Überblick Unternehmensteuerreform 2008 - Wer gewinnt, wer verliert, was ist zu tun?

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Sonderabschreibung

Weiterhin dürfen kleine und mittlere Betriebe neben der normalen linearen AfA eine Sonderabschreibung in Höhe von insgesamt 20% der Anschaffungs- oder Herstellungskosten innerhalb des Jahres der Anschaffung oder Herstellung und den vier darauf folgenden Jahren vornehmen, unabhängig davon, ob für das Wirtschaftsgut ein Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht wurde oder nicht.

Voraussetzungen für die Sonderabschreibung sind:

  • Es muss sich um die Anschaffung oder Herstellung beweglicher Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens handeln, die eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von mehr als einem Jahr haben.

  • Weiterhin muss der Betrieb zum Schluss des dem Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung vorangegangenen Wirtschaftsjahres die obigen Größenkriterien eingehalten haben.

  • Zudem muss das Wirtschaftsgut im Jahr der Anschaffung oder Herstellung sowie im darauf folgenden Wirtschaftsjahr in einer inländischen Betriebsstätte Ihres Betriebs ausschließlich oder fast ausschließlich (d.h. zu mindestens 90 %) betrieblich genutzt werden.

Zusammenfassung

Im Vergleich zur bisherigen Rücklagenbildung ist nunmehr ein außerbilanzieller Investitionsabzugsbetrag von bis zu 40 % der Anschaffungs-/Herstellungskosten vor der Anschaffung des begünstigten Wirtschaftsgutes möglich. Hierbei wird die Höchstgrenze aller Investitionsabzugsbeträge auf 200.000 Euro angehoben.

Im Jahr der Anschaffung erfolgt ein Abzug von 40 % auf die Anschaffungs-/Herstellungskosten und der Investitionsabzugsbetrag ist wieder hinzuzurechnen.

Der Investitionsabzugsbetrag kann mit einer Sonderabschreibung von bis zu 20 % kombiniert werden. Überlegen Sie daher, ob Sie Ihre Investitionen in das Jahr 2008 verlagern können!

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Derzeitige Steuerbelastung im Vergleich

Die derzeitige steuerliche Belastung von Personengesellschaften bzw. Einzelunternehmen und Kapitalgesellschaften kann dem nachfolgenden Schaubild entnommen werden:

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Tab. 1 - Belastungsvergleich

Künftige Steuerbelastung im Vergleich

Anders als im bisherigen Recht hängt die Vorteilhaftigkeit der Art der laufenden Besteuerung (Normalbesteuerung oder Thesaurierungsrücklage) von Personenunternehmen künftig vom Umfang des Transfers der Gewinne auf die Ebene des Gesellschafters ab. Deshalb wird nachfolgend die unterschiedliche künftige Behandlung der "Vollthesaurierung" und "Vollausschüttung" bei Personengesellschaften durch ein Beispiel errechnet und die jeweilige Steuerbelastung aufgezeigt.

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Tab. 2 - Künftiger Belastungsvergleich unter Anwendung der in der Unternehmensteuerreform enthaltenen Senkung der Körperschaftssteuer, der Gewerbesteuermesszahl, der Anhebung des Anrechnungsfaktors der Gewerbesteuer zur Einkommensteuer, bei Anwendung der Gewinnthesaurierung bzw. der Gewinnentnahme.