Einfach bessere Seminarunterlagen – Texte, die überzeugen

Alles sortiert bekommen

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Alles sortiert bekommen

Wie soll ich das alles bloß strukturieren?

Beispiel:

Petra M., die ihren Kurs vorbereitet, hat ihre Selbstzweifel überwunden. Schließlich hat sie unendlich viel hochwertiges Material gesammelt und notiert. Trotzdem steht sie jetzt vor einem Problem: Wie soll sie all das in ihrem Skript unterbringen? Und wie kann sie es in eine sinnvolle Reihenfolge bringen? Welche Inhalte kann sie herauskürzen, was ist wirklich wichtig?

"Ich weiß gar nicht, wo ich beginnen soll!", dieses Gefühl ist den meisten Dozenten und Trainern vertraut.

Viele Dozenten verbringen Stunden damit, Kursbeschreibungen aufzustellen und wieder zu verwerfen. Machen Sie es anders. Mit kreativen Sortiermethoden wie Clustering und Mind Maps brechen Sie das alte Muster von Schreiben und Löschen auf. Dabei können Sie dabei Ihren Platz vor dem Bildschirm für einige Zeit verlassen – und ein Szenenwechsel regt die Gedanken an.

Clustering: Bringen Sie Struktur in Ihr Chaos!

Mit dem Clustern können Sie Ihre Ideen sinnvoll anordnen und sich so erst einmal einen Überblick verschaffen. Welche Aspekte will ich vermitteln? Wie sind sie untereinander verknüpft? Auf diese Fragen erhalten Sie eine bildhafte Antwort.

Schreiben Sie dazu alle Aspekte, die Sie in Ihrem Text behandeln wollen, auf einzelne Karten. Nutzen Sie einen großen Tisch oder den Fußboden, um die Karten zunächst auszubreiten.

Beispiel:

Jens P. nutzt das Clustering für seine Vorbereitungen. Er bietet Workshops für Existenzgründer an. Diese möchte er nun auf seiner Webseite bewerben. Die Inhalte sind ihm klar. Doch sie erscheinen ihm so umfangreich, dass er sie nicht sortieren kann. Deshalb besorgt er sich einen Stapel bunte Karteikarten. In seinem Seminarraum steht eine Pinnwand, die er jetzt nutzt.

Auf die Karten schreibt er alle Ideen, die ihm spontan zum Thema einfallen, etwa

  • - Versicherungen

  • - UG

  • - GmbH

  • - Zuschüsse und Kredite

  • - Vertragsrecht

  • - Gewerbesteuer

  • - Freiberufler

  • - Mitarbeiter, Angestellte

  • - Beratungsstellen

  • - Berufsunfähigkeit

  • - Arbeitslosengeld

  • - Rente

  • - Abschreibung

  • - Literaturtipps

In diesem Stadium hat Jens P. seine Ideen noch nicht sortiert. Es geht ihm hier nur darum, alle Themen festzuhalten. Erst im nächsten Schritt ordnet er seine gesammelten Ideen.

Beispiel:

Jens P. legt seine Karten auf einem großen Tisch aus und betrachtet sie. Was fehlt noch? Was gehört zusammen? Er schiebt die Karten hin und her, bis sie in mehreren Themenkreisen angeordnet sind. Diesen Themenkreisen gibt er einen Übertitel. An der Pinnwand befestigt er die Karten dann unter diesen Titeln.

Mögliche Überschriften wären zum Beispiel

  • Steuern

  • Rechtsformen

  • Versicherungen

  • Unterstützungsmöglichkeiten

  • Weiterführende Informationen

Damit hat Jens P. bereits eine Vorstrukturierung geleistet.

Beim Clustern gehen Sie also so vor:

  • Besorgen Sie sich Karteikarten.

  • Beschriften Sie sie mit allen Begriffen, die zu Ihrem Thema gehören

  • Stellen Sie Zusammenhänge her.

  • Hängen Sie die Karten in Gruppen sortiert auf.

  • Ergänzen Sie noch fehlende Begriffe.

  • Basieren Sie Ihren Text auf dieser Einteilung.

  • Verfassen Sie Ihren Text möglichst direkt nach der Erstellung des Clusters. So bleiben Ideen und Querverbindungen zwischen ihnen frisch.

Mind Mapping – Stell die Verbindung her!

Das Mind Mapping funktioniert ganz ähnlich. Erfunden hat die Methode der Psychologe und Journalist Tony Buzan, der unter anderem Gedächtnistrainings entwickelt hat. Aus dieser Motivation heraus entwarf er auch das Mind Mapping: Es

soll dazu dienen, das Erinnerungsvermögen zu verbessern. Sie können es aber auch nutzen, um Ihre Kreativität anzuregen. Denn bei dieser Methode wird das assoziative Denken angeregt. Sie werden dabei unterstützt, aus einem flüchtigen Gedanken neue Ideen zu entwickeln.

Wie geht es?

  • Sie benötigen einen großen Bogen Papier, am besten in Flipchartgröße (ein Tapetenrest tut es auch).

  • Legen Sie es im Querformat auf einen Tisch oder auf den Boden.

  • Schreiben oder zeichnen Sie Ihr Thema in die Mitte.

  • Zeichnen Sie viele Linien, die von Ihrem zentralen Begriff ausgehen.

  • Beschriften Sie jeden dieser Äste mit einem Begriff.

Mind Maps können Sie auch mit Computerprogrammen erstellen. Dabei geht allerdings ein wichtiger Faktor verloren: der taktile Reiz. Wenn Sie mit Papier und (vielleicht mehrfarbigen) Stiften arbeiten, sind mehrere Sinne beteiligt. Sie wechseln das Schreibgerät und verlassen schon deshalb Ihre ausgetretenen Pfade. Wie bei vielen Methoden sollten Sie auch hier ausprobieren, was Ihren Bedürfnissen am meisten entgegenkommt.

Beispiel:

Jens P. schreibt in die Mitte des Papierbogens den zentralen Begriff "Existenzgründung". Auf die Linien schreibt er die Unterpunkte.

Seine Einträge markiert er mit verschiedenen Farben. So kann er auf einen Blick erkennen, welche Themen zusammengehören.

Er nutzt auch Symbole wie Pfeile, um Verbindungen zwischen einzelnen Begriffen zu verdeutlichen.

Auch bei dieser Methode ist es ganz wichtig, dass Sie Ihren Gedanken freien Lauf lassen:

  • Überlegen Sie nicht, ob ein Begriff wirklich "passt".

  • Schreiben Sie alles auf, was Ihnen in den Sinn kommt – auch wenn es Ihnen albern oder irrelevant vorkommen mag.

  • Bewerten Sie nichts!

  • Seien Sie ruhig auch lustig oder unlogisch – es gibt hier keine richtigen und falschen Antworten

  • Versuchen Sie noch nicht, Ihre Gedanken zu sortieren. Ordnung spielt hier noch keine Rolle.

Wenn Ihnen nichts mehr einfällt, ist Ihre erste Mind Map beendet. Jetzt geht es ans Sortieren. Dazu brauchen Sie wieder ein großes Blatt Papier. Schreiben Sie diesmal auf Ihre Hauptlinien nur noch die gesammelten Oberbegriffe. Jetzt können Sie die Hauptäste mit kleinen Verzweigungen versehen. Hier stehen die Differenzierungen. Mit diesen können Sie dann weiterarbeiten, wenn es an die kreative Schreibarbeit geht.