Was kostet Suchmaschinenoptimierung?

Abrechnungsmodelle und Preise

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Abrechnungsmodelle und Preise

Abrechnungsmodelle für Suchmaschinenoptimierung als Dienstleistung

Jetzt kommen wir zum Eingemachten dieses Artikels: Die verschiedenen Abrechnungsmodelle für Suchmaschinenoptimierung als Dienstleistung, und ihre Vor- und Nachteile.

  • Stundensatz/Tagessatz

    Der Klassiker unter allen Dienstleistern ist der Stundensatz oder Tagessatz. Der Suchmaschinenoptimierer arbeitet für einen festen Betrag in der Stunde. Der branchenübliche, durchschnittliche Stundensatz liegt zwischen 100 und 1.000 Euro. Tagessätze können von 500 bis 15.000 Euro gehen, je nachdem, was an diesem Tag für Leistung gebracht wird. Eine Tages-Schulung vor 15 Mitarbeitern kostet nicht selten über 10.000 Euro. Aber das gilt auch für viele andere Branchen, die Spezialwissen vermitteln.

    Wer weit über oder unter diesen Sätzen liegt, muss schon besondere Gründe haben, um das zu rechtfertigen.

    Vorteile:

    • Relative Investitionssicherheit für den Auftraggeber.

    • Der Auftragnehmer kann höchstens den Maximalbetrag von ca. 160 Stunden im Monat in Rechnung stellen.

    • Der Auftrag ist jederzeit ohne Probleme kündbar.

    • Die Menge der Dienstleistung ist sehr detailliert bestimmbar. Man kann den Auftragnehmer eben auch mal für ein paar Stunden einspannen.

    Nachteile:

    • Für den Auftraggeber ist nicht immer leicht abzusehen, wie viele Stunden der Auftragnehmer tatsächlich braucht.

    • Eher etwas teurer als ein projektbasierter Festpreis.

    • Der Auftragnehmer kann jederzeit aufhören.

    • Für den Auftragnehmer ist diese Variante etwas unsicherer, da die Kundenbindung schwächer ist.

    • Der Auftragnehmer kann u.U. ausgebucht sein, weil nicht genügend Stunden "vorbestellt" wurden.

"Stundensatz 1000 Euro?!?"

Bei 1.000 Euro die Stunde werden viele Interessenten natürlich erstmal schlucken. Aber es gibt tatsächlich Suchmaschinenoptimierer, die ein großes Netzwerk an Top-Websites aufgebaut haben und Ihre Website innerhalb von einer Stunde mit 100 qualitativ hochwertigen Links versorgen können, was Ihnen eine Sprung bei den Ergebnis-Positionen und eine entsprechend große Zahl neuer Besucher einbringt. Der SEO für 100 Euro/Stunde braucht für eine vergleichbare Leistung vielleicht 20 Stunden, ist also unter dem Strich teurer. Fragen Sie in jedem Fall nach, warum der Stundensatz so hoch ist. Lassen Sie sich die Gründe und den Nutzen genau erklären. Ein Anbieter von komplexen Dienstleistungen muss seinen Kunden den eigenen Marktwert schließlich vermitteln können.

  • Monatliches Kontingent, Flatrate

    Die Flatrate ist ein sehr beliebtes Modell: Für einen monatlichen Betrag von etwa 1.000 bis 15.000 Euro wird ein festes Kontingent an Dienstleistungen ausgehandelt, beispielsweise: "X Stunden an On-Page-Optimierung, Y Stunden an Linkaufbau, Z neue Artikel für die Website und jede Woche einen Report über die Positionen der Begriffe in den Suchmaschinen".

    Viele Anbieter legen in Ihren Verträgen darüber hinaus auch Mindestlaufzeiten fest, zum Beispiel "2000 Euro im Monat für mindestens sechs Monate". Das macht in den meisten Fällen auch Sinn, denn erste Ergebnisse werden erst nach vielen Wochen bis wenigen Monaten sichtbar. Wenn die Ergebnisse gut sind, dann nimmt der Kunde natürlich auch mehr positive Effekte wahr (mehr Verkäufe, mehr Anfragen, in der Politik bessere Umfrageergebnisse, für Vereine mehr Spenden ...), was in der Regel zu verlängerten Verträgen führt. Wenn der Rubel erstmal rollt, dann wird Suchmaschinenoptimierung zum festen Bestandteil im Marketingmix.

