Wechsel zur günstigsten gesetzlichen Krankenkasse für Arbeitnehmer, Rentner und KSK-Mitglieder

Persönliches Einsparpotenzial ermitteln

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Persönliches Einsparpotenzial ermitteln

Ermittlung Ihres persönlichen Einsparpotenzials beim Wechseln der Krankenversicherung

Über den Online-Rechner ermitteln Sie nicht nur, wieviel Sie selbst beim Wechseln Ihrer Krankenversicherung einsparen. Denn Ihr Arbeitgeber spart dann genauso wie Sie Beiträge zur Krankenversicherung:

Arbeitgeber durch Ersparnis beim Wechsel der Krankenversicherung an einer Zusatz-Krankenversicherung beteiligen

Bei den Versicherungsbeiträgen von Arbeitnehmern kommen diese und ihr Arbeitgeber gemeinsam für die Krankenversichung auf. Den gleichen Betrag, den Sie als Arbeitnehmer gemäß Online-Rechner oben durch Wechseln sparen, spart nochmals der Arbeitgeber. Durch Wechsel der Krankenversicherung helfen Sie Ihrem Arbeitgeber, Geld zu sparen.

Fragen kostet ja nichts. Vielleicht wäre der Arbeitgeber bereit, aus dem arbeitgeberseitig ersparten Geld eine Kranken-Zusatzversicherung zu bezahlen bzw. Ihnen per Mini-Gehaltserhöhrung etwas zuzuzahlen. Schließlich zahlt die gesetzliche Krankenversicherung inzwischen für wichtige Leistungen nichts oder kaum noch etwas zu (Brille, Zahnersatz etc.). Diese Gehaltserhöhung verursacht dem Arbeitgeber keine Mehrkosten, da sie sich aus Ersparnissen finanziert. Für den Arbeitnehmer gehört eine solche Zusatzkrankenversicherung steuerlich zu den "sonstigen Vorsorgeaufwendungen". Pflichtversicherte der gesetzlichen Krankenkassen können hier jährlich insgesamt Ausgaben bis 1.500 EUR in der Einkommensteuererklärung steuerlich absetzen.

Zum Tipp oben hier nochmals der Online-Rechner, mit dem Sie ermitteln können, wieviel Sie - aber auch der Arbeitgeber - monatlich jeweils sparen würden:

Weniger Leistung beim Wechsel in die günstigere Krankenversicherung?

Oft wirbt eine gesetzliche Krankenversicherung mit den angeblichen besonderen Mehrleistungen im Vergleich zu anderen. Daher glauben viele Versicherte, eine teurere gesetzliche Krankenversicherung würde eben auch mehr Leistungen im Krankheitsfall bieten. Tatsache ist aber, dass die Kassen im Sozialgesetzbuch V auf gleiche Leistungsstandards verpflichtet werden. Daher gibt es kaum Leistungsunterschiede. Nach Stiftung Warentest gilt das für rund 95 % des Leistungsangebots. Nur im Rahmen besonderer, zeitlich auf 3 bis maximal 8 Jahre befristeter Modellversuche dürfen Extraleistungen wie alternative Heilverfahren, Akupunktur, Reha etc. angeboten werden. Fragen Sie daher bei der jeweiligen Krankenkasse direkt nach, wie lange solche beworbenen Sonderleistungen noch in Anspruch genommen dürfen.

Die teilweise erheblichen Unterschiede beim Beitragssatz bei der gesetzlichen Krankenversicherung entstehen daher weniger durch den unterschiedlichen Leistungskatalog. Ursache sind eher unterschiedliche Kostenstrukturen - z. B. ein aufwendiges Filialnetz, die Zahlungskraft aller Versicherten, die unterschiedlich hohen Kopfpauschalen, die unterschiedliche Kassen pro Patient an die Ärzte zahlen usw. Daher weisen auch Beiträgssätze der gleichen Krankenkasse wie der AOK in verschiedenen Bundesländern große Unterschiede auf. So kann auch eine günstige Krankenversicherung durchaus gute Extraleistungen anbieten. Die Höhe des Beitragssatzes ist also keine klarer Hinweis darauf, welche Kasse besonders viel oder wenig Leistung bietet.

Einen echten Wettbewerb am Markt gibt es bei den gesetzlichen Krankenkassen nämlich sowieso nicht. Durch den so genannten Risikostrukturausgleich (RSA) müssen vielmehr erfolgreich wirtschaftende Krankenkassen ihre Überschüsse an die Kassen abgeben, die weniger einnehmen oder bei denen die Mitglieder einen höheren Morbiditätsgrad ausweisen. Wie die Techniker Krankenkasse erläutert, fördert diese Politik der Umverteilung per RSA - speziell über Desease Management Programme - notgedrungen zu einer Preisspirale: Je mehr chronisch kranke Versicherte statistisch erfasst werden, desto mehr Geld kann die jeweilige Kasse von den anderen Kassen abkassieren und damit indirekt desto besser für das gesamte Gesundheitskartell.

