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ALG II und Selbstständigkeit

Das Anrechnungsverfahren und die Ermittlung des Erwerbseinkommens bei Selbstständigen

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Stand: 22. März 2011 (aktualisiert)

Rechenbeispiele

Steuern und Abgaben nicht vergessen!

Damit Sie sich einen schnellen Überblick über die Anrechnung von Hinzuverdiensten aus selbstständigen Tätigkeiten verschaffen können, fassen wir im Folgenden die wichtigsten Informationen zum Anrechnungsverfahren noch einmal zusammen:

Vom monatlichen Einnahmenüberschuss dürfen Selbstständige - wie alle anderen erwerbstätigen ALG-II-Empfänger auch - zunächst einen Grundfreibetrag von 100 Euro für sich behalten. Bis zu einem "Brutto-Einkommen" von 400 Euro sind damit die folgenden Ausgaben abgedeckt:

  • private Steuern,

  • Pflichtbeiträge zu gesetzlichen Sozialversicherungen oder entsprechende, "angemessene" Beiträge zur privaten sozialen Sicherung,

  • weitere private Versicherungen wie die Haftpflicht- oder Gebäude-Brandversicherung oder auch

  • Fahrtkosten zwischen Wohnung und Betriebsstätte.

Sollten die tatsächlichen Ausgaben im Einzelfall höher liegen, können sie vom Antragsteller geltend gemacht werden.

Erwerbstätigen-Freibeträge

Zusätzlich zum Grundfreibetrag von 100 Euro dürfen Erwerbstätige ...

  • 20 Prozent ihrer Brutto-Einkünfte zwischen 100 Euro und 800 Euro (ab Juli 2011: 1.000 Euro) - (maximal also 20 Prozent auf 700 Euro = 140 Euro - ab Juli: 180 Euro)

  • plus 10 Prozent der Brutto-Einkünfte zwischen 800 und 1.200 Euro (ab Juli 2011: 1.000 Euro bis 1.200 Euro) - (weitere maximal 40 Euro - ab Juli: 20 Euro).

... für sich beanspruchen. Sofern der Bedürftige mindestens ein Kind hat, erhöht sich die Obergrenze der Freibetrags-Basis auf 1.500 Euro (maximal 70 Euro - ab Juli: 50 Euro).

Die nach allen Abzügen und Freibeträgen verbleibenden Einkünfte stellen anrechenbares Einkommen dar, das vom zunächst ermittelten ALG-II-Bedarf abgezogen wird.

Bitte beachten Sie: Wer von Vereinen oder anderen gemeinnützigen Einrichtungen eine steuerfreie Übungsleiter- oder Ehrenamtspauschale erhält, darf diese Einkünfte seit 2011 bis zu einer Obergrenze von monatlich 175 Euro ganz für sich behalten. Bis zu diesem Betrag werden Aufwandsentschädigungen für bürgerschaftliches Engagement nicht mehr vom Arbeitslosengeld II abgezogen. Weitere Informationen finden Sie in unseren Beiträgen zur Übungsleiterpauschale und zur Ehrenamtspauschale.

Rechen-Beispiele zur Ermittlung des anrechenbaren Einkommens aus selbstständiger Tätigkeit

Die folgende Tabelle verdeutlicht den Weg vom Umsatz über den Gewinn und die verschiedenen Freibeträge bis hin zum anrechenbaren Einkommen (Stand: März 2011 - Hinzuverdienstgrenzen gelten noch bis 30. Juni 2011):

kinderlos

kinderlos

mit Kind

Einnahmen

550 Euro

1.400 Euro

2.000 Euro

minus notwendige
Betriebsausgaben

200 Euro

400 Euro

600 Euro

= Gewinn/
"Brutto-Einkommen"

