Investieren in geschlossene Fonds?

Rendite

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Rendite

Welche Art der Beteiligung verspricht Ihnen welche Rendite?

Die höchsten Renditen nach der IRR-Methode versprechen Ihnen die Initiatoren von Private-Equity-Fonds. Sie liegen bei 10-17 Prozent nach Steuern. Nachfolgend möchte ich Ihnen jedoch die drei großen Segmente charakterisieren. Hier liegen zwar die Renditeprognosen nicht ganz so hoch, dafür ist aber auch das Risiko geringer.

Zusätzlich erläutere ich Ihnen noch die Problematik der Medienfonds, die zwar heute in der Zeichnung nicht mehr sehr attraktiv sind, jedoch sehr populär waren und die viele Anleger noch in ihrem Portfolio haben.

Immobilienfonds, die in Deutschland investieren, gelten allgemein als sicher, steuerlich attraktiv, inflationsgeschützt und mit einem kontinuierlichen Wertzuwachs versehen. Die steuerlichen Vorteile sind für Sie als Anleger in einem geschlossenen Immobilienfonds jedoch auf eine Verlustzuweisung von oft weniger als 20 Prozent insgesamt geschrumpft.

Da die Lage der Immobilienmärkte in Deutschland in den vergangenen Jahren schwierig war, sollten Sie hier genau auf die Lage und das Nutzungskonzept des Investitionsobjektes schauen. Als jährliche Rendite nach Steuern können Sie vier bis sechs Prozent erwarten.

Bei Immobilienfonds, die im Ausland investieren, profitieren Sie von einer oftmals günstigeren Besteuerung Ihrer Auslandseinkünfte im "Standortland" (Belegenheitsland) der Immobilie, die aufgrund von Doppelbesteuerungsabkommen auch im Wohnsitzstaat des Anlegers (in Ihrem Fall in Deutschland) angewandt werden.

So gelten im Ausland oftmals attraktive Freibeträge und niedrigere Steuersätze als in Deutschland, wie beispielsweise in Großbritannien oder in den USA. In Deutschland unterliegen diese Einkünfte nur dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, dass für die Errechnung Ihres Steuersatzes die Einkünfte aus dem Ausland berücksichtigt werden. Der so ermittelte Steuersatz wird dann aber auf Ihr Einkommen ohne die ausländischen Einkünfte angewandt. Bei einer Anlage außerhalb des EU-Raumes haben Sie zusätzlich ein Währungsrisiko beziehungsweise eine Währungschance. Die Rendite nach Steuern wird durchschnittlich zwischen sechs und acht Prozent liegen.

Mit einer Schiffsbeteiligung investieren Sie in den Bau und den Betrieb eines Schiffes (Containerschiff oder Tanker). Schiffsbeteiligungen "leben" von den Charterraten, vergleichbar mit der Miete bei Immobilien.

Auf lange Festvercharterung achten

Achten Sie auf eine lange Festvercharterung. Damit ist die Einnahmeseite besser kalkulierbar, da die internationalen Charterraten häufig schwanken. Jede Charterrate ist nur so sicher, wie der Charterer. Achten Sie folglich auf große, finanzkräftige Chartergesellschaften.

"Im Einkauf liegt der Gewinn" - durch einen günstigen Einkauf des Schiffes steigt der Gewinn des Anlegers bei Verkauf des Objektes. Schiffsbeteiligungen werden heute in der Regel als Tonnagesteuerfonds aufgelegt. Die Tonnagesteuer ist ein Wahlrecht für die Gewinnermittlung bei Handelsschiffen im internationalen Verkehr. Der Gewinn wird dabei unabhängig vom tatsächlichen Ergebnis des Fonds ermittelt. Die Steuerlast wird anhand der Nettoraumzahl (NRZ) ermittelt.

