Risiken und Nebenwirkungen - Profitricks in der Suchmaschinenoptimierung

Profi-Tricks

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Profi-Tricks

Profi-Tricks in der Suchmaschinen-Optimierung - dahinter verbirgt sich schlicht der Einsatz von Programmierung und die Automatisierung von Optimierungsmethoden, die dadurch um ein Vielfaches effizienter werden. Das hat natürlich mögliche Nebenwirkungen. In diesem Beitrag klärt Sasa Ebach darüber auf, was professionelle Suchmaschinen-Optimierung eigentlich ist, welche Risiken dabei bestehen und für wen sie in Frage kommt.

Dieser Artikel dient quasi als "Beipackzettel" für die Serie "Profitricks in der Suchmaschinenoptimierung", die Sasa Ebach bei akademie.de veröffentlicht. Den Anfang macht er mit dem Beitrag zur "Linkwäsche".

Ziel ist es, dem Leser ein besseres Verständnis davon zu geben, was ein Profitrick überhaupt ist und wo die Gefahren in seiner Anwendung liegen könnten.

Definiere "Profitrick"

Was ist überhaupt ein "Profitrick"?

Der Unterschied zum "normalen Trick" liegt oft nur im Grad der Automatisierung: Wenn Profis Suchmaschinenoptimierung betreiben, dann machen sie nichts anderes, als Standardtechniken zu automatisieren.

Als Amateur melde ich meine Seite in Linkverzeichnissen an oder bitte Bekannte, einen Link auf meine Seite zu setzen. Dieser Prozess ist langwierig und unergiebig. So schaffe ich es vielleicht mit viel Glück, innerhalb von ein paar Tagen ein Dutzend Links aufzubauen.

Was aber, wenn ich in wenigen Tagen hundert oder tausend Links aufbauen möchte? Ein Profi hat dafür ein Skript, ein kleines Computerprogramm, das diese Links für ihn automatisch besorgt.

Damit meine ich nicht, dass ein Skript durch das Internet läuft und überall Spamkommentare hinterlässt. Oft sind diese Skripte wesentlich komplexer und erfordern ein sorgfältig erstelltes Setting, in dem sie ablaufen. Ein Beispiel dafür wird im Artikel Linkwäsche ganz präzise erklärt.

Professionelle Suchmaschinen-Optimierung ist eine Kombination aus logischem Verständnis und viel Kreativität. Die Logik braucht der Suchmaschinenoptimierer, um seine Arbeitsabläufe zu automatisieren. Die Kreativität entscheidet darüber, ob und wie gut seine Ideen auch wirklich funktionieren.

In der Automatisierung liegen jedoch auch Gefahren. Wenn ich einen Fehler manuell begehe, dann sind die Konsequenzen vielleicht noch absehbar und leicht zu korrigieren. Wenn ich jedoch durch Automatisierung diesen Fehler gleich 10.000-fach begehe, dann wird es schnell brenzlig.

Die drei Ziele von Suchmaschinenoptimierung: Welche Art von Tricks gibt es überhaupt?

Prinzipiell lassen sich nur drei Formen von Suchmaschinenoptimierung unterscheiden:

  • Links sammeln: Wenn zwei Seiten miteinander um die erste Position konkurrieren und alle anderen Faktoren gleich sind, dann entscheiden die Links darüber, wer sich am Ende durchsetzt: Wer die besseren (nicht unbedingt meisten) Links hat, der gewinnt.

    Links zu sammeln ist durchaus das A und O der Suchmaschinenoptimierung. Alle Techniken, die dabei helfen, neue Links zu sammeln, passen in diese Kategorie. Die Techniken werden auch Off-Page-Techniken genannt.

  • On-Page-Optimierung: Darunter fallen alle Faktoren, die sich direkt auf der eigenen Website optimieren lassen. Die meisten der On-Page-Mechanismen erfordern aber "nur" solides Grundlagen-Knowhow: Eine ordentliche Seitenstruktur, ordentliche Überschriften, die Verwendung der richtigen Keywords, gute URLs, etc. Das ist solides Handwerkzeug und nicht unbedingt Profiwissen.