    Vorteile:

    • Planungssicherheit für den Anbieter.

    • Auch für kleinere bis mittlere Kunden bezahlbar.

    • Leicht zu verstehendes Modell.

    • Genügend Zeit für den Anbieter, auch langfristige Strategien zu implementieren.

    • Keine allzu hohen finanziellen Belastungen für den Auftraggeber.

    • Die Zusammenarbeit kann in feinen Schritt verbessert werden. Gegenseitiges Vertrauen kann aufgebaut werden.

    • Bei kleineren Schritten lassen sich die Ergebnisse leichter messen.

    Nachteile:

    • Bindung an einen Anbieter. Wenn es Probleme mit der Qualität gibt, dann muss der Kunde diese ausbaden.

    • Je nach Auslastungsgrad kann die Umsetzung von Strategien länger dauern.

  • Performanzbasierte Bezahlung

    Einige Anbieter lassen sich auch auf eine ergebnisbasierte Beteiligung ein. Folgende Performanzfaktoren sind geläufig:

    • Belohnung für hohe Positionen: Für jeden Suchbegriff X, der auf Platz 1 ist, gibt es pro Tag 33,33 Euro (1000 Euro im Monat). Für Position 2 werden 10 % abgezogen, für Position 3 20 %. Für Position 11 gibt es nichts mehr. (Verschiedene Keywords haben natürlich verschiedene Werte. Andere Modelle sind denkbar.)

    • Belohnung pro Besucher: Hohe Positionen sind toll. Mehr Besucher sind jedoch ungleich besser. Wenn die Website vor der Optimierung 100 Besucher am Tag hatte, dann könnte der Anbieter für jeden weiteren Besucher zwischen 1-10 Euro bekommen.

    • Belohnung pro Abschluss (Verkauf oder Anfrage). Besucher sind toll, aber besser ist es, wenn die Besucher auf der Website das machen, was man sich von ihnen wünscht. Zum Beispiel die eigenen Produkte kaufen. Der Auftraggeber könnte den Anbieter für jeden Kauf oder jede Verkaufsanfrage (Lead) belohnen.

    • Profitbeteiligung: Viele Verkäufe sind toll. Aber was ist, wenn 40 % davon wieder umgetauscht werden? Vielleicht ist es sinnvoller den Anbieter am tatsächlichen Profit, also nach Abzug aller Kosten, zu beteiligen.

    Eine - verhältnismäßig geringe - Anzahlung ist üblich, denn der Anbieter muss in der Zeit, in der er für den Auftraggeber das Startrisiko übernimmt, wenigstens seinen eigenen Unterhalt sichern.

    Letzlich ist der Erfolg all dieser Varianten an das Vertrauensverhältnis zwischen Anbieter und Auftraggeber geknüpft. Wenn sich beide sehr gut kennen, vielleicht alte Freunde sind, dann kann dieser Ansatz gut funktionieren.

    Vorteile:

    • Hohe Investitionssicherheit für den Auftraggeber. Er muss vorab (fast) nichts für die Dienstleistung Suchmaschinenoptimierung bezahlen.

    • Wenn der Anbieter gute Ergebnisse erzielt, ist er hochmotiviert, da er finanziell direkt von guter Arbeit profitiert. Davon profitieren natürlich beide Parteien.

    Nachteile:

    • Die meisten Anfragen dieser Natur sind erfahrungsgemäß unseriös und/oder unrealistisch. Oft soll der Suchmaschinenoptimierer für neue Projekte, für die kein Startkapital bereit steht, das volle Risiko mitübernehmen. Für eine performanzbasierte Entlohnung muss idealerweise über einen längeren Zeitraum Vertrauen aufgebaut worden sein, z.B. dadurch, dass Anbieter und Auftraggeber schon seit einiger Zeit erfolgreich zusammenarbeiten. Dann können Sie auf diese Bezahlungsart wechseln, um eine gute Gelegenheit flexibel auszunutzen.