Sind Sie bereits Investor bei einem Schiff und haben ein Kombi-Modell (Beteiligungen mit einer anfänglichen Verlustzuweisung und späterem Wechsel zur Tonnagesteuer), droht Ihnen vielleicht Ungemach durch den so genannten Unterschiedsbetrag.

Dieser ist die Differenz zwischen Marktwert und Buchwert des Schiffs zum Zeitpunkt des Wechsels zur Tonnagesteuer. Durch die Steigerung der Charterraten und der Preise für gebrauchte Schiffe kann der Marktwert und damit der vom Anleger zu versteuernde Unterschiedsbetrag unerwartet hoch sein.

Sind Sie Besitzer eines Medienfonds , werden Sie vielleicht derzeit mit nicht anerkannten Verlustzuweisungen, Durchsuchungen der Steuerfahndung bei Ihrem Initiator und fehlenden Ausschüttungen konfrontiert. Bei diesen Beteiligungen hatten Sie nicht die sonst übliche Abschreibung als "Steuerkick", sondern eine Abzugsfähigkeit der Herstellungskosten im Jahr des Entstehens. Daher hatten Sie hier noch die Aussicht auf Verlustzuweisungen von ca. 100 Prozent. Diesen Prozentsatz konnten Sie durch eine Fremdfinanzierung noch steigern.

Momentan ist noch offen, wie sich die steuerliche Seite entwickeln wird. In Betriebsprüfungen wurde die Anerkennung der Herstellereigenschaft in einigen Fällen verweigert. Neue Fonds gibt es fast nicht mehr, da im so genannten "Medienerlass" strenge Vorgaben gemacht werden, unter welchen Voraussetzungen der Fonds als Hersteller anzusehen ist und mit § 15b EStG ein Verlustausgleichsverbot bei sogenannten Steuerstundungsmodellen eingeführt wurde.

Die Erträge von Medienfonds kommen beispielsweise aus den Lizenzen für die Verwertung eines Filmes (Kino, DVD, TV ...). Der Erfolg eines Filmes hängt im hohen Maße vom Publikum ab, ist also schwer kalkulierbar. Dieses Segment gilt folglich als sehr risikoreich, deshalb haben die Initiatoren diverse Sicherungskonzepte erarbeitet, wie beispielsweise den Einbau von Bankgarantien oder die Investition in mehrere Filme zwecks Risikostreuung. Prognostizierte Renditen nach Steuern lagen um die 10 Prozent. Ob diese regelmäßig auch erzielt werden, darf bezweifelt werden.

Gebundenes Kapital ist wirklich gebunden!

Immobilien- und Schifffonds sind nicht selten auf 15 bis 20 Jahre ausgelegt. Da es bislang nur erste Ansätze eines funktionierenden Zweitmarktes gibt, müssen Sie bei allen geschlossenen Fonds immer einplanen, dass Ihr gebundenes Kapital wirklich gebunden ist.

Wenn Sie während der Laufzeit Ihres geschlossenen Fonds in eine finanzielle Notsituation kommen, sei es durch Arbeitslosigkeit, Berufsunfähigkeit oder auch dem Wunsch nach einem Eigenheimerwerb, dann werden Sie Ihre Beteiligung nicht oder nur zu einem Preis unter Wert veräußern können. Eine Nachfrage beim Initiator kann jedoch besonders in einer Notsituation Erfolg versprechen. Viele Initiatoren bemühen sich dann um einen Käufer oder kaufen die Beteiligung selbst zurück.

Wie Sie mit geschlossenen Fonds Ihr Gesamtrisiko senken

Beteiligungen eignen sich zur Risikostreuung. In einer "gewöhnlichen" Anlagestruktur sind die drei Segmente Aktien, Anleihen und Immobilien vertreten. Immobilien werden in der Regel durch offene Immobilienfonds oder vermietete Eigentumswohnungen (meist im Inland) abgedeckt.

