Die optimale Hausratversicherung

Alt-Versicherung kündigen

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Alt-Versicherung kündigen

Schritt 3: Zunächst alte Hausratversicherung kündigen

Bevor wir weiter nach der für uns optimalen Hausratversicherung als Alternative suchten, haben wir zuallererst die alte Versicherung mit folgendem Schreiben gekündigt, das Sie als Musterschreiben gerne nutzen können:

Beispiel: Musterbrief für die Kündigung der Hausratversicherung

Betrifft: Unsere Hausratversicherung Versicherungs-Nummer XXXX

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündigen wir die oben genannte Hausratversicherung zum vertraglich frühest möglichen Zeitpunkt. Bitte bestätigen Sie uns schriftlich den Erhalt der Kündigung wobei Sie uns bitte das Datum mitteilen, zu dem das Versicherungsverhältnis beendet sein wird.

Mit freundlichen Grüßen

XYZ

Immer eine schriftliche Rückbestätigung anfordern

Bei jedem Schreiben an die Versicherung sollten Sie immer um schriftliche Rückbestätigung des Erhalts des Schreibens (ob per Brief, Fax oder E-Mail) bitten. Man spart sich so das Extraporto und den Extragang zur Post für Einschreiben/Rückschein-Sendungen. Die Bestätigung der Versicherung kommt gratis ins Haus. Und im Fall des (Schadens-) Falls wird die Versicherung nicht behaupten können, sie hätte von Ihnen leider keine Informationen (Aufstellen eines Baugerüsts, Umzug, unbeaufsichtigte Wohnung länger als 60 Tage, usw.) erhalten. Sie müssen allerdings telefonisch oder schriftlich nachhaken, sofern nach Ihrem Schreiben bei IHnen von der Versicherung keine Bestätigung eingeht.

Wenn sich auch bei Ihnen die bisherige Versicherung schon beim ersten Vergleich als zu teuer herausstellt, sollten Sie zunächst ihre alte Versicherung kündigen. Bis Ihr bisheriger Versicherungsvertrag nach Kündigung ausläuft, haben Sie noch ausreichend Zeit, um sich eine bessere zu suchen. Falls Sie eine uralte Hausratversicherung mit Versicherungsbedingungen vor 1992 haben wäre jedoch zu prüfen, ob diese noch irgendwelche in Neuverträgen längst gestrichenen Sonderleistungen enthält, beispielsweise Versicherungsschutz bei Überschwemmung durch Hochwasser wie teilweise noch bei DDR-Altverträgen (heute Allianz), der für Wohnungen in Überflutungslagen hilfreich sein kann. Hier handelt es sich um wenige Ausnahmen, bei der Sie auch einen allgemeinen Leistungs- und Preisvergleich anstellen sollten. Altverträge können auch für den Versicherer ungünstigere Bestimmungen enthalten oder sind durch wiederholte Preiserhöhungen unwirtschaftlich geworden.

Normale Kündigungsfristen: Ansonsten können Sie nicht viel falsch machen, wenn Sie zuerst die alte Versicherung "wegen zu teuer" kündigen: Die normale, reguläre, gesetzliche Kündigungsfrist beträgt nämlich drei Monate zum Ende des jeweiligen Versicherungsjahres. Beginnt Ihr Versicherungsjahr beispielsweise am 1. März, müssen Sie spätestens drei Monate vorher, also bis zum 1. Dezember des Vorjahres gekündigt haben. Wenn Sie beim Versicherer für eine Mindestversicherungszeit von 5 Jahren optierten, um Rabatte zu erhalten, kommen Sie allerdings regulär erst fünf Jahre nach Vertragsbeginn heraus.

Sonderkündigungsrechte: Zusätzlich gibt es auch die außerordentliche Kündigung. Ändert der Versicherer nämlich die Versicherungsbedingungen (AGB) oder erhöht die Preise, können Sie innerhalb von vier Wochen nach Kenntnisnahme (Eingang) der Mitteilung kündigen. Kündigen Sie in diesem Fall für den Zeitpunkt, ab dem die neuen Preise oder AGB wirksam werden. Zusätzlich dürfen Sie nach jedem Schadensfall (Versicherungsfall) innerhalb eines Monats kündigen. Kündigen Sie aber auch hier zum Ende des laufenden Versicherungsjahres - ansonsten verschenken Sie gezahlte Beiträge.

Schritt 4: Entscheiden Sie, ob und - wenn ja - welche Hausratversicherung für Sie sinnvoll ist

Grob gesehen bestehen für den Versicherungsabschluss drei Optionen:

  • Entweder schließen Sie gar keine Hausratversicherung ab.

  • Oder Sie wählen die günstigste.

  • Oder Sie wählen eine mit besonderen Extras, die Ihre besonderen Lebensumstände berücksichtigen und zugleich möglichst preiswert ist.

