Die optimale Hausratversicherung

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Die Hausratversicherung mit Extras nach persönlichem Haushaltsprofil zum günstigen Preis.

Die Standard-Hausratversicherung nach AHB92 der Versicherer erschien uns für den eigenen Fall nicht optimal. Für unsere Hausratversicherung wollten wir Extras einschließen, die nach AHB92 unversichert bleiben. So war uns früher zweimal Reisegepäck gestohlen worden - und wir sind öfters unterwegs. Daher wünschten wir für unsere "Außenversicherung" auch eine Versicherung von Diebstählen von Sachen aus dem Kfz, möglichst auch nachts. Zudem sollten Schäden auch bei grober Fahrlässigkeit erstattet werden. Außerdem sollten Gegenstände im nur beruflich genutzten Arbeitszimmer der Wohnung versichert sein. Fahrräder sollten nicht nur tagsüber, sondern auch nachts im Freien auf der Straße versichert sein, damit man sie nicht täglich in unseren Keller herunter- und raufschleppen muss, wodurch wir uns unsere bisherige Extra-Fahrradversicherung sparen konnten. Klar war auch das Extra Überspannungsschutz, was schon die bisherige Hausrat enthielt. Unsere Anforderungs-Checkliste zusätzlich zur normalen Hausrat lautete also:

  • Zusätzliche Fahrraddiebstahlversicherung, auch nachts im Freien gültig

  • Zusatzschutz bei Einbrüchen ins Auto, auch für elektronische Geräte, auch nachts

  • Versicherungschutz auch bei grober Fahrlässigkeit

  • Zusatzschutz auch für Sachen im beruflich genutzten Arbeitszimmer

  • Überspannungsschutz

Für unseren persönlichen Fall fanden wir das beste Angebot bei der Interrisk, den "XXL-Tarif". Der kostete uns 130,41 EUR pro Jahr für unsere Wohnlage bei 54.000 EUR Versicherungsgesamtsumme. Mit dem einfachen Versicherungsschutz (L-Tarif) plus 150 EUR Selbstbehalt hätte es dort zwar jährlich nur 69,16 EUR pro Jahr gekostet. Dann wären aber die Eventualitäten unversichert geblieben, die uns für unsere Lebensumstände riskant erschienen. Zugleich verzichteten wir auf einen Selbstbehalt, weil z.B. bei Fahrraddiebstahl ein größerer Teil des Wertverlusts nicht erstattet werden würde.

Ergebnis: Die schnelle einfache Lösung ist oft nicht die beste Lösung

Durch Vergleich über die diversen Online-Vergleichsrechner dürften Sie meist relativ leicht ein Angebot finden, dass erheblich günstiger ist als Ihre bisherige Hausratversicherung und die gleichguten Versicherungsschutz bietet. Wer keine Zeit hat, hat damit schon einen guten Schritt getan und spart über die Jahre sicherlich eine Menge Geld. Man sollte dann nur zukünftig alle paar Jahre die Versicherungsanbieter vergleichen - speziell im Fall, dass die eigene Versicherung eine Preiserhöhung ankündigt, weil man dann auch gleich kündigen kann.

Oft kann aber weitaus mehr optimieren als über dieses Schnellverfahren. Wir konnten über 200 EUR sparen - so viel, wie uns die bisherige Versicherung mit 201,25 EUR überhaupt kostete. Unsere neue Versicherung kostet nun 130,41 EUR pro Jahr (Ersparnis 71,66 EUR gegenüber Signal-Iduna) trotz erhöhter Versicherungssumme von 50.000 auf 54.000 EUR. In diesem XXL-Paket der Interrisk waren die Fahrräder nachts auf der Straße bis 600 EUR Versicherungssumme versichert, tags und nachts in abgeschlossenen Räumen bis 1.200 EUR. Wir konnten also die Fahrräder auch nachts auf der Straße lassen und sparten 120 EUR für unsere spezielle Fahrradversicherung. Zusätzlich bekamen wir sozusagen gratis noch rund 30 für uns teilweise wichtige Versicherungsextras wie Versicherung auch bei grober Fahrlässigkeit mit 50% Erstattung, Schutz bei Diebstahl aus Kfz bis 1200 EUR, usw. dazu.