350 Euro

1.000 Euro

1.400 Euro

minus Grundfreibetrag

100 Euro

(100 Euro)*

(100 Euro)*

minus private
Einkommensteuer

-

50 Euro

-

minus Sozialversicherung

-

320 Euro

450 Euro

minus
Versicherungspauschale

-

30 Euro

30 Euro

minus Fahrkosten

-

40 Euro

40 Euro

= "Netto-Einkommen"

250 Euro

560 Euro

880 Euro

minus 20-%-Freibetrag
auf Bruttoanteil zwischen
100 Euro und 800 Euro

50 Euro

140 Euro

140 Euro

minus 10-%-Freibetrag
auf Bruttoanteil zwischen
800 Euro und 1.200 Euro

-

20 Euro

-

minus 10-%-Freibetrag
auf Bruttoanteil zwischen
800 Euro und 1.500 Euro

-

-

60 Euro

= anrechenbares
Einkommen

200 Euro

400 Euro

680 Euro

*) tatsächliche Abzüge höher als der Grundfreibetrag

Durch die ab Juli 2011 geltenden neuen Hinzuverdienstgrenzen (1.000 Euro statt bisher 800 Euro in Stufe 2), ändert sich das Bild ein wenig:

kinderlos

kinderlos

mit Kind

Einnahmen

550 Euro

1.400 Euro

2.000 Euro

minus notwendige
Betriebsausgaben

200 Euro

400 Euro

600 Euro

= Gewinn/
"Brutto-Einkommen"

350 Euro

1.000 Euro

1.400 Euro

minus Grundfreibetrag

100 Euro

(100 Euro)*

(100 Euro)*

minus private
Einkommensteuer

-

50 Euro

-

minus Sozialversicherung

-

320 Euro

450 Euro

minus
Versicherungspauschale

-

30 Euro

30 Euro

minus Fahrkosten

-

40 Euro

40 Euro

= "Netto-Einkommen"

250 Euro

560 Euro

880 Euro

minus 20-%-Freibetrag
auf Bruttoanteil zwischen
100 Euro und 1.000 Euro

50 Euro

180 Euro

180 Euro

minus 10-%-Freibetrag
auf Bruttoanteil zwischen
1.000 Euro und 1.200 Euro

-

-

-

minus 10-%-Freibetrag
auf Bruttoanteil zwischen
1.000 Euro und 1.500 Euro

-

-

40 Euro

= anrechenbares
Einkommen

200 Euro

380 Euro

660 Euro

*) tatsächliche Abzüge höher als der Grundfreibetrag

Die dargestellten Überschlagsrechnungen dienen nur der Illustration des Anrechnungsverfahrens bei selbstständigen (Neben-)Einkünften: Zusätzliche Einkommen von Angehörigen der "Bedarfsgemeinschaft" (erwerbsfähigen Familienangehörigen oder Partnern) sind darin ebenso wenig berücksichtigt wie eventuelle Vermögenswerte.

Weiterführende Informationen und Rechenhilfen

Recht gut verständliche Basisinformationen zum Arbeitslosengeld II finden Sie in der Bundesagentur-Broschüre "SGB II: Grundsicherung für Arbeitsuchende" (PDF, 241 KB).

Das Bundesarbeitsministerium stellt auf seiner Website einen "Einkommensrechner Arbeitnehmer" zur Verfügung. Mit dessen Hilfe können auch Selbstständige ermitteln, welcher Teil ihres Hinzuverdienstes auf das Arbeitslosengeld II angerechnet wird. Die Bedienung des Einkommensrechners wird in einem vierseitigen Infoblatt erklärt (PDF, 3,7 MB).

Ihre persönlichen Steuerabzüge ermitteln Sie bei Bedarf mithilfe des Einkommensteuerrechners, der vom Bundesfinanzministerium bereitgestellt wird.

Sofern Sie mit dem Gedanken spielen, sich beim Einstieg in die Selbstständigkeit von der Arbeitsagentur unterstützen zu lassen, sollten Sie einen Blick auf den Beitrag "Existenzgründung mit Einstiegsgeld" werfen. Dort werden auch die betrieblichen Zuschüsse und Darlehen für selbstständige ALG-II-Bezieher vorgestellt. Anspruch auf den Gründungszuschuss haben ALG-II-Bezieher bei Gründung aus der Arbeitslosigkeit leider nicht.

