Zeitfaktoren: Haben Ihre Suchbegriffe das Ablaufdatum erreicht?

Suchbegriffe und Zeitfaktoren

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Suchbegriffe und Zeitfaktoren

Profitricks: Haben Ihre Suchbegriffe das Ablaufdatum erreicht?

Kennen Sie dieses Phänomen? Sie sind mit Ihren Suchbegriffen seit einiger Zeit in den Top-Ten der Suchmaschinen. Dann, aus unerklärlichen Gründen, sacken die Rankings ab. Ein mögliche Erklärung dafür ist der "Frischhaltefaktor" der Ranking-Algorithmen. Er spielt immer dann eine Rolle, wenn Suchbegriffe optimiert werden, die man als "News-Begriffe" bezeichnen könnte.

In diesem Artikel, der streng genommen nicht unbedingt ein Profithema behandelt, lesen Sie, wie Sie herausfinden können, ob Ihre Begriffe davon betroffen sind und was Sie machen können, um Ihre Top-Ten-Positionen zurückzuerobern.

Profitechnik

Sämtliche bisher erschienenen sowie die geplanten Beiträge aus der Serie "Profi-Tricks in der Suchmaschinen-Optimierung" finden Sie in der Artikel-Übersicht.

Aktualität und Zeitfaktoren bei Ranking-Algorithmen

Der Zeitfaktor spielt bei immer mehr Abfragen eine immer größere Rolle. Das machen nicht nur neuere Patente von Google klar (mehr dazu steht in einer exzellenten (englischsprachigen) Interpretation oder auch im aktuellen Interview mit Google-Mitarbeitern). Google versucht zu erkennen, ob gewisse Suchabfragen "newslastig" sind. Das Ziel besteht darin, die Suchergebnisse dementsprechend zu ordnen: Bei einer newslastigen Suchabfrage werden auch bzw. verstärkt "aktuelle" Suchergebnisse mit eingebunden. Normale Websites müssen in aller Regel eine ganze Weile warten, bis sie in den Suchergebnissen auftauchen. Bei newslastigen Begriffen oder Themengebieten können dagegen auch Seiten, die erst vor ein paar Stunden bis Tagen "aufgetaucht" sind, weit oben platziert sein. Das erhöht die Relevanz der Ergebnisse und mit der machen die Suchmaschinen schließlich ihre Geschäfte.

Warum gibt es "newslastige" Suchanfragen?

Suchmaschinen müssen immer wieder aufs Neue erkennen, ob eine Anfrage etwas mit aktuellen Neuigkeiten zu tun hat oder nicht. Nur dann können sie aktuelle Suchtrends wirklich bedienen. Nehmen wir als Beispiel einen Begriff wie [Spartaner]. Dieser Begriff wurde kurz vor dem Kinostart der Comicverfilmung "300", in der es auch um die Kultur der Spartaner geht, auf einmal newslastig, davor war er es nicht. Wenn ein Begriff durch ein Ereignis wie dieses plötzlich newslastig wird, müssen die Suchmaschinen den Suchbegriff so schnell wie möglich anders behandeln. In unserem Beispiel müssen sie Links zu Seiten mit historischen Inhalten mit "populär-kulturellen" Ergebnissen vermischen. Wenn sich ein Jahr später niemand mehr für den Film interessiert und das Thema seine "Newslastigkeit" verloren hat, müssen diese "populär-kulturellen Treffer" wieder aus den Ergebnissen verschwinden. Ihr Haltbarkeitsdatum ist abgelaufen, also entsorgen die Suchmaschinen diese.

Dabei ist ein Begriff in den meisten Fällen nicht einfach nur entweder newslastig oder nicht. Die Suchmaschinen vergeben wohl prozentuale bzw. dezimale Werte von 0 bis 1 (etwa 0,234 oder 0,78, was dann zu 23,4 % bzw. 78 % umgerechnet werden kann). Vor "300" war der Begriff "Spartaner" vielleicht zu 1 % newslastig, danach dann vielleicht zu 75 %, also sollten ca. 3/4 der Ergebnisse "aktuelle Treffer" sein. Aber schauen Sie selbst:

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Google Suchergebnisse für die Suche nach 'Spartaner'

Hier scheint der Newsalgorithmus am Werke gewesen zu sein.

Wer bestimmt hier eigentlich, dass ich so viele newslastige Ergebnisse zu einem Film und nicht etwa zu historischen Hintergrundinformationen haben möchte? (Aber das ist wohl ein Thema für einen anderen Artikel...)

Die Lösung: Ändern Sie Ihre Seite... aber nicht zu sehr!

Wenn die Positionen für bestimmte - vielleicht sogar Ihre besten - Begriffe auf einmal stark nachlassen, hat das vielleicht mit dem "Frischhaltefaktor" zu tun. Fast jeder Webmaster kann bei bestimmten Suchanfragen zu einem mehr oder minder starken Grad davon betroffen sein. Natürlich ist das dann am wahrscheinlichsten, wenn Sie offensichtlich newslastige Themen auf Ihren Websites bearbeiten.

Bei manchen dauert es wenige Wochen, bei anderen kann es auch Monate dauern. Oft bricht Panik aus, weil der Grund für den "Erdrutsch" unklar ist - durch zu viele "Rettungs-Optimierungen" rutschen die Ergebnisse dann noch weiter ab oder Sie fallen sogar komplett aus den Top-100 heraus.

Welche Strategie bringt Sie in einem solchen Fall wieder auf die vorderen Plätze? Schließlich waren Sie ja schon einmal dort.

Die Lösung ist einfach, zumindest wenn es sich bei Ihren Begriffen tatsächlich um newslastige Anfragen handelt: Ändern Sie die betreffende (und nur diese) Seite, fügen Sie der Website vorsichtig neue Inhalte hinzu.

Aber: Tun Sie es nicht einfach wahllos, sondern mit Bedacht. Es geht darum, dass Sie die "goldene Mitte" finden.

Das Ausmaß der Änderungen muss genau richtig sein, damit Ihre Seiten bei newslastigen Begriffen weiter gut positioniert sind. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten die Änderungen anfangs sehr klein ausfallen.