdateien als "Anker" um zu wissen wo ein Begriff oder Satz übersetzt werden soll. Vorausgesetzt, die Sprachdatei wurde korrekt eingebunden und vorausgesetzt, für das entsprechende Wort oder den entsprechenden Satz gibt es überhaupt eine passende Übersetzung.

Aber das ist dann die Sorge der einzelnen Nutzer bzw. der Übersetzte. Sie als Themes-Autor haben Ihre Schuldigkeit getan und das Theme internationalisiert.

An alles denken

Im Gegensatz zu einem konkreten Projekt müssen Sie bei einem Theme für ein breites Publikum an alles denken. Sie sollten daher das Theme und vor allem die CSS-Datei für so viele Eventualitäten wie nur möglich vorbereiten. Zum Beispiel: nicht nur die aller nötigsten Elemente stylen sondern auch die, die recht selten verwendet werden, wie z. B. die Definitionsliste.

"Entfernen Sie mein Bild von Ihrer Homepage … sofort!"

Wie es üblich ist, werden Sie bei einem WordPress-Theme einen Link auf Ihre Website unterbringen wollen. Das ist nur legitim, Sie bieten das Theme kostenlos an und die Leute bzw. potentielle Kunden sollen wissen, dass Sie der Urheber des Werkes sind: das ist auch der Sinn an der ganzen Geschichte.

Nun ist es leider so, dass viele Blogger ihre Kontaktdaten nicht veröffentlichen und/oder manche Besucher die Menüpunkte "Kontakt" oder "Impressum" ignorieren. So dass es Ihnen passieren kann, dass Sie z. B. am Telefon aufgefordert werden auf "Ihrer" Website den Text, das Foto, das Video etc. zu entfernen.

In den allermeisten Fällen lässt sich das sehr schnell klären und die Anrufer wissen dann, dass Sie nicht der Betreiber der besagten Website sind, sondern nur das Theme zum kostenlosen Download angeboten haben. Am besten verwenden Sie bei solchen Gesprächen nicht das Wort Theme, sondern "kostenloses Design". Damit können auch Leute die weder Weblogs noch WordPress kennen eher etwas anfangen.

Ich will Sie nicht abschrecken, aber es soll nicht nachher heißen, dass ich diese Info unterschlagen habe.

Anforderungen der Verzeichnisse

Wenn Sie ein WordPress-Theme erstellt haben und zur Verfügung stellen möchten, sollten Sie dies (auch) möglichst auf den offiziellen Seiten von WordPress tun. Die Verzeichnisse stellen dafür allerdings einige Bedingungen.

Da momentan das deutschsprachige Themes-Verzeichnis noch immer einen Aufnahmestopp hat, beziehen sich folgende Anforderungen lediglich auf das offizielle Themes-Verzeichnis .

  1. Erstelle eine zip-Datei mit allen benötigten Themes-Dateien.

  2. Erstelle eine CSS-Datei, die folgendes im einleitenden CSS-Kommentar beinhaltet: einen einmaligen Themes-Namen, Tags, Version und folgenden Klassen: .alignright , .alignleft , .aligncenter .

  3. Füge dem Theme einen Screenshot bei ( screenshot.png ).

  4. Das Theme muss OpenSource (GPL) sein.

  5. Keine versteckten und bezahlten Links im Theme.

  6. Die RSS-Feeds bzw. die Links zu den Feeds einbauen.

  7. Die Gravatar -Funktion einbinden.

  8. Die Widget-Funktionalität einbinden.

  9. Die Kategorien und Tags müssen ausgegeben werden.

  10. Der Blog-Titel ( bloginfo('name'); ) und der Slogan ( bloginfo('description'); ) müssen angezeigt werden.

  11. Du bist der Urheber des Themes.

  12. Themes mit 18+ Inhalt (Porno & Gewalt) werden nicht aufgenommen.

Original: http://wordpress.org/extend/themes/about/

Die Anforderungen sind recht hoch und die Betreiber sind schon teilweise recht kleinlich bei der Kontrolle der eingehenden Themes. Aber es lohnt sich dennoch das Theme für das offizielle Verzeichnis aufzubereiten, da dass offizielle Verzeichnis die erste Anlaufstelle ist, wenn die Leute nach einem kostenlosen Theme suchen.

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