Ob überhaupt und wenn ja welcher Schadensfall einmal eintritt, kann niemand vorhersagen. Ein Versicherungsabschluss ist also immer auch eine persönliche, subjektive Entscheidung, ob man ein gewisses Lebensrisiko gut verträgt oder nicht. Entscheiden Sie selbst, wie Sie die Lage einschätzen. Die von FINANZtest angestellten Modellrechnungen für Musterhaushalte sind dafür zwar eine Orientierung. Sie haben aber nur bedingten Wert. Wer beispielsweise kein Fahrrad hat, braucht schließlich keine Fahrradversicherung (wie der Musterhaushalt).

Option 1: Einfach keine Hausratversicherung abschließen. Über 20% aller deutschen Haushalte haben keine Hausratversicherung. Auch wenn sich jetzt die Versicherungsvertreter die Ohren zuhalten: Die Hausratversicherung ist kein "Muss" wie die Haftpflichtversicherung. Wer von ALG II oder Grundsicherung lebt und nur Hausrat mit geringem Wert besitzt, dem würden im Schadensfall notfalls vom Amt seine lebensnotwendigsten Einrichtungsgegenstände, Bekleidung ersetzt werden. Warum sollte man dann seine letzten Kröten der Hausratversicherung opfern? Über die Hausratversicherung wird zwar das Schadensrisiko auf die Versicherungsnehmer verteilt. Allerdings werden mit den Prämien auch die hier durchaus nicht so seltenen gemeinen kleinen und größeren Betrügereien bezahlt, die man über Schadensmeldungen anstellen kann, die zwar strafbar sind, aber leider eher selten auffallen. Außerdem löhnt man über die Prämien für meist erhebliche Vertriebsprovisionen, das Marketing, den allgemeinen Verwaltungsaufwand, den erhöhten Aufwand für die Abwicklung von Versicherungsfällen, sowie für die Vorstandgehälter und für die Dividenden an die Aktionäre. Diese Zusatzkosten entfallen, wenn man hinsichtlich der Hausratversicherung jungfräulich lebt.

Option 2: Die preisgünstigste Hausratversicherung. Wenn Sie möglichst kleine Preise für Ihre Hausratversicherung zahlen wollen, sollten Sie sich einfach die günstigste Hausratversicherung nur mit Grundschutz nach AHB 92 aussuchen. Zusätzlich sollten Sie darauf achten, dass Sie höchstens den Wert Ihres Hausrats nach tatsächlichen Wiederbeschaffungswerten, versichern lassen.

Den Wert des Hausrats ermitteln Sie in dieser Variante anhand einer eigenen Wertermittlungsliste, die sowieso später im Falle eines Schadens hilfreich sein würde. Sie lassen sich nicht automatisch auf das normale Versicherungsangebot mit Unterversicherungsverzicht ein, bei der je nach Versicherungsgesellschaft der Hausrat zum Wertansatz von 500 bis 750 EUR pro Quadratmeter Wohnfläche versichert wird und die Versicherung dann im Schadensfall nicht mehr nachfragt, ob Sie etwa unterversichert sind (Unterversicherungsverzicht). Sollten Sie im Schadensfall tatsächlich unterversichert sein, ist das schließlich auch kein Beinbruch. Versichern Sie nur 20.000 EUR Hausrat und beträgt der Wert des Hausrats dann 25.000 EUR, würde man Ihnen im Schadensfall zwar nur 80% (20.000 geteilt durch 25.000 EUR) des Versicherungswerts auszahlen. Damit dürfte man aber auch auskommen. Schließlich erstattet die Hausratversicherung (im Gegensatz zur Haftpflichtversicherung) den Wiederbeschaffungswert des meist ja gebraucht vorhandenen und funktionierenden Hausrats, der über dem Zeitwert liegt. Sie brauchen nach einem Schadensfall nicht unbedingt Neuware, sondern könnten auch gebrauchte Möbel, Küchenmaschinen, etc. - beispielsweise über Ebay - unter Neuwert erwerben. Wer weiter sparen will, kann beim Abschluss einen Selbstbehalt - z.B. von 150 EUR je Schadensereignis - wählen. Das senkt den Versicherungsbeitrag - je nach Anbieter um etwa 20%. Im Ernstfall tragen Sie damit die meist verkraftbaren 150 EUR. Beträgt der Schaden bis 150 EUR, bekommen Sie zwar gar nichts, sparen sich aber damit auch die eher zeitraubende Verwaltungsbürokratie der Schadensmeldung und -abwicklung.

Ergebnisse für die Versicherung zum kleinen Preis: Bei der Interrisk ergab sich als Musterrechnung für das (einfache) Versicherungsprodukt "L" für 30.000 EUR Versicherungssumme und 150 EUR Selbstbehalt ein Jahresbetrag von 21,34 EUR für die niedrigste Gefahrenzone (ländliche Gebiete) und für eine Wohnung in Berlin in normaler Wohngegend 38,42 EUR pro Jahr (inklusive jeweils 25% Schadensfreiheitsrabatt für die letzten schadensfreien fünf Versicherungsjahre beim bisherigen Versicherer). Bei mr-money.de startete das Angebot mit 34,50 EUR Jahresbeitrag für den ländlichen Postleitzahlbereich und 48,65 EUR pro Jahr für eine Berliner Postleitzahl.