Einfach bessere Seminarunterlagen – Texte, die überzeugen

Verhaltensmuster aushebeln

Bisher noch keine Bewertungen für diesen Artikel.

Verhaltensmuster aushebeln

Gerade für selbstständige Dozenten und Berater sind aussagekräftige Texte eine wichtige Voraussetzungen zum Erfolg. Trotzdem tun sich viele, auch gestandene und erfahrene Trainer, schwer mit dem Erstellen von Texten und Unterlagen. Hier lesen Sie, was sich dagegen tun lässt.

Warum Ihre Texte wichtig sind: Ihre Unterlagen sind Ihr Aushängeschild

Vielleicht geht es Ihnen wie vielen Trainern: Wenn Sie vor der Gruppe stehen, läuft es wie von selber. Sie sprechen fesselnd und flüssig, und die Rückmeldungen sind meistens positiv. Der eigentliche Unterricht macht ihnen überhaupt keine Schwierigkeiten. Nur: Wie bekommen Sie die Menschen in Ihre Kurse?

Viele Weiterbildner haben ein ähnliches Problem. Wie man einen Kurs leitet, wissen sie. Inhalte und Ziele schriftlich zusammenzufassen, vielleicht sogar ein richtiges Werbepaket zusammenzustellen, das fällt ihnen schon schwerer. Dabei sind aussagekräftige Texte gerade für selbstständige Trainer und Berater eine wichtige Voraussetzung zum Erfolg – sie dienen schließlich dazu, Ihre Kunden von Ihrer Leistung zu überzeugen.

Und das gilt nicht nur für die Seminarunterlagen, sondern beginnt schon viel früher: Gut formulierte Werbetexte zeigen von Anfang an, was Sie zu bieten haben und erleichtern Ihnen so die Akquise. Denn diese sind das erste, was ein potentieller Kunde von Ihnen sieht, Ihr Aushängeschild. Lieblos getextete Unterlagen dagegen können kontraproduktiv sein und potentielle Kunden abschrecken. Nehmen Sie Ihre Werbematerialien daher ernst. Richtig investierte Arbeitszeit zahlt sich später aus.

Für Ihre Seminarunterlagen gilt das natürlich erst recht. Ihre Kurse können noch so gut sein – das Gedruckte hat Bestand. Ihre Unterlagen sind es, die eventuell weitergereicht werden. Im Kundenkreis werden sie zum Werbemittel – wenn sie gut sind.

Viele Trainer nehmen ihre Schwäche in der Textarbeit nicht allzu ernst und verwenden wenig Mühe auf die Unterlagen. Hier können Sie punkten. Indem Sie Ihre Kompetenz schon im Voraus demonstrieren, heben Sie sich von der Konkurrenz ab. Ihr Skript können Sie beispielsweise in Auszügen frei zugänglich machen – als Download oder per E-Mail auf Anfrage. Wer von Ihren Texten überzeugt ist, wird auch den Kurs besuchen oder ein Training buchen.

Zudem wird die Mühe, die Sie auf das Texten verwenden, auch Ihrem Seminar zu Gute kommen. Denn mit der Verschriftlichung haben Sie ihren Kurs schon strukturiert. Gut erarbeitete Seminarunterlagen haben also gleich mehrere Vorzüge:

  • Werbewirkung

  • Mehrwert für Ihre Kunden und Kursteilnehmer

  • Vorbereitung für Sie selbst

Beispiel:

Petra M., freiberufliche Trainerin für Medienrecht, hat ihre Unterlagen bislang für jeden Kurs neu erarbeitet. Meist arbeitet sie mit Kopien, die sie aus unterschiedlichen Büchern zusammenstellt. Früher hat das gut funktioniert. Inzwischen hat sich ihre Zielgruppe verändert, und sie möchte das Erscheinungsbild ihrer Kurse professionalisieren. Deshalb möchte sie für jeden Kurs, den sie anbietet, einen Werbetext und einen Reader erstelle

Prokrastination: Schreibtisch aufräumen, Oma anrufen, einkaufen gehen

Vor dem perfekten Text stehen allerdings mehrere Hürden. Trainer und Berater, die sich bislang vor allem auf die konkrete Arbeit mit den Kunden konzentriert haben, müssen umdenken, wenn sie sich an die Textarbeit wagen. Wer bisher improvisiert hat, muss nun plötzlich vorausplanen. "Ich weiß im Voraus nicht genau, was die Inhalte sein werden. Ich gehe schließlich flexibel auf die Bedürfnisse meiner Kunden ein.", denken Sie vielleicht. Sehen Sie den Text als Hilfestellung für sich selbst, als Gerüst, an dem Sie sich festhalten können. Zum Korsett soll er allerdings nicht werden: Auf individuelle Bedürfnisse wollen Sie schließlich immer noch eingehen.