    Auch wenn es durchaus den einen oder anderen Profitrick dafür gibt, gilt generell: Wer seine Seite mit Profitricks optimiert, hat die On-Page-Optimierung schon erledigt.

  • Indizierbarkeit verbessern: Bei diesen Techniken geht es darum, bestehende Seiten durch Mittel der Programmierung für die Suchmaschinen leichter auffindbar zu machen. Die größte Wirkung haben sie bei Websites mit Hunderttausenden oder Millionen von Seiten, die oft ein Problem damit haben, alle Unterseiten in den Index zu bekommen.

Für wen sind die Profitricks?

Sie sollten bereits erste Erfahrungen in der Suchmaschinenoptimierung gesammelt haben und sich gut mit einer webkompatiblem Programmiersprache (Ruby, Python, PHP, Perl...) auskennen.

Die Profitricks sind für alle Leute interessant, die sich schon mal ihre Füße in der Suchmaschinenoptimierung nass gemacht haben.

Wenn Sie noch nie Suchmaschinenoptimierung praktiziert oder einen Suchmaschinenoptimierer beauftragt haben, dann sind diese Tricks zunächst noch nichts für Sie. In diesem Fall empfehle ich Ihnen, einen Einsteiger-Workshop mitzumachen oder einen Experten zu beauftragen.

Profitricks automatisieren manuelle Prozesse, die Automatisierung geschieht mittels Programmierung. Also müssen Sie schon programmieren können oder mit jemandem zusammen arbeiten, der dies kann.

Grundsätzlich gibt es keine "richtige" Programmiersprache für ein solches Projekt. Sie profitieren aber wahrscheinlich von Sprachen, die bereits eine gute Unterstützung für diverse Textmanipulationstechniken (z.B. reguläre Ausdrücke, XML) in der Sprache mitbringen und andere Webtechniken (z.B. HTTP, FTP, SOAP) als fertige Bibliotheken anbieten. Bei Programmiersprachen wie Ruby, Python, PHP und Perl ist das der Fall. Solche dynamischen Sprachen sparen bei der typischen Webprogrammierung viel Zeit. Was natürlich nicht heißen soll, dass Sie das nicht alles auch in Assembler programmieren könnten ...

Eine gewisse Leidenschaft vorausgesetzt, werden Sie bei der Anwendung der Profitricks schnell merken, dass es ganz schönen Spaß machen kann, das Web nach Informationen zu durchgrasen und diese für Ihre eigenen Zwecke auszuwerten. PHP beispielsweise kann nicht nur Webseiten anzeigen, sondern auch prima für solche Aufgaben zweckentfremdet werden.

In meinen Artikeln werde ich aber in der Regel keine konkreten Programmierroutinen in einer Sprache darstellen, da diese sonst wahrscheinlich einfach so übernommen und verwendet würden. Da ich für solche Programme keinen Support übernehmen kann, werde ich einfach eine Art Pseudocode benutzen, der den rudimentären Programmablauf beschreibt.

Lohnt es sich überhaupt, wertvolle Zeit in "Profitricks" zu investieren?

Die Antwort ist: "Ja und nein". Es kommt auf die zu optimierende Seite und die geschäftlichen Ziele an.

Haben Sie überhaupt gute Inhalte? Vielleicht sollten Sie Ihre Zeit besser in die Erstellung von neuen Inhalten investieren. Dann brauchen Sie keine Suchmaschinenprofis, sondern gute Autoren, Grafiker etc.

Wenn Ihre Site allerdings schon viele tolle Inhalte bietet, Ihre Seiten bei Google aber trotzdem große Schwierigkeiten haben, dann müssen Sie Ihre Strategien ändern. Ob Sie "Profitricks" - sprich Programmier-Knowhow - einsetzen wollen, müssen Sie selbst entscheiden. Diese Lösungen sind längst nicht immer einfach und schnell implementiert - sie können richtig viel Zeit und Geld verschlingen.

Und dann ist da ja auch noch das Risiko ...