Der Schritt in die Selbstständigkeit: Wer wagt, gewinnt!

Eine Frage der Einstellung

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Eine Frage der Einstellung

Kaufen, wenn es sein muss. Und zwar sofort.

Gehören Sie zu den Menschen, die drei Wochen über einen neuen Toaster diskutieren, obwohl der alte nur noch Scheibenkohle herstellt oder gar nicht mehr heiß wird? Das können Sie privat gerne weiter so handhaben, aber in der Selbstständigkeit kostet das Geld.

Vordergründig können Sie Geld sparen, wenn Sie Grafiken einzeln laden, konvertieren und wieder abspeichern. Aber bei 100 Bildern für einen Webauftritt kostet das so viel Zeit (Ihre Arbeitszeit!), dass ein Einhundert-Euro-Tool preiswerter ist.

Selbst ein billiger Computer als Arbeitsgerät kann ruinös sein, wenn er während eines wichtigen Projekts seinen Geist aufgibt. Da hätte eine zusätzliche Festplatte als Backup-Medium wenig Geld mehr gekostet und viel gespart.

Murphy garantiert, dass es immer maximal scheitert

Ich hatte jahrelang einen uralten Laptop im Einsatz, den ich nur im Zug für Artikel oder kleinere Projekte eingesetzt habe. Der maximale Verlust wären also zwei Stunden Arbeit gewesen. Ein einziges Mal habe ich diesen Laptop vor Ort mit einer speziellen Datenbank benötigt und siehe da: am Tag davor hat sich die Festplatte ins Nirvana verabschiedet.

Zufällig konnte ich mir einen Laptop leihen und für den Tag passend einrichten, sonst hätte ich mir im nächsten Laden irgendeinen gekauft. Ich hätte ja sowieso einen neuen gebraucht und die Mehrkosten mangels ordentlicher Marktrecherche waren völlig uninteressant gegenüber dem Schaden, vor Ort ohne Rechner dazustehen.

Sicherlich lässt sich auch mit dem Werkzeug zum Schnäppchenpreis vom Flohmarkt irgendwie eine Schraube eindrehen. Aber wenn Sie erstklassige Arbeit liefern wollen, geht das mit erstklassigem Arbeitsmaterial besser. Und wenn es defekt ist, lassen Sie es sofort reparieren oder ersetzen es. Geiz ist nicht geil, sondern teuer.

Realistisch bleiben

Ein Start in die Selbstständigkeit wäre sinnlos ohne eine Vision. Warum machen Sie das, wo wollen Sie hin, was wird dadurch besser? Wer keine hochfliegenden Pläne hat, braucht erst gar nicht zu starten.

Diese externen und (hoffentlich) professionellen Berater dienen daher auch der Absicherung, dass Ihre Pläne mutig, aber nicht selbstmörderisch sind. Denn wer so etwas grundsätzlich Neues angeht, neigt doch schon mal zur Schönfärberei. Da werden die Ausgaben kleingerechnet und die Gewinne maximiert, ohne dass es nachvollziehbare Gründe dafür gibt.

Erklären Sie Ihr Konzept jemandem, der nicht so überzeugt ist wie Sie. Rechnen Sie Ihre Kalkulation jemandem vor, der dem kritisch gegenübersteht. Sobald Sie Geld leihen müssen, werden Sie das bei der Bank ohnehin machen müssen.

Nicht um den heißen Brei herumreden

Was immer Ihre Träume sind, sobald Zahlen auf den Tisch kommen, ist Schluss mit lustig. Das ist schon mal ein gutes Training für spätere Kundengespräche, denn auch die wollen nicht nur schöne Ideen von Ihnen hören, sondern sehr bald auch belastbare Zahlen. Das ist ja nicht schlimm und trennt vor allem schon mal die Spreu vom Weizen.

Langfristig sollten Sie sich ruhig angewöhnen, wesentliche Kennzahlen im Kopf zu haben:

  • Was kostet meine Arbeitsstunde netto oder brutto?

  • Wie berechne ich die Anfahrt?

  • Welcher Tagessatz ergibt sich daraus?

  • Wie lange wird die Erstellung eines Angebots etwa dauern?

Es wirkt immer professioneller, wenn Sie auf die unvermeidliche Frage nach den ungefähren Kosten wenigstens schon mal eine Hausnummer parat haben. Ich mache mir oft während der Besprechung schon Notizen für den möglichen Aufwand (auf halbe Tage genau für einzelne Projektbereiche), so dass ich dann nur noch die Summe bilden und mit meinem Tagessatz multiplizieren muss.

Selbstverständlich liefere ich ein schriftliches und erst dann verbindliches Angebot nach, aber aus der Reaktion des Kunden lässt sich sehr gut ablesen, ob die Größenordnung völlig daneben ist oder ob er zustimmend nickt, weil es etwa seiner Erwartung entsprach.