Arbeitslos, was nun?

Krankheit und Versicherung

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Krankheit und Versicherung

Was ist, wenn ich krank werde?

Wenn Sie in Ihren letzten Arbeitstagen krank werden, sollten Sie sich krankschreiben lassen. Dann zahlt Ihr Arbeitgeber Ihr Gehalt bis zum Vertragsende und Sie haben anschließend Anspruch auf Krankengeld. Das hat Vorteile: Das Krankengeld ist höher als das Arbeitslosengeld und verkürzt die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes nicht. Eher im Gegenteil: Der Krankengeldbezug zählt dann - ähnlich wie eine Beschäftigung - als Versicherungszeit, die einen Anspruch auf Arbeitslosengeld sogar mitbegründen oder verlängern kann. Sobald Sie wieder gesund sind, müssen Sie sich arbeitslos melden.

Wenn Sie während des Arbeitslosengeldbezugs krank werden, sind Sie über die Arbeitsagentur krankenversichert und die Leistungen werden - wie bei einer Festanstellung - sechs Wochen weitergezahlt.

Erhebliche Nachteile haben Sie, wenn Sie nach dem Ende Ihrer Beschäftigung und vor der eigentlichen Arbeitslosmeldung länger krank werden. In diesem Fall besteht der Krankenversicherungsschutz nämlich nur noch für einen Monat nach Ende Ihres Arbeitsvertrags. Die Krankenkasse zahlt nur innerhalb dieser Zeit Behandlungskosten oder auch Krankengeld!

Wo finde ich Hilfe, wenn die Arbeitslosigkeit in die Psychokrise führt?

Wenn Sie sehr unter Ihrer Arbeitslosigkeit leiden, sich z. B. bedrückt oder nutzlos fühlen oder das Gefühl haben, nicht mehr gebraucht zu werden, benötigen Sie vielleicht psychologische Unterstützung. Jede Zweigstelle der Agentur für Arbeit verfügt über einen Psychologischen Dienst. Dort arbeiten Psychologen, mit denen Sie über Ihre Situation und persönliche Probleme sprechen können, um berufliche Schwierigkeiten zu überwinden. Wichtig: Der Weg zum Psychologischen Dienst führt immer über Ihren Arbeitsvermittler! Sie müssen also erst Ihren Vermittler überzeugen, dass Sie eine Beratung brauchen. Er bekommt anschließend vom Psychologen einen Bericht über die Ergebnisse des Gesprächs.

Wie wirkt sich meine Arbeitslosigkeit auf die Familienversicherung aus?

Wenn Ihre Familie vorher über Sie als Versicherungsnehmer in der gesetzlichen Krankenversicherung familienversichert war, dann ändert sich daran nichts, wenn Sie arbeitslos werden. Wer Arbeitslosengeld bezieht, ist über die Arbeitsagentur automatisch pflichtversichert in der gesetzlich Kranken- und Pflegeversicherung. Die Familienversicherung für Ehepartner und Kinder läuft weiter.

Waren Sie vor Ihrer Arbeitslosigkeit privat versichert, übernimmt die Arbeitsagentur Ihre Beiträge unter bestimmten Bedingungen bis zur Höhe der Beiträge für die gesetzliche Krankenkasse.

Was ist mit meiner Alters- und Berufsunfähigkeitsvorsorge?

Die Arbeitsagentur übernimmt die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, während Sie Arbeitslosengeld beziehen. Wenn Sie privat vorsorgen, ist das komplizierter. Eine gesetzliche Regelung gibt es nämlich nicht. Die Versicherer sind aber in der Regel offen für individuelle Lösungen. Meist ist es möglich, die Beitragszahlungen für einen bestimmten Zeitraum auszusetzen. Das Geld müssen Sie dann später (oft mit Zinsen) nachzahlen oder die Vertragslaufzeit verlängert sich. Riester-Verträge können beitragsfrei gestellt oder die Beiträge gesenkt werden.

Der Bund der Versicherten rät, eine Berufsunfähigkeitspolice unbedingt aufrecht zu erhalten. Wenn Sie mit dem Versicherer vereinbaren können, dass Sie für die Zeit der Arbeitslosigkeit keine Beiträge bezahlen, dann sind Sie in diesem Zeitraum im Fall der Berufsunfähigkeit aber nicht abgesichert.