    • Je nach Modell geht der Auftraggeber mit dem Anbieter eine Quasipartnerschaft ein. Das kann sogar soweit gehen, dass der Anbieter Zugriff auf die Geschäftskonten bekommen muss, um kontrollieren zu können, was tatsächlich passiert. Wie schon gesagt: Dieses Modell erfordert viel Vetrauen.

    • Der Anbieter kann nur geringen Einfluss auf Geschäftsentscheidungen einnehmen. Wenn der Anbieter es schafft Top-Positionen zu erreichen, die hochqualifizierte Kunden auf die Website bringen, der Auftraggeber jedoch meint, er müsse im Warenkorbsystem tanzende Elefanten unterbringen, dann könnte das schlecht für die Abschlussrate sein. Auch hier braucht der Anbieter ein gewisses Mitspracherecht, die die allgemeine Funktionsweise des Unternehmens des Auftraggebers betreffen. Für die meisten Fälle geht das bestimmt zu weit.

  • Preis pro Seite

    Auch dieses Modell ist immer noch beliebt. Je mehr Seiten eine Website hat, desto höher ist der Aufwand. Wenn die Seiten jedoch über ein CMS gepflegt werden, dann ist meistens nur eine Optimierung des Templates notwendig. Vielleicht ist es auch möglich durch ein programmiertes Skript eine ganze Reihe an Korrekturen bei sehr vielen Einzelseiten durchzuführen. Preise hierfür liegen zwischen 1 und 100 Euro pro Seite. Die Anfertigung eines Skriptes kann auch schonmal ein paar hundert bis tausend Euro kosten.

    Vorteile:

    • Genau Kalkulationsmöglichkeit. Aufwand abzählbar.

    Nachteile:

    • Der Auftraggeber versucht vielleicht so viele Inhalte wie möglich auf einer Seite unterzubringen, um Geld zu sparen, auch wenn das nicht optimal ist.

    • Für Linkkampagnen ungeeignet. Die Abrechnung pro Seite ist hauptsächlich für die On-Page-Optimierung interessant.

  • Projektbasierte Festpreisverträge

    Wenn das Budget bereits feststeht (z.B. 50.000 Euro für dieses Jahr), dann läßt sich auf diese Art vielleicht ein guter Deal zwischen Anbieter und Auftraggeber aushandeln, beispielsweise "50.000 Euro für das Gesamtprojekt mit Enddatum nach 6 Monaten" anstatt etwa "12 Monate à 5.000 Euro" nach dem Monatsflatrate-Prinzip. Das spart nicht nur Geld, sondern auch viel Zeit. Nach oben gibt es hier wohl keine Grenzen, z.B.: 5 Mio. Euro für eine neue Buchhandels-Website, die sich innerhalb von 12 Monaten bei dem Suchbegriff "bücher" oder "bücher kaufen" vor Amazon.de schieben möchte. (In der Realität würde auch das natürlich schon sehr knapp werden, jedenfalls ohne zusätzliche massive Investitionen in Werbekänäle wie Fernsehen, Radio, Print.)

    Vorteile:

    • Je mehr Geld der Anbieter früher in der Kasse verbucht, desto besser kann er seine eigenen Ressourcen planen. Auch wenn der Auftraggeber so vielleicht insgesamt weniger bezahlt.

    • Der Auftraggeber weiß in jedem Fall, dass er mit seinem Budget hinkommt.

    Nachteile:

    • Komplexe Planung erforderlich. Da die Suchmaschinenoptimierung sehr dynamisch ist, kann der Anbieter nur sehr schwer ein Angebot erstellen, dessen Positionen er genau so nach 6 Monaten abliefert. Niemand kann in der Suchmaschinenoptimierung voraussagen, was in 6 oder gar 12 Monaten passiert. Das Angebot sollte daher eher zielorientiert statt dienstleistungsorientiert aufgebaut sein. Wenn z.B. für eine Linkkampagne 3 Monate im Angebot angesetzt sind, aber der Anbieter schon nach einem Monat genügend Links aquiriert hat, dann muss der Vertrag flexibel genug sein, diese Leistung dynamisch durch eine andere zu ersetzen. Alternativ sollte der Anbieter einen Teil des Budgets zurückerstatten oder gutschreiben.

