Die Einbeziehung von Uhrzeit und Datum in Excel-Berechnungen ist nicht ganz einfach. Die automatische Konvertierung und Formatierung bringt manchen Gelegenheits-Anwender zur Verzweiflung. Beim OpenOffice.org-Gegenstück "Calc" ist manches einfacher. Wir zeigen sowohl für Excel als auch Calc, wie Sie Uhrzeiten und Daten in Ihre Tabellen einbeziehen und Zeiträume berechnen.
MS Excel als Zeiträtsel
Zeit-Subtraktion mit Excel
Wer in Excel eine Eintragung im gängigen Uhrzeit-Format "Stunden:Minuten:Sekunden" vornimmt, kann im Handumdrehen den Zeitraum zwischen zwei Zeitpunkten ermitteln:
"13:30" minus "08:15" ist gleich "05:15" - der Zeitraum zwischen den beiden Zeitpunkten beträgt also 5 Stunden und 15 Minuten.
Die nahe liegende Absicht, mit dieser Zeitspanne einfach weiter zu rechnen (beispielsweise mit einem Stundensatz zu multiplizieren, um so eine Arbeitszeitabrechnung zu vereinfachen), scheitert jedoch: 5 Stunden 15 Minuten multipliziert mit zum Beispiel 85 (Euro) führt zu dem fragwürdigen Ergebnis "14:15". Was soll sich ein Kunde unter der Aufforderung "Erlauben wir uns, Ihnen 'Viertel nach zwei' zu berechnen..." vorstellen?
Datums-Differenz mit Excel
Der Versuch, die Anzahl der Tage zwischen zwei Zeitpunkten zu ermitteln, gestaltet sich ebenfalls nicht so einfach, wie man vielleicht gehofft hätte: Wer wissen will, wie oft er noch wach werden muss, bis die Fußball-WM endlich beginnt (oder sie glücklicherweise vorbei ist) und deshalb die Differenz zwischen dem heutigen Tag und dem 9. Juni 2006 (oder wahlweise dem 9. Juli 2006) errechnen lässt, erhält die kryptische Auskunft: "08.05.1900".
Da fragt man sich doch wirklich, ob Douglas Adams die "Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest" mit Hilfe von Excel anging - die ultimative Antwort lässt jedenfalls darauf schließen...
Das Excel-Zeitproblem: Konvertierung
Die Ursache für die merkwürdigen Ergebnisse ist eigentlich banal: Excel wandelt Zeit- und Datumseingaben intern automatisch in Dezimalwerte um - formatiert das Ergebnis bei der Anzeige dann aber gleich wieder als Zeit- oder Datumsangabe. Sieht man von den schlichten Uhrzeit-Subtraktionen ab, führt das bei den meisten Rechenoperationen auf den ersten Blick zu merkwürdigen, unerwarteten Ergebnissen.
Die Zeitangabe "08:15" beispielsweise entspricht dem Dezimalbruch 0,34375 von 1 (Tag) (um Viertel nach acht ist bereits mehr als ein Drittel der 24 Stunden eines Tages vergangen). Die Differenz zwischen zwei Zeitpunkten eines Tages (in unserem Beispiel "05:15" ist ebenfalls der Bruchteil eines Tages (genau genommen 0,21875 von 1 Tag).

Nicht schlecht, insbesondere deshalb, weil Excel und Calc gegenüber gestellt werden.
Allerdings kennt sich der Autor nicht gründlich genug mit Excel aus. Die bei CALC hervorgehobenen Funktionen EDATUM und KALENDERWOCHE gibt es bei Excel schon seit langem!
Ich will ja nicht den Excel-Profi mimen - trotzdem bleibe ich dabei: EDATUM und KALENDERWOCHE gehören nicht zu den "Datum- & Zeit"-Funktionen" der aktuellen Excel-Version. Aber Sie haben Recht: Sobald das "Add-In Analyse-Funktionen" installiert ist, sind sie auch in Excel verfügbar.
Danke für den Hinweis: Jetzt wissen wir's genauer... :-)
Robert Chromow
Ein altbekanntes Problem hilfreich erklärt. Gut gemacht, vielen Dank!
Das Problem, dass Excel keine negativen Stunden ausweisen kann, lässt sich jedoch leicht lösen. Unter Extras - Optionen - Berechnen kann man durch einen kleinen Klick auf "1904-Datumswerte" ein anderes Zeitformat einstellen und damit lassen sich auch negative Stundenergebnisse darstellen!
Ein sehr guter Beitrag! Ich werde Fremdsprachensekretärin und Excel macht mich fast verrückt. Haben Sie noch mehr erklärende Zusammenfassungen ins Internet gestellt? Sehr hilfreich, wirklich!
Danke für die nette Rückmeldung! Ja, bei akademie.de gibt es noch viel mehr Tipps, Tricks und Kurse zu MS Excel. Schau'n Sie sich zum Beispiel einmal diese Übersichtsseite an:
http://www.akademie.de/direkt?pid=17574
Viel Erfolg und schöne Grüße an die Fremdsprachenfront
R.Chromow