Kleine Einführung in die Internet-Recherche

Suchstrategien

∅ 4 / 14 Bewertungen

Suchstrategien

Dienste im Überblick

Nachfolgend wollen wir Ihnen die wichtigsten Internet-Informationsquellen und Recherchedienste vorstellen. Vorweg ein Überblick, Genaueres finden Sie dann in den Erläuterungen im weiteren Text.

  • Informationen aus erster Hand über namentlich bekannte Personen, Unternehmen, Institutionen, Städte etc. erhalten Sie am besten durch einen "Frontalangriff" mithilfe der Browser-Adresszeile - machen Sie aus dem gesuchten Begriff oder Namen einfach testweise eine URL!

  • Ist Orientierungs- und Überblickswissen gefragt, sollten Sie auf den Aussichtsturm eines Online-Lexikons oder eines Web-Katalogs steigen, denn dort profitieren Sie von einer Vorauswahl durch menschliche Editoren.

  • Detailinformationen lassen sich den Suchmaschinen im Nahkampf entreißen - indem Sie die Kunst der erweiterten Suchfunktionen nutzen.

  • Auf Brand-aktuelles greifen Sie am besten mithilfe spezieller Nachrichten- und Weblog-Suchmaschinen zu.

  • Die kleinste Stecknadel im Heuhaufen finden Sie notfalls mithilfe sogenannter Meta-Suchmaschinen.

  • Soziale Netzwerke erleichtern den Meinungs- und Erfahrungsaustausch und die direkte persönliche Kontaktaufnahme zu Experten und Praktikern.

  • Und wenn all das nichts fruchtet, dann hilft nur noch Grundlagenforschung.

Los geht's: Die erste und wichtigste Anlaufstelle erfolgreicher Recherche-Profis ist nicht etwa eine bestimmte Suchmaschine - sondern:

1. Der Frontalangriff

Die hemmungslose Nutzung der Adresszeile Ihres Browsers ("www.suchbegriff.de") ist erfahrungsgemäß der einfachste und schnellste Weg, um zu Original-Auskünften von oder über Personen, Institutionen, Unternehmen, Städten, Veranstaltungsorten etc. zu kommen:

Beispiel:

Was geht ab in der Hauptstadt? www.berlin.de.
Ausbildungsplatz bei Siemens? www.siemens.de (und dann auf der Unternehmens-Website über den Verweis auf "Jobs&Karriere" weiterhangeln.)
Auch bei sogenannten Gattungsbegriffen sparen Sie sich auf diese Weise viele Umwege: Sie suchen das Telefonbuch im Internet? www.telefonbuch.de!

Das "www" können Sie inzwischen meistens auch weglassen.

Auch wenn es banal klingt: Auf diese oft vernachlässigte Weise bekommen Sie sehr häufig brauchbare Informationen aus erster Hand und ganz ohne Umwege. Mit zunehmender Erfahrung bekommen Sie dann auch ein Gespür dafür, wann sich der Frontalangriff über die Adresseingabe lohnt und von welchen Anlaufpunkten Sie sich besonders gut weiterhangeln können.

Browser-Adresszeile als Suchmaschine

Da moderne Browser in der Regel eng mit einer Suchmaschine verzahnt sind (derzeit ist das meistens Google), reicht es vielfach aus, bloß einen Namen oder ein Schlagwort (ohne jede Vor- und Nachsilbe) in die Adresszeile einzugeben - und schon sehen Sie sich der passenden Suchmaschinen-Ergebnisseite gegenüber. In ganz besonders eindeutigen Fällen landen Sie sogar direkt auf der gewünschten Zielseite.

Noch rasanter wird die Sache, wenn Sie die Adresszeile gleich zur Mega-Suchmaschine machen: Am Beispiel des Firefox-Browsers haben wir das Prinzip vor einiger Zeit vorgestellt.

2. Der Aussichtsturm

Falls Sie sich Überblickswissen zu einem Thema verschaffen müssen, empfehlen sich vor allem:

Beispiel:

Ein Schreiner möchte sich Internet-Auftritte anderer holzverarbeitdender Betriebe anschauen: Mit einer Suchmaschinen-Anfrage ist er da denkbar schlecht bedient. Die Trefferlisten enthalten zwar auch Links zu Tischlereien oder Schreinerei-Betrieben, aber eben auch vieles andere. Im thematischen Umfeld des Yahoo-Katalogs beispielsweise erhält er hingegen eine wohlsortierte Auswahl und kaum "Ausschuss".