Oft stehen wir uns beim Schreiben selbst im Weg. Wir bauen uns selber Hürden auf, die uns die Arbeit erschweren. Die bekannteste Hürde ist eine psychologische, die Schreibblockade. Sicher kennen Sie das: Sie sitzen am Schreibtisch vor dem Computer. Eigentlich könnte es nun losgehen. Doch plötzlich ist Ihr Kopf wie leergefegt. Statt sich auf Ihr Projekt zu konzentrieren, lassen Sie sich ständig ablenken. Es fallen Ihnen Hunderte von Dingen ein, die Sie noch schnell erledigen müssen: Fensterputzen, eine wichtige E-Mail beantworten, den Müll wegbringen.

Der Traum vom perfekten Text: Da fehlt doch noch was…

Beispiel:

Petra M. überfallen bei der Erstellung ihrer Unterlagen regelmäßig Selbstzweifel. Immer wieder geht sie die gleichen Fragen durch: "Ist das wirklich interessant?“, „Wissen die das nicht schon alles?“ – und ist schließlich überzeugt: „Ich kann das einfach nicht."

Hinter diesen Grübeleien steckt das Bedürfnis, alles richtig zu machen - eigentlich eine lobenswerte Eigenschaft. Doch leider stellen wir uns damit selbst ein Bein. Wer jeden Satz bewertet, traut sich nichts mehr zu. Und dann gelingt es gar nicht erst, den Einstieg zu finden. Gleich der erste Satz wird fünfmal geschrieben, wieder gelöscht, neu geschrieben. Dann zweifeln wir an unserer Kreativität. Ich habe einfach keine guten Einfälle! – diesen Gedanken kennt jeder, der schreibend tätig ist.

Versuchen Sie daher, Ihre Erwartungen herunterzuschrauben.

Tricksen Sie sich aus!

Doch das ist leichter gesagt als getan.

Die eigenen Muster können Sie nicht von einem Tag auf den anderen ändern. Doch Sie können lernen, die eigenen Widerstände zu überwinden. Denn die sind Ihr größtes Hindernis. Finden Sie also heraus, wie Sie funktionieren. Vielleicht gehören Sie zu den Menschen, die einfach mehr Selbstdisziplin brauchen?

Mit den folgenden Regeln können Sie lernen, sich selbst zu disziplinieren:

  • Bürozeiten

    • Halten Sie feste Bürozeiten ein

    • Legen Sie auch Pausenzeiten fest. Halten Sie sich eisern daran – auch dann, wenn Sie gerade im Schreibfluss sind!

    • Teilen Sie Ihren Tagesablauf ein. Erledigen Sie die wichtigsten Aufgaben vormittags und verschieben Sie Organisatorisches auf den Nachmittag

  • Arbeitspläne

    • Erstellen Sie für jedes Projekt einen präzisen Arbeitsplan

    • Teilen Sie Ihre Aufgaben dazu in kleine Schritte ein. Statt "Unterlagen für das Wochenendseminar erstellen" könnte ein Schritt lauten "Textaufbau festlegen" oder „Lernziele notieren“

    • Legen Sie für jeden einzelnen Schritt einen Zeitplan fest

    • Halten Sie sich an Ihren Zeitplan! Ignorieren Sie Ihre eigenen Ablenkungsmanöver.

Vielleicht klingt das für Sie nach Zeitverschwendung? In der Zeit, die Sie für diese Listen verwenden, könnten Sie den halben Text schreiben, meinen Sie? Dann tun Sie’s! Fakt ist, dass wir oft gar nicht erst anfangen und stattdessen stundenlang Zeit schinden. Weder erledigen wir die Schreibarbeit, noch können wir etwas anderes schaffen, weil wir ständig an die unangenehme Aufgabe denken. Beginnen Sie also lieber mit einer einfachen Aufgabe wie dem Notieren von Schritten. Schneller als sonst sind Sie dann mitten in der Arbeit gelandet.

