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Techniken des Zeitmanagements und der Selbstanalyse: Wie Sie Beruf und Privatleben unter einen Hut bekommen

Erkennen Sie Ihre Eignung und Ihre Neigungen

Bei Tätigkeiten, die wir gerne ausführen, haben wir in der Regel keine Schwierigkeiten mit dem Anfangen und schieben sie nicht auf. Fehlende Arbeitsmotivation hingegen kann beispielsweise in der Ausübung eines weniger geeigneten Berufes begründet sein. Deshalb ist es lohnend, sich über die eigenen Fähigkeiten und Neigungen klar zu werden und eventuell eine berufliche Veränderung anzustreben.

Neigungen sind "Vorlieben", die unsere Aufmerksamkeit und unsere Interessen auf eine natürliche Weise in eine bestimmte Richtung lenken.

Neigungen können uns schon seit der Kindheit beschäftigen, z.B. ein tiefes Interesse für Musik oder Literatur. Wenn wir unsere Neigungen vernachlässigen, können wir uns gelangweilt und unausgefüllt fühlen.

Beispiel : Der Unterschied zwischen Eignung und Neigung wird im folgenden Fall deutlich: Ein Mensch, der Fähigkeiten besitzt, die ihn für eine Bürotätigkeit sehr geeignet machen, kann trotzdem keinerlei Neigung dafür besitzen und es vorziehen, als Gärtner zu arbeiten, anstatt täglich in einem Büro zu sitzen.

Ausschlaggebend bei der Wahl zwischen verschiedenen beruflichen Möglichkeiten sollte das Gefühl sein, Dinge zu tun, die Ihnen entsprechen und wirklich wichtig für Sie sind.

Die Beschäftigung mit dem folgenden Fragebogen und dem Profil Ihrer Stärken und Schwächen wird Ihnen helfen, Ihre Eignung und Ihre Neigungen herauszufinden und in einer Übersicht festzuhalten. Bitte beantworten Sie die gestellten Fragen schriftlich und seien Sie dabei immer ehrlich. Orientieren Sie sich bei der Beantwortung vor allem an den Fragen: Was fällt Ihnen besonders leicht, was macht Ihnen Spaß, wo haben Sie eher Schwierigkeiten?

Fragebogen: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse haben Sie?

A: Kenntnisse

1. Schulbildung: Welche Schulabschlüsse besitzen Sie?Auf welchen Schulkenntnissen können Sie aufbauen? (z.B. Fremdsprachenkenntnisse, Computerkenntnisse) Welche Lieblingsfächer hatten Sie und welche Fächer fielen Ihnen schwer?

2. Ausbildung: In welchem Beruf haben Sie eine Ausbildung? Weshalb haben Sie diesen Beruf ergriffen und was haben Sie in dieser Ausbildung gelernt?

3. Berufspraxis: Welche beruflichen Erfahrungen haben Sie gesammelt? Welche Fähigkeiten haben Sie sich während Ihrer Berufstätigkeit angeeignet? (Berücksichtigen Sie dabei nicht nur den ausgeübten oder erlernten Beruf, sondern auch Aushilfstätigkeiten oder die Fähigkeit, einen Haushalt zu führen.)

4. Weiterbildung: In welchen Bereichen haben Sie sich weitergebildet? (Beispielsweise ein Computerkurs oder Lehrgänge über Buchführung.)

5. Sonstiges: Über welche weiteren Fähigkeiten verfügen Sie? (Spezialkenntnisse durch ein Hobby oder gute Sprachkenntnisse durch Auslandsreisen, Sprachkurse beispielsweise.

B: Fähigkeiten

Die folgenden Fähigkeiten sind beispielhaft auf geführt. Bitte ergänzen Sie die Liste, falls Ihnen weitere einfallen.

Verfügen Sie über: (Bitte antworten Sie mit Ja oder Nein)

  • Handwerkliches Geschick?

  • Analytisches Denkvermögen?

  • Kaufmännische Fähigkeiten Mathematik, Buchführung usw.)?

  • Sprachliches Geschick?

  • Die Bereitschaft, sich in eine komplizierte Materie einzuarbeiten (z.B. Gesetzestexte)?

  • Eine künstlerische Begabung?

  • Räumliches Vorstellungsvermögen?

  • Körperliche Kraft?

  • Sicheres Auftreten?

  • Überzeugungsfähigkeit?

  • Fähigkeit zur Teamarbeit?

  • Fähigkeit zur Bewältigung von Konflikten?

  • Kontaktfreude?

  • Einfühlungsvermögen?

  • Durchhaltevermögen?