Im Immobiliensektor können Sie durch eine Beteiligung im Ausland Ihr regionales Risiko streuen. Ferner sind Sie, falls Sie bereits eine Eigentumswohnung besitzen, durch die Beteiligung an einer Gewerbeimmobilie in einem anderen Markt vertreten als dem, der in Wohnimmobilien investiert.

Mit einer Investition in Schiffe profitieren Sie von einem ganz anderen Wirtschaftszweig als bei den drei klassischen Anlagesegmenten. Natürlich funktioniert der Schifffahrtsmarkt nur, wenn es auch Bedarf für den Warentransport gibt. Aufgrund der Globalisierung werden die in anderen Kontinenten produzierten Waren aber zunehmend über weite Entfernungen bewegt werden.

So werden beispielsweise viele Dinge des täglichen Bedarfs in den asiatischen Ländern produziert und anschließend mit Containerschiffen in die westlichen Länder gebracht. Das Auf und Ab der Charterraten ist somit zwar von der Weltwirtschaftsentwicklung abhängig, "lebt" aber nicht so sehr von Erwartungen wie der Aktienmarkt. Eine Alternative kann auch die Investition in Container direkt darstellen. Sie erwerben dabei die Container, für deren Vermietung Einnahmen erzielt werden.

Investieren Sie in verschiedene "Welten"

Mit dem Immobilienmarkt korreliert der Schifffahrtsmarkt fast gar nicht. Korrelieren bedeutet "gegenseitig beeinflussen". Diese fehlende oder geringe Korrelation wird nach der Theorie des Nobelpreisträgers Markowitz auch mathematisch-ökonomisch zur Optimierung eines Depots eingesetzt. Laut seiner Theorie senkt die Hinzunahme einer Beteiligung in Höhe von 5-10 Prozent des Gesamtanlagevermögens Ihr Risiko bei vergleichbarer Rendite.

Auch Medien- und Private-Equity-Fonds sowie die Spezialitätenfonds (Wein, Musik ...) korrelieren nur wenig mit den anderen Anlageklassen.

Fazit:

Nutzen Sie Beteiligungen zur gezielten Streuung in Ihrem Anlageuniversum. Da Sie mit einer unternehmerischen Beteiligung aber IMMER das Risiko eines Totalverlustes tragen, verwenden Sie nicht mehr als 10 Prozent Ihres Kapitalanlagevermögens für diesen Bereich. Zu diesen 10 Prozent zählt aber nicht eine Investition in einen geschlossenen Immobilienfonds. Hier können Sie in der Höhe investieren, in der Ihr Immobilienanteil am Kapitalanlagevermögen geplant ist.

Achten Sie jedoch auf eine Streuung innerhalb des Immobiliensektors!

So passt eine Beteiligung in Ihr Anlagekonzept

Wenn Sie sich für eine Beteiligung interessieren, beachten Sie bitte, dass es in der Regel relativ hohe, mindestens fünfstellige, Mindest-Investitionssummen gibt. Überprüfen Sie also zuerst, ob beispielsweise Ihr vorgesehener Immobilienanteil oder Beteiligungsanteil noch eine solche Investition zulässt.

Je nachdem, welches Ziel Sie verfolgen, ist eine bestimmte Form einer Beteiligung für Sie geeignet. Verschaffen Sie sich anhand der nachfolgenden Tabelle einen Eindruck, mit welcher Art von Beteiligung Sie Ihr persönliches Ziel erreichen.

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Mit welcher Beteiligung erreichen Sie welches Ziel?

Haben Sie eine Beteiligungsform als Favoriten gefunden, überprüfen Sie, ob die üblichen Laufzeiten auch Ihrem Anlagehorizont entsprechen.

Wenn auch dieser Prüfungsschritt positiv beantwortet wird, dann empfehle ich Ihnen, sich mit dem Markt Ihrer Beteiligungsform auseinander zu setzen. Lohnt ein Einstieg momentan überhaupt? Ist der Markt überhitzt?

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