Fazit

Dass auch Selbstständige ALG II bekommen können, ist sinnvoll und notwendig. Die bürokratischen Sondervorschriften zur Gewinnermittlung empfinden viele Betroffenen aber verständlicherweise als ungerecht, ja diskriminierend. Zumal die zuständigen Fallmanager vielfach beim besten Willen nicht beurteilen können, ob eine konkrete Ausgabe notwendig und angemessen ist oder nicht.

Besserung ist leider nicht in Sicht: Die ab Juli 2011 geltende Anhebung der Hinzuverdienstgrenze in Stufe 2 von 800 Euro auf 1.000 Euro klingt vielversprechend. Damit erhöht sich das tatsächlich verfügbare Zusatzeinkommen jedoch um gerade einmal 20 Euro - und auch nur bei sehr wenigen hilfsbedürftigen Selbstständigen.

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Hallo Robert! Vielen Dank erst mal für die Info;-). Also das Auto ist schon zwingend notwendig für mein Geschäft da ich Computerservice mache und sehr oft zu Kunden unterwegs bin sowie PC-Auslieferungen machen muss. Ist nur die Frage, ob das Amt dann sagt, das geht auch mit einen etwas "preiswerteren" Auto.

Gruß Maik

Hallo Maik,
wenn Sie als Selbstständiger ALG II beantragen, müssen Sie auch Ihr Betriebsvermögen offenlegen. Ob und inwieweit von Ihnen erwartet wird, es zu verwerten, bevor Sie als hilfebedürftig im Sinne des SGB II gelten, ist m. E. Ermessenssache. Entscheidend ist, ob das Fahrzeug betriebsnotwendig ist oder nicht. Wenn ja, ergäbe der Verwertungszwang keinen Sinn, weil damit der ja erwünschten selbstständigen Tätigkeit die Grundlage entzogen würde.
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo! Ich mache z.Z. die sogenannte ICH-AG im 3.Jahr. Leider ist mein Einkommen derzeit so gesunken, das ich zusätzlich ALG II beantragen möchte. Ich hätte eine Frage betreffs "angemessenes Fahrzeug". Ich habe mir ein neues gebrauchtes Auto im letzten Jahr gekauft, da mein alter schon über 13 Jahre alt war. Der "Neue" ist knapp 3 Jahre alt aber dürfte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht als "angemessen" durchgehen (Restwert und Leistung!). Ich habe den Wagen allerdings nicht privat, sondern als Firma gekauft und schreibe auch die entsprechenden Summen über die AFA ab. Die Frage wäre jetzt, zählt bei der Erfassung der Vermögenswerte nur das Private Eigentum oder auch Vermögenswerte aus dem Betriebsvermögen? Wer sehr schön wenn mir da mal jemand ne schlüssige Antwort geben können oder zumindest einen Hinweis wo man das erfragen kann. Vielen Dank!

mfg maik

Haben Sie es in diesem ALG-II-Forum
http://www.tacheles-sozialhilfe.de
schon einmal versucht?

Hallo,
eine sehr informative Seite!

Eine Frage in die Runde: Bin frischer ALG II Bezieher und selbständig. In meinem ALG II Bescheid werden die Kosten des Arbeitszimmers als Betriebsaugaben anerkannt, bei den Leistungen für die Wohnung abgezogen und gleichzeitig die 4-Zimmer Wohnung (4-köpfige Familie) als unangemessen kritisiert (???).

Hat jemand ähnliche/widersprüchliche Erfahrungen? Oder Informationen...

Grüße
C.

Gemäß Paragraf 2a der "Verordnung zur Berechnung von Einkommen sowie zur Nichtberücksichtigung von Einkommen und Vermögen beim Arbeitslosengeld II/Sozialgeld" (ALG-II-VO)
http://bundesrecht.juris.de/algiiv/BJNR262200004BJNE000800308.html

ist...