Für Ihre ganz persönlichen Aufzeichnungen können Sie die einzelnen Fähigkeiten genauer beschreiben. So ist "handwerkliches Geschick" natürlich sehr allgemein formuliert.

C: Welche Lebenseinstellung haben Sie?

Die Wahl Ihres Berufes oder Entscheidungen für Weiterbildung hängen auch von Ihrer Einstellung zu Arbeit und Freizeit ab. Einigen Menschen ist eine berufliche Karriere wichtiger als eine geregelte Freizeit. Andere bevorzugen eine festgelegte Arbeitszeit, die viel Zeit für Familie und Hobbies lässt.

Deshalb beantworten Sie nun noch die folgenden Fragen:

  1. Streben Sie es an, selbständig zu arbeiten oder möchten Sie als Angestellter tätig sein?

  2. Wie wichtig ist Ihnen Karriere?

  3. Welche Rolle spielt Geld in Ihrem Leben?

  4. Welche Bedeutung hat Freizeit für Sie?

  5. Welche Bedeutung haben Familie und andere persönliche Beziehungen?

Vielleicht helfen Ihnen Ihre Arbeitszeugnisse und Ihr Lebenslauf bei der Beantwortung dieser Fragen etwas weiter.

Der Fragebogen hat Ihnen nicht nur Erkenntnisse über die vielfältigen Fähigkeiten, über die Sie bereits jetzt verfügen, gebracht, sondern ist gleichzeitig eine gute Vorbereitung für das nächste Kapitel, das sich mit Ihren Zielen beschäftigt.

D: Beantworten Sie jedoch zusätzlich noch die folgenden Fragen:

  • Sind Sie bereits in einem Beruf tätig, der Ihrer Eignung und Ihren Neigungen entspricht?

  • Oder möchten Sie durch einen Wechsel oder berufliche Weiterbildung Ihren Neigungen stärker nachgehen und Ihre Fähigkeiten besser nutzen?

Ihre Antworten zeigen Ihnen, wo Ihre beruflichen Ziele für die Zukunft liegen. Diese gilt es zu berücksichtigen und genau zu formulieren, um entsprechend zu handeln und die Ziele zu verwirklichen.

Stärken- und Schwächenprofil

Beschäftigen Sie sich als Nächstes mit den Erfolgen und Misserfolgen in Ihrem Leben.

  • Welche Stärken, welche Ihrer Fähigkeiten haben Sie eingesetzt, um Ihre Erfolge zu erzielen?

  • Welche Schwächen, welche fehlenden Fähigkeiten haben zu eventuellen Misserfolgen beigetragen?

Aufgabe:

Entwerfen Sie eine Tabelle mit Ihren Stärken und Schwächen. In der ersten Spalte listen Sie Ihre Erfolge auf. Beschreiben Sie in der zweiten Spalte Ihre Stärken, die zu den Erfolgen geführt haben. In der dritten Spalte führen Sie eventuelle Misserfolge auf und in der vierten Spalte die Schwächen, die dazu beigetragen haben. Sie finden hier eine ausgefüllte Tabelle als Beispiel.

Beispiel

Erfolg: Prüfung als Buchhalter bestanden
Stärken: Sinn für Zahlen. Durchhaltevermögen auch bei schwierigen theoretischen Sachverhalten.
Misserfolg: Führerscheinprüfung beim ersten Mal nicht bestanden
Schwäche: Große Nervosität in praktischen Prüfungen

Beschäftigen Sie sich aber nicht übermäßig mit Ihren Schwächen! Entscheidend ist: Steht Ihnen eine bestimmte Schwäche bei der Erreichung wichtiger Ziele im Weg oder spielt sie dabei keine wesentliche Rolle? Falls Sie beispielsweise einen kaufmännischen Beruf anstreben, ist handwerkliches Geschick keine Voraussetzung.

Erst wenn eine Schwäche Sie hindert, ein angestrebtes Ziel zu erreichen, sollten Sie Ihre Aufmerksamkeit darauf richten. So ist für viele Ziele die Verbesserung des Durchhaltevermögens und der Konzentration nötig. Falls Sie z.B. eine Rede halten müssen und sich unsicher fühlen, kann ein Rhetorik-Kurs hilfreich sein.

Werfen Sie sich Ihre Schwächen nicht vor, sondern finden Sie Veränderungsmöglichkeiten.

Sicher haben Sie es gemerkt: Ihre Stärken haben einen wesentlichen Anteil an Ihren Erfolgen. Ihre Erfolgserlebnisse motivieren Sie zur Bewältigung der nächsten Aufgabe und führen wiederum zum gewünschten Erfolg.

Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken und bauen Sie diese aus, z.B. durch zusätzliche Kurse, Fachlektüre, Übernahme neuer Aufgaben usw.

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