Beispiel:

Petra M. saß früher nächtelang am Computer, um ihre Unterlagen zu schreiben. Statt zu arbeiten, surfte sie Stunden im Internet. Ständig hatte sie ein schlechtes Gewissen, weil sie nicht weiterkam.

Inzwischen hat sie einen festen Zeitplan erstellt. Einen Tag in derWoche hält sie sich seither frei, um an den Texten zu arbeiten. An denübrigen Tagen beschäftigt sie sich nicht damit.

Ihren Plan hat sie auf ein großes Blatt Papier geschrieben und über den Schreibtisch gehängt:

Um 16 Uhr ist Schluss – unabhängig davon, ob sie noch Ideen und Lust zum Schreiben hat oder nicht.

Petra M. hat gemerkt, dass sie für jeden Tag erreichbare Ziele festlegen muss. Sonst ist sie schnell frustriert, wenn sie weniger schafft.

Für den ersten Tag an einem neuen Text sehen diese Ziele etwa so aus:

  • Ziel 1: Inhalte des Seminars grob schriftlich festlegen (bis 12 Uhr)

  • Ziel 2: Literatur sammeln (bis 15 Uhr)

  • Ziel 3: Stichpunkte für die Einleitung schreiben (bis 16 Uhr)

Ihre Zeiteinteilung beachtet Petra M. ganz streng – sie stellt sich sogar den Wecker.

Ebenso wichtig wie ein gutes Zeitmanagement ist auch Ihr Wohlbefinden. Und dafür sind Sie als Selbständiger selbst verantwortlich. Schließlich haben Sie keinen Chef, der auf Ihr Arbeitspensum achtet und Sie lobt. Finden Sie also heraus, was Sie persönlich brauchen, um Ihre Ziele zu erreichen.

Beispiel:

Petra M. belohnt sich nach jeder erledigten Aufgabe mit einem kleinen Spaziergang oder einer heißen Schokolade. Diese kleinen Geschenke an sich selbst erhöhen ihre Motivation.

Es gibt auch andere Hürden

Vielleicht liegt es aber gar nicht an Ihrer Selbstdisziplin? Dann genügen diese Rituale nicht. Wenn Sie einen festen Schreibplatz haben, diszipliniert immer zur gleichen Zeit arbeiten und dennoch nicht vorwärts kommen, sollten Sie sich eine neue Strategie überlegen.

Ist Ihr Problem, dass ...

  • Sie den Einstieg nicht finden?

  • Sie jeden Gedanken durch Selbstkritik abwürgen?

  • Sie sich ständig mit anderen vergleichen?

  • Ihre Gedanken sich immer im Kreis drehen?

  • Sie von den eigenen Ideen gelangweilt sind?

  • Sie sich unkreativ fühlen?

  • Sie an Ihrem Schreibtalent zweifeln?

Wenn Sie einige dieser Fragen mit Ja beantwortet haben, sind Sie in guter Gesellschaft – aber sicherlich dennoch in der Lage, gute Texte zu verfassen. Dabei können Sie Methoden des kreativen Schreibens nutzen. Die bringen Sie in den Schreibfluss – so mancher Selbstzweifel löst sich von selber auf, sobald Sie etwas zu Papier gebracht haben – und bringen Sie auf neue Ideen.

Kreatives Schreiben – ist das nicht was für Poeten?

Bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts wird in den USA Kreatives Schreiben unterrichtet. Anders als in klassischen akademischen Schreibkursen werden hier fantasievolle und assoziative Techniken verwendet. In der Literatur finden sich viele Spuren davon. Schriftsteller wie zum Beispiel die Surrealisten nutzen diese Methoden, um verborgene Gedanken und Gefühle zu erspüren. So entwickeln sich Ideen, auf die Sie sonst nicht gekommen wären. Kreatives Schreiben lässt sich sehr vielseitig einsetzen. Studenten hilft es dabei, Seminararbeiten zu verfassen, Schriftsteller üben neue Textformen, Therapeuten nutzen es zur Bewältigung von Traumata. Nutzen Sie das kreative Schreiben für Ihre Fachtexte!