+++++++++++++ Z I T A T +++++++++++++
"Das Einkommen [...] für das Kalenderjahr zu berechnen, in dem der Bedarfszeitraum liegt (Berechnungsjahr). Für jeden Bedarfszeitraum ist ein Zwölftel des Einkommens im Berechnungsjahr als Einkommen zu berücksichtigen. Ist Arbeitseinkommen nur während eines Teils des Jahres vorhanden, so ist das Einkommen nur für diesen Zeitraum zu berechnen; für ihn gilt als monatliches Einkommen derjenige Teil des Arbeitseinkommens, der der Anzahl der in den genannten Zeitraum fallenden Monate entspricht."
+++++++++ Z I T A T - E N D E +++++++

Gemäß Durchführungsverordnung der Bundesagentur sind Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben für das Kalenderjahr als Selbsteinschätzung auf Grundlage von Erfahrungswerten der Vergangenheit (z. B. Einnahme-Überschussrechnung und Steuerbescheid des Vorjahres) oder "durch andere geeignete Unterlagen (z.B. Prognose des Steuerberaters)" zu belegen.
Einzelheiten klären Sie am besten mit Ihrer örtlichen Agentur für Arbeit bzw. ALG-II-ARGE.
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Hallo,
ich hab einmal ein ganz einfach Frage... wird der Gewinn einer Firma nun durch 12 Monate geteilt aufs jahr gerechnet? Ich selber habe monate mit starkem verlust und monate mit richtig guten gewinn gehabt... desweiteren wie sieht es aus wenn man einen onlineshop aufbaut? denn das geld was man einnimmt kann man ja nicht verwenden da man ja geld zum produkteinkauf benötigt!! wird sowas akzeptiert?

Danke erstmal...

hallo herr chromov,

vielen dank für die schnelle antwort.

richtig,die betriebskostenpauschale
greift erst ab 400 euro, das habe ich übersehen.

der beitrag beantwortet meine frage
eigentlich auch sehr gut.

"Bei der Berechnung der ALG-II-Unterstützung bzw. Anrechung von Einkünften wird grundsätzlich nicht zwischen Angestellten und Selbstständigen unterschieden."

das ist der entscheidende punkt
den meine arbeitsagentur anders sieht, ohne mir bisher genau sagen zu können warum.

ich werde das nochmal klären und fühle mich durch den beitrag und ihre antwort gut gerüstet....

freundliche grüsse und schönes
wochenende
r.

Hallo r.,
Ihre Frage ist im Beitrag eigentlich recht eindeutig beantwortet: Betriebsausgaben können Sie nicht geltend machen, weil die Einnahmen unter 400 Euro pro Monat lagen. Also ziehen Sie von den 200 Euro den Grundfreibetrag ab, bleiben 100 Euro. Davon wiederum ziehen Sie 20 Prozent ab, bleiben 80 Euro, die auf Ihr ÂLG II angerechnet werden.
So jedenfalls mein Verständnis ohne Kenntnis der näheren Umstände des Einzelfalls.
Vielleicht hilft das ja schon fürs Erste!?
Falls die Arbeitsagentur das anders sieht, freue ich mich über einen kurzen Bericht über die Begründung.
Ein schönes Wochenende wünscht
Robert Chromow

ich habe folgendes problem:
ich bekomme algII und wenn ich aus freiberuflicher tätigkeit eine rechnung stelle weiss ich nicht wie das jetzt angerechnt wird.

beispiel
ich habe im januar insgesamt 200 euro auf rechnung verdient pauschal ziehe ich 20% betriebsausgabenpauschale ab, dann bleiben 160euro. 100euro freibetrag plus 20% von 60euro ergeben dann 112euro die ich behalten darf, das arbeitsamt zieht mir 48euro vom alg II ab.
richtig oder?
mein arbeitsamt sagt:
die nebentätigkeitsrechnung für erwerbstätige kann nicht für freiberufler benutzt werden,
von den 200 euro darf ich 20% also 40 euro behalten, 160 euro werden mir vom algII abgezogen?!?

kann mir jemand und damit vielleicht auch anderen weiterhelfen?

viele grüsse und danke, r.