Hinweis: Der Autor ist weder Versicherungsvertreter noch verdient er daran, dass er die Interrisk positiv vorstellt. Wahrscheinlich gibt es bezogen auf die persönliche Situation auch noch weitere interessante Versicherungen - jeder kann dies selbst herausfinden. Hier soll nur dargestellt werden, wie man prinzipiell vorgehen kann und was man beachten sollte.

Schritt 5: Schon beim Versicherungsabschluss für den eventuellen Schadensfall voraus denken

Vermeiden Sie eine Versicherung, die im Schadensfall nicht zahlt. Beachten Sie, dass Sie die Versicherung bei besonderen Vorkommnissen rechtzeitig informieren müssen, weil sich die Gefahrenlage erhöhen kann: Umzug, Wohnung länger als 60 Tage unbetreut, Überlassung der Wohnung an Gäste, Bauarbeiten oder Gerüst am Haus zählen zu derartigen Fällen. Beachten Sie auch, dass bei grober Fahrlässigkeit normalerweise die Zahlung verweigert wird, wobei der Normalverbraucher oft nicht das für grob-fahrlässig hält, was gerichtlich so eingestuft wird (Kippfenster offen, Wohnungstür nur zugedrückt, aber nicht abgeschlossen, Wasserhahn zur Wasch- oder Spülmaschine nicht zugedreht bei Abwesenheit, Wasserschaden wegen Einfrieren der Heizung, bzw. Wasserleitungen mangels minimaler Heizung über dem Gefrierpunkt, usw.).

Im Schadensfall müssen Sie die vorhergehende Existenz, ggf. auch den Wert der Gegenstände belegen oder glaubhaft machen, die beispielsweise gestohlen, verbrannt oder beschädigt wurden. Auch bei der Versicherung gilt die Regel: Keine Auszahlung ohne Nachweis! Sammeln Sie daher jetzt die Belege für Ihren Hausrat, speziell für die teureren Gegenstände - Quittungen, Ausdrucke von Ebay-Käufen, beispielsweise in einer Hängemappe oder einem großen Briefumschlag. Mit der Digitalkamera oder dem Videorecorder sollten Sie einmal im Rundumschlag Ihren gesamten Hausrat dokumentiren und zwar in allen Räumen, einschließlich geöffneter Schubladen und Schränke, damit auch der Inhalt festgehalten wird, natürlich auch Ihre Wertsachen wie Schmuck, Bilder, Antiquitäten.

Hilfreich ist auch eine Hausratliste mit Wertangaben als Sammelpositionen, womit Sie den Gesamtwert Ihres Hausrats als Versicherungssumme ermitteln können. Am Besten bewahren Sie Ihre Belege, Fotos, etc. nicht in der versicherten Wohnung auf. Digitalisiert könnten Sie die Fotos, das Video oder die Nachweise als Kopie auf CD-ROM oder DVD brennen und jemand im persönlichen Kreis zur Aufbewahrung geben oder anderswo hinterlegen (beispielsweise Bankschließfach).

Fazit: Einfach nur seine Hausratversicherung abschließen und danach brav als Kunde jahrzehntelang die Versicherungsprämien zahlen reicht leider nicht aus, ist aber häufig die Praxis. In diesem Fall könnte es sein, dass Sie im Extremfall einmal vor einem Haufen Asche stehen - Ihrer ehemaligen Wohnung. Und Ihre Versicherung zahlt nicht und die Schadensabwicklungsabteilung reibt sich die Hände, weil Sie gar nicht belegen können, was Ihnen einmal gehörte. Wenn schon eine Hausratversicherung, dann bitte nicht nur ans Bezahlen, sondern auch an den Nachweis im Schadensfall denken! Ansonsten haben Sie nur gezahlt, bekommen im Ernstfall aber nichts oder viel zu wenig zurück oder haben viel Aufwand, um wacklig über Zeugenaussagen usw. Ersatz zu fordern.