Die Werbung der Krankenkassen mit Extras übertüncht die den Kassen verordnete staatliche verordnete Gleichmacherei. Wenn Sie bestimmte Extras wie alternative Medizin usw. wünschen, empfiehlt sich aus den genannten Gründen bei Versicherten ohne mitversicherte Familienmitglieder oft eher eine Kranken-Zusatzversicherung, die die gesetzlichen Krankenversicherung ergänzt und die viele private aber auch gesetzliche Krankenversicherungen mit anbieten. Über eine Zusatzversicherung können Sie nämlich passgenau die Vorsorgebereiche (wie Sehhilfen, Zahnersatz, Heilpraktiker, Homöopathie usw.) auswählen und versichern lassen, die Sie später auch in Anspruch nehmen würden. Außerdem haben Sie hier dann freie Arzt-, bzw. Heilpraktikerwahl. Hingegen wird dem Versicherungspflichtigen in der gesetzliche Krankenkasse bei alternativen medizinischen Behandlungen oft vorgeschrieben, zu welchem der Vertragsärzte er sich im Krankheitsfall in Ihrer Nähe begeben muss. Und schließlich können viele Leistungen (wie Sehhilfen und besseren Zahnersatz) in der gesetzlichen Krankenversicherung gar nicht pflichtversichert werden, da das Gesetz sie gerade daraus verbannt hat.

Sollten Sie tatsächlich einmal chronisch erkranken und sollte in einer gesetzlichen Krankenversicherung ein besonderes Programm für diese Krankheit angeboten werden, können Sie später immer noch in diese Kasse wechseln. Schließlich müssen die gesetzlichen Kassen jeden gesetzlich Versicherungspflichtigen aufnehmen.

Insgesamt sind je nach Gehalt, Anzahl der Familienangehörigen und Alter des gesetzlich Versicherten folgende Überlegungen einzubeziehen:

Je höher das Gehalt, desto höher sind entsprechend auch die Mehrkosten für den Versicherten in einer teureren gesetzlichen Krankenversicherung mit höherem Beitragssatz. Je höher das Gehalt, desto eher empfiehlt es sich also, in die preisgünstigste gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln und diese eventuell dann mit mit einer Krankenzusatzversicherung zu kombinieren.

Je mehr Familienangehörige - also Ehepartner und Kinder - in der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert sind, desto attraktiver dürften eventuelle Mehrleistungen der jeweiligen Krankenkasse sein. Bei einer privaten Krankenzusatzversicherung wäre nämlich für jedes Familienmitglied zusätzlich ein Extra-Beitrag zu entrichten.

Je geringer das Gehalt, desto geringer ist der zu zahlende Krankenversicherungsbeitrag. Bei einem Monatsgehalt von 401 Euro - dem niedrigsten Gehalt mit Krankenversicherungspflicht - beträgt in dieser sogenannten Gleitzone (Midijob) ein Unterschied von 1 % beim Beitragssatz gerade mal 2,98 Euro pro Monat. Für solch einen Betrag lässt sich noch keine private Zusatzkrankenversicherung - außer etwa einer Reisekrankenversicherung - sinnvoll abschließen.

Je jünger der Krankenversicherte, desto günstiger wird die private Krankenzusatzversicherung. Hier werden die Versicherungsbeiträge nämlich nach dem statistischen Krankheitsrisiko angeboten, das sich mit wachsendem Alter erhöht.

Zusatzversicherung oder Ansparrücklage? Statt einer Zusatzversicherung können Sie auch überlegen, ob Sie die durch einen Versicherungswechsel eingesparten Beiträge nicht per monatlichem Dauerauftrag auf ein gut verzinstes Konto einzahlen oder über einen Sparplan anlegen wollen. So schaffen Sie sich eine zusätzliche Ansparrücklage für Notfälle.

Private Krankenversicherung als Alternative prüfen

Wenn Sie nicht zwingend als Pflichversicherter in der gesetzlichen Krankenkasse bleiben müssen, sollten Sie sich unbedingt informieren, ob für Sie eine private Krankenversicherung nicht günstiger wäre! Gerade junge, gut verdienende Versicherte ohne mitversicherte Familienangehörige können hier über viele Jahre viel Geld sparen - und das bei erheblich besseren Leistungen. Wer will, kann später immer noch wieder in die gesetzliche Krankenversicherung zurück, wenn er auf irgendeine Weise in eine Pflichtversicherung "rutscht" - allerdings nur bis zum Alter von 54 Jahren (Stand Januar 2007).