    • Die Gefahr, sich zu verschätzen, ist sowohl für den Anbieter als auch den Auftraggeber deutlich größer als bei iterativen Projekte. Das Phänomen der Fehlplanung kennt man aus der Baubranche als den klassischen Fall, dass man mit seinem Architekten und Bauplaner das komplexe Projekt eines Hausbau genau durchgeplant hat, nur um später herauszufinden, dass die Realität vorne und hinten riesige Lücken im Plan aufreißt.

Fazit zu den Abrechnungsmodellen: Der Mix machts

Natürlich sind diese Abrechnungsmodelle keine "entweder/oder"-Optionen. Sie lassen sich beliebig vermischen, das passiert in der Realität auch recht häufig. Es lohnt in jedem Fall, mit dem Anbieter Ihres Vertrauen ein ausführliches Gespräch zu diesem Thema zu führen.

Marktübliche Preise im Überblick

Im Folgenden geben ich Ihnen einen kompakten Überblick über marktübliche Preise. Die Werte habe ich allerdings nicht statistisch erhoben, sie sind vielmehr ein Mix aus der Recherche, Gesprächen und eigenen Erfahrungen.

Zu viel dürfen Sie in die reinen Preisangaben natürlich nicht hineinlesen. Hier steht zwar, dass die Entwicklung von Inhalten im High-End Bereich 20.000 Euro kosten kann - wenn damit jedoch die Erstellung von 5.000 Artikeln hoher Qualität durch 20 Texter innerhalb von 3 Monaten gemeint ist, ergibt das gerade mal 4 Euro pro Artikel. Für das Geld finden Sie wahrscheinlich nicht mal jemanden in Indien oder China ... Kurz gesagt: Es handelt sich nur um "Hausnummern".

Dienstleistung

Günstig

Mittlerer Preis

High-End Angebote

Seiten-/Fehleranalyse

100 EUR

1.500 EUR

5.000+ EUR

Keyword Research Package

500 EUR

1000 EUR

2.000+ EUR

On-Page-Optimierung

1.000 EUR

10.000 EUR

50.000+ EUR

Linkkampagnen

500 EUR

5.000 EUR

20.000+ EUR

Tagestraining

750 EUR

2.000 EUR

8.000+ EUR

Produktion von Inhalten inkl. Vermarktung

1.000 EUR

5000 EUR

20.000+ EUR

Monatliche Flatrate

1.000 EUR

3.000 EUR

20.000+ EUR

Ein paar Worte aus Sicht des Anbieters ...

Jeder Anbieter von komplexen Dienstleistungen mit unbestimmbaren Ausgang (Suchmaschinenoptimierer, Unternehmensberater, Werbeagenturen, Marketingberater, ... ) muss bei seiner eigenen Preisfindung ein paar wichtige Faktoren berücksichtigen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit :

  • Büroräume

  • Büromaterial (Papier, Toner, Computerhardware, Software, Telefonhardware/-kosten, ...)

  • Firmenwagen

  • Mitarbeiter

  • Weiterbildung

  • eigenes Marketingbudget (Werbung, eigene Website, Broschüren, Visitenkarten)

  • tatsächlich zur Verfügung stehende, an Kunden verkaufbare Arbeitszeit

  • etc. pp.

(Mehr Informationen zum Thema finden Sie im Artikel Dienstleistungs-Kalkulation: realistische Stundensätze berechnen von Robert Chromow.)

Mit diesen Punkten im Hinterkopf wird schnell klar, warum ein Dienstleister schlecht auf Dauer für ein besseres Angestelltengehalt (sagen wir: 30 EUR/Stunde) arbeiten kann, zumindest nicht in Deutschland. Profitabel wird es erst, wenn das Unternehmen die eigenen Fixkosten tragen kann und darüber hinaus noch genug verdient, dass auch der Chef mal Urlaub machen kann. (Als Kleinunternehmer spreche ich aus eigener Erfahrung - es zehrt schon ganz schon an den Nerven, wenn man zusehen muss, wie angestellte Freunde Jahr für Jahr in Urlaub fahren, man selbst aber nie dazu kommt, Postkarten zu versenden. Mit anderen Worten: Nur ein profitabler Dienstleister kann seine Kunden auch auf Dauer seriös betreuen. Und als Kunde können Sie auch nur von einem profitablen Dienstleister echte, dauerhafte Leistung einfordern.