Die Umsatzsteuer stellt im Rahmen einer Einnahme-Überschussrechnung zwar zunächst eine _betriebliche_ Einnahme dar. Es handelt sich aber nicht um Einkommen des oder der Selbstständigen. Also: Immer netto rechnen. Das wäre ja sonst auch noch schöner...
R.Chromow

Man sieht, daß der Teufel wieder einmal im Detail steckt. Ebenso konkret ist meine Frage: Wenn Sie vom "monatlichen Einkommen" sprechen, das bei der Berechnung des ALG II (und dem Abzug der Freibeträge) zugrunde gelegt wird, meinen Sie dann die monatliche Summe der Nettohonorare für die erbrachte Leistung (z.B. 350 Euro) oder den Betrag Nettohonorar + 7% MWSt (374,50 Euro), von dem ich aber die 7% MWSt (24,50 Euro) über die USt-Abrechnung ans Finanzamt abführe? Sind die 350 Euro oder die 374,50 Euro die "monatlichen Einnahmen", von denen ich die Freibeträge für Berufstätigkeit etc. abziehe?

Danke für die schnelle Hilfe

kann mir jemand sagen was für steuern auf mich zu kommen und wieviel es z.b. ausmacht wenn man 1000€ einnhamen im monat hat was davon mit abzug der steuern übrig bleibt würde auch gern wissen was detailiert an steuern abgezogen wird und auf mich zu kommt kann mir jemand die daten geben danke

Private Unterstützungsleistungen wie ALG II bzw. der Existenzgründungszuschuss oder das Überbrückungsgeld gehören NICHT in die EÜR. Es handelt sich dabei ja nicht um betriebliche Einnahmen.
Vielleicht hilft das ja schon fürs Erste!?
Freundliche Grüße
Robert Chromow

Kann mir jemand sagen, ob man den Anteil, den ich am ALG II bekomme auch in die Einnahme-Überschussrechnung schreiben muss? Kann ich da aber den Mietanteil rausrechnen, der gehört ja nicht zur Firma

Zuletzt im Dezember noch selbst erlebt:
Lege eh schon jeden Monat E/Ü-Rechnung nebst Kopie d. Kassenbuchs vor und musste nun beim ALG2-Folgeantrag u.a. zusätzlich sämtliche Kto-Auszüge (priv. und gesch. falls vorhanden) komplett u. lückenlos seit 1.9.05 vorlegen.

> Es ist schon seit Monaten bekannt, dass
> Selbständige Einnahmen mit Hilfe von eigenen
> Nachweisen wie z.B. Rechnungen, Kontoauszügen
> usw. nachweisen können, und nicht den
> Auftraggeber darüber informieren müssen,
> dass sie ALGII-Empfänger sind.

Das steht immer noch genau so im Gesetz und kann verlangt werden. Auch wenn es in der Praxis nicht allzu oft praktiziert wird.

Ja, bei Nutzung eines privaten Fahrzeugs.

Nach meinen Informationen gelten 0,30 Euro Fahrtkostenpauschale bei Selbstständigen???

km-Pauschale

Die ist im Unterschied zum Steuerrecht mit 0,10 Euro statt 0,30 Euro zu berechnen (seit 2008).

Es ist schon seit Monaten bekannt, dass Selbständige Einnahmen mit Hilfe von eigenen Nachweisen wie z.B. Rechnungen, Kontoauszügen usw. nachweisen können, und nicht den Auftraggeber darüber informieren müssen, dass sie ALGII-Empfänger sind.