Hintergrund: Anders als bei den automatisch indizierenden Suchmaschinen nehmen bei Katalogen "leibhaftige Menschen" relevante Internetseiten in Augenschein und ordnen sie bestimmten Sachgebieten zu. Die Katalog-Kategorien stellen den Versuch dar, das im Internet verfügbare Wissen zu systematisieren. Dabei orientieren sich die Überschriften bei Yahoo und Google/DMOZ etwas stärker an wissenschaftlichen Einteilungen, während die von Web.de eher auf alltägliche Lebensbereiche zugeschnitten sind.

Die Zahl der handverlesenen Katalog-Verweise ist naturgemäß weitaus geringer, die Zielgenauigkeit dafür jedoch wesentlich höher als die auf Suchmaschinen-Ergebnisseiten. Zum Vergleich: Während sich im Google-Index inzwischen weit mehr als 10 Milliarden (!) Internetseiten finden, sind in den klassischen Katalogen gerade einmal ein paar hunderttausend Seiten verzeichnet. Wie heißt es so schön: Weniger ist oft mehr!

Bitte beachten Sie: Wenn Sie bei Katalogen und Verzeichnisdiensten Suchanfragen eingeben, bekommen Sie zunächst einmal Verweise auf die passenden Kategorien. Das hat den Riesenvorteil, dass Sie auf Anhieb erkennen, ob Ihre Anfrage auch "verstanden" und die "richtige" Schublade aufgezogen worden ist.

Linklisten-Fahndung

Wenn Sie versuchen, sich ein Thema mithilfe von Google-Anfragen zu erschließen, erfinden Sie das Rad in vielen Fällen neu: Rechercheprofis halten daher zunächst einmal nach einschlägigen Spezial-Linklisten Ausschau, die von Liebhabern, Experten, Medien und Bildungseinrichtungen zu allen gängigen beruflichen, schulischen und privaten Themen zusammengestellt werden. Ähnliche Funktion haben kollektiv erstellte und kategorisierte Lesezeichen-Sammlungen im "Web2.0" (wie zum Beispiel Mr. Wong oder auch del.icio.us).

Wer auf der Suche nach fertigen Linklisten ist, kann sich übrigens durchaus Google & Co. zunutze machen: Indem Sie einfach Ihren Suchbegriff mit dem Wort "Linkliste" oder "Linksammlung" verknüpfen (z. B. "linkliste existenzgründung") bekommen Sie im Handumdrehen Verweise auf inhaltlich relevante Zusammenstellungen bewährter Internetseiten.

3. Der Nahkampf

Dass eine große Zahl gefundener Seiten längst kein Nachteil mehr sein muss, beweist Google Tag für Tag: Der derzeitige Marktführer zeigt in vielen Fällen wirklich die besten und relevantesten Fundstellen ganz oben auf den Ergebnislisten an - und das bei einer Auswahl unter zigtausend oder gar millionen Treffern! Und das selbst dann, wenn man sich mit Einwort-Suchaufträgen begnügt, der Suchmaschine also ausgesprochen wenig Futter gibt.

Doch Google & Co. leiden zugleich unter ihrem eigenen Erfolg: Gerade weil sie großartige Werkzeuge sind, werden sie viel zu häufig für die falschen Zwecke eingesetzt. Viel zu selten nehmen Anwender sich die Zeit, sie etwas besser kennenzulernen.

Sofern Sie sich von der Einwortsuche verabschieden, müssen Sie wissen, dass Google mehrere Begriffe standardmäßig mit "UND" verbindet: Es werden daher nur Fundstellen angezeigt, in denen alle eingegebenen Wörter vorkommen. Falls Sie nach Synonymen oder unterschiedlichen Schreibweisen forschen, fügen Sie ein OR (ODER) zwischen Ihren Suchbegriffen ein ("z. B. Krebs OR Karzinom OR Cancer"). Wenn Sie sich diese und andere "Syntax"-Feinheiten nicht merken können oder wollen, erleichtert Ihnen wiederum die erweiterte Suchmaske die Eingabe.