Geld verdienen mit Digitalfotos

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Immer mehr Fotoamateure entdecken das Internet als Marktplatz für ihre digitalen Fotos. Zeitschriften und neue Online-Agenturen, die wie Pilze aus dem virtuellen Boden schießen, locken mit vollmundigen Versprechungen, wie einfach sich Bilder zu Geld machen lassen. Ganz so einfach ist es in der Praxis nicht. Wir sagen Ihnen, worauf es ankommt, wenn Sie mit Ihren Bildern Geld verdienen wollen.

Fotografieren scheint immer einfacher zu werden. Digitalkameras machen es möglich: "Knips" - und zehn Minuten später ist das Foto im Internet. Der Markt für Bilder ist groß und immer hungrig. Längst haben die großen Bildagenturen ihre Archive digitalisiert und neu entstehende Online-Agenturen nehmen ohnehin nur noch digitales Material. Die Revolution, die sich in der Fototechnik in den letzten Jahren abgespielt hat, revolutioniert auch die Vertriebswege. Vor zehn Jahren hatte ein Amateur kaum eine Chance, seine Bilder über eine Agentur zu verkaufen. Seit digitale Spiegelreflexkameras auch für Normalverbraucher erschwinglich sind, herrscht jedoch eine Art Goldgräberstimmung. Im Internet wetteifern immer neue Online-Agenturen um die Gunst von Bilderlieferanten. Doch es ist ratsam, genau hin zu schauen: Die Konkurrenz ist riesengroß, nicht alles lässt sich vermarkten. Und es stellt sich auch oft die Frage nach Aufwand und Nutzen.

Wer kauft Agenturbilder?

Zeitschriften, Firmen, Webdesigner und Werbeagenturen zählen zu den wichtigsten Bildabnehmern.

Sie definieren auch die Anforderungen an die Bilder, inhaltlich wie qualitativ. Bei Kundenpreisen von ein bis zehn Euro kauft zwar auch ein Privatkunde schon mal ein Foto für die Vereinshomepage oder die private Hobbyseite. Kleine Firmen oder Privatpersonen mit schmalem Budget sind selten bereit, größere Summen für Bildrechte auszugeben. Für den Fotografen bleibt unter dem Strich nur dann ein Verdienst, wenn er Bilder hat, die gut laufen. Und am besten möglichst viele von dieser Sorte.

Welche Preise lassen sich erzielen?

Der Preis für Bilder kann von wenigen Cent bis zu mehreren hundert Euro schwanken. Da der Markt sehr umkämpft ist, tendieren die Preise schon seit längerem nach unten. Ist der Angebotspreis zu hoch, hat der potenzielle Kunde bei Standardmotiven immer die Möglichkeit, verschiedene Anbieter gegeneinander auszuspielen. Weil viele Amateure bereit sind, ihr Material für verschwindend geringe Beträge oder sogar kostenlos zu publizieren, sollte man seine Erwartungen an Bildhonorare also nicht zu hoch schrauben. Wer gutes, d.h. überdurchschnittliches Bildmaterial hat, kann den Versuch trotzdem wagen und seine Motive zum Verkauf anbieten.

Ausschlaggebend für den Preis sind beispielsweise

  • das Medium, in dem das Motiv veröffentlicht wird (Zeitschrift, Flyer, Plakat...)

  • Auflagenhöhe und Verbreitungsgebiet

  • Zeitraum, über den das Motiv genutzt werden soll, und ob der Kunde eine

  • exklusive Nutzung beansprucht, sowie natürlich

  • Qualität und Motiv.

Der Bundesverband für Pressebildagenturen gibt alljährlich ein Handbuch bzw. eine Berechnungssoftware heraus, mit der Bildhonorare in Abhängigkeit der verschiedenen Faktoren berechnet werden können.

Welche Agentur?

Bildagenturen gibt es wie Sand am Meer. Die Eingabe des Suchbegriffs in Google liefert in 0,04 Sekunden fünfeinhalb Millionen Treffer. Welche der ersten hundert sind wirklich gut? Zunächst wollen die Agenturen ja auch Bilder verkaufen, und nicht unbedingt neue Ladenhüter im Archiv. Deshalb arbeitet auch nicht jede Agentur mit Amateuren, denn der Verwaltungsaufwand ist enorm. Alle eingereichten Fotos müssen beurteilt und die Bild- und Fotografendaten gespeichert und verwaltet werden. Die Vertragsverwaltung und Abrechnung erzeugt einen hohen Zeit- und damit Kostenaufwand für die Agentur. Daraus leitet sich ihr Honoraranspruch ab. Und weil sie auf einem hart umkämpften Markt überleben müssen, ist jede Agentur bestrebt, mit Fotografen zu arbeiten, die verkaufsfähiges Material liefern - nicht nur einmal, sondern am besten regelmäßig.

Manche Agenturen haben sich auf bestimmte Themen spezialisiert. Wenn Sie beispielsweise als Unterwasserfotograf oder Feuerwehrmann immer wieder Fotos zu ganz speziellen Themen liefern können, hat es keinen Sinn, Ihre Bilder bei einer Agentur einzustellen, die im Fashion-Bereich sehr gefragt ist. Machen Sie sich schlau, wo Ihre Lieblingsmotive gesucht und angeboten werden. In welche Agentur passen Ihre Motive am besten?

Um einen Agenturvertrag zu erhalten, gibt es unterschiedliche Verfahren. Bei neuen Anbietern, die noch nicht etabliert sind, genügt es, einen Online-Account einzurichten und die Vertragsbedingungen bei der Registrierung zu akzeptieren. Bei den großen Agenturen liegt die Latte deutlich höher: In einigen Fällen müssen Sie einen umfassenden Fragebogen ausfüllen und sich mit Beispielbildern bewerben. Einmal drin zu sein bedeutet trotzdem noch gar nichts: Nur wer verkauft, verdient. Das Honorar wird immer erst ausgezahlt, wenn die Transaktion mit dem Kunden vollzogen ist, meistens vierteljährlich. In der Regel teilen sich Agentur und Fotograf die Einkünfte zu 50%. In einigen Fällen verlangt die Agentur vom Fotografen zusätzliche Verwaltungs- oder Abwicklungsgebühren, so dass bei einem Kundenpreis von 50 EUR für den Fotografen zwischen 20 und 25 EUR übrig bleiben (die dann noch ggf. versteuert werden müssen).

Unbekannte Agenturen verkaufen nicht so leicht Bilder wie die Riesen am Markt. Je größer und bekannter die Agentur, bei der Sie mit Ihren Bildern unterkommen, desto wahrscheinlicher ist ein Verkaufserfolg.

Es kommt auch vor, dass Agenturen, die anfangs mit Amateuren zusammen gearbeitet haben, deren Konten einfrieren oder schlichtweg auflösen, wenn innerhalb eines bestimmten Zeitraums nichts verkauft wurde. Gettyimages, eine der verkaufsstärksten Agenturen weltweit, erhebt eine Gebühr zwischen 5 und 50$ (pro Bild), bevor ein neuer, unbekannter Fotograf seine Fotos in bestimmte Kollektionen laden und sie für zwei Jahre zum Verkauf anbieten kann. Daneben besteht aber auch die Möglichkeit, das Portfolio kostenlos von den Fachleuten prüfen zu lassen. Von dieser Möglichkeit sollte man als Fotograf nur dann Gebrauch machen, wenn man den hohen Standards der Agentur gewachsen ist.

Was bedeutet das für Sie als Fotograf/in? Versuchen Sie, so viel wie möglich über die Agentur in Erfahrung zu bringen. Wie lange gibt es sie schon? Wie viele Bilder werden dort verkauft? Wie gut wird die Agentur von Suchmaschinen gefunden?

Wenn Sie sich entschieden haben, sollten Sie sich als nächstes die Vertragsbedingungen genau durchlesen:

  • Dürfen Sie Ihre Fotos gleichzeitig auch anderswo anbieten?

  • Werden nur Motive mit Exklusivrechten gesucht?

  • Wie lange müssen Sie Ihre Bilder zur Verfügung stellen, wann können Sie sie frühestens zurückziehen?

Links zu einigen Agenturen

Die deutschen Auftritte der großen, internationalen Agenturen:

Beispiele für kleinere Agenturen auf dem deutschen Markt

Royalty Free

Wer nach Bildern sucht, findet oft den Hinweis auf "Royalty Free Stockphotos". Der Begriff suggeriert fälschlicherweise, dass die Bilder kostenlos zu haben seien. Dies ist nicht der Fall. Es bedeutet vielmehr, dass die angebotenen Bilder beliebig oft für alle möglichen Zwecke verwendet bzw. verkauft werden können. Die Nutzung ist örtlich und zeitlich unbegrenzt - und dadurch werden die Rechte für den Käufer entsprechend günstig. Wer ein solches Bild(recht) erwirbt, muss in Kauf nehmen, dasselbe Motiv auf Dutzenden anderer Webseiten oder Flyer wieder zu finden. Für Exklusivität muss man etwas tiefer in die Tasche greifen.