Abgesehen davon - meist kommt das sowieso im Laufe eines Kundengespräches heraus, und dann bekommt der von den Medien mit Halbwissen versorgte potentielle Auftraggeber Angst, dass man schwarz arbeitet und man muss ihm umständlich erklären, dass es möglich ist, gleichzeitig oder abwechselnd Sozialleistungen zu beziehen und selbständig zu arbeiten.

Eigentlich eine Zumutung diese ganzen Zustände.

Bei der ALG-II-Prüfung gilt in Bezug auf die Gewinnermittlung von Selbstständigen grundsätzlich das Steuerrecht. Dort dürfen Sie bei Geschäftsreisen auch "Verpflegungspauschalen" als betrieblichen Aufwand geltend machen. Einzelheiten finden Sie in unserem Beitrag
"Reisekosten: Nichts vergessen?"
https://www.akademie.de/direkt?pid=16140

Schöne Grüße
Robert Chromow
--
Redaktionsteam akademie.de
Newsletter-Abo:
https://www.akademie.de/direkt?pid=14334#glx

Wie sieht es eigentlich mit dem Abzug von Verpflegungskosten-Mehraufwand aus? Als Selbständiger ist man ja oft viel unterwegs und kann bei der Steuer ja dafür Pauschalen ansetzen. Geht das beim ALG auch?

Niederigere Pauschale und

Niederigere Pauschale und erst ab 12 Stunden Abwesenheit, dann JA. Zu finden ist das in der ArbeitslosengeldII-Verordnung (ALGII-VO):

§6 Pauschbeträge für vom Einkommen abzusetzende Beträge

(3) Für Mehraufwendungen für Verpflegung ist, wenn die erwerbsfähige leistungsberechtigte Person vorübergehend von seiner Wohnung und dem Mittelpunkt seiner dauerhaft angelegten Erwerbstätigkeit entfernt erwerbstätig ist, für jeden Kalendertag, an dem die erwerbsfähige leistungsberechtigte Person wegen dieser vorübergehenden Tätigkeit von seiner Wohnung und dem Tätigkeitsmittelpunkt mindestens zwölf Stunden abwesend ist, ein Pauschbetrag in Höhe von 6 Euro abzusetzen.

und in den Hinweisen zu §11 SGBII (beides in dieser PDF-Datei: http://www.arbeitsagentur.de/nn_166486/zentraler-Content/A01-Allgemein-I...)

Ein Teil dieser neuen Praxis, die Art der Berechnung ist durchaus positiv.
Die Praxis insbesondere die Kontrollmechanismen zeigen mal wieder überdeutlich welche Wertstellung der "Bürger" in unserem System hat, er ist die Ursache allen Übels und ist nur Kostenverursacher und Anspruchsteller den man am liebsten abschaffen würde. Ohne den Bürger ging es den Bürokraten doch bestens, aber die haben scheinbar nicht begriffen, das Volkswirtschaft ohne VOLK nicht funktioniert.

Gruß
pm

Sie sind kein Bürger, Sie sind

Personal! Das ist ein kleiner aber wichtiger Unterschied.

Ich sage dazu lieber nix aber "Hilfssherriff der Deutschen Arbeitsagentur" sind wir schon lange nur: Wir werden nicht dafür bezahlt die fette Kohle schieben die ein die da drin sitzen .Oder haben Sie schon erlebt dass Sie dafür bezahlt werden wenn Sie einen Ihrer besten Freunde oder Verwandte in ein Arbeitsverhältniss bringen ??? Danke

Vielen Dank für den Beitrag, der mir sehr hilft!

B. Adrian

Ich hospitiere als Verwaltungsangestellte im Moment bei der Arbeitsagentur. Diese Informationen werde ich mitnehmen und bekannt machen.

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Über den Autor:

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Robert Chromow ist gelernter Industriekaufmann, Betriebswirt und Politologe. Seit über zwanzig Jahren arbeitet er als freiberuflicher Journalist, Autor und Berater im eigenen Redaktionsbüro